Spitzenköchin Parvin Razavi spricht über ihren Weg von politischer Flüchtling aus dem Iran zur Küchenchefin in Wien und wie sich ihr Verhältnis zu Geld entwickelt hat. Vom späten Einstieg ins Investieren über die finanzielle Erziehung ihrer Töchter bis hin zu Fragen von Risiko und Verantwortung zeigt diese Folge, dass finanzielle Bildung auch Selbstvertrauen bedeutet.
Parvin Razavi ist Selfmade-Spitzenköchin, Buchautorin und Küchenchefin im "&flora" in Wien. In dieser Podcast-Folge erzählt sie, wie sie als achtjähriges Mädchen mit ihren Eltern als politische Flüchtlinge aus dem Iran nach Österreich kam und welche prägenden Erfahrungen sie in ihrer Kindheit machte. Sie berichtet von ihrem unkonventionellen Karriereweg über Foodblog und Fernsehauftritte bis hin zur Leitung einer Küche und davon, wie die Pandemie für sie paradoxerweise der größte Karrierebeschleuniger war.
Erst mit Anfang 40 begann Parvin, sich mit Investieren und langfristiger Vorsorge zu beschäftigen – angestoßen durch ihre Tochter, die bei einer Bank arbeitet. Sie spricht offen über ihre Sparkonten, Fonds und Krypto-Käufe, über die Angst vor Schulden und warum sie sich zu alt fühlt, um eine Wohnung zu kaufen. Außerdem teilt sie ihre Erfahrungen als Frau in der Gastronomie, den Druck auf ihre Töchter in einer teurer werdenden Welt und ihre Überzeugung, dass man mit kleinen Beträgen früh anfangen sollte.
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro
[00:38] Begrüßung & Vorstellung der Gästin
[01:24] Parvins Karriereweg zur Küchenchefin
[04:49] Kindheit als politische Flüchtling
[07:52] Demokratie & Freiheit
[09:28] Erste Schritte mit Geld & Vorsorge
[12:02] Töchter & finanzielle Erziehung
[17:45] Einstieg ins Investieren
[19:10] Risiko, Schulden & Wohnungskauf
[22:30] Frauen in der Gastronomie & Führung
[25:00] Rat an junge Menschen
[26:06] Was bedeutet „safe"?
[28:09] Nachbesprechung mit Anna-Lisa & Alex
[35:07] Praxisbezug & Zukunftsdepot
[38:36] Outro & Disclaimer
Anna-Lisa Bier: Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen, über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente [00:00:20] und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt. Und jetzt geht's los.
[00:38] Begrüßung & Vorstellung der Gästin
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Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu Safe! Stories [00:00:40] übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Ich bin wie immer nicht alleine, sondern mit meinem Co-Host Alex an meiner Seite. Hi Alex.
Alexander Wastl: Grüß euch.
Anna-Lisa Bier: Ich begrüße heute Parvin Razavi bei mir. Sie ist Selfmade Spitzenköchin und wir sprechen darüber, wie sich ihr Verhältnis zu Geld entwickelt hat.
Anna-Lisa Bier: Von einer Kindheit als politischer Flüchtling aus dem Iran über unstete [00:01:00] Jahre und den Wunsch nach einem Steady Income bis hin zu heute, wo sie angestoßen von ihrer eigenen Tochter investiert.
Anna-Lisa Bier: Liebe Pavin, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, dass du da bist, denn du bist quasi eine Selfmade Spitzenköchin, Buchautorin und Küchenchefin. Magst [00:01:20] du eingangs ein bisschen erzählen, wie dein Werdegang so ist?
[01:24] Parvins Karriereweg zur Küchenchefin
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Parvin Razavi: Ähm, ja hallo, schön, dass ich dabei sein kann. Ähm, mein Werdegang hat so circa vor mittlerweile fast knapp fünfzehn Jahren begonnen.
Parvin Razavi: Als zuerst habe ich einen Weg gesucht, wie ich mein Kochen veröffentlichen kann. Damals war ich, ähm, noch Mutter von zwei kleinen Kindern und habe mit [00:01:40] einem, damals war es noch ganz, ganz neu, einen Foodblog begonnen und dann ist so eins ins andere gekommen. Im Kindergarten meiner Tochter war der Herausgeber vom Biorama-Magazin und der hat dann gesagt: „Hey, magst nicht das Rezept im Heft schreiben?"
Parvin Razavi: Dann übers Rezept im Heft hat mich das, der ORF kontaktiert. Dann habe ich im ORF bei, in einer Sendung gekocht, so für, [00:02:00] ähm, Lebensmitteln, die man in, im Kontext, äh, exotisch abgestempelt hatte, aber das war teilweise auch schon die Melanzani exotisch zum Beispiel. Ja, und von dort, ähm, weiter hat, ist das Kochen immer größer geworden.
Parvin Razavi: Ich bin manchmal gefragt worden: „Möchtest du für uns kochen, für unsere Firma, für keine Ahnung, meinen [00:02:20] Geburtstag?" Und dann ist das irgendwie immer gewachsen und, aber ich habe halt gespürt, dass es mich wirklich in die Küche zieht, also ganz stark in die Küche zieht und habe dann eigentlich einen, einen Weg ge-gesucht, in die Küche reinzukommen.
Parvin Razavi: Und als ich dann in, ähm, einen Versuch habe ich gestartet, das war beim G'schupften Pferdl, das war so ein Hipster [00:02:40] Heuriger. Habe ich ein halbes Jahr die Küche gemacht, aber es hat dann eigentlich auf unterschiedlichen Ebenen nicht so gepasst. Dann bin ich wieder raus aus dem Ganzen und dann kam die, war ich dann in der Scheidung und da war dann für mich auch klar, ähm, jetzt möchte ich wirklich Steady Income haben und hab mich, ich hab dann im Ludwig und Adele, das ist im Künstlerhaus, begonnen und dort habe ich [00:03:00] dann drei Jahre gearbeitet, hoch zur Küchenchefin.
Parvin Razavi: Also ich hab dann die Hausbar mit eröffnet, hab dann die ersten drei Hauben mit meinem Kollegen dort gekocht und bin aber im zweiten Lockdown dort raus und hab eine Zwischenstation im Dogenhof gehabt und, ähm, bin jetzt seit Oktober '21 im Hotel Gilbert.
Anna-Lisa Bier: Das heißt, das war dann für dich [00:03:20] immer eine Art Traum, dass du sozusagen zur Küchenchefin wirst?
Anna-Lisa Bier: Oder ist das
Parvin Razavi: einfach so gekommen- Ein Ziel, definitiv. Da habe ich hingearbeitet. Also mir war einfach klar, ich möchte leiten, ich möcht führen, ich möcht, ähm, Entscheidungen treffen können und ich habe mir das auch zugetraut. Auch, ähm, wobei ich muss sagen, wie ich im [00:03:40] Ludwig und Adele begonnen hab, hab ich-- Die Pandemie hat sehr viel verändert in der Branche Also für viele war die Pandemie vielleicht das ein, ein Ende oder eine große Bremse.
Parvin Razavi: Für mich war's der größte Karriereführer. Also die größten Schritte habe ich in der Pandemie gemacht und die besten Entscheidungen getroffen, obwohl sie riskant waren. Zum Beispiel von [00:04:00] Ludwig und Adele wegzugehen im Lo, im, in der Kurzarbeit. Ähm, im Dogenhof zu beginnen, da ist, ähm, da ist mir der Knopf aufgegangen, weil glaube ich, konnte ich zum ersten Mal mit den Produzentinnen arbeiten, von denen ich immer geträumt habe, weil Ludwig und Adele konnte ich nicht mit diesen Produzenten.
Parvin Razavi: So was sind auch wirklich Unternehmersentscheidungen: Mit welchen Lieferantinnen arbeiten wir zusammen? [00:04:20] Das sind immer so Kostenfragen natürlich auch. Und, ähm, ja, und dann eben im, im, im, ich bin dann eigentlich quasi geheadhuntet worden von, von Dogenhof, äh, ins, ins Hotel Gilbert, ins Flora. Und dort habe ich dann dieses weiße Papier beschreiben dürfen mit meinem Konzept und meiner Idee und das hat dann einfach wirklich den Zeitgeist [00:04:40] getroffen.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Also ich finde es eigentlich ganz interessant, dass du dann so aufzeigst, dass von einer Krise, ähm, auch gute Sachen eigentlich entstehen können. Ich möchte noch ein bisschen weiter noch mal zurückgehen. Du
[04:49] Kindheit als politische Flüchtling
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Anna-Lisa Bier: warst nämlich acht Jahre alt, als du mit deinen Eltern nach Wien gekommen bist. Dieser Start in einem komplett anderen Land und in Wien, wie war das generell für euch und auch finanziell gesehen?
Parvin Razavi: Äh, [00:05:00] finanziell war es, glaub ich, ein Desaster für meine Eltern. Ähm, die waren sehr gut situiert im Iran. Ähm, mein Vater kommt aus einer sehr wohlhabenden Familie, ähm, haben aber sehr viel an, an Eigentum verloren, also, ähm, konfisziert worden und so weiter. War politisch auch gegen das Regime. Deswegen sind wir politische Flüchtlinge [00:05:20] anerkannt.
Parvin Razavi: Also mein, mein, meine Eltern, wir als Kinderalter mit dabei. Ähm, das Geld, das wir damals hatten, also die, ähm, die Werte, die mein Vater außer Landes schaffen konnte, hat er, äh, peu à peu hier nach Österreich geschickt an, an meinen Onkel. Der, also meine zwei Onkeln haben hier bereits vor der Revolution studiert.
Parvin Razavi: Ähm, ja, hat [00:05:40] gedämpft begonnen, würd ich mal sagen.
Anna-Lisa Bier: Und wie ist es euch dann in den Jahren danach dann gegangen? Was
Parvin Razavi: ist dann- Wir hatten eine Wohnung, also die haben, mein Onkel hat noch ein paar Eigentumswohnungen gehabt in Wien und die Wohnung im neunzehnten Bezirk haben wir dann dafür als Kompensation bekommen.
Parvin Razavi: Also ich bin eigentlich sehr gut aufgewachsen. Ich bin im neunzehnten Bezirk aufgewachsen, ich bin dort in die Schule gegangen. Ähm, aber [00:06:00] Flüchtlingsstatus in Österreich bedeutet ja auch, dass man nicht arbeiten darf. Ähm, und damit waren meine Eltern ja lange Zeit einfach auch wirklich so von Beihilfen abhängig und sprachliche Hürden.
Parvin Razavi: Mein Vater hat starke Depressionen gehabt, er war im Iran auch im Gefängnis. Also es war sehr, sehr, sehr viel Trauma, das auch in der Familie, die wir als Kinder auch sehr [00:06:20] stark gespürt haben.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Das ist ja dann nicht nur mit Geldfragen, das ist
Parvin Razavi: ja generell so. Nein, nein, es ging gar nicht immer nur um Geld.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Parvin Razavi: Ähm, es ging einfach um so viele unterschiedliche Themen, ja. Also dass meine Mutter quasi plötzlich in der Erwartung, dass sie hier kommt und eigentlich einen Start hinlegen kann, nichts hatte. Und dann manchmal hat sie einfach nur Süßigkeiten gekocht und hat sie in den [00:06:40] persischen Restaurants verkauft in Wien, ähm, weil sie eine sehr gute Köchin ist auch.
Parvin Razavi: Ähm, mein Vater, der halt in seinem Leben noch nie seine Hände dreckig gemacht hat, der hat in einer Werkstatt gearbeitet. Das war, äh, moralisch sehr schwierige
Anna-Lisa Bier: Zeit für sie, ja. Und eine extreme Umstellung für alle dann. Genau. Okay. Aber das heißt, du hast ja trotzdem, wenn ich das dann so zusammenfassen darf, [00:07:00] trotzdem, ihr habt's, ihr habt wahrscheinlich trotzdem alles ermöglicht bekommen von euren Eltern.
Parvin Razavi: Ja und nein, sag ich jetzt. Meine Eltern haben sehr viel erwartet von uns.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Sehr viel Leistung, sehr viel Druck, ähm, im Besonderen mein Vater. Ähm, und das war nicht so einfach für uns Kinder, ähm, diesem Leistungsdruck gerecht zu werden, den er von uns erwartet hat. Ähm, [00:07:20] aber sie haben natürlich alles versucht, was sie konnten.
Parvin Razavi: Die haben uns einen Computer gekauft. Ich kann mich erinnern, Commodore 3000, also war, war sehr, sehr teuer und haben sie gedacht: „Okay, wir werden, die Kinder werden jetzt Programmierer." Und wir haben
Alexander Wastl: natürlich nur gespielt und gezockt.
Parvin Razavi: Ähm, ja, also ich glaub, sie haben in ihrem Maße wirklich alles probiert, was ging von Nachhilfe [00:07:40] uns finanziert, ob's in Französisch war.
Parvin Razavi: Deutsch, Französisch war ich nicht so stark und so weiter. Ähm, ja doch. Das, was sie konnten, haben sie gemacht, aber die Möglichkeiten waren natürlich begrenzt.
[07:52] Demokratie & Freiheit
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Anna-Lisa Bier: Mhm. Und mit deiner Herkunft, wie blickst du da generell dann auf eine Demokratie wie Österreich, wo man eigentlich auch als Bürger oder [00:08:00] Bürgerin sich komplett entfalten kann?
Anna-Lisa Bier: Das ist ja dann nämlich ein kompletter Gegensatz, würd ich jetzt mal sagen. Ähm, jetzt rein von den Freiheiten und was man alles machen kann. Ähm, da wird ja wahrscheinlich auch die Geldfrage eine andere dann sein. Ich find
Parvin Razavi: Demokratie und, und Geldfrage, das muss man differenzieren. Demokratie ist ein Grundrecht.
Parvin Razavi: Ja, [00:08:20] und, und als Grundrecht muss man das schätzen, das, was wir haben, nämlich Demokratie und Rechtsstaat. Weil Rechtsstaat ist auch etwas komplett Unterschätztes. Man merkt erst, was das bedeutet, wenn man's nicht hat. Ähm, also ich bin ein großer Befürworter der Demokratie. Ich bin tatsächlich immer noch eine Anhängerin der Europäischen Union, weil sie immer noch [00:08:40] den Schutz bietet, den, den Europa braucht.
Parvin Razavi: Also auch so schwach sie auch agiert und ist, ähm, darf man die EU nicht, ähm, also wär's furchtbar, wenn sie's nicht gäbe. Ähm, ich kann mir jetzt kein Leben in einem nicht demokratischen Land vorstellen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, ähm Also ich [00:09:00] m-m liebe Wien. Ich, ich lebe wahnsinnig gerne in Österreich, ähm, und ich schätz das auch.
Parvin Razavi: Also ich schätze mein Wahlrecht extrem. Also ich verstehe auch Menschen nicht, die nicht wählen gehen, weil, ähm, das ist meine Stimme und ich habe eine Stimme, die ich vergeben kann. Ähm, das schätzen die Menschen nicht, weil sie's einfach haben [00:09:20] und, und weil sie einfach nie die Erfahrung gemacht haben, was es bedeutet, wenn man diese Stimme nicht mehr hat.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Gerade als Frauen.
Parvin Razavi: Genau.
Anna-Lisa Bier: Nämlich. Im Besonderen auch
Parvin Razavi: als Frau. Ja,
[09:28] Erste Schritte mit Geld & Vorsorge
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Anna-Lisa Bier: genau. Das möcht ich an der Stelle dazu unterstreichen. Ähm, wann oder wie hast du dich denn das erste Mal damit beschäftigt, dass du quasi auch mit deinem Geld langfristig vorsorgst oder was du damit [00:09:40] generell anfängst?
Parvin Razavi: Tja, das hab ich wirklich tatsächlich sehr spät erst begonnen.
Parvin Razavi: Ähm, vielleicht erst mit so ab 40 und jetzt bin ich, werd ich 48. Ich hab vorher, ich mein, ich war in einer Beziehung mit einem Künstler zusammen. Also Geld war immer nicht immer steady da, ja. Und, und wir haben, wir haben ... Und auch als ich jung war und oder, [00:10:00] ähm, wenn ich Geld hatte, hab ich's lieber für Erlebnisse ausgegeben.
Parvin Razavi: Mhm, mhm. Also ob ich jetzt zum Beispiel Reisen, ich hab ein Jahr in Brasilien gelebt. Ich hab, ich war mehrere Monate in Asien unterwegs. Ich wollt einfach die Welt sehen. Ich wollt die Dinge sehen, die mir, wo ich das Gefühl gehabt hab, die, die erweitern mein Spektrum und hab eigentlich mein Geld immer nur für so was [00:10:20] ausgegeben.
Parvin Razavi: Ähm, und in meiner Ehe war das auch so, dass manchmal, manchmal war Geld da, manchmal war viel Geld da, manchmal war wenig Geld da. Das heißt, wir konnten eigentlich nicht viel Geld sparen. Was wir gemacht haben, war zu schauen, dass unsere Kinder alles haben, was sie brauchen. Also sie waren in einer, einer freien Schule, die natürlich privat bezahlt wurde von uns, aber [00:10:40] auch Mitarbeiter.
Parvin Razavi: Das war 'ne selbstverwaltete freie Schule, also so 'ne Eltern mit Elternarbeit, dass die Kinder mit uns, dass wir mit den Kindern gereist sind, dass es ihnen an nichts gefehlt hat, dass sie halt all diese Sachen machen konnten, die ich, ich mein, wenn nicht Tanzschule, Skifahren, Reiten, I don't know, ähm, name it.
Parvin Razavi: Ähm, also wir haben eher eigentlich unser Geld dafür [00:11:00] ausgegeben, dass wir schön wohnen. Das ist nach wie vor mein größter Ausgabepunkt ist meine Wohnung, ähm, die ich bin im Hauptmiete in, ähm, unbefristeter Hauptmiete. Das ist mein, mein, mein größter Luxus ist meine Wohnung und, und wie ich mich, ähm, eben getrennt hab, war auch mein größtes Ziel, dass ich die Familienwohnung behalten kann.[00:11:20]
Parvin Razavi: Also es, war, ist mir auch gelungen. Also das ist nach wie vor der Luxus, den ich mir leiste, ist das die, die Wohnung, dass ich die Wohnung hab. Und dann eben in den letzten Jahren, als ich auch wirklich wesentlich mehr verdient hab als vorher und, und, und wirklich gut verdient hab, hab ich dann auch eben die Kapazitäten gehabt, ähm, Geld zu sparen.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und das sparst du einfach [00:11:40] an auf Konten oder wie?
Parvin Razavi: Ja, da spare ich. Ich hab zwei, zwei so Fonds bei meiner Bank, ähm, wo ich monatlich einzahle. Manchmal, wenn mir ein bisschen mehr Geld übrig bleibt, ähm, gebe ich zusätzlich was drauf und dann habe ich ein Sparkonto, aus dem ich flexibel bin. Also wenn ich zum Beispiel mehr Geld, Geld so flüssig [00:12:00] brauche, dann hole ich mir das von dort.
[12:02] Töchter & finanzielle Erziehung
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Anna-Lisa Bier: Mhm. Und, ähm, gerade jetzt auch mit zwei Töchtern, ähm, wie managt man das dann alles? Dass man da ja weiterhin trotzdem dieser Lebensstandard, den man ihnen ermöglichen möchte, der, das wächst ja dann, auch wenn sie älter werden.
Parvin Razavi: Ja, sicher.
Anna-Lisa Bier: Ähm, wie geht's dir damit?
Parvin Razavi: Ähm, ich hab zum Beispiel , ich spar zum Beispiel die [00:12:20] Familienbeihilfe das ganze Jahr.
Anna-Lisa Bier: Ah.
Parvin Razavi: Und das ist dann unser Urlaub.
Anna-Lisa Bier: Ah, das ist aber spannend.
Parvin Razavi: Okay.
Anna-Lisa Bier: Ja. Ja, weil wenn man's bekommt oder so, muss man das dann eigentlich eh so sehen. Genau. Und dann, äh, wiederverwenden so für gemeinsame Zeit. Ja. Meine
Parvin Razavi: Kinder kosten wahnsinnig viel Geld. Da braucht man sich- Das ist wahr. Also ich glaub, je größer sie werden, je, desto mehr.
Parvin Razavi: Allerdings jetzt [00:12:40] meine große Tochter ist jetzt seit, ähm, Juli hat sie ihre LAP beendet und ist jetzt, ähm, die ist, also ein Kind, wie man so schön sagt, ist in trockenen Tüchern. Die ist selber lebensfähig, ähm, will aber weiterhin zu Hause wohnen, weil die hat einfach so ganz, ganz große Ziele für sich und sie will Geld sparen und sie will sich eine Wohnung kaufen [00:13:00] und die hat einfach, ähm, und ist, versucht, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben.
Parvin Razavi: Das hab ich
Anna-Lisa Bier: ähnlich gemacht , kann ich an der Stelle sagen. Das ist auch Sparen.
Parvin Razavi: Ja. Muss man
Anna-Lisa Bier: auch ganz
Parvin Razavi: ehrlich sagen, Mieten sind auch nicht gerade billig. Nein, es wird nicht billiger. Und, und, und wenn ich mit meiner jüngeren Tochter spreche, die ist 16 Die hat auch oft das Gef-- Also die haben tatsächlich Ängste, diese [00:13:20] Generation.
Parvin Razavi: Also was, was bleibt noch für uns? Wie können wir überhaupt noch, ob es das, die, das Klima ist, die Mieten sind, Arbeit ist, Lebenserhaltungskosten.
Anna-Lisa Bier: Pension.
Parvin Razavi: Ähm, Pension sowieso. Ja. Ähm, genau, ja. Es ist eine, eine, eine Zeit der Transformation, in der wir leben und, und [00:13:40] ich denk oft drüber nach: Ist es nicht schöner, gemeinsame Erinnerungen zu haben, Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben?
Parvin Razavi: Oder soll ich meinen Kindern so wie meine Eltern es immer gemacht haben: „Es gibt keinen Urlaub, es gibt kein Geld, es gibt keinen Urlaub, es gibt kein Geld."
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Ähm, das heißt, ich hab nie einen Urlaub gehabt mit meinen Eltern. Also sie haben nie diese schönen Momente. Wir haben [00:14:00] immer nur so eine Art Fuhre bekommen eigentlich.
Parvin Razavi: Also ich versuch, das anders zu machen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Ich möchte mit meinen Kindern einen Urlaub, einen schönen Urlaub im Jahr haben, auch wenn ich dann sag: „Hey, wir waren zum Beispiel heuer in Paros. Ich zahl definitiv keine Liege um achtzig Euro am Tag. Also entweder Liege oder Snacks, sucht's euch aus, ja.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Parvin Razavi: Ähm, da, ich find, da muss man dann schon [00:14:20] auch klar trotzdem.
Anna-Lisa Bier: Ja, man muss ja dann nicht alles haben.
Parvin Razavi: Man muss nicht alles haben, genau.
Anna-Lisa Bier: Aber das heißt, ihr redet, ähm, auch als Familie dann offen über
Parvin Razavi: Geld? Ja, ich mein, ich bin alleinerziehende Mutter, ich bin eine Frau, ich verdien gut, ja, Gott sei Dank. Ähm, aber trotzdem bin ich mit der ganzen Verantwortung alleine. Und wenn ich mir zum Beispiel anschau, wie meine Fixkosten die letzten zwei [00:14:40] Jahre gestiegen sind, sind es mehrere hundert Euro im Monat.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Und das muss man mal ausgleichen können, ohne darüber, äh, und da ist noch die, die, die Lebensmittelkosten, die ja auch So gestiegen sind in den letzten zwei Jahren von zwischen 20 und 30 % ja auch noch gar nicht drinnen.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und was rätst du deinen Töchtern dann, wenn sie auch zu dir [00:15:00] kommen, vielleicht auch mit finanziellen Fragen?
Parvin Razavi: Ähm, meine ältere Tochter brauche ich überhaupt nichts raten. Die hat einen totalen Plan und die ist ja in einer Bank beschäftigt und die ist, die wächst damit auf. Und jetzt schon, bevor sie sich entschieden hat, sie möchte das Gymnasium abbrechen und, und eine Lehre beginnen, schon sehr interessiert für Kryptowährungen.
Parvin Razavi: Also sie hat sich sehr viel [00:15:20] da reingelesen und Podcasts gehört und, und YouTube-Videos geschaut. Es interessiert sie und ich finde das auch total cool. Meine jüngere Tochter ist ein bisschen wie ihr Vater, die hat null Gefühl für Geld.
Anna-Lisa Bier: Oh, okay. Und da versuchst du ein bisschen
Parvin Razavi: zu vermitteln. Immer wieder, immer wieder.
Parvin Razavi: Du, Isi, du lebst über deine Verhältnisse. Du hast dieses Monat von mir soundso viel extra [00:15:40] zum Taschengeld bekommen. Du hast von deinem Papa soundso viel extra. Es geht nicht. Jetzt rede ich dann auch mit ihrem Vater. Wir können nicht der irgendwie 400 Euro im Monat noch zuschießen. Die ist 16, das geht nicht.
Parvin Razavi: Also ich versuche, sie dahingehend immer wieder darauf aufmerksam zu machen und manchmal auch zu sagen: „Okay, es gibt kein Geld mehr."
Anna-Lisa Bier: Ja, gerade als, als [00:16:00] Teenager nämlich ist das ja noch mal was anderes- Ja ... weil du einerseits schon das Geld ein bisschen brauchst, du arbeitest selber noch nicht, äh, ja
Parvin Razavi: das ist dann echt so.
Parvin Razavi: Ja, sowieso und es ist ja ein gesellschaftlicher Druck ja auch. Die Kinder wollen, keine Ahnung, die gehen irgendwo in, äh, Starbucks oder sie holen sich einen Matcha, kostet gleich irgendwie sechs, sieben Euro. Dann wollen sie in der Pause was. [00:16:20] Also das Geld fließt denen auch aus der Hand. Schuhe reisen, was weiß ich.
Parvin Razavi: Es ist, es ist wirklich tatsächlich so, dass die Die können ja auch nicht dauernd sagen Nein. Also ich weiß ja, wie das war, als ich am Skikurs einmal oder zweimal wegfahren durfte und ich hat, bist die Einzige, die kein Geld auf der Hütte ausgeben kann.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Es ist furchtbar.
Anna-Lisa Bier: Ja, das stimmt allerdings. Also da braucht man, man braucht und mittlerweile [00:16:40] braucht locker dann gleich einmal zwanzig, dreißig Euro.
Parvin Razavi: Genau.
Anna-Lisa Bier: Also
Parvin Razavi: das,
Anna-Lisa Bier: das-
Parvin Razavi: Aber trotzdem wünsche, also wir haben jetzt beschlossen, sie bekommt ab Herbst ein bisschen mehr Taschengeld und hoffen, dass sie dann vielleicht ein bisschen was
Anna-Lisa Bier: ausgibt. Ja. Na gut. Und bei der älteren Tochter ist es dann so, die verdient jetzt ihr eigenes Geld im
Parvin Razavi: Sinne, oder? Genau. Und mit der habe ich jetzt ausgemacht, ähm, weil's, irgendwie finde ich es [00:17:00] auch das wichtig, dass man ein Gefühl für das bekommt, was das Leben kostet, dass sie jetzt einen Beitrag zum, zum Wohnen zahlt.
Parvin Razavi: Mhm. Aber eh 'n kleinen von zweihundert Euro im Monat. Aber trotzdem.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Will, dass sie das schätzt.
Anna-Lisa Bier: Ist trotzdem noch mal was anderes, als wenn du selber deine eigene Miete stemmen musst.
Parvin Razavi: Genau, das sowieso, ja. Das ist auf einmal gar nicht mehr- Und wir haben's, wir haben's wirklich schön, ja. Ja. Also sie haben, [00:17:20] sie hat's echt fein und, und deswegen glaube ich, dass den Standard, den die jetzt auch mit ihrer Wohneinheit, die sie bei uns zu Hause hat, in einer WG, das wird, das- Ja, das wär, glaube ich, ganz was anderes.
Parvin Razavi: Das kann ich
Anna-Lisa Bier: auch nur an
Parvin Razavi: mich denken.
Anna-Lisa Bier: Das, ähm, war, glaube ich, gar keine Frage. Und sie
Parvin Razavi: ist auch kein WG-Mensch.
Anna-Lisa Bier: Okay, ja, das kommt dann noch mal dazu wahrscheinlich, ja. Ähm, du hast im Vorhinein schon erzählt, dass deine [00:17:40] Tochter bei einer Bank arbeitet und dass sie dich, äh, aufmerksam gemacht hat auf das Investieren.
[17:45] Einstieg ins Investieren
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Anna-Lisa Bier: Genau. Wie ich, wie kann ich mir das vorstellen? Hat sie dann gesagt: „Mama, du musst jetzt dein Geld in die Hand nehmen oder du musst jetzt was machen damit?" Ja,
Parvin Razavi: ne, das hat irgendwie in der Pandemie, im Lockdown begonnen. Mhm. Da waren wir sehr viel zusammen. Ja. Und dann habe ich mir so 'n Bitpanda-Account mit ihr gemacht, weil es sie interessiert hat.
Parvin Razavi: Und dann haben wir uns so [00:18:00] Sachen angeschaut. Dann habe ich ein bisschen, hab, hab bisschen Geld zur Verfügung gestellt, das sie investieren durfte. Und, und darüber habe ich dann auch eigentlich begonnen, mich ein bisschen so mit Krypto auseinanderzusetzen, wobei mir das immer ein bisschen ungeheuer ist.
Parvin Razavi: Aber ich hab das schon so aus meinem Umfeld auch schon Jahre davor mitbekommen. Also wär ich schlau gewesen, hätte ich schon ganz [00:18:20] am Anfang investieren können. War ich aber nicht und hab dem Ganzen auch nicht so vertraut.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und jetzt mit deinen Sparplänen in dem Sinne, ähm, wie machst du das? Gehst, hast du da einen Abbucher, der pro Monat einfach weg-
Parvin Razavi: Genau.
Parvin Razavi: Okay. Genau, ich hab einen Fixabbucher, genau.
Anna-Lisa Bier: Okay. Das heißt, du weißt eigentlich schon von Hause aus-
Parvin Razavi: Ich hab tatsächlich sogar auch noch einen klassischen Bausparvertrag.
Anna-Lisa Bier: [00:18:40] Ah, okay. Also alles sehr traditionell
Parvin Razavi: klassisch eigentlich. Genau, ich habe einen klassischen, den habe ich für die Isi eben, für die Jüngste, habe ich noch einen Bausparvertrag.
Parvin Razavi: Dann habe ich eben diese zwei Fonds, in die ich einzahle. Jetzt gar nicht so viel, also hundert Euro im Monat, ja. Ähm, aber doch. Und, und jetzt, jetzt rein so, wenn man auf die Bank geht und man braucht etwas von der Bank, [00:19:00] wird ja immer alles zusammengezogen. Also jedes Investment, jedes Spar-Dings wird ja als dein Eigentum bewertet und das heißt, meine Bonität steigt dadurch auch.
[19:10] Risiko, Schulden & Wohnungskauf
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Anna-Lisa Bier: Mhm. Gibt's für dich eigentlich bei der Wohnung dann die Möglichkeit, dass du sie mal kaufen könntest?
Parvin Razavi: Darüber hab ich schon viel nachgedacht. Vielleicht, ich hab noch nicht gefragt, aber ich fühl mich tatsächlich jetzt schon [00:19:20] zu alt, um mich zu verschulden in, also auch in dem Maß. Auch wenn ich sie günstiger bekomme, sehe ich mich nicht imstande, ähm, ich, nein, ich hab, ich hab irrsinnige Angst davor, Schulden zu haben.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Das wollte ich dich nämlich eh auch fragen, wie das mit Risiko dann bei dir steht. Weil ich mein, du hast dein Einkommen jetzt, du versuchst das alles irgendwie trotzdem zu haushalten. [00:19:40] Es kann sich aber auch natürlich dann schnell ändern alles. Wie du, das hast ja du eigentlich dein ganzes Leben lang eigentlich immer mitbekommen.
Anna-Lisa Bier: Genau. Ähm, das heißt, Risiko ist dann eher ...
Parvin Razavi: Ja, sicher. Man könnt sagen, okay, egal, wenn sich das alles total zum, zum Schlechteren wendet, könnt ich ja die Wohnung verkaufen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Ja, genau. Wenn sie
Anna-Lisa Bier: dir gehört dann,
Parvin Razavi: ja. Wenn sie mir dann gehört. Aber bis das abbezahlt ist, sitzt die Bank in [00:20:00] meiner Wohnung drinnen.
Parvin Razavi: Das ist auch etwas, das, das fühlt sich nicht für mich ... Ich weiß es nicht. Nicht. Also, wenn ich zu zweit wäre in einer, ähm, mein Partner und ich sagen: „Okay, wir kaufen die Wohnung", dann würd's für mich vielleicht anders ausschauen. Aber mein Partner wohnt in Niederösterreich und hat dort einen Vierkanthof.
Parvin Razavi: Das heißt, tendenziell werd ich vielleicht irgendwann einmal dorthin ziehen. [00:20:20]
Anna-Lisa Bier: Ja, ja. Auch auf längere Frist als älterer Mensch dann wahrscheinlich in Niederösterreich
Parvin Razavi: drin. Also ich werd, solang meine Kinder bei mir sind und so lang, vielleicht sogar werd ich diese Wohnung weiterfinanzieren, wenn eines der Kinder, ähm, wohnen bleiben möchte.
Parvin Razavi: Weil
Anna-Lisa Bier: du ja auch dran hängst eigentlich, was ich so raushör. Also ja, das ist ja dann auch noch mal ein anderes Investment, sag ich jetzt mal. Ähm, wie, wenn du jetzt sagen würdest, du [00:20:40] informierst dich über diese ganzen finanziellen Sachen, wie informierst du dich dann? Durch deine Tochter einerseits? Liest du auch Sachen dazu?
Anna-Lisa Bier: Oder ist es dann eher so, dass du bei der Bank warst, dich beraten hast lassen damals mit deinen Sparplänen und okay.
Parvin Razavi: Beides. Aber mit der Anahita, so heißt meine ältere Tochter, red ich doch durchaus darüber. Und frag ich: „Du, was ist deiner Meinung? Welche, welche Sachen verkaufen sich gut?" Dann red, [00:21:00] red ich mit, zum Beispiel mit anderen Frauen, die, die auch investieren.
Parvin Razavi: Weil worin investieren die?
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Weil im Endeffekt ist das Geld, das auf dem Sparkonto liegt, ja eigentlich, da, da passiert nichts damit. Also wenn ich, wenn ich jetzt einfach mehr auf dem Sparkonto hab, dann tendiere ich dazu, es lieber in diesen Fonds reinzustecken, [00:21:20] ähm, weil es einfach da, da sehe ich ja, dass es wächst.
Parvin Razavi: Aber meine Krypto-Sachen haben jetzt im letzten Jahr fast über 50 % an Wert verloren.
Anna-Lisa Bier: Hm.
Parvin Razavi: Also die waren schon mal viel, viel mehr wert. Also man, man braucht ja auch einen langen Atem dafür. Ich wollt grade sagen. Und darf nichts, nichts ganz Schnelles erwarten.
Anna-Lisa Bier: Ja. Wie geht's dir da mit anderen Projekten? Ich [00:21:40] mein, du hast ja auch ein Buch geschrieben und solche Sachen.
Anna-Lisa Bier: Wenn jemand an dich herantritt mit Projekten, das ist ja trotzdem auch wieder ein Risiko, wenn man sich da dann wieder draufsetzt. Wie geht's denn mit so was dann?
Parvin Razavi: Ah, da bin ich sehr, sehr offen, sehr offen und sehr eigentlich sehr selbstsicher. Man macht ja nix, woran man nicht glaubt.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Und, und ja, Bücher sind immer so ein Thema.
Parvin Razavi: Interessiert das die [00:22:00] Leute, ja oder nein? Aber da gibt es den Verlag, dann gibt's den Buchmarkt, dann gibt's den Buchhandel. Da kann man die Sachen doch durchaus so wirklich, der sagt ja schon, dafür ist Nachfrage da und dafür ist nicht Nachfrage da. Und dann, wenn es so ist, dann versucht man quasi in diese Richtung zu arbeiten.
Anna-Lisa Bier: Mhm. [00:22:20] Ähm, ich möcht trotzdem noch mal auf da deine Rolle auch zu sprechen kommen. Du bist eine Frau in der Gastronomie, eine Küchenchefin. Ähm, da blicken ja auch sicher einige auf dich hinauf.
[22:30] Frauen in der Gastronomie & Führung
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Anna-Lisa Bier: Oder grade als junge Frauen, die vielleicht anfangen, sich in der Gastronomie irgendwie einen Platz zu schaffen.
Anna-Lisa Bier: Ähm, was bedeutet dir das?
Parvin Razavi: Das bedeutet viel, weil ich hab eine, eine [00:22:40] Vorbildfunktion. Ich hab, ähm, ich hab eine Erfahrung, die ich mit den jungen Frauen teilen kann. Man kann sie motivieren. Also ich hab immer wieder Frauen in meinem Team, die können auch schon ein bisschen älter sein, wo ich merke, sie haben Angst davor, die Verantwortung zu übernehmen, die man versucht, ihnen zu geben.
Parvin Razavi: Und dann versuche ich, [00:23:00] die darin zu bestärken und sage: „Nimm dir den Raum ein, der dir da offen gemacht wird. Also geh hinein und mach das." Weil Fehler machen wir ja alle. Also ich bin ja auch nicht frei von Fehlern und, und aus Fehlern lernen wir, aber es ist die Erfahrung, die man braucht und man muss es erst einmal machen.
Parvin Razavi: Aber m-ich ha- bin auch darauf gekommen, dass es [00:23:20] sehr viele Frauen sich die große Verantwortung nicht zutrauen wollen.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Weil im Gegensatz dazu die Männer sind oder warum? Einfach generell, weil wir so vom Wesen sind?
Parvin Razavi: Generell, leider.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Parvin Razavi: Also wenn ich eine Spe-Stelle in einer Führungsposition nachzubesetzen hab, be-bewerben sich in der Regel 100 % Männer.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und du achtest aber auch [00:23:40] sehr darauf, dass trotzdem dein Team auch ausgeglichen ist, wenn nicht sogar-
Parvin Razavi: Ja, da wir sind, ähm, derzeit eh schon seit über einem Jahr wieder mehr Frauen als Männer im Team. Ähm, aber ich hab zum Beispiel 'n Küchenchef und das ist ein, ein Mann. Und da hat sich für die, als die Position letztes Jahr frei wurde, haben wir einen, einen, ähm, also einen Bewerbungsprozess begonnen mit, und da waren sehr [00:24:00] viele Männer dabei, die noch jung, sehr jung, noch nie in Führungspositionen, die sich aber alles zutrauen.
Parvin Razavi: Ähm, und dann hab ich aber entschieden, haben wir intern entschieden, dass wir, ähm, intern nachbesetzen.
Anna-Lisa Bier: Ah, okay, okay.
Parvin Razavi: Genau, nicht
Anna-Lisa Bier: extern. Und auf der anderen Seite- Ja. Genau die Frauen dann dafür-
Parvin Razavi: Und die Frau, die ich wollte, hat nein gesagt.
Anna-Lisa Bier: Ach so, weil sie sich's nicht- Ja, genau. [00:24:20] Okay, okay, okay. Das ist spannend.
Anna-Lisa Bier: Aber das heißt, sprecht ihr im Team dann auch offen über so Altersvorsorge oder Finanzen oder irgendwie so?
Parvin Razavi: Na, wenn sich das Gespräch ergibt, vielleicht schon. W-Weil es jetzt nicht, nicht so viele, also die meisten Frauen, die wirklich über, die sich mit diesen Dingen auseinandersetzen, sind bereits sehr gesettelte Frauen, [00:24:40] hab ich den Eindruck.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Ja. Also die sind alle schon, haben 'n gewissen Erfolg schon in ihrem Beruf, ähm, außer sie sind nerdig veranlagt und es interessiert sie einfach. Ja, dann fangen
Anna-Lisa Bier: wir wahrscheinlich
Parvin Razavi: früher an damit. Ja,
Anna-Lisa Bier: ja. Okay. Ähm, und das heißt, schlussendlich ist es dann eigentlich so, wenn du jetzt auch an jüngere Leute etwas generell, jetzt
[25:00] Rat an junge Menschen
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Anna-Lisa Bier: [00:25:00] nicht nur an deine Kolleginnen, äh, etwas sagen müsstest zu diesen ganzen persönlichen Investments und Vorsorge, was würdest du ihnen dann wirklich so einen Rat geben?
Parvin Razavi: Ähm, traut's euch.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Also ich glaub, das ist etwas, das vielleicht mich daran gehindert hat, viel früher damit- Mhm. -zu beginnen. Ähm, und es reicht schon fünfzig Euro im Monat. Es muss nicht immer das [00:25:20] große Geld sein. Ich glaub, das ist auch etwas, was vielen nicht bewusst ist.
Alexander Wastl: Mhm. „
Parvin Razavi: Ah, da muss man ja viel mehr reinstecken und viel mehr Geld haben."
Parvin Razavi: Nein, man kann auch schon viel mit, mit einem viel kleineren Betrag, wenn man früh genug damit, glaub ich, beginnt, so wie jetzt meine Tochter mit zwanzig, ja. Also die wird ganz anders dastehen mit acht, Ende vierzig, als ich jetzt dastehe.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich glaube auch, dass [00:25:40] das, ähm, das Kapital ist gar nicht so wichtig, sondern einfach der Startpunkt-
Parvin Razavi: Genau.
Parvin Razavi: -dass man anfängt. Genau, dass man anfängt, ja. Also ich hatte auch Bausparer und, also früher haben meine Eltern auch Bausparer. Mhm.
Alexander Wastl: Die hab ich dann natürlich für irgendwas ausgegeben.
Anna-Lisa Bier: Ja. Okay, du bist-- Jetzt hast du, lernt man dann einfach dann mit der Zeit, oder?
Alexander Wastl: Genau.
Anna-Lisa Bier: Wenn wir jetzt davon sprechen, dass, ähm, du dich auch [00:26:00] finanziell gesehen, ähm, einfach sicher fühlst, ähm, ist bei uns immer die Abschlussfrage, weil ja unser Podcast- Mhm.
[26:06] Was bedeutet „safe"?
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Anna-Lisa Bier: -safe heißt.
Parvin Razavi: Ja.
Anna-Lisa Bier: Was bedeutet denn safe für dich sein?
Parvin Razavi: Safe für mich bedeutet, dass ich mehrere Monatsmieten Geld auf der Seite hab. Dass man gar, also, dass wenn im Worst Case, dass ich paar Monate ohne Sorge, [00:26:20] ähm, meine Miete zahlen kann, bis ich vielleicht wieder ... Also man sagt ja so im Schnitt drei bis fünf, ähm, Monatseinkommen sollte man gespart haben- Als Puffer.
Parvin Razavi: -als Puffer. Also dass ich einen Puffer hab. Mhm. Das ist mir ganz wichtig. Dass ich nicht, nicht-- Ich bin nie im Minus auf meinem Konto. Hei-also heißt nix, also man kann im, im Prüzungsrahmen durchaus im Minus [00:26:40] sein und jetzt nicht in der Bank schlechte Tasche, aber das ist für mich wichtig. Ich will nicht verschuldet sein.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Ist mir ganz wichtig. Ähm, und ja, dass ich einfach Geld auf der Seite hab für wenn, wenn irgendwelche-- Und dass ich auch, dass ich halt einfach flexibel bin.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Parvin Razavi: Dass ich mir auch Sachen kaufen kann, wenn ich sie mir kaufen will.
Anna-Lisa Bier: Das mache
Parvin Razavi: ich richtig viel. Aber ich merke, auch wenn, wenn zum [00:27:00] Beispiel hab ich heuer recht viel Tantiemen bekommen, ja, fürs, fürs Kochbuch.
Parvin Razavi: Dann hatt ich so ein, ich hab noch nie so einen Riesenbatzen Geld bekommen. Ich war völlig überfordert damit. Und dann hab ich mir im Vorfeld vorgestellt, was ich mir nicht alles ... Vielleicht kaufe ich mir endlich diese eine Tasche oder vielleicht mache ich endlich das und das. Und dann war das Geld da und dann hab ich totale Hemmungen gehabt, also bis [00:27:20] heute, es anzurühren.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Das heißt, du
Parvin Razavi: bist bis heute- Es ist noch immer da und, und ich
Alexander Wastl: trau mich nicht, irgendwas damit machen.
Anna-Lisa Bier: Ja, aber das ist eigentlich auch wieder schön, oder? Ja. Weil du hättest es ja auch schon bei der Tür rausschmeißen können.
Parvin Razavi: Ja, es geht. Also man muss es ja auch versteuern.
Anna-Lisa Bier: Ja, das stimmt. Das ist wieder was anderes.
Anna-Lisa Bier: Das kommt noch alles dazu. Ja, aber auf jeden Fall, ähm, ich glaube, bei dir zieht sich dieser [00:27:40] einerseits diese Leistung und so, die du von Anfang an als Kind immer schon mitbekommen hast, bis jetzt zu diesen ganzen Zusatzerfahrungen, die du hast und wo du jetzt stehst. Ähm, ja, also ich find, das, ja, passt eigentlich alles wohl gut, das pa-passt das perfekt eigentlich zusammen.
Anna-Lisa Bier: Ähm, ich danke dir sehr, Pavlin- Danke. -für deine Einblicke und wünsche dir noch weiterhin sowohl- Ja, vielen Dank. -finanziell als auch in der Küche [00:28:00] alles Gute. Danke schön. Danke. Danke,
Parvin Razavi: dass ich dabei sein konnte.
[28:09] Auswertung mit Anna Lisa & Alex
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Alexander Wastl: Hi Anna-Lisa.
Anna-Lisa Bier: Hi.
Alexander Wastl: Na, welche Zutaten hast du dir denn jetzt mitgenommen aus dem Gespräch? Der musste jetzt kommen.
Anna-Lisa Bier: Ja, ja, der musste kommen. Ich muss auch gleich dazu sagen, ich bin auf den Geschmack gekommen. [00:28:20] Jawohl. Nein, also- Das ist
Alexander Wastl: gut.
Anna-Lisa Bier: Ähm, insgesamt war das wieder ein, ein Gespräch, das sehr, sehr viele große Themen angesprochen hat, finde ich.
Anna-Lisa Bier: Ähm, Pavin ist ja einfach jetzt in den letzten Jahren eigentlich erst zu finanzieren und zum ganzen Investmentthema gekommen, was ich auch wieder sehr spannend fand, das Gegensatz. Ähm, [00:28:40] ja, ich weiß nicht. Also dieses auch Risiko gehen und solche Sachen, das ... Ein Moment zum Beispiel, der bei mir hängen geblieben ist, ist, dass sie ja gesagt hat, sie fühlt sich zu alt, ähm, um sich jetzt zu verschulden, obwohl sie eigentlich ihre Wohnung schon vielleicht auch kau-kaufen könnte oder generell eine andere Wohnung.
Anna-Lisa Bier: Und ich glaub, ich seh das als junge Frau ein bisschen anders oder aktuell noch anders, weil ich das Gefühl hab, ich hab noch [00:29:00] Zeit, um dieses Risiko einzugehen und es notfalls wieder auszugleichen. Und bei ihr ist es natürlich, merkt man schon, dass diese Frage: Wie viele Jahre hab ich noch, um das abzubezahlen?
Anna-Lisa Bier: Will ich das jetzt eigentlich momentan auf mich nehmen? Das ist mit dem Alter natürlich eine ganz andere Sache und hat eine ganz andere Gewichtung, wenn man so will. Also das war der eine Moment, der bei mir hängen geblieben ist.
Alexander Wastl: [00:29:20] Mhm. Ja, macht auf jeden Fall auch Sinn. Also wir haben das, glaub ich, eh schon mal besprochen und man kann jetzt auch nicht sagen, dass es zum Beispiel die eine Anlageform gibt, die für jedes Alter, ähm, die absolut passendste ist.
Alexander Wastl: Ähm, also ich glaub, das, man, man nennt das auch so Lebensphasenmodelle. Ja. Es ist ja [00:29:40] auch so, wenn man jetzt in Aktien ... Also es gibt auch, ähm, zum Beispiel, ähm, Pensionssysteme, die sind so ausgestaltet, wenn, da zahlst du in, in, in jungen Jahren, ähm, oder wenn du in der betrieblichen Altersvorsorge bist, dann hast du in den jungen Jahren einen höheren Aktienanteil in deinem Portfolio und der nimmt halt über die Jahrzehnte immer [00:30:00] weiter ab, weil du dann einfach die, äh, sozusagen, äh, nicht so volatilen, ähm, Anlageformen, also wie, wie vielleicht eine Anleihe oder was, ja, mit einem fixen Zinssatz, ähm, reinbekommst.
Alexander Wastl: Ja, also das wird da so in das Schema passen. Ja, also versteh ich ihren Ansatz und macht absolut Sinn. Und ich, ja, ich, für mich ist auch so: Sie ist eine Frau, die [00:30:20] sehr viel Verantwortung hat, immer schon in ihrem Leben über-, äh, übernehmen musste und sie fordert das ja auch. Sie will das auch, glaub ich, wenn ich's so richtig erinnert hab, v-v-, äh, von Frauen, wie sie das mehr haben: Verantwortung übernehmen, Risiko gehen und sich etwas zutrauen.
Parvin Razavi: Mhm.
Alexander Wastl: Und das, da ist sie, glaub ich, sehr stark dahinter und überzeugt. Das [00:30:40] find ich, find ich cool. Und das sind auch so Dinge, die, die zeigen sich auch so eben beim Finanz- oder Investmentthem, äh, Thema. Da gibt's ja auch Studien, wo Ähm, die zeigen, dass, ähm, Frauen eher risikoaverser sind bei der Verhandlung, was per se jetzt nichts Schlechtes ist, ja, überhaupt nicht.
Alexander Wastl: Ähm, aber es geht halt auch darum, Chancen [00:31:00] zu nutzen und, ähm, auch Risiko richtig einschätzen. Ja, also wenn ich jetzt sage: „Okay, ne, das ist mir, äh, nicht anlegen ist auch nicht risikolos, ja, weil ich hab mal fix einen, äh, Kaufkraftverlust, ja, also die Inflation. Und-
Anna-Lisa Bier: Also sie hat sehr explizit auch, glaub ich, in der Folge erwähnt, dass sie Tantiemen für ihr Buch [00:31:20] ausbezahlt bekommen hat, also eine plötzlich große Summe eigentlich und dass sie bis heute Hemmungen hat, dieses Geld anzurühren.
Anna-Lisa Bier: Und, äh, ich glaub, dass es bei Frauen vielleicht generell oft so ist, eben wie du schon sagst, wir lernen eigentlich, dass wir mit wenig haushalten, vielleicht sind wir eben risikoaverser. Wir gehen da, glaub ich, ein bisschen anders heran. Und, ähm, wenn dann auf einmal plötzlich mehr da ist, [00:31:40] hat man dann trotzdem nicht das Gefühl, dass man das jetzt unbedingt so verwenden sollte, sondern es wirkt vielleicht fast schon wie a Bedrohung, weil man nicht ganz weiß, was macht man jetzt damit.
Anna-Lisa Bier: Ähm, also das hat für mich jetzt schon ein bisschen so gezeigt, dass finanzielle Bildung nicht nur heißt, dass man weiß, wie man investiert, sondern auch, dass man sich selber erlaubt, was mit dem eigenen Geld anzufangen. [00:32:00] Also das ist eh grad das, was du eigentlich auch gesagt hast. Genau.
Alexander Wastl: Und Chancen erkennen.
Alexander Wastl: Genau,
Anna-Lisa Bier: Chancen nutzen.
Alexander Wastl: Ja, also man kann Risiko nicht negieren, das soll man auch nicht, aber mit Risiko geht halt auch, ähm, Chance.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Alexander Wastl: Weil ohne Risiko ich, ähm, ja, dann-
Anna-Lisa Bier: Geht's
Alexander Wastl: generell
Anna-Lisa Bier: nicht im
Alexander Wastl: Leben. Ja. Ähm, aber ich find das lustig mit dem Risikothema Frauen, Männer, weil das zeigen [00:32:20] auch Studien, dass, also da gibt's ja auch diesen, ähm, diesen Knowledge Gap sozusagen beim Finanzwissen, ähm, der ist auch ausgeprägter zwischen, also dass, dass Männer, äh- Äh, ein eher hö-höheres Finanzwissen haben im Schnitt.
Alexander Wastl: Aber das dazu muss man sagen, dass man kann, das [00:32:40] muss nicht so stimmen, weil Männer auch eher vielleicht mal raten bei, bei Fragen, ja. Oder dass Frauen sich Sachen nicht zutrauen. Sie sa-, sie sagen, ihr Finanzwissen ist, also vor allem wenn's um die eigene Beurteilung geht, wenn jetzt nicht Wissensfragen gefragt werden, ja.
Alexander Wastl: Aber wenn's ums eigene Beurteilung geht, sind vielleicht eher zurückhaltender und sagen: [00:33:00] „Na, würd ich jetzt nicht so ...“ Und der Mann geht eher vielleicht raus und sagt: „Ja, kenn mich super aus und hab sehr hohes Finanzwissen.“ Und er ratet vielleicht auch mal bei Wissensfragen und trifft dann halt, ähm, das Richtige, während die Frau sagt: „Ah, das weiß ich nicht, lass ich mal.“
Alexander Wastl: So. Ja, also das ist irgendwie so interessanter Side Fact vielleicht dazu. Ja.
Anna-Lisa Bier: Ich glaub, bei ihr [00:33:20] ist generell dieses, dass der, das Thema, das bei mir für sie jetzt da so drüber steht, ist eigentlich so dieses Learning by Doing. Sie hat sowohl ihre gesamte Karriere als Köchin sich selber aufgebaut, hat das an sich jetzt nicht gelernt, sondern hat's einfach immer wieder probiert und ist jetzt da, wo sie ist, weil sie das so gemacht hat.
Anna-Lisa Bier: Und eigentlich war sie beim Investieren genau das Gleiche. Da hat sie ihre [00:33:40] Tochter drauf gebracht, dann haben sie sich das gemeinsam angeschaut, einen Account eröffnet und jetzt ist im Endeffekt dabei geblieben, sag ich jetzt mal. Also ich glaub, das ist für mich so das Thema oder der rote Faden, der sich so durchgezogen hat.
Alexander Wastl: Voll. Da sind wir wieder beim Risiko. Ja. Also sie hat sicher oft in ihrer Karriere Risiko genommen.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Alexander Wastl: Oder sie hat, hat sie auch gesagt, in, in einer Phase, wo es anderen [00:34:00] tendenziell, wo's schwieriger war, hat sie eigentlich 'n Durchbruch gehabt.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Alexander Wastl: Und eben dieses Learning by Doing Thema, ja, wenn man Sachen nicht probiert Dann weiß man nicht, äh, also das ist beim Investieren genauso, ja.
Alexander Wastl: Wir, wir haben in Österreich extrem viele Finanzbildungsinitiativen, ja, von allen Seiten politisch, äh, privat, was auch immer, ja. Aber wenn man nicht praktisch damit in [00:34:20] Berührung kommt, ich kann, äh, 20 Abhandlungen übers Radfahren lesen, wenn ich mich selber nicht-- Ich werd's wahrscheinlich trotzdem aufhauen, wenn ich mich das erste Mal draufsetz.
Alexander Wastl: Und das gehört dazu. Aber wenn man, das soll jetzt nicht abschrecken beim Investieren, ja. Und jeder, wir machen auch, ich mach auch Fehler und teilweise dumme Fehler, aber halt mit [00:34:40] Beträgen, wo ich sag, da weiß ich, das kann in die Hose gehen. Aber die Grundlage, also wenn man die Grundsätze berücksichtigt, also regelmäßig breit diversifiziert über viele Branchen und Länder hinweg und das über einen langen Zeitraum, dann ist man schon vor sehr oder vor den großen Missgeschicken gefeit.
Alexander Wastl: Also es ist einfach, Investieren ist ein Marathon und kein Sprint. Man muss einfach [00:35:00] langfristig dranbleiben.
Anna-Lisa Bier: Genauso ist es. Ähm, apropos dranbleiben: Hast du noch etwas zu ergänzen?
[35:07] Praxisbezug & Zukunftsdepot
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Alexander Wastl: Ähm, ja, ich, ich wollte vielleicht zum Praxisthema, weil's auch grad aktuell ist. Das ist das, was uns in Österreich a bissl fehlt.
Alexander Wastl: Ähm, wenn man nicht individuell sich damit irgendwie in Berührung kommt, wie auch immer oder tätig wird, [00:35:20] ähm, dann ist halt der Kapitalmarkt, äh, hat man nicht so viel Berührung. Es gibt einfach Länder, in denen, da ist das ins Pensionssystem oder in dem, wie sich der Staat für die Zukunft aus-aufstellt. Wenn ich jetzt zum Beispiel an den Staatsfonds in Norwegen denke, ähm, da ist das fest in, in die Gesellschaft integriert und die Leute müssen sich dann zwa...,
Alexander Wastl: weil sie [00:35:40] sehen: „Hey, ein Teil meines Einkommens fließt in Aktien." Das ist so breitflächig, alle, ja. Bei uns ist das nicht so. Wir haben eine aktuell noch eine betriebliche Altersvorsorge, wo das so ist, aber das ha-haben auch nur ein Viertel der Bevölkerung, ja. Ähm, unser Umlagesystem hat gar nix mit Kapitalmarkt oder Wertpapierveranlagung zu tun.
Alexander Wastl: Ist in Schweden zum Beispiel [00:36:00] anders. Da geht ein geringer Prozentsatz, wird einfach in Fonds veranlagt. Ähm, auch recht erfolgreich, würd ich sagen. Und so hast du automatisch, weil du siehst ja dann, äh, okay, was passiert mit einem Teil meines Geldes? Wie entwickelt sich das? Wie wirkt sich das auf meine Pension aus?
Alexander Wastl: Und diese Praxisfälle fehlen bei uns so in der breiten Fläche noch. Aber wir haben [00:36:20] jetzt eben, jetzt kam diese, es gibt ja diesen Vorschlag des Zukunftsdepots. Ganz kurz erklärt: Ähm, Kinder von null bis achtzehn sollen schon mit 2027 Beginn, ähm, äh, so ein Altersvorsorgedepot erhalten, wo sie dann, äh, wo bis zu fünftausend Euro jährlich eingezahlt werden können und das Ganze auch kestoja bis zum achtzehnten Lebensjahr.
Alexander Wastl: Und [00:36:40] das würd ich schon sagen, das wär ... Also wir wissen die, die Ausgestaltung und, und wie das kommt, aber wenn's gut umgesetzt wird, also dass das nicht so ein enger Produktkatalog wird et cetera und nicht, also vor allem kostengünstig, dann ist das so was, wo, äh, jedes Kind dann einfach schon mit einem [00:37:00] Wertpapierdepot aufwächst.
Alexander Wastl: Und das ist einfach das größt, beste Praxisbeispiel, was es gibt, weil im Idealfall, wenn man's dann mit achtzehn Jahren sieht: Wow, wie hat sich das entwickelt? Und egal, was man dann mit dem Geld vielleicht macht, ja, aber man hat dann gesehen: Hey, das hat eigentlich gut funktioniert und wenn ich dann mit fünfundzwanzig, weil wir kennen's ja, vielleicht mit zwanzig, im Idealfall lassen wir das [00:37:20] weiterlaufen, aber vielleicht braucht man das Geld auch grad für was auch immer.
Alexander Wastl: Aber ich hab dann im Kopf, ich weiß, so über den und mit achtzehn Jahren, da-das ist schon a ziemlich guter Zeitraum. Also da kann man eigentlich davon ausgehen, dass sich das gut entwickelt. Äh, da hat man dann schon einen sehr guten Showcase. Ja. Und ich glaub, das wär a gute Sache, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Zumindest für die [00:37:40] Jungen, die jüngere
Alexander Wastl: Generation.
Alexander Wastl: Du hast komplett recht. Ja, ja, genau.
Anna-Lisa Bier: Aber man muss es
Alexander Wastl: immerhin so sehen. Ja genau. Man muss sehen, woher kommen wir und für Österreich ist das jetzt schon mal, wie gesagt, wir kennen's noch nicht genau, aber wenn man so ein bisschen die Fantasie spielen lässt und ich hoff, es könnte was Gutes werden, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Alexander Wastl: Auch wenn ich keinen Nutzen ist, persönlich. [00:38:00] Mein
Anna-Lisa Bier: Sohn. Man weiß. Ja genau. Indirekt in dem Sinne.
Alexander Wastl: Ja.
Anna-Lisa Bier: Ähm, an der Stelle kann ich dann eigentlich nur sagen: Danke schön, Alex, für deine Ausführungen und deine Recherchen. Das war jetzt noch der perfekte Zusatz zu dem Gespräch mit Pavin. Ansonsten bedanke ich mich wieder fürs Zuhören und freue mich, wenn das nächste Mal wieder alle einschalten, wenn die nächste Folge von Safe! [00:38:20] Stories übers Investieren erscheint.
Alexander Wastl: Ja, ciao Baba. Bis zum nächsten Mal.
Anna-Lisa Bier: Danke, ciao.
[38:36] Outro & Disclaimer
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Alexander Wastl: Das war Safe! Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Die [00:38:40] Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
Alexander Wastl: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der Initiative [00:39:00] "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerbörse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.