Safe! Stories übers Investieren

Tristan Horx, wie gestalten wir unsere finanzielle Zukunft?

Episode Summary

In dieser Folge von Safe! Stories übers Investieren spricht Alexander Wastl mit Tristan Horx, internationalem Trend- und Zukunftsforscher, über finanzielle Zukunftsaussichten, Generationengerechtigkeit und aktuelle Investmenttrends. Die Hosts Anna-Lisa Bier und Alexander Wastl diskutieren im Anschluss, was das für Millennials und Gen Z bedeutet – von der Pensionsvorsorge bis zu nachhaltigem Investieren.

Episode Notes

In dieser Episode tauchen wir tief in die Zukunft unserer Finanzen ein. Zukunftsforscher Tristan Horx erklärt, warum wir uns mitten in einem zivilisatorischen Epochenwandel befinden, wie der demografische Wandel das Pensionssystem unter Druck setzt und warum er trotzdem ein „wütender Optimist" ist. Außerdem: Warum investiert die Gen Z lieber ins Sparbuch als in ETFs – und was steckt dahinter?

Links:
Wiener Börse: www.wienerborse.at
Initiative „Beteilig dich": wienerborse.at/beteilig-dich
Ö3 Jugendstudie: https://www.oe3jugendstudie.at/

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Kapitelmarken:
[00:00] Begrüßung & Intro
[00:37] Willkommen in die Folge – Blick in die Kristallkugel
[01:19] Interview-Start: Herzlich willkommen, Tristan Horx
[01:39] Was ist Trend- und Zukunftsforschung?
[02:17] Methoden: Wie kommt man auf Trends?
[03:57] Schwerpunkt Soziologie & gesellschaftliche Trends
[04:39] Finanzieller Ausblick: Epochenwandel & Wirtschaftslage
[06:10] Persönlicher Finanz-Optimismus: Wie optimistisch bist du?
[06:20] Tristan Horx' Haltung als Millennial & „wütender Optimist"
[17:10] Tristan Horx' persönliche Anlagestrategie (Gold & ESG)
[17:09] Gen Z & Geld: Sparbuch vs. Fonds – der Widerspruch
[18:01] Warum Gen Z trotz Wissen aufs Sparbuch setzt
[18:51] Mangelnde Finanzbildung & das Bildungssystem
[19:14] Finanzbildung mit Zahlen belegt – Ö3-Jugendstudie
[20:45] Manosphäre & Finanzscams: Warum junge Männer anfällig sind
[25:01] Krypto: Nur 12% der Gen Z wollen noch investieren
[30:53] Demografischer Wandel & Zukunftsthemen
[33:48] Was bedeutet „finanziell safe sein"?
[34:01] Abschlussfrage: Tristan Horx' persönliche Antwort
[38:17] Nachgespräch: Anana-Lisa & Alex – Einordnung
[38:28] Gen Z: konservativer als erwartet?
[40:02] Pensionssystem & demografischer Druck (Nachgespräch)
[43:22] ESG-Investing erklärt
[47:30] Outro & Disclaimer

Episode Transcription

Anna-Lisa Bier: [00:00:00] Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.

Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.

Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments, über

Alexander Wastl: Fehler, Aha-Momente und darüber, [00:00:20] was sie heute anders machen würden.

Anna-Lisa Bier: Wir sind Annalisa Bier und

Alexander Wastl: Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen. Ich

Anna-Lisa Bier: würde sagen, das machen wir jetzt direkt. Und jetzt geht's los.

Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu Safe! Stories übers [00:00:40] Investieren. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid. Auch heute sitzt mir wieder der Alex gegenüber. Hi Alex.

Alexander Wastl: Hallo Anna-Lisa.

Anna-Lisa Bier: Mit dieser Folge werfen wir einen Blick in die Kristallkugel. Kannst du mir vielleicht mal verraten was sich denn in der unmittelbaren Zukunft von Safe abspielen wird?

Alexander Wastl: Ja hoffentlich ist die Glaskugel gut poliert, weil bei mir ist heute Tristan Horx, [00:01:00] international umtriebiger Trend. Zukunftsforscher. Und ich spreche mit ihm über unsere und seine finanziellen Zukunftsaussichten und Investmenttrends, die ihn beschäftigen.

Anna-Lisa Bier: Also ich freue mich sehr, euch beiden jetzt gleich zuzuhören.

Anna-Lisa Bier: Und ich würde sagen, wir hören uns dann im Nachgang wieder, um über unsere Einschätzungen zu sprechen. Also bis später.

Alexander Wastl: Herzlich willkommen [00:01:20] Tristan. Freut mich, dass du heute bei uns bist.

Tristan Horx: Vielen, vielen Dank für die Einladung.

Alexander Wastl: Ich würde dich jetzt mal als erlaubbar als Menschen vorstellen, der sehr vorausschauend ist und nach vorne blickt.

Alexander Wastl: Das kommt natürlich viel zu kurz Du beschäftigst dich beruflich mit Trends und Zukunft. Vielleicht kannst du zur Forschung mal ein bisschen näher darauf eingehen.

Tristan Horx: Es ist so ein [00:01:40] ominöser Begriff, Trend- und Zukunftsforschung. Gerade die Zukunftsforschung die hat es ja nicht so leicht. Da denkt man immer, ah, Astrologie und so weiter.

Tristan Horx: Der Großteil meiner Arbeit ist eigentlich in der Trendforschung, Gegenwartsanalyse. Und es gibt ja, das merkt man glaube ich schon auch im Netz, so eine ziemliche Überforderung auch mit der Gegenwart. Es gibt ja ganz viele verschiedene, je nachdem, in welcher Filterblase man ist. Und ich habe [00:02:00] zumindest den Anspruch an mich dass ich einigermaßen objektiv erkenne, wie ist die Lage.

Tristan Horx: Und dann sind ganz oft die Prognosen, also der Blick in die Zukunft, gar nicht mehr so schwer. Aber das 20% meiner Arbeit ist eigentlich Zukunftsforschung. Der Großteil ist eben Trendforschung, gerade im Kontext von Generationen hauptsächlich.

Alexander Wastl: Wie kommst du da auf Trends drauf sozusagen? Oder was ist [00:02:20] deine Datengrundlage?

Alexander Wastl: Auch wenn es dann vor allem in die Zukunft geht, vielleicht um die

Tristan Horx: Prognosen zu stellen. Das ist immer die schwierige Frage. Also ich habe in Frankfurt einen Think Tank, zehn Leute. Klasse Das The Future Project heißen die, also das Projekt Zukunft. Und ganz oft ist es eben so, ich habe irgendeinen wirren Gedanken, ich spüre sage ich jetzt mal, ganz dramatisch irgendwas.

Tristan Horx: Schmeiße das rein und [00:02:40] sage, Leute, können wir das belegen? Oder wie würde man sagen, trippe ich gerade? Also stelle ich mir gerade was vor, ist das wirklich so? Und ich bin, das ist natürlich auch gerade aufgrund meines Alters, bin erst 32 und viel in der Wirtschaft unterwegs. Ich muss die Sachen, die ich sage, auch wirklich belegen können, weil sonst...

Tristan Horx: Das durchschnittliche Business-Publikum, das sagt, okay, ich lasse mir von dem ganz sicher nichts sagen. Das [00:03:00] heißt, ich bin da ziemlich stark verankert eigentlich darauf zu sagen, ich kann diese Trends auch belegen. Und nebenbei ich bin auch Dozent an zwei Unis zu dem Thema, also es geht schon auch in die Richtung.

Tristan Horx: Und ja, also ich verstehe diese Unterstellung, ich kriege die ja dauernd so der [00:03:20] Unwissenschaftlichkeit und so weiter. Aber man kann es zumindest, bei mir kann man ein Master und ein Bachelor dazu machen. Also ganz so fake kann es nicht sein.

Alexander Wastl: Wollte ich dir gar nicht unterstellen

Tristan Horx: Ich, ich weiß. Aber man sieht, ich bin medientraumatisiert.

Alexander Wastl: Das heißt aber zuerst so, ist so ein bisschen eine gefühlte These und dann sagst du, jetzt schaue ich mir das genau an wissenschaftlich oder wir schauen es mit dem Team genau [00:03:40] an. Gibt es ein Spezialgebiet stürzt ihr, stürzt du dich da auf alles so bei den Trends was dir so unterkommt?

Tristan Horx: Also ich komme, und das ist glaube ich auch ein Vergleich zu vielen anderen in meinem Feld, wenn man den Beruf hört, dann denkt man immer sofort irgendwie an Roboter und Drohnen und so Zeug.

Tristan Horx: Ich komme aus der Soziologie. Das heißt, mich interessieren [00:04:00] vor allem gesellschaftliche Trends Und das ist auch so ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal glaube ich Wir haben das mal pathetisch-humanistische Zukunftsforschung genannt. Dass man eben darauf schaut, wie entwickelt sich Gesellschaft, welche Trends kann man da erkennen.

Tristan Horx: Das ist so mein Gebiet Und wenn man da lang genug drin rumschwimmt, auch in den Feuilletons dieser Welt und dieser Zeitung, dann ist man ja da auch immer irgendwie am Puls dran. [00:04:20] Und dann gilt es aber vor allem immer zu verifizieren, ist das wirklich so oder ist das nicht so. Das ist glaube ich so, das ist meine Nische.

Tristan Horx: Und das läuft auch ganz gut.

Alexander Wastl: Ja, wir werden nachher sicher noch auf einen oder anderen Trend zu sprechen kommen. Heute bewegen wir uns eher im Bereich Finanzen investieren. Leg mal [00:04:40] los, wie schaut es denn aus zukunftsmäßig Oder mal aggregiert Finanzen und unseren Wohlstand vielleicht betrifft Was ist da so deine Einschätzung?

Tristan Horx: Also wenn ich die Metaperspektive mal dazu einordnen darf. Wir bewegen uns gerade in Österreich auch, man hört es ein bisschen, ich habe auch deutsche Wurzeln, aber vor [00:05:00] allem auch in Deutschland aus dem industriellen Zeitalter man kann auch sagen das fossile industrielle Zeitalter ins nächste. Und wir sind ja gerade in so einer Übergangsphase.

Tristan Horx: Und man spürt ja, das Neue ist noch nicht da, das Alte ist noch nicht ganz vorbei. Gerade gibt es ja politisch viele Anstrengungen auch wieder in diese Vergangenheit zurück zu flüchten. Wir bauen einfach mehr Verbrenner und dann wird das schon wieder mit der [00:05:20] Wirtschaft, weil wir schon seit dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal an dem Punkt sind wo die Wirtschaft wirklich abflacht.

Tristan Horx: Das muss man einfach so anerkennen. Das hat demografische Gründe, das hat technologische Gründe, aber es hat eben auch zivilisatorische. Wir bewegen uns von einer Epoche in die nächste. Das hat sich für die Menschheit immer gelohnt aber diese Übergänge waren nie schön. Also der Weg raus aus dem Agrarzeitalter dann ins [00:05:40] Industriezeitalter war auch kein schöner.

Tristan Horx: Das hat sich immer gelohnt Und ich glaube, so muss man das mal in der größeren Perspektive einordnen. Jetzt ist natürlich diese komische Paradoxie dass eigentlich die Märkte alle sehr, sehr gesund sind. Eigentlich, ja. Es gibt die Volatilitäten, die natürlich auch sehr zu tun haben mit dem orangenen Mann aus Amerika.

Alexander Wastl: Aber

Tristan Horx: prinzipiell sind die Märkte ja eigentlich ganz überraschend [00:06:00] gesund. Und das heißt man sieht schon, es gibt schon noch ein Vertrauen darin dass die Wirtschaft schon mal was hinkriegt. Also ich bin da nicht so ökonomisch pessimistisch wie so manch andere in meinem Feld.

Alexander Wastl: Bist du mal schon so vorgekommen Ich wollte dich fragen, deine persönliche Perspektive deine persönliche finanzielle Zukunft, bist du da eher optimistisch als [00:06:20] pessimistisch?

Tristan Horx: Ja, aber ich bin so ein klassischer Millennial, der seine Arbeit deswegen macht, weil sie ihn wirklich erfüllt. Ich finde auch den Begriff Arbeit ist in dem, was ich tue, es trifft es nicht. Das frustrierende ist ja wenn du Arbeit hast, dann ist das Gegenteil der Freizeit. Und das impliziert ja, dass ich während [00:06:40] der Arbeitszeit die ganze Zeit eingesperrt bin.

Tristan Horx: So fühle ich mich aber überhaupt nicht. Ich drehe durch, wenn ich eine Woche nichts zu tun habe. Ich bin aus dieser klassischen, hinterfragenden, sinnstiftenden Generation. Oder habe mich da zumindest stark eingefunden. Und deswegen, mich interessiert die Ökonomie gar nicht so sehr, sondern ich habe eine Mission.

Tristan Horx: Ich komme zunehmend darauf, [00:07:00] eher Wanderprediger als sonst irgendwas. Und laufe gerade so ein bisschen mit dem Konzept des wütenden Optimismus rum. Ich kann den ganzen Pessimismus nicht mehr hören. Es ist so langweilig. Die 5000 Gründe warum alles so schwer ist, die haben wir alle schon gehört. Ich will, das ist zumindest mein Anspruch, uns irgendwie in eine gute Zukunft, die eben [00:07:20] auch mit uns Mit Wirtschaftswachstum verbunden ist.

Tristan Horx: Also ich bin kein Degrowth-Typ sondern ich finde Wachstum geil. Das ist, was der Homo Sapien auch sehr gut kann. Und dafür setze mich an.

Alexander Wastl: Ja, ich teile deine Generation. Ich bin auch Millennial und ich bin, würde ich sagen, auch optimistisch. Vielleicht nicht so wütend wie Das sind aber ein der

Tristan Horx: wenigen, die

Alexander Wastl: noch

Tristan Horx: [00:07:40] übrig sind.

Alexander Wastl: Nein, also ich glaube, so schlecht geht es uns nicht und so schlecht wird es uns hoffentlich auch weiterhin nicht gehen. Aber die Gen Z, mit der du dich glaube ich, auch relativ... ...viel auseinandersetzt. Say it's different.

Tristan Horx: Es

Alexander Wastl: gibt diese drei Jugendstudie mit 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 13.500, circa [00:08:00] davon zwischen 16 und 25.

Alexander Wastl: Und bei der Frage oder bei der Feststellung, welche drei Dinge machen mir am meisten Sorgen, ist der Platz 1 mit 40 Prozent genug Geld haben.

Hat

Alexander Wastl: das eine Berechtigung deiner Meinung nach oder ist das... [00:08:20] ...überzogen am besten

Tristan Horx: Nein, nein nein nein absolut. Die wachsen ja in eine andere Ökonomie rein. Wir haben das ja auch schon so ein bisschen erlebt als Millennials, aber mit dem klassischen, ich nenne es mal analogen industriellen Arbeits- und Lebensvertrag von früher.

Tristan Horx: Du gehst acht Stunden die Arbeit, sitzt deine Zeit ab, kannst ein Haus bauen, Familie gründen und so weiter. Das geht sich für die nicht aus. Das [00:08:40] geht sich für die Millennials knapp nicht mehr aus. Bei der Gen Z, muss man sagen, ist dieser Generationenvertrag, dass es der nächsten Generation ökonomisch besser geht als der vorherigen, nicht mehr gegeben.

Tristan Horx: Das ist so. Das fiese ist aber wir werden da Opfer unseres eigenen Erfolges. Also in Österreich sind ungefähr 60 Prozent, variieren immer ein bisschen die Zahlen des [00:09:00] Vermögens, sitzen bei den Boomern, bei den Alten, bei denen die jetzt langsam in Rente gehen. Und Kapitalismus funktioniert dann gut, wenn Geld im Umlauf ist.

Tristan Horx: Das ist ökonomische Theorie. Wenn das aber alles in irgendwelchen Zinshäusern gebunden ist, von irgendwelchen Boomern, dann ist das sehr schwer für die in diesen Markt hineinzukommen. Das heißt, erben kann man sehr gut, aber man erbt heutzutage ja auch sehr, sehr [00:09:20] spät, im Schnitt mit 50. Das bedeutet, für die sind viele dieser Lebensträume außer Sicht gerutscht.

Tristan Horx: Auch eine 10-prozentige Gehaltserhöhung. Wozu führt das? Das heißt, ich kann mir ein paar mehr Avocado-Toast leisten. Das ist vielleicht eher eine Millennial-Sache, aber die großen Lebensträume, die sind nicht mehr so. Und das hat sich total umgedreht. Bei den älteren Generationen war das noch [00:09:40] so, da war die Stereoanlage war ein Luxusobjekt.

Tristan Horx: Das war ein Statussymbol. Wohnung und Haushalt konnte sich aber jeder leisten. Das hat sich jetzt umgedreht. Und das bringt die in eine komische Perspektive, weil natürlich auch ein so hoher Prozentsatz, deren Fixeinkommen auf Fixkosten rausgeht. Das war früher eben nicht so. Da gibt es Verschiebungen und deswegen kann ich das total nachvollziehen, dass die sich da Sorgen machen.

Tristan Horx: Vielleicht noch einen [00:10:00] letzten Satz. Die wachsen in einer unglaublichen Krisenwahrnehmung auf. Es gibt auch Krise, aber die Wahrnehmung ist auf jeden Fall größer als die Krise selbst. Und in solchen Zeiten wird Status und Besitz immer total wichtig. Bei uns erinnert sich noch an unsere Jugend, da hieß es auch Sammlemomente nicht Dinge.

Tristan Horx: Das war sehr postmateriell. Das kennen die gar nicht, weil die in so unsicheren Zeiten [00:10:20] aufwachsen.

Alexander Wastl: Du hast das sehr angesprochen. Diese Zeit mit diesem stetigen, konstant teilweise hohen Wirtschaftsmaßstum, die ist zu Ende. Das heißt, was kann man jetzt den jüngeren Leuten raten? Durchbeißen es kommen bessere Zeiten oder kann man irgendwie akut deiner Meinung nach, wäre was zu Ende?

Alexander Wastl: Du hast jetzt, glaube ich, auch so ein bisschen den [00:10:40] Generationenvertrag angesprochen, oder?

Tristan Horx: Ja, das ist voll mein Thema. Ich würde jetzt nicht empfehlen herauszufinden wie man das Erben beschleunigen kann. Das wäre gesellschaftlich glaube ich nicht sehr gesund. Sondern der Grund, warum es ökonomisch ja auch schwieriger läuft, ist verortet in der beinharten Demografie.

Tristan Horx: Ich weiß, der Gen Z, auch unsere Generation, [00:11:00] sagt immer, das liegt an eurer Arbeitsmoral, dass ihr so faul seid. Das ist alles völliger Blödsinn. Sondern wir haben schlicht und ergreiflich mehr genug junge Leute. Wer sich die Bevölkerungspyramide Österreichs anschaut und da noch eine Pyramide sieht, also mit einem guten jungen Unterbau, der muss zum Augenarzt.

Tristan Horx: Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Das heißt die jungen Leute gehen uns aus. Es gehen immer mehr Leute in Rente die quasi Geld und [00:11:20] Kapital aus dem System ziehen. Und da wachsen die hinein. Jetzt ist meine gute Nachricht für die, es wird noch ein bisschen dauern, aber wir werden immer mehr ökonomische Prozesse auch automatisieren.

Tristan Horx: Klar, da sind jetzt alle sehr stark bei dem Thema KI, kann ich nachvollziehen. Ich sehe aber auch gerade in den produzierenden Gewerben, auch [00:11:40] Handel in der Logistik da werden wir einiges... Bis sehr viel automatisieren können und dann geht es auch wieder los mit dem Wachstum. Also das ist, glaube ich so die Perspektive die man denen bieten kann.

Tristan Horx: Die sind jetzt in diesem Übergang,

Alexander Wastl: das

Tristan Horx: neue Normal ist noch nicht da, das alte ist noch nicht vorbei. Mit Industrie werden wir eigentlich Österreich nicht wieder nach vorne bringen und deswegen [00:12:00] müssen wir jetzt mal in das digitale automatisierte Zeitalter hinein. Da werden die im späteren Leben hineinwachsen, das sind vielleicht die guten Nachrichten.

Alexander Wastl: Du sagst früher oder später ist das Kapital dann wieder da oder bei den Jungen. , und ich kann dir aber schon verraten, du investierst. Ja. Sorgst du vor oder machst du das, weil du [00:12:20] noch mehr Geld haben willst, weil du reich werden willst? Oder was sind bei dir die Gründe warum du zum Beispiel in Aktien glaube ich investierst du?

Alexander Wastl: Ist das richtig?

Tristan Horx: Ja, ich habe eine duale Strategie, aber ich bin, das ist ja immer der Scherz den ich immer kriege. Herr Horx, sagen Sie mir mal, in welche Aktie ich investieren kann. Ich bin total Bieder und total langweilig was das [00:12:40] angeht. Ich habe einmal einen guten Riecher gehabt. Einfach, weil ich mir den Stress nicht anschaue Welcher war

Alexander Wastl: das, wenn ich dazwischen kretschen

Tristan Horx: darf Sehr viel in Gold gesteckt.

Tristan Horx: Zum richtigen Zeitpunkt. Das

Alexander Wastl: war wann?

Tristan Horx: Als Trump wiedergewählt wurde.

Alexander Wastl: Wie ist jetzt die aktuelle Situation an? Weil jetzt ist ja Gold wieder...

Tristan Horx: Ja, aber wenn ich mir den Einstandskurs anschaue...

Alexander Wastl: Also für dich passt es.

Tristan Horx: Ja für [00:13:00] mich. Aber

Alexander Wastl: es ist jetzt kein Allheilmittel, sondern

Tristan Horx: schon

Alexander Wastl: Zeitpunktbezug

Tristan Horx: Nein aber ich glaube, alle, die sagen, es gibt ein ökonomisches oder investionsmäßiges Allheilmittel, die ziehen einen über den Tisch.

Tristan Horx: Also ich sage das auch jetzt... Ich nur nicht aus irgendeinem... Hey, hey schau mal, ich habe gut investiert und bin Zukunftsforscher. Es ist ja irgendwie nachvollziehbar, dass man das von mir [00:13:20] erwarten würde. Sondern ich versuche das zu trennen. Ich will einfach was halbwegs Sicheres, wo ich weiß, ich muss mich damit nicht stressen und gehe dann auf meine Mission, die eben relativ unökonomisch getrieben ist.

Tristan Horx: Aber es ist natürlich... Wenn diese Meta-Einordnung von Krisenphase jetzt stimmt, die ich habe, dann ist es natürlich jetzt [00:13:40] eine gute Zeit, auch in sichere Häfen zu gehen. Und meine Primäre... Meine Begründung eigentlich dafür ist, dass wenn ich mir die Demografie anschaue, dann wird es mit der Rente oder der Pension nicht so einfach für unsere Generation.

Tristan Horx: Also ich, das ist vielleicht das Privileg meines Berufes, ich denke in ganz weiten Zyklen. Für mich sind 30, 40 Jahre [00:14:00] Zukunft nicht so verrückt für mich jetzt zu denken. Das sind ja Sachen, die ich relativ oft auch mit Unternehmen machen muss, Szenariozeichnungen und so weiter. Und deswegen dieser weite Horizont.

Tristan Horx: Und da ist dann sowas Stabiles wie eben Gold ganz sinnvoll gewesen. Und sonst investiere ich in gute Trends. Also ich... Vielleicht ist das zu moralisch Vielleicht bin ich da auch ein [00:14:20] Idiot. Aber also von... Gut, bei Rüstung können wir uns jetzt anders argumentieren. Aber alles, was fossil ist zum Beispiel, habe ich einfach gesagt, no.

Tristan Horx: Auch wenn natürlich ziemlich klar ist, dass da bessere Rendite dran wären. Da bin ich vielleicht dann doch zu moralisch um die besten Rendite zu erzielen.

Alexander Wastl: Ja, das heißt aber... Könnte man sagen, dein Portfolio hat ein bisschen eine [00:14:40] grüne Schlagseite oder eine ESG-Schlagseite

Tristan Horx: Ja schon. Das kann man schon sagen.

Tristan Horx: Zumal ich aber weiß, dass das nicht unbedingt zu mehr Geld führen wird. Das ist mir bewusst. Aber wenn diese These stimmt und ich bin wohl doch Kapitalist, dass man sagt, ich will, dass das Geld für mich arbeitet, aber auch für was Gutes arbeitet, dann muss ich das unter Umständen hinnehmen. Das ist in [00:15:00] Ordnung.

Tristan Horx: Damit kann ich leben, weil das Blöde zum Beispiel, das waren ja viele Leute, die in erneuerbare Energien investiert haben, das funktioniert in unserer klassischen Logik überhaupt nicht. Unser ökonomisches System ist ja sehr, sehr stark eigentlich ein Nullsummenspiel. Das ist so gedacht. Wir haben eine gewisse Menge an Energie im Planeten Dinosauriersaft und wenn das leer [00:15:20] ist, dann war es das.

Tristan Horx: Die erneuerbaren Energien sprengen das ja. Wie soll das ökonomisierbar sein, wenn Strom als Flatrate verfügbar ist? Dann funktioniert dieses Spiel nicht mehr. Und deswegen sind auch ganz viele der grünen Investitionen von Leuten ja dann ziemlich krachend gescheitert weil das einfach in dem klassischen ökonomischen, fossilen industriellen Modell eigentlich nicht [00:15:40] funktioniert.

Alexander Wastl: Diese grünen Investments, nach welchen Kriterien suchst du die aus? Oder ist das wirklich breit gefächert? Breit gefächert. Also nicht jetzt Stockpicking? Nein,

Tristan Horx: nein,.

Alexander Wastl: Also einzelne Aktien?

Tristan Horx: Wenn ich das machen würde, dann würde ich mich, glaube [00:16:00] ich, aus dem Fernsehen Ich Fernseher stürzen. Ich lese natürlich jeden Tag, das ist natürlich Qual meines Berufes, so viele Nachrichten und so viele Schlagzeilen und denke dann immer, ich sehe irgendwelche Muster, die vielleicht gar nicht da sind.

Tristan Horx: Also ich halte das mit Absicht auf Distanz bei mir, weil ich weiß, dass ich sonst wahrscheinlich zum Zocker werden würde und das wäre nicht gesund für mich.

Alexander Wastl: Okay, also du hast jetzt nicht die Ruhe, dass [00:16:20] du sagst, ich schaue auch nicht ins Portfolio rein. Wie oft machst du das? Checken Ja ja

Tristan Horx: Ja, ja ja Ja ja ja.

Tristan Horx: Ja Ja [00:16:40] Ja,

Alexander Wastl: ja, ja.

Tristan Horx: Wie gesagt, ist wahrscheinlich für viele Leute, die auch diesen Podcast hören die denken, wie mache ich jetzt viel Kohle, ist es nicht unbedingt der richtige Weg, aber es ist für mich mit meinen [00:17:00] Ansprüchen und meiner eher leichten, gelegentlichen liebevollen Kapitalismuskritik der einzige Weg, wie ich meine inneren Positionen eigentlich zusammen bekomme.

Alexander Wastl: Gehen wir wieder zurück zu Gen Z. Die da sagt einerseits, Geld werde ich anlegen am Sparbuch 60%. [00:17:20] Bieder

Tristan Horx: oder?

Alexander Wastl: Ich lasse das mal unkommentiert. Andererseits sagen sie, was wird... In den nächsten 10 Jahren in unserer Gesellschaft an Bedeutung gewinnen slash verlieren und das sagen 70% knapp, dass das Sparbuch an Bedeutung verlieren [00:17:40] wird.

Alexander Wastl: Wie kann man sich das erklären deiner Meinung nach, dass einerseits jetzt sie vorhaben, also das Sparbuch ist das, gefolgt von Fonds also in Sparbuch würden 60% Geld anlegen oder legen sie jetzt an und dann kommen mit 40% die Fonds und ETFs und gleichzeitig sagen sie aber dass wir den in Zukunft [00:18:00] an Bedeutung verlieren.

Tristan Horx: Dahinter versteckt sich eines der zentralen und glaube ich auch oft übersehenden Bedürfnisse dieser Generation, nämlich mein hohes Sicherheitsbedürfnis. Die wissen, so reflektiert sind die schon, dass sie jetzt momentan in einer schwierigen Lage aufwachsen. Ich meine, die Krisendichte, da können wir Millennials also nicht mithalten und deswegen [00:18:20] investieren sie in die eine Sache, die ein Sparbuch wirkt relativ sicher, ist es auch, ist auch institutionell eigentlich relativ sicher, während die natürlich auch viele Leute kennen, die in diese coolen Gruppen hineingegangen sind, wo man zusammen investiert und dann Totalausfälle erlebt haben und deswegen spiegelt das für mich glaube ich eher das, also einerseits auf jeden [00:18:40] Fall dieses Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität wieder und auf der anderen Seite natürlich auch das Wissen, dass sich die Welt Verändert.

Tristan Horx: So würde ich es mal positiv interpretieren. Die andere Sache, das weiß man auch aus Zahlen, ist, dass sie auch einfach eine relativ niedrige, zumindest selbstbenotete Finanzbildung haben. Woher denn auch? Also junge Menschen haben nicht mehr diese [00:19:00] Beziehung mit der Bank, wie das früher der Fall war und im Netz hat man das Gefühl, es eigentlich nur Leute, die einen abzocken wollen.

Tristan Horx: Da würde ich auch aufs Sparbuch setzen, auch wenn ich weiß dass es jetzt nicht unbedingt die Zukunftsinvestment Strategie ist. Bevor ich das Wissen habe, werde ich wahrscheinlich keine Risiken eingehen.

Alexander Wastl: Das kann man jetzt sogar mit Zahlen untermauern, auch aus der Ö3-Jugendschule, weil da sagen 96 Prozent [00:19:20] ganz allein an der Spitze, was die Schule in der Zukunft braucht, wäre mehr Wissen fürs Leben, zum Beispiel Steuerausgleich, Verträge abschließen.

Alexander Wastl: Ich glaube, da kann man die Finanzbildung oder das Wissen über Finanzen, was beim Steuerausgleich ja schon mitschwingt gedrohter zuzählen. Also 96 [00:19:40] Prozent, das ist... Ja

Tristan Horx: klar, aber du kommst aus... Ich habe das österreichische Bildungssystem ja auch durchlebt, durchliebt und es war auf jeden Fall so, dass du da rauskommst und auf einmal wirst du da rausgeschmissen, in eine Welt, von der du nichts wirklich gelernt hast.

Tristan Horx: Und wenn man nochmal in die Metaperspektive [00:20:00] hineingeht muss man sagen, unser Bildungssystem hängt noch im Agrarzeitalter fest. Wir haben noch immer zwei Monate Sommerferien. Für die Erntehilfe, daher kommt das. Da sehen wir also, wie unsere Institutionen da hinten nachstehen und dann ist es irgendwie verständlich dass in diesem Vakuum das dann entsteht, diesem Bildungsvakuum von wie [00:20:20] docke ich an die echte Welt an und dem, was habe ich gelernt in der Schule, da kommen dann die Scharlatane rein.

Tristan Horx: Es ist kein Zufall dass gerade, es betrifft ja vor allem junge Männer, auf diese ganzen Finanzscams reingefallen sind oder ihre ganze Kohle in NFTs verloren haben, weil dort eine Lücke entstanden ist und die sollten wir jetzt schleunigst füllen, sodass das Geld nicht irgendwo auf irgendwelchen dubiosen Konten in Dubai [00:20:40] landet, sondern im besten Fall bei uns hier im ATX.

Tristan Horx: Schön gesagt.

Alexander Wastl: Also

Tristan Horx: du sprichst da

Alexander Wastl: ein bisschen diese Manosphäre an. Das

Tristan Horx: ist ein Teil davon, ja.

Alexander Wastl: Kann man das sagen. Was für eine Rolle spielen da, oder sag mal, warum sind junge Burschen, oder ich würde jetzt vielleicht gar nicht [00:21:00] sagen jung, ich glaube dass da auch Echtere darauf einfallen, also ist es Finanzbildungsthema, aber warum ist das eigentlich so warum ist man so zugänglich für Scammer, oder warum spielt das so eine Rolle, dieses finanzielle keine Ahnung, Flexen?[00:21:20]

Alexander Wastl: Ah,

Tristan Horx: du sprichst Jugendsprech. Sehr gut Ich es

Alexander Wastl: gelernt.

Tristan Horx: Also es liegt vor allem daran, dass bis jetzt die längste Zeit lang Männer sich immer durch Status und Besitz definiert haben. Das ist so. Wird

Alexander Wastl: sich das noch ändern? Das

Tristan Horx: ändert sich jetzt gerade, ja. Weil es nicht mehr funktioniert. Nicht. Aber man sieht schon auf einmal, man hat ja irgendwie angenommen da kommt so [00:21:40] eine postmaterielle, irgendwie sehr reflektierte Generation her, und auf einmal wollen irgendwie 30 Prozent der jungen Männer wieder einen Bugatti haben, um möglichst viele Mädels abzuräumen.

Tristan Horx: Also da hat sich ein Gegentrend auf einmal sehr stark etabliert. Und das liegt natürlich auch einerseits an einem Mangel an neuen Vorbildern, was das Ganze angeht. Und [00:22:00] natürlich auch die Selbstdefinition des Mannes war bis jetzt, ich versorge eine Familie. Das ist so. Und da ist es natürlich verständlich dass wenn die das Gefühl haben, sie kommen mit der klassischen ökonomischen Karriereleiter eigentlich nicht mehr in diese Position, dann suchen sie den schnellen Weg.

Tristan Horx: Und der wird einem dann natürlich in einem sehr jungen Alter algorithmisch direkt vor die Nase [00:22:20] gespült. Also ich möchte nicht wissen, welchen Scams ich allen auf den Leim gegangen wäre, hätte es das gegeben, als ich jugendlich war. Ich fand schnelle Autos auch geil, nachvollziehbar, aber die müssen wir jetzt davor schützen.

Tristan Horx: In der Jugendstudie wurde ja auch gefragt, was glaubst du, kannst du dir in Zukunft leisten? Wo möchtest du wohnen? Wo möchtest du leben? Und die Antworten sind überraschend konservativ Die meisten Leute wollen entweder eine [00:22:40] Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus. Das ist mit den jetzigen ökonomischen Rahmenbedingungen wird das sehr, sehr schwer, außer man erbt.

Tristan Horx: Und deswegen ist es nachvollziehbar, dass jetzt ein Bedürfnis da ist, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Und ich begrüße das auch. Also wenn man sich die Wertestudien von der Gen Z anschaut ist das drittwichtigste für die nach Gesundheitsfragen, was ja auch schon überraschend [00:23:00] spießig ist, schon Finanzmanagement.

Tristan Horx: Also es ist ja eigentlich beeindruckend, dass eine Generation sich so früh damit beschäftigt Ich weiß nicht, wie es dir ging, aber in meiner Jugend war mir das völlig egal.

Alexander Wastl: Kann ich unterschreiben. Da hat sich sehr

Tristan Horx: schnell was gedreht.

Alexander Wastl: Ich muss an der Stelle auch große Entschuldigungen an unsere Hörer aussprechen, weil da reden zwei Millennials [00:23:20] Jahrgang, ich bin 90er du bist...

Tristan Horx: 93.

Alexander Wastl: Ja, über die Gen Z. Nein aber das ist unser Privileg wir dürfen das. Nein, aber das ist auch ein Aufruf, wenn wir da komplett am Thema vorbeireden, eurer Meinung nach, oder euch vollkommen falsch einschätzen, dann bitte interagiert mit uns.

Tristan Horx: Ich muss dir kurz die Generationsregeln sagen. Man darf immer die nächste Generation unter [00:23:40] einem mobben.

Tristan Horx: Das sind die Regeln. Das

Alexander Wastl: ist eben hier auch so gegangen.

Tristan Horx: Eben oder Die neue Technologie verdirbt die Jugend, macht sie dümmer all diese Klischees.

Alexander Wastl: Vielleicht werden wir uns da in der Menschheit weiterentwickeln und irgendwann wird dieser ewige Kreislauf durchbrochen. Ich würde es mir wünschen. Wir haben [00:24:00] geredet.

Alexander Wastl: Und Gen Z doch eigentlich konservativer, vielleicht, als man es einschätzen würde oder vermuten würde. Wir haben über diese Manusphäre gesprochen oder Männer, die mit dicken Autos und viel Vermögen Oder was auch immer andere Männer irgendwie überzeugen wollen. Das ist das Lustige.

Tristan Horx: Das finden ja nur andere Männer interessant.[00:24:20]

Alexander Wastl: Das

Tristan Horx: ist

eine

Alexander Wastl: Themenverfehlung. Es läuft ja dann darauf hinaus, man soll irgendwo, du hast es angesprochen, also komm in die Gruppe. Dann machst du viel Geld. Und da gibt es dann irgendeine Anlageempfehlung und die ist meistens sehr riskant oder fix zum Scheitern verurteilt.

Tristan Horx: Eigentlich meistens [00:24:40] direkter Betrug muss man sagen.

Alexander Wastl: Ich bin jetzt nicht so viel mit solchen Inhalten konfrontiert. Es gibt schon noch mit Aktien, aber eigentlich ist das so Bit-Kryptowährung-Thema, oder? Wird da diese Anlageklasse eher missbraucht dafür? Oder habe ich da ein falsches Gefühl? Ich meine, das kann man wahrscheinlich, [00:25:00] schwer mit Zahlen belegen.

Tristan Horx: Naja, also was man ja schon sieht, das war ja auch in der Jugendstudio total überraschend wie wenig eigentlich in Krypto noch investieren wollen. Ich, es waren 12 Prozent.

Alexander Wastl: 12 Prozent, ja.

Tristan Horx: Also das

Alexander Wastl: hat mich auch überrascht.

Tristan Horx: Also in der Assoziation würde man ja eigentlich denken, boah, die setzen auf die neue Technologie und investieren da.

Alexander Wastl: Aber da muss ich auch kurz dazwischenreden. Ich finde, da sieht man, wie die [00:25:20] eigene Wahrnehmung, wie man sich oft täuschen kann irgendwie. Also vom Gefühl her hätte ich, Mein Gefühl war, von den Jungen haben alle nur Kryptowährung Schau mal vor

Tristan Horx: zwei Jahren.

Alexander Wastl: Okay. Das

Tristan Horx: hat sich, und das muss

Alexander Wastl: man sagen. die Rallye vorbei war, ist dann...

Alexander Wastl: Ich glaube,

Tristan Horx: das war die Entzauberung von dem, was in Amerika passiert ist. Wo [00:25:40] es quasi öffentlich als Bestechungs und Betrugsmittel eigentlich gehandelt wird. Und das hat natürlich, das war natürlich eine riesige Enttäuschung, aber der Vorteil bei der Enttäuschung ist ja, dass man dann nicht mehr getäuscht ist.

Tristan Horx: Und das ist jetzt geschehen. Und das ist auch gut so, weil, also das ist ja nicht das Einzige es geht jetzt nicht nur um die ganze Konstellation da rund um den amerikanischen Präsidenten sondern es gab ja [00:26:00] immer wieder diese verschiedenen Hypecoins, die ganz klar einfach Rockpulls also quasi einfach direkter Aufmerksamkeit Geld rein und dann zieht die Person das ganze Geld aus.

Tristan Horx: Das ist ja so oft jetzt passiert, dass irgendwie vielen Leuten klar geworden ist, okay, ganz so war das doch nicht, wie wir das erwartet hatten. Wir sehen ja, das sieht man bei [00:26:20] vielen, vielen Technologie-Hypes, sieht man jetzt auch gerade stark bei KI, es gibt eine Menge Kapital. Und das sucht sich gerade sehr, sehr schnell, sehr, sehr dringend the next big thing und pumpt da massiv rein.

Tristan Horx: Und es ist da passiert, ich meine, ich will nicht wissen, zum Glück ging das nicht so stark, dass wie viele Leute auch ins Metaverse investiert haben. Also wir haben so eine [00:26:40] Übererwartungshaltung bei neuen Technologien gerade, weil wir alle eigentlich denken, wir warten doch nur auf die neue Technologie, die so durchbricht wie das Internet.

Tristan Horx: Nur in der Dotcom-Blase sind auch eine Menge, Menge Leute pleite gegangen. Und das sind diese Hype-Zyklen, die wir natürlich als Trend- und Zukunftsforscher beobachten und immer sagen, [00:27:00] Vorsicht, ein bisschen Distanz zu genießen.

Alexander Wastl: Ja, also bezüglich Dotcom, also man kann es vereinfacht so formulieren Es gab ja diese technologische Weiterentwicklung und es haben auch einige Firmen sehr gut daran verdient und auch dementsprechend die Investorinnen und Investoren.

Alexander Wastl: Nur plötzlich haben sich alle [00:27:20] dieses Web 2.0 oder was auch immer Schild umgehängt oder dieses Dotcom-Schild umgehängt und das traf halt auf keine Ahnung wie viel Prozent der Firmen nicht zu oder die konnten das Geschäftsmodell dann einfach nicht rechtfertigen oder erfolgreich umsetzen. Aber

Tristan Horx: da gab eine interessante Parallelität.

Tristan Horx: Damals gab es diese wunderbaren Effekte Wo dann Unternehmen sich einfach auf [00:27:40] das Unternehmen plus Dotcom benannt haben und die Aktienkurse explodiert sind. Und jetzt gab es gerade neulich in Amerika einen Schuhhersteller, der sehr am Schwächeln ist, der gesagt hat, wir machen jetzt eine AI-Strategie.

Tristan Horx: Aktie um 400 Prozent angestiegen und dann haben alle gemerkt, warte mal. Und dann ist sie wieder abgestürzt.

Alexander Wastl: Ich habe

Tristan Horx: es

Alexander Wastl: mitverfolgt,

Tristan Horx: ja. Also wir sehen, aber das heißt ja auch auf der positiven Seite, es [00:28:00] gibt mehr als genug Kapital, das da ist. Jetzt müssen wir nur schauen, dass wir es nicht in die falschen Hype-Sachen reinstecken, wenn wir an langfristigen Investments interessiert sind.

Alexander Wastl: Ja vielleicht nochmal der Aufruf zur Diversifizierung und nicht alles auf ein Pferd setzen sozusagen. Ja du beschäftigst dich viel mit Trends-Zukunft und da gibt es [00:28:20] so dieses Sprichwort, an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Also ist ja auch irgendwie klar, man erwartet sich vielleicht gewisse Gewinne in einer Branche von einem Unternehmen und dann investiert man da und erhofft sich halt, dass man an dem Gewinn mitnascht.

Alexander Wastl: Das heißt aber, du müsstest eigentlich ein Top-Investor sein, weil du ja... [00:28:40] Du kennst ja die Zukunft sozusagen, spielt das in deiner Anlageentscheidung irgendeine Rolle? Bei der Nachhaltigkeit ist es so, kann man das sagen?

Tristan Horx: Naja, da habe ich ja investiert mit dem Wissen, da werde ich jetzt nicht die große Kohle mitmachen.

Tristan Horx: Mit meinem anderen Investment [00:29:00] habe ich gut gegessen. Das ist natürlich auch so ein Spiel, dass ich als Zukunftsforscher habe, richtig investiert oder nicht. Ich komme ja eher aus dem Soziologischen aber ich habe, wie gesagt, da den Braten eigentlich ganz gut gerochen, dabei bleibe ich. Aber ich kriege natürlich oft immer die Fragen, in welche Aktie soll ich jetzt reinsetzen?[00:29:20]

Tristan Horx: Auf der Metaperspektive ich es einordnen, auf individuellen Aktien. This is not financial advice. Das ist nicht meine Stärke. Da gibt es auch Marktanalysten, die natürlich viel, viel besser in dem sind. Das ist halt nicht meine Profession. Wie gesagt, ich kann mich nicht beschweren momentan.

Alexander Wastl: Also es ist aber nicht dein erster Gedanke wenn du neue [00:29:40] Trends erkennst, zu sagen, wie monetarisiere ich das jetzt?

Tristan Horx: Nein, ich komme da aus einem anderen Winkel ran. Ich bin da wirklich eher aus Interesse an diesen Themen drin. Also ich bin jetzt gerade sehr stark an dem Thema Zukunft der Männer dran. Glaube mir, ich wäre viel, viel lieber einfach in der Wirtschaft geblieben. Das [00:30:00] ist ein Minenfeld als Thema. Kulturkampf par excellence.

Tristan Horx: Ich habe darauf überhaupt keine Lust, aber ich merke einfach, das ist so wichtig, weil das sind die Kids von heute, die jugendlichen Männer von heute sind die erwachsenen Männer von morgen. Da kriege ich Bauchweh Da muss ich was machen. Da muss ich was sagen. Also so gehe ich an die Themen ran. Ein bisschen [00:30:20] aufgrund von...

Tristan Horx: Vielleicht auch innerer Priorität, also Priorisierung, statt jetzt zu sagen... Weil sonst hätte ich seit vier Jahren einfach die KI-Schiene geritten und wäre super gelaufen. Aber mich interessieren halt auch andere Themen.

Alexander Wastl: Was kommen da so für Themen auf uns zu noch, außer KI, was eh für jeden... Also ist ja [00:30:40] da.

Alexander Wastl: Ja,

Tristan Horx: klar.

Alexander Wastl: Dann hast du jetzt eben diesen potenziellen großen kulturellen oder nennen wir ihn geschlechterspezifischen Konflikt. Mhm. Auch Themen am Schirm.

Tristan Horx: Also das größte Thema eigentlich, und deswegen sitze ich auch an dem ganzen Generationsthema dran, ist eigentlich, und das wird uns noch so hart um die [00:31:00] Ohren fliegen, ist das ganze Thema demografischer Wandel.

Tristan Horx: Wir haben in Österreich eine Geburtenzahl von 1,4, glaube ich pro Frau. Du brauchst 2,1, um selbst erhalten zu bleiben als Gesellschaft. So, das ist ein Thema. Das hängt ja auch ein bisschen mit den Geschlechtsbeziehungen zusammen, weil also die Allianz zwischen Männern und Frauen ist ganz wichtig, um Kinder zu zeugen für eine Gesellschaft.

Tristan Horx: Und man sieht ja, [00:31:20] ich bin so ein bisschen in zivilisatorischen... ...Zyklen unterwegs. Das interessiert mich. Das heißt, die demografische Bombe ist eigentlich eine Sache, mit der ich mich wirklich beschäftige. Zumal auch die große, große Fehlprognose der Zukunftsforscher. Das kennen wir alle, ist die Populationbomb.

Tristan Horx: Man hat gesagt, irgendwann überbevölkern wir den Planeten quasi so wie Kanickel und [00:31:40] dann wird es nicht mehr genug Essen und so weiter geben. Und das Gegenteil passiert uns jetzt gerade in Europa. Das wird eine Sache sein, die noch wirklich um die Ecke kommen wird. Die Politik weiß es, aber es ist politisch nicht so leicht zu lösen einerseits.

Tristan Horx: Wir wissen, die Geburtenquote hochschrauben. Da gibt es zwar Möglichkeiten politisch, aber das ist, glaube ich, ein Thema, da haben wir gerade einen ziemlichen Blindspot [00:32:00] für. Und wofür ich mich auch sehr thematisch gerade interessiere, ich hatte es vorhin auch schon angesprochen, ist, wie können wir das Thema Nachhaltigkeit, das ist ein Begriff, den keiner mehr hören kann.

Tristan Horx: Ich sitze jetzt seit letztem Jahr im Nachhaltigkeitsbeirat der Commerzbank. Das bedeutet, ich sehe da, wie das ökonomisch wie die Wurst quasi von innen gemacht wird. Und da sieht man, [00:32:20] da ist die nächste große Wachstumschance der Menschheit drin. Also was wäre, wenn wir in den nächsten 25 Jahren in eine Zeit kommen, wo wir ubiquitäre Entstehungskraft das heißt, so viel, dass wir nicht mehr wissen, wohin damit.

Tristan Horx: Also eine Flatrate für Strom, ich hatte es schon mal angesprochen, Da würde jeder sagen, das ist unmöglich. [00:32:40] Aber bei den Megabytes im Handy hätte man das auch gesagt. Jetzt hat es jeder. Das heißt, das wird eine Zeit sein, die noch kommt. Und momentan ist das Thema Nachhaltigkeit völlig verschwunden. Das muss man so anerkennen.

Tristan Horx: Der Begriff ist auch tot. Nachhaltigkeit oder Profit? Und mein Versuch ist es eben, aus dieser Verzichtsecke [00:33:00] rauszuziehen um wieder eine Wachstumsstory daraus zu Das kann ein Widerspruch

Alexander Wastl: sein, ne? Es

Tristan Horx: kann sogar eine Wachstumschance sein. Das ist momentan, es ist ja kein Zufall, dass die ganzen Kriege, die gerade stattfinden, alle in Regionen sind, wo das hauptökonomische Exportmittel fossil ist.

Tristan Horx: Das ist kein Zufall. Heißt, ich will nur sagen, ich weiß, wir verlaufen uns immer ganz gerne als [00:33:20] Menschen in Kulturkampfthemen und allem Möglichen. Aber die zwei großen Zukunftsthemen, mit denen man sich wirklich beschäftigen sollte, ist einerseits bei uns der demografische Wandel und das ganze Thema Ökologie Wachstumsökologie nicht zu unterschätzen.

Alexander Wastl: Das demografische Thema, das ist ja auch einer der Gründe wo du sagst, Pension,? Wie schaut das aus? Also das ist ja was, [00:33:40] wo du sagst, unsicher, ne?

Tristan Horx: Und

Alexander Wastl: das leitet mich eigentlich zur abschließenden Frage weiter, was bedeutet für dich finanziell safe zu sein? Also dich deiner Sorgen deiner finanziellen oder beim Investieren safe zu sein, sich deiner Sorgen zu entledigen.

Alexander Wastl: Wann fühlst du [00:34:00] das? Kannst du das fühlen?

Tristan Horx: Also bei mir, wenn ich mal darüber reflektiere mich mal in die Zukunft versetze, an eigene Prognosen sind immer ganz, ganz gefährlich. Weil die sind ja immer total voreingenommen von subjektiven Vorannahmen. Da muss man wahrscheinlich eher zu Gerda Rogers, also zu den Astrologen um sich da die Prognosen zu erinnern Wenn ich es [00:34:20] mal versuchen würde, würde ich sagen, Und das habe ich ja auch schon ein bisschen angesprochen.

Tristan Horx: Ich finde diese harte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit das ist altes industrielles Denken. Ich möchte eigentlich nicht an den Punkt kommen, und das werden vielen von uns glaube ich auch nicht mehr passieren, dass wir mit 60 oder 65 oder was auch immer zu Tode gearbeitet [00:34:40] sind und dann sagen, jetzt kann ich noch 20 Jahre genießen.

Tristan Horx: Das wirkt mir wie ein Entwurf aus einer Zeit, wo Menschen noch immer an Fließbändern gearbeitet haben oder in Kohlminen Da war man nach 40 Jahren totgearbeitet. Heutzutage funktionieren Karrieren so nicht mehr. Ich möchte eigentlich für mich selber an den Punkt kommen, wo ich ökonomisch mir genug [00:35:00] zusammengerauft habe und es sinnvoll und stabil investiert habe, dass ich in Zukunft einfach weiterhin das machen kann, was ich möchte, nämlich Wanderprediger sein, ohne das so stark an ökonomische Mittel binden zu müssen.

Tristan Horx: Es ist am Ende ein Plädoyer dafür, das ist vielleicht auch eine Sache die aus unserer Generation so ein bisschen kommt, dass dieses [00:35:20] Work-Life-Balance-Thema eigentlich zum Kotzen ist und dass wir eigentlich wirklich das finden sollten, was wir gerne machen und dann, ganz ehrlich, wenn wir ökonomisch bis dahin, das Geld folgt meistens.

Tristan Horx: Wenn wir gut in etwas sind, folgt das Geld meistens. Wenn wir das früh genug anlegen, dann wird genug da sein. Aber ich habe überhaupt kein Interesse an diesem Ganzen Es gibt ja jetzt ganz viel. [00:35:40] Fire heißt das ja. dass man an den Punkt kommt, wo man mit 35, 40 so viel Dividenden kriegt dass man nie wieder arbeiten muss, das ist nicht mein Lebensentwurf.

Tristan Horx: Da ich vielleicht anders gestrickt aber ich glaube, das muss schon der Anspruch von uns sein. Wir schaffen eine Arbeitswelt, in der die Finanzen parallel wunderbar mitlaufen und sich [00:36:00] anhäufen, aber ich meine Arbeit nicht wie eine eingesperrte Zeit betrachte. Das kann nicht der Zukunftsentwurf sein.

Alexander Wastl: Ja, prinzipiell ich verstehe deinen Ansatz.

Tristan Horx: Ich

Alexander Wastl: möchte nicht da abhaken Abschließend mit Work-Life-Balance ist zum Kotzen. Warum

Tristan Horx: holst du dir den Provokateur ins Studio

Alexander Wastl: Nein du sollst, du darfst das [00:36:20] auch. Ich komme jetzt mit der provokanten Gegenposition. Ich denke mal schon, so ein paar Jahre, wenn das Investment gut rennt, ein paar Jahre früher vielleicht aufhören.

Alexander Wastl: Nicht weil die Arbeit nervt oder so. Vielleicht ändert sich das auch. Ich bin jetzt Mitte 30. Ich

Tristan Horx: stand

Alexander Wastl: jetzt, muss ich arbeiten bis 70, keine Ahnung. [00:36:40] Oder noch länger. Oder noch länger Dann keine Pension mehr. I don't know. Aber ja, ich denke, da muss jeder seinen eigenen Zugang finden, oder? Und das ist auch das Schöne in einer liberalen Welt sozusagen Klar

Tristan Horx: aber so die klassische, also ich würde jeder jungen Person empfehlen, setzt nicht darauf, dass sie eine klassische [00:37:00] staatliche Rente kriegt.

Tristan Horx: Das ist, wenn du es demografisch anschaust, noch keine Herben. Da bin

ich

Alexander Wastl: wiederum bei dir. Ich würde jetzt nicht sagen, not gonna happen, aber vielleicht ist das, was du kriegst, halt überhaupt nicht das, was du

Tristan Horx: dir

Alexander Wastl: vorgestellt

Tristan Horx: hast. Die gerade in Deutschland geführt werden, da wird das Konzept der Rente oder der Pension als [00:37:20] Existenzminimum angesehen.

Tristan Horx: Und da gibt es jetzt natürlich viel Backlash und so weiter, aber du kannst mir nicht erzählen, dass wir eine Gesellschaft, eine Wirtschaft haben, wo für alle zwei Leute, die die Wirtschaft verlassen, nur eine nachrutscht, aber die Produktivität dieser wenigen Leute so stark ist, dass sie in Anführungszeichen gutes Leben der Alten stützen können.

Tristan Horx: [00:37:40] Das muss kein Mathematiker sein, um zu wissen, dass das sehr knapp wird. Das heißt, meine Empfehlung wäre, das ist not financial advice, muss man natürlich immer sagen, rechnet eher mal damit, dass höchstens eine Form der Grundlage eine Grundsicherung ist, als, wie soll man sagen, Calperinias in Mallorca zu schlürfen oder so.

Tristan Horx: Not gonna happen.

Alexander Wastl: Bin ich bei dir. [00:38:00] Also schadet auf keinen Fall, sich ein bisschen was zusätzlich oder ein bisschen mehr zusätzlich auf die Seite zu legen. Dann sage ich vielen Dank, Tristan. Danke, dass du da warst. Ich habe zu danken.

Anna-Lisa Bier: So, da sind wir wieder. Hi, [00:38:20] Alex.

Alexander Wastl: Hello, Annalisa.

Anna-Lisa Bier: Wir kommen jetzt zu der Einordnung dieses Gesprächs mit Tristan Horx, auch kurz zu unserer Einordnung. Da ist... Alex ist ein Millennial und ich bin Gen Z. Und genau um diese Generationen ging es ja bei euch im Gespräch.

Alexander Wastl: Korrekt. Waren für dich Überraschungen dabei?

Alexander Wastl: Du als Gen Z, die ja [00:38:40] offenbar doch mehr im Sparbuch investiert ist, als man vielleicht sollte.

Anna-Lisa Bier: Ja, also ich finde, dass auch diese Studien einige Sachen ergeben haben, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht so über die Gen Z sagen würde. Und ich glaube, dass wir vielleicht als Gen Z trotzdem wieder viel mehr zu alten Wegen zurückfinden.

Anna-Lisa Bier: Als man es eigentlich [00:39:00] annehmen würde.

Alexander Wastl: Ja, also ich finde, das war so, es ging viel um so Sicherheiten, Unsicherheiten auch. Oder vielleicht auch falsche Einschätzungen, wie man die Gen Z zum Beispiel oder ich sie eingeschätzt hätte. Und der Tristan liefert da, glaube ich, viele so Meta-Aussichten Was könnte sich so tun bei uns?

Anna-Lisa Bier: Ja, und [00:39:20] ich glaube, dass dieser eigentlich der Blick in die Zukunft immer sehr vage ist. Aber dass es uns jetzt in der nächsten Zeit mit sehr vielen unterschiedlichsten Umbrüchen... ...eigentlich dann auch beschäftigen wird. Ich meine, wir sind sowieso in einer Zeit der Krisen. Und ich glaube, dass genau deshalb sich sehr viele junge Leute diese Sicherheit und Konstanz auch wieder zurückwünschen.

Alexander Wastl: Ja, ein Thema, was da so in dieses [00:39:40] Sicherheitsspektrum vielleicht reinfließt war, was er auch betont hat, das Pensionsthema. Was ihn ja auch irgendwie selbst animiert zu investieren, weil er halt der Meinung ist... Ich glaube er hat wortwörtlich gesagt, not gonna happen, die staatliche Pension. Ich sehe es vielleicht nicht ganz so kritisch Meine persönliche Einschätzung, wir werden [00:40:00] sehen, wer in 30, 40 Jahren recht hat.

Alexander Wastl: Aber was ja einfach anspricht ist der demografische Wandel. Es gibt immer weniger Erwerbsfähige, die sozusagen die Pensionistinnen und Pensionisten bezahlen. Unser System, Umlage finanziert, das heißt, die, die Arbeiten verdienen oder ein Einkommen haben, zahlen die, die gerade in Pension sind. Und 1990 sind auf einen [00:40:20] Pensionisten, eine Pensionistin vier Erwerbsfähige gekommen.

Alexander Wastl: Aktuell sind wir bei 2,5 und in Zukunft werden das noch weniger. Und wenn man, ja, man braucht nur eins und eins zusammenzählen sozusagen, dann merkt man, es gibt immer so viele Leute, die unser Pensionssystem finanzieren.

Anna-Lisa Bier: Ich glaube, dass für uns junge Leute oder wenn ich jetzt von mir spreche, das ganze Pensionsthema [00:40:40] auch so ein Thema ist, was so weit in der Zukunft wirkt Wir als junge Menschen beginnen jetzt gerade erst, unser erstes Geld zu verdienen Den ersten großen Job irgendwie mal zu bekommen.

Anna-Lisa Bier: Und ich glaube, wenn man dann sich das versucht, so in 40 Jahren mal zu denken, ist das sehr, sehr schwer. Vor allem, wenn es dann heißt, dass es dieses System vielleicht gar nicht mehr gibt oder wir damit Einbrüchen [00:41:00] oder wie auch immer rechnen müssen. Und ich glaube, dass es eben umso wichtiger ist, dass man nicht nur auf die staatliche Unterstützung zählt, sondern dass man dann eben genau an solche Sachen denkt, dass man sich auch privat irgendwie absichert.

Alexander Wastl: Ja, ich verstehe das komplett. Also es fällt mir auch schwer, das noch jetzt zu verinnerlichen. Ja Aber ich habe es irgendwie schon mir eingebläut. [00:41:20] Ja, es liegt einfach auf der Hand wenn immer weniger Leute da sind, die das System aufrechterhalten, dann wird es sich irgendwann vielleicht nicht mehr ausgehen, dass wir diese Ersatzraten oder die Pension bekommen, die wir heute noch bekommen oder die unsere Eltern bekommen, die sicher noch besser ist wie das, was wir dann mal erhalten.

Alexander Wastl: Ob wir überhaupt, vielleicht wird das System [00:41:40] auch komplett anders dann ausgestaltet sein. Aber es ist einfach Fakt und wir sehen das ja auch, wer ein bisschen so die Nachrichten verfolgt Pension ist immer ein Thema in der Politik, in der Budgetverhandlung und das System funktioniert ja jetzt schon nicht.

Alexander Wastl: Es ist ja nicht so, dass sich das ausgeht dass die, die einzahlen das finanzieren, was die bekommen, die in [00:42:00] Pension sind, sondern das Staat schießt zu. Das heißt nichts anderes, als er muss eigentlich sich verschulden. Ein Viertel des Budgets geht eigentlich dafür drauf, die Pensionszahlungen aufrechtzuerhalten.

Anna-Lisa Bier: Und auch mit der Pensionsreform Es gibt ja dann verschiedenste Wege zum Beispiel auch Pensionsantrittsaltern Das erleben wir ja in Europa, dass das in den [00:42:20] verschiedensten Ländern schon quasi erhöht wird, wo wir dann wieder bei der Work-Life-Balance sind, die auch der Tristan erwähnt hat, wo er gemeint hat, das gibt es gar nicht.

Anna-Lisa Bier: Ist halt dann die Frage, wenn jetzt wir junge Leute wissen, okay, wir müssen vielleicht einmal bis 70 oder mehr noch arbeiten, ist halt auch eine ganz andere Frage, glaube ich die im Raum steht.

Alexander Wastl: Ja, also ich habe es sehr [00:42:40] erwähnt. Ich habe die Hoffnung durch meine private Vorsorge, dass ich im Idealfall vielleicht sogar ein, zwei, drei Jährchen ein kürzer arbeiten muss ob das so einritt.

Alexander Wastl: Es ist auf jeden Fall ein Polster, auch vielleicht, wenn mal was passiert. Jobverlust im späten Alter, man weiß ja, Arbeitslosigkeit bei älteren Personen ist [00:43:00] signifikant höher. Und hat auch wieder einen Job zu finden, ist schwieriger, dann hat man da ein gewisses Sicherheitsnetz. Also ich glaube, es schadet auf keinen Fall, individuell aktiv zu werden mit der Vorsorge.

Anna-Lisa Bier: Er spricht ja auch vom Sinvestieren, also er sagt auch, dass er sein Geld für ihn arbeiten lassen möchte, aber er möchte auch, dass [00:43:20] sein Geld für etwas Gutes arbeitet.

Alexander Wastl: Ja, also ich habe da noch das ESG-Thema, das ist in der Finanzwelt eigentlich sehr geläufig das heißt übersetzt Environmental, Social and Governance, das sind so Kriterien, nach denen man Unternehmen beurteilen kann.

Alexander Wastl: Also wie verhalten sie sich bei Nachhaltigkeit, [00:43:40] Umwelt, im sozialen Bereich, Unternehmensführung. Da hat sich extrem viel getan, also was ich sagen will ist, man hat als Investorin oder Investor heute ziemlich viele Möglichkeiten, sich Unternehmen, vor allem die börsennotierten Großen, ganz genau anzuschauen.

Alexander Wastl: Wie sind die da in diesen Bereichen Was [00:44:00] er meint ist, er hat dann auch gesagt, er ist ja eigentlich dumm weil mit fossilen Renditen wäre ja viel mehr zu holen. Das kann man auch nicht so pauschal sagen, also ich hätte jetzt keine Studie gefunden, wo das wirklich, oder zumindest gibt es solche und solche Studien, dass man sagt, mit so den schmutzigen Investments [00:44:20] macht man mehr Geld.

Alexander Wastl: Es ist immer auch so ein bisschen eine Frage des Beobachtungszeitraums. Ich kannte auch ein privates Beispiel. Also wenn wir jetzt so bei Verteidigungstiteln sind, da werden jetzt viele schauen und sagen, Rüstungsindustrie. Ich gebe es offen zu, wie vor ein paar Jahren oder wie dann [00:44:40] einfach klar war, dass wir in Europa unsere Verteidigungsausgaben erhöhen müssen oder die NATO auch einfach der Druck kam, wir müssen da einfach selbstständiger werden.

Alexander Wastl: Da habe ich mir gedacht, okay, ich investiere in europäische, muss ich sagen, Unternehmen. Das hat wirklich super funktioniert So, jetzt vor [00:45:00] kurzem oder vor ein paar Monaten Wochen gab es wieder ein IPO im Rüstungssektor in Europa. Ich habe mir gedacht, ja, ist noch ein Trend, nehme ich auch. Aktie ist, kann ich hoffentlich ehrlich sagen, klar im Minus.

Alexander Wastl: Also es ist immer auch eine Geschichte des Beobachtungszeitraums. Also man kann nicht sagen, [00:45:20] fossile oder schmutzige Investments sozusagen sind über 30 Jahre oder vor allem über einen langen Zeitraum. Den Grünen überlegen oder umgekehrt auch nicht. Also. Darauf sollte man schon achten.

Anna-Lisa Bier: Ja, er ist da als Zukunftsforscher natürlich wahrscheinlich ein bisschen sicherer mit seinen Prognosen Ich glaube, dass wir [00:45:40] normalsterblichen Menschen da wahrscheinlich ein bisschen anders mit der Zukunft umgehen müssen.

Alexander Wastl: Ja, aber wie gesagt, worauf man sich verlassen kann, ist einfach, wenn man dieses Weltaktienportfolio verfolgt also diese absolute Streuung, die man anstreben sollte, dann sollte man einfach auf die langfristige Rendite schauen und die liegt so bei [00:46:00] 8% jährlich und mit dem kann man rechnen. Wenn man sich auf einzelne Sektoren konzentriert, sei das jetzt, ich investiere nur in erneuerbare Energien oder in die Rüstung oder in die fossile Energie, dann kann es sein, dass es ein paar Jahre gut rennt oder ein paar Monate, aber auf lange Sicht wird es nicht [00:46:20] diese durchschnittliche Rendite schlagen.

Alexander Wastl: Also wenn man diese kurzsichtige zeitliche Perspektive herannimmt, dann spricht man eben, um beim Thema zu sein von Trends und kein Trend hält ewig. Also man braucht sich ja nur jetzt anschauen, also jetzt KI allgegenwärtig aber auch das ist irgendwann unser Alltag oder [00:46:40] ja, so wie es bei den Smartphones war oder bei den Websites, damals war das halt der neue Scheiß wenn ich das sagen darf Und es wird dann in unser Alltag integriert und genauso verhält es sich dann auch mit den Renditen.

Anna-Lisa Bier: Man kann es sich fast gar nicht vorstellen, dass die KI irgendwann einmal kein Trend mehr sein wird, aber der nächste Trend wird [00:47:00] folgen genauso wie die nächste Folge von uns. Ich sage dafür jetzt mal danke, Alex, für dieses Briefing und Debriefing eigentlich in dem Sinne und ja, freue mich aufs nächste Mal.

Alexander Wastl: Vielen Dank, Anna-Lisa, ich freue mich auch schon.

Anna-Lisa Bier: Und ich sage noch danke vielmals an euch alle fürs Zuhören und wir freuen uns dann bei der nächsten Folge wieder Hallo an euch zu sagen.[00:47:20]

Alexander Wastl: Das war Safe! Stories übers Investieren. Die

Anna-Lisa Bier: Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anzeichen Es Anlageempfehlung [00:47:40] da. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.

Alexander Wastl: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.

Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der Initiative Beteilig dich der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerbörse.at [00:48:00] sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.

Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören. Bis

Anna-Lisa Bier: zum nächsten Mal.

Tschüss.