Die erste Aufzeichnung von Safe! Stories übers Investieren vor Publikum! Zu Gast ist Noah Leidinger, der bereits mit 13 Jahren sein erstes Geld an der Börse anlegte. Der Podcaster („Ohne Aktien wird schwer") spricht über seine Investment-Anfänge in Österreich, seinen Werdegang vom Zivildienst in Bulgarien zum Forbes-30-under-30-Ausgezeichneten, seine Strategie aus ETFs und Einzelaktien und warum er glaubt, dass sich mehr Menschen mit Wirtschaft und Börse beschäftigen sollten.
Safe! Stories übers investieren goes Live-Podcast! 🎉
Noah Leidinger kaufte bereits mit 13 Jahren seine ersten ETFs, betreibt heute den Aktien-Podcast „Ohne Aktien wird schwer" und investiert als Portfoliomanager bei OMR X in Start-ups. Noah erzählt von seinen Investment-Anfängen in Österreich, dem Werdegang vom Zivildienst in Bulgarien über die Bewerbung bei Philipp Westermeyer bis zur Rolle bei OMR, seinen Fehlern – von der ersten Einzelaktie Bayer bis zu einer gescheiterten Analyseplattform – und seiner langjährigen Strategie aus ETF-Sparplan, Einzelaktien und Start-up-Beteiligungen.
Er erklärt, warum Investieren heute einfacher, aber auch dringlicher geworden ist, was er von politischen Risiken bei chinesischen Aktien hält, wie Start-up-Investments bei OMR X funktionieren und was für ihn persönlich „safe sein" bedeutet: ein finanzieller Puffer, der Freiheit und Sicherheit für das eigene Leben schafft.
Links:
Wiener Börse: www.wienerborse.at
Initiative „Beteilig dich": wienerborse.at/beteilig-dich
Noahs Podcast „Ohne Aktien wirds schwer": https://oaws.de/podcast
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Kapitelmarken:
[00:00] Begrüßung & Intro
[00:37] Live-Podcast-Premiere an der Wiener Börse
[01:35] Vorstellung des Gastes Noah Leidinger
[02:09] Aufwachsen in Österreich & Umgang mit Geld
[04:51] Erstes Investment mit 13 Jahren
[07:16] Selbstvertrauen & Karrierestart
[09:16] Zivildienst in Bulgarien
[11:55] Portfoliomanager bei OMR
[13:24] Blick auf den österreichischen Kapitalmarkt
[14:35] Persönliche Investmentstrategie
[17:16] Beruf vs. Privatvermögen
[19:32] Wissensvermittlung & Finanzbildung
[20:32] Start-up-Investments & Kriterien
[23:51] Aktienanalyse als Handwerk
[24:18] Verantwortung & gesellschaftlicher Beitrag
[26:23] Fehler & Learnings
[29:05] Investieren heute: leichter oder schwerer?
[31:00] Ratschlag für Anfänger
[32:26] Was bedeutet "safe" beim Investieren?
[34:06] Nachbesprechung
[41:34] Disclaimer & Verabschiedung
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[00:00:00]
[00:00] Begrüßung & Intro
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Anna-Lisa Bier: Willkommen bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente und [00:00:20] darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt und jetzt geht's los.
Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen bei Safe [00:00:40] Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Mein Name ist Anna Lisa Bier und gegenüber von mir sitzt wie gewohnt Alexander Wastel.
Alexander Wastl: Ja, hello. Ähm, jetzt haben wir schon ein paar Folgen am Buckel, aaaber heute gibt's eine Premiere.
Anna-Lisa Bier: Oh ja, heute feiern wir unser Live-Debüt mit Safe Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Und zwar nehmen wir eine Live-Podcast-Folge auf in der [00:01:00] Wiener Börse im Rahmen der Finfluencer Class 2026 und ich darf mit Noah Leidinger sprechen.
Alexander Wastl: Ja, ich hätt gesagt, hören wir direkt rein und gerne wie immer dranbleiben für unsere gemeinsame Nachbesprechung im Anschluss.
Anna-Lisa Bier: Herzlich willkommen bei Safe Stories übers Investieren, dem Podcast der Wiener Börse.[00:01:20]
Anna-Lisa Bier: Mein Name ist Anna Lisa Bier und diese Folge ist anders als alle anderen bisherigen Folgen unseres Podcasts. Wir nehmen zum ersten Mal live vor Publikum auf, direkt vor Ort an der Wiener Börse. Ich begrüße also nicht nur euch, liebe Hörer und Hörerinnen zu Hause, sondern ganz besonders auch alle, die heute live dabei sind.
[01:35] Vorstellung des Gastes Noah Leidinger
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Anna-Lisa Bier: Schön, dass ihr da seid. Und was darf bei einem Podcast-Gespräch nicht fehlen? Genau, [00:01:40] ein spannender Gesprächspartner. Mein heutiger Gast hat schon mit 13 Jahren sein erstes Geld an der Börse angelegt. Heute betreibt er einen der größten Aktien-Podcasts im deutschsprachigen Raum, hat ein Bestseller-Buch geschrieben und investiert in Start-ups.
Anna-Lisa Bier: Bitte einmal Applaus für Noah Leidinger.[00:02:00]
Anna-Lisa Bier: Noah, es ist sehr schön, dass du heute da bist und noch schöner, dass du dieses Live-Podcast-Debüt mit mir bestreitest. Ich freue mich sehr.
Noah Leidinger: Ich freue mich auch sehr. Vielen Dank für die Einladung.
[02:09] Aufwachsen in Österreich & Umgang mit Geld
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Anna-Lisa Bier: Du bist gebürtiger Österreicher, lebst aber mittlerweile in Hamburg. Ähm, was hat dich denn auch das Aufwachsen in Österreich über den Umgang mit Geld und der Börse, [00:02:20] ähm, gezeigt oder gelehrt?
Noah Leidinger: Gute Frage. So wurde es das ja noch nie gestellt. Ähm Also ich glaube grundsätzlich von meinen Eltern her hab ich schon so grad von meinem Vater so 'ne Grundsparsamkeit g-mitbekommen, aber eher so im sehr konservativen Bereich. Also nicht jetzt in Aktien anlegen oder Börse, war eher so, so 'n Fremdkörper und eher Spekulation und auch an der Schule oder so [00:02:40] war Wirtschaft jetzt nie so von Lehrern auch positiv gesehen, dass man jetzt sagt, okay, man investiert jetzt in Nestlé, sondern es wurde sich dann eher 'ne negative Nestlé-Doku angeguckt.
Noah Leidinger: Ähm, aber ich glaub, bei mir hat das dazu geführt, eher in der Pubertät, dass quasi meine Form des Pubertierens war, mich da dagegen zu stellen. Ähm, und dann bin ich irgendwie über Social Media, ähm, und so diese Basic-Finanzratgeber und [00:03:00] Selbstentwicklungsbücher bisschen in das Investmentthema reingerutscht.
Noah Leidinger: Ähm, und ich wollte dann irgendwie in dieser Wirtschaftswelt mitmachen. Ich hab gesehen, okay, da kann man viel bewegen, da passieren viele spannende Dinge. Ähm, und hab dann auch verschiedenstes ausprobiert. Hab irgendwie bei Multi-Level-Marketing-Firmen mich so halb beworben. Dann war ich natürlich immer zu jung.
Noah Leidinger: Dann hab ich irgendwann Notizbücher importiert aus China. Dann war ich auch zu jung, um 'ne GmbH dafür zu gründen. [00:03:20] Dann hab ich 'n, äh, Lexikon geschrieben, das auf Amazon verlegt. Wollte das mit 'nem Schulkameraden machen. Ich hatte von A bis M die Buchstaben und er die restlichen. Äh, er hatte irgendwann keine Lust mehr, dann hab ich einfach von A bis M veröffentlicht.
Noah Leidinger: Ähm, also ich hatte so immer erste Gehversuche, aber hab gemerkt, okay, ich bin irgendwie zu jung, um da mitzuspielen. Und dann hab ich aber gesehen, an der Börse kann ich mitspielen. Also ich kann mir die Geschäftsberichte von [00:03:40] Microsoft nach Hause bestellen und dann liefern die das kostenlos und ich krieg da 'n Geschäftsbericht.
Noah Leidinger: Ähm, ich kann da die ganzen Dokumente einsehen. Ich kann ganz normal an der Börse, äh, damals über 'nen Account, den mein Vater für mich eröffnet hat, investieren. Und ich glaub, das war so mein Weg zur Börse und so hat mich die österreichische Herkunft bisschen geprägt auch. Ich komm aus Eferding, also eher kleine Stadt, ähm, und ich hatte dann das Gefühl, okay, ich kann hier auf 'm globalen Level oder zumindest [00:04:00] auf 'm großen Level mitspielen und komm so bisschen aus meinem, äh, kleinen Herkunftsort raus.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Das heißt, ich mein, über das Familienthema und so kommen wir eh noch zu sprechen, aber wie war denn generell der Umgang bei dir in der Familie mit Geld?
Noah Leidinger: Also ich glaub, äh, bei meinem Vater sehr, sehr sparsam auf jeden Fall, ähm, und bei meiner Mutter auch sparsam, sehr bodenständig. Ähm, ich glaub, sie hat 'n anderen Background familiär.
Noah Leidinger: Also da [00:04:20] wurde nicht, äh, ganz so sparsam agiert. Bei meinem Vater war's sehr sparsam in der Familie. Ähm, das waren so zwei Unterschiede, die für mich aber, glaub ich, ganz gut waren, weil ich so 'ne gute Balance mitbekommen hab. Ähm, und es war schon immer auch wichtig, irgendwie zu sparen und nicht das ganze Geld auszugeben.
Noah Leidinger: Und diese DNA hatt ich auch schon immer, dass ich eigentlich gern gespart hab. Also ich hab mir auch im Urlaub, wenn's irgendwie jeden Tag zehn Euro gab, äh, die man ausgeben konnte für irgend 'ne [00:04:40] Zusatzsache, also dass man sich mal 'n Cocktail bestellt, 'n alkoholfreien oder so, dann hab ich den immer komplett aufgespart bis auf 'n letzten Tag, weil dann dacht ich, kauf ich mir zehn Cocktails.
Noah Leidinger: Und auf zwei war natürlich dann irgendwie, hatt ich auch keine Lust mehr. Ähm, aber so diese Grund-DNA hatt ich bissl, ne.
[04:51] Erstes Investment mit 13 Jahren
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Anna-Lisa Bier: Mhm. Und wie kam's dann, ähm, dazu, dass deine Familie dich dann auch mit deinem ersten Investment unterstützt hat? Kannst du das vielleicht kurz ausführen?
Noah Leidinger: Also ich hab dann schon sehr viel gelesen [00:05:00] und auf YouTube geguckt und mich sehr damit beschäftigt, ähm, sehr jung.
Noah Leidinger: Und dann hab ich irgendwann gesagt, ich will da investieren. Und mein Vater hatte keinen Bezug dazu, aber seine Einstellung war auch immer: Wenn das jetzt nicht schädlich ist, dann können die Kinder das machen, was sie machen wollen. Und er hat dann in seinem Namen eben 'n Depot eröffnet und dann meinte er, ich kann mein Taschengeld da hin überweisen und dann hab ich so mein erstes Investment gemacht.
Noah Leidinger: Also es Wurde sozusagen möglich gemacht. Es wurde jetzt nicht gepusht oder so, [00:05:20] aber auf jeden Fall hat sich auch niemand dagegen gestellt und solange es mein Geld war, war es auch allen ein bisschen egal.
Anna-Lisa Bier: Ja. Das andere verwenden ihr erstes Taschengeld für, keine Ahnung, Essen, shoppen gehen und so weiter.
Anna-Lisa Bier: Du hast es direkt abgebucht.
Noah Leidinger: Direkt in, in, in
Anna-Lisa Bier: ETF-Sparplan. Mit dreizehn war das ja, oder? Ja. Vom Alter her. Und wie kann man sich das vorstellen, wie das abgelaufen ist? Bist du eines Tages am Abend gemeinsam beim Abendessen [00:05:40] gesessen und hast gesagt: „So, ich würd gern ein Depot eröffnen", oder wie hat das funktioniert?
Noah Leidinger: Äh, ja, ich glaub, ich hab das dann irgendwann gesagt, ich will jetzt da meine ersten ETFs kaufen. Ähm, und dann hab ich gesagt: „So und so müssen wir das jetzt machen. Da müssen wir das irgendwie bei, äh, Broker war damals Flatex, weil so viel gab's nicht in, in Österreich, hinschicken. Dann war der Registrierungsprozess noch viel aufwendiger.
Noah Leidinger: Die Mindestsummen waren viel größer. Ich glaub, zweihundertfünfzig Euro waren das. Ich musste [00:06:00] immer ein Quartal warten, bis ich genug Geld zusammen hatte von allem, was ich mir irgendwie zusammengespart hab. Ähm, und dann wurd das irgendwie, äh, gemacht so. Aber zum Beispiel auch dieses Buch oder dieses Lexikon auf Amazon, das konnt ich auch nicht selber machen.
Noah Leidinger: Da musste auch mein Vater den Account erstellen. Ähm, also da war er immer offen für, auch wenn er, glaub ich, oft dachte, es ist irgendwie Unsinn. Ähm, und mein Vater ist auch Unternehmer, er hat eine gemeinnützige GmbH, ähm, und ich [00:06:20] hatte ihm dann erklärt, dass er gar kein Unternehmer ist, weil er noch arbeiten muss in seiner Firma.
Noah Leidinger: Und ich hatte in diesen, äh, Selbsthilfebüchern gelernt, dass quasi ein richtiger Unternehmer nur noch strategisch drauf guckt, ähm, und nix arbeiten muss. Äh, hab ich mittlerweile auch gelernt, dass schon hundert Prozent der Unternehmer selbst noch arbeiten, ähm, aber das war so bisschen, ich glaub, dass diese Aussage den ein bisschen gestört, aber sonst war der immer offen für, ja.
Anna-Lisa Bier: [00:06:40] Ja. Und in dem Moment, wo du das Depot dann hattest, hat dein Vater da dann auch noch einen Blick drauf geworfen oder war das dann wirklich dein Ding und-
Noah Leidinger: Äh, nee, das war komplett mein Ding. Ähm, ich glaub, da wusste er irgendwie auch, dass ich jetzt keinen großen Unsinn machen werde, ähm, aber wär auch gar nicht, ich glaub, Kredite waren gar nicht jetzt irgendwie ermöglicht und ich hab irgendwie ETFs gekauft, also mehr als hundert Prozent Verlust gab's nicht.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Noah Leidinger: Ähm, er hatte dann [00:07:00] irgendwann, als es ans Übertragen ging, sich gewundert, was er da für ein großes Depot hatte oder vergleichsweise groß dann. Ähm, genau, aber das, äh, das hat er, glaub ich, nicht als Risiko gesehen.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich möcht jetzt auch auf das zu sprechen kommen, was du heute bist. Ähm, was mich nämlich bei dir absolut fasziniert, ist dieser Glaube an dich selbst.
[07:16] Selbstvertrauen & Karrierestart
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Anna-Lisa Bier: Ähm, das sagt man ja oder sagt man immer wieder, dass junge Menschen einfach auch an sich glauben sollen. Das [00:07:20] ist gerade in der Pubertät, wenn man aufwächst, immer ein bisschen vielleicht schwierig, was ich so von meiner Seite noch weiß. Du hast auch als Teenager versucht, ja, ein Netzwerk, Kontakte und so weiter aufzubauen und hast dich mit neunzehn eben als Podcast-Host von Ohne Aktien wird schwer beworben.
Anna-Lisa Bier: Gerade wenn man frisch von der Schule, von Zivildienst, Bundeswehr, was auch immer kommt und eben nicht weiß, wohin der eigene Weg führt, ey, [00:07:40] woher kam denn bei dir so früh dieser Antrieb, dass man sagt: „Ja, ich nehm jetzt meine Chancen selbst in die Hand und ich probier's einfach"?
Noah Leidinger: Also ich glaub, ich hatte damals aus diesen Selbsthilfebüchern auch noch 'n paar Dinge mitgenommen, die, die sinnvoll waren, ähm, zumindest für mich.
Noah Leidinger: Und eine dieser Sachen war, dass man anfangen soll und kostenlos für Leute arbeiten soll. Dass das quasi der beste Weg ist, im, ins Berufsleben einzusteigen. Kann man auch [00:08:00] sicher kritisch sehen, für mich war's aber super hilfreich und ich hatte damals schon mit 13 dann auch YouTuber angeschrieben und gesagt: „Ich würd gern euch zuarbeiten, irgendwie Artikel schreiben, Analysen machen."
Noah Leidinger: Ähm, und dann gab's auch ein, zwei, die gesagt haben: „Ja, kannst du ja mal ausprobieren." Ähm, mit denen ich dann auch wirklich zusammengearbeitet hab. Und so hatt ich dann mit, äh, 14 Jahren auch schon mein erstes kleineres Gehalt von denen bekommen, ähm, und quasi da schon gesehen, okay, ich kann scheinbar [00:08:20] da mitarbeiten und hab dann schon erste Meetings gehabt und so.
Noah Leidinger: Das war alles nicht so super intensiv, aber ich glaub, da kam so 'n gewisses Grundvertrauen her, dass ich das irgendwie schon kann. Ähm, und ich war dann ja auch in Facebook-Gruppen unterwegs, hab da meine Aktienanalysen gepostet und da wusste ja niemand, wie alt ich bin und die kamen gut an und wurden aufgenommen.
Noah Leidinger: Ähm Das, äh, Dividendenstrategiegruppe war das damals, äh, da hab ich so mit Paint [00:08:40] Aktienanalysen erstellt. Äh, sieht heute wirklich schrecklich aus. Ähm, aber es kam irgendwie an. Äh, ich war auch der Erste, der so Grafiken gemacht hat und nicht einfach nur 'n Text geschrieben hat. Ähm, und ich glaub, da kam so ein bisschen dieses Grundvertrauen her.
Noah Leidinger: Und dann hat mich sicher der Zivildienst auch noch mal geprägt. Ich hab den ja in Bulgarien gemacht, ähm, weil ich keine Lust hatte, ihn hier zu machen. Also ich hatte generell keine Lust auf 'n Zivildienst eigentlich. Ähm, aber d-dieser, [00:09:00] der Wegzug dann auch während Corona in Bulgarien zu sein, ein ganz anderes Umfeld.
Noah Leidinger: Es war, ich war auch der einzige Zivildienst in dem Jahr eben wegen Corona. Das heißt, ich konnte auch mit niemandem Deutsch sprechen und Englisch auch nur mit wenigen. Ähm, und ich glaub, das hat mir so ein gewisses Grundvertrauen gegeben, dass wenn ich mich da irgendwie in Bulgarien mit Bulgarisch durchschlage, äh, dann wird's in Hamburg auch klappen.
[09:16] Zivildienst in Bulgarien
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Noah Leidinger: Und das war auch eher 'ne Option, so. Also ich dachte erstens nicht, dass ich genommen werde, [00:09:20] als ich mich beworben hab und es war auch nur 'ne Redakteurstelle und ich dachte, ich mach das so drei Monate und dann geh ich studieren und guck mir mal an, was, was da los ist und dann hat's, äh, länger gehalten.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich möcht noch kurz über den Zivildienst in Bulgarien sprechen. Du hast in einem Interview erwähnt, dass du dort gemerkt hast, wie die Menschen dort aufleben und dass dich das auch sehr beschäftigt hat und dass du damals überlegt hast, was jetzt eigentlich mehr bringen würde, wenn du Sozialarbeiter werden [00:09:40] würdest und vor Ort helfen würdest- Ja.
Anna-Lisa Bier: -oder wenn du in der Wirtschaft agierst und dann spendest. Äh, was war da generell, was, was waren da so die Learnings, die du mit Geld dann auch dort hattest? Weil das ist ja natürlich ein ganz anderes Leben trotzdem als in Österreich.
Noah Leidinger: Genau, also man sieht ja in Bulgarien 'ne krasse Spaltung, die ich auch ganz gut mitbekommen hab, weil ich war einerseits in diesem Krisenzentrum für Roma und Sinti-Kinder, ähm, die da wirklich in absoluter Armut [00:10:00] leben und in Ghettos, die man sich echt nicht vorstellen kann in Europa.
Noah Leidinger: Und auf der anderen Seite hatte ich über meine Sprachlehrerin Zugang zu den ganzen Kindern, die am Deutschgymnasium waren, die perfektes Deutsch konnten, die sehr gebildete Eltern hatten. Ähm, und die hatten wahnsinnig viele Vorbehalte gegenüber den Roma- und Sinti-Kindern und haben mich gefragt, was ich da in diesem Ghetto mache, wie ich da überhaupt reinlaufen kann.
Noah Leidinger: Ist viel zu gefährlich. Ähm, also das hat mich so einfach geprägt. Ähm, und ich glaub, ich [00:10:20] hatte dann m-mich bisschen über effektiven Altruismus angelesen und das ist genau diese Philosophie, dass man halt sagt: „Okay, ich könnte jetzt Sozialarbeiter sein, ähm, und dann bring ich natürlich 'n gewissen Mehrwert, aber ich bin vielleicht auch, hab 'n gewissen Wirtschaftsbezug, kenn mich mit Finanzen aus.
Noah Leidinger: Das heißt, wahrscheinlich kann ich auch 'ne Karriere einschlagen, jetzt standardmäßig Investmentbanker, wo ich dann vielleicht irgendwann dreihunderttausend im Jahr [00:10:40] verdiene und dann könnt ich mein Geld nehmen und davon einfach drei Viertel spenden und dann kann ich für das Geld drei Sozialarbeiter anstellen.
Noah Leidinger: Und das ist so ein bisschen die Grundphilosophie, ähm, die mich da ein bisschen geprägt hat. Und ich glaub, was mich auch geprägt hat, war halt zu sagen Wenn man irgendwie Talente hat und wenn man auch was machen kann, dann sollte man auch wirklich Gas geben, auch im beruflichen Leben. Ähm, und ich glaube, das ist in der jungen Generation ja viel so, dass alle gucken, [00:11:00] was ist quasi das, was einen jetzt selber im Moment am glücklichsten macht?
Noah Leidinger: Wie viel Reisen macht man? Wie viel Freizeit macht man? Ähm, und ich habe da schon so ein bisschen eine Grundverantwortung rausgenommen, dass man sagt, okay, wenn man Talente hat, wenn man so aufwächst in so einem glücklichen Umfeld, dann muss man auch was zurückgeben und sich auch anstrengen, ähm, und versuchen, was zu erreichen, um dann eben zurückgeben zu können.
Noah Leidinger: Das hat mich schon geprägt da.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und diese Bewerbung für als Podcast-Host kam [00:11:20] ja dann auch während dem Zivildienst, oder?
Noah Leidinger: Ja. Äh, das, äh, war auch so sehr zufällig. Hatte dann einen Call mit Philipp Westermeyer, dem Gründer von OMR. Damals war die Firma auch noch ein bisschen kleiner. Das waren, glaube ich, siebzig Mitarbeiter, jetzt sind wir dreihundertfünfzig.
Noah Leidinger: Ähm, und dann meinte er so nach fünfzehn Minuten, hat mich gefragt, was ich vom Podcast halte. Sie haben den gerade gestartet. Meinte ich, finde ihn nicht so gut, äh, aus den und den Gründen. Hab dann drei Beispiele zitiert, was ich schlecht [00:11:40] fand. Ähm, und da meinte er: „Ja, dann komm nach Hamburg." Ähm, und so hat sich das dann ergeben und ich habe auch am Anfang quasi an den zwei freien Tagen schon remote gearbeitet für den Podcast, ähm, aus dem Apartment raus vom Zivildienst.
Noah Leidinger: Äh, das heißt, war ein, war ein großer Kontrast dann irgendwie Börse und auf der anderen Seite, äh, die Kinder.
[11:55] Portfoliomanager bei OMR X
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Anna-Lisa Bier: Das glaube ich dir. Und du bist ja dann generell schon sehr jung in diesen, in den Finanzsektor [00:12:00] eingestiegen und warst 2022, also mit zwanzig, bereits Portfoliomanager und Geschäftsführer bei OMR X, ähm, wo du für OMR in Start-ups investierst.
Anna-Lisa Bier: Wie ging es dir damit, so jung schon so eine Verantwortung aufgetragen zu bekommen?
Noah Leidinger: Das hat sich mir sehr natürlich entwickelt, weil sich das alles so ein bisschen ergeben hat. Also am Anfang hab ich den Podcast [00:12:20] gemacht als Redakteur, da hab ich zugearbeitet. Dann konnt ich die Hosting-Rolle übernehmen.
Noah Leidinger: Dann kamen natürlich erste Medienauftritte und so, wo ich dann auch irgendwie gemerkt hab, okay, das kann ich ganz gut. Und dann war eher die Rolle erst mal, wir kriegen immer viel zugeschickt von Start-ups, die quasi wollen oder fragen, ob wir investieren können. Und früher haben wir eigentlich immer abgesagt, aber meine Aufgabe war dann mal, mit denen zu sprechen und irgendwie 'ne nette Absage zu machen und zu sagen, [00:12:40] wieso es nicht so passt.
Noah Leidinger: Ähm, und dann hab ich aber irgendwann gemerkt, gemeinsam mit meinem Kollegen Flo Adomeit, der auch bisschen älter war damals, ähm, der kam grad aus dem Studium raus und hat grad noch promoviert, ähm, haben wir dann gesehen, okay, da kommen eigentlich sehr gute Sachen rein. Ähm, und dann haben wir zu Philipp gesagt, wir würden das gern aufsetzen als Investmentvehikel und da investieren auch hin und wieder, weil wir da irgendwie Chancen sehen.
Noah Leidinger: Und so kam das dann sehr natürlich. Ich kannte auch die [00:13:00] Leute schon ein bisschen, ähm, und dann stimmt man sich ja eh vor so 'nem Investment ab. Äh, mit jetzt Flo Adomeit hab ich immer viel diskutiert dann. Äh, und dann am Ende haben wir das gemeinsam irgendwie Philipp vorgestellt, aber es war dann für mich irgendwie sehr natürlich und dann wächst man so nach und nach rein.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Also du hast schon 'ne große Laufbahn da hinter dir mit dem Alter. Also das kann ich an der Stelle schon noch mal dazu sagen, weil ich glaub, du bist auch sehr bescheiden, was das anbelangt. Ähm, ich [00:13:20] möcht auch mit dir auf die Wiener Börse zu sprechen kommen. Wir sind ja heute zu Gast bei der Wiener Börse.
[13:24] Blick auf die Wiener Börse
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Anna-Lisa Bier: Absolut. Ähm, wie sieht denn dein Blick auf den österreichischen Markt und die Wiener Börse aus?
Noah Leidinger: Also entwickelt sich ja sehr erfreulich, muss man sagen. Äh, das krieg ich jetzt auch immer öfter zugespielt von Leuten, die sagen, österreichische Aktien sind ja doch ein ganz gutes Investment. Ähm, ich glaub insgesamt, was auch uns so bisschen anliegen ist bei One Aktien [00:13:40] wird schwer, bisschen mehr Aufmerksamkeit draufzubringen, weil tendenziell ja alle Investoren 'n starken Home Bias haben und das ist auch bei den Deutschen so, dass sie halt sehr stark auf die deutschen Firmen schauen, ähm, und jetzt Österreich dann schon irgendwie für die weit weg ist, obwohl's so 'n naheliegender Kapitalmarkt wär.
Noah Leidinger: Also ich glaub, da sind echt super Firmen, natürlich viele auch in 'nem eher kleineren Segment. Ähm, aber ich glaub grundsätzlich auch, was die Wiener Börse macht, sehr viel [00:14:00] Aufmerksamkeit reinzubringen so, da, da passiert schon viel Positives. Ähm, ich glaub, was ich so von jetzt der Gesellschaft her beobachte, ist, dass das Thema fast noch bisschen kleiner ist als in Deutschland.
Noah Leidinger: Also in Deutschland so die letzten zehn Jahre wurde das grad bei der jungen Generation schon immer größer, auch durch die ganzen Finanz-Influencer und so. Und das ist in Österreich schon noch zurückhaltender. Ähm, also ich glaub, da ist noch 'n bisschen weiterer Weg zu gehen. Diese [00:14:20] Grundzurückhaltung jetzt auch von der älteren Generation gegenüber Aktien, die ist, glaub ich, sehr ähnlich.
Noah Leidinger: Also ich kann in Österreich nicht ganz genau sagen, ob sich auch so viele an der deutschen Telekom zum Beispiel verbrannt haben, aber viele dieser Generationen können mit Börse nicht so viel anfangen. Ähm, und ich glaub, da ist in Österreich noch viel aufzuholen noch.
Anna-Lisa Bier: Ja, deshalb sitzen wir ja unter anderem hier.
[14:35] Persönliche Investmentstrategie
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Anna-Lisa Bier: Absolut. Ähm, ich möchte eigentlich jetzt eh auch schon zum Thema Investments kommen, [00:14:40] nämlich auch zu deinen persönlichen Investments. Wie legst du's denn heute an?
Noah Leidinger: Also ich hab schon immer irgendwie viel über ETF gemacht. Also wie so 'n sehr breit gestreuten Sparplan, den hab ich immer durchlaufen lassen und immer erhöht quasi mit jeder Gehaltserhöhung oder Bonus oder was auch immer.
Noah Leidinger: Ähm, das ist auch immer noch der Kern von meinem Portfolio, quasi diese ETF-Strategie. Und ich mach dann rundherum so [00:15:00] Einzelaktien als Satelliten. Ähm, wenn ich irgendwie an Firmen vor allem langfristig glaube, sind vor allem auch eher so langweiligere Geschäftsmodelle, wo ich irgendwie sehr langfristiges Potenzial sehe und denke, okay, über zwanzig, dreißig Jahre kann da eine sehr große Firma draus werden.
Noah Leidinger: So was find ich immer spannend dann als Ergänzung noch. Ähm, und ich hab 'n relativ großen Anteil durch eben die Start-up-Investments an Start-ups auch indirekt. Ähm, das heißt, das ist sogar der größte [00:15:20] Teil von meinem Portfolio. Das ist jetzt von der Gesamtallokation nicht so sinnvoll, weil's natürlich super riskant ist, ähm, aber es hat sich halt so ergeben.
Noah Leidinger: Aber jetzt rein auf Aktien geschaut, ist das so meine, meine Strategie, einfach diesen Sparplan, den ich immer laufen lasse und dann Einzelaktien. Mache ich aber auch viel weniger, als manche denken würden. Also wir machen in unserem Podcast sprechen wir jeden Tag über Aktien, analysieren Geschäftsmodelle.
Noah Leidinger: Ähm, und bis ich dann mal 'ne Aktie kaufe, muss ich schon [00:15:40] sehr tief mich damit beschäftigen und da fehlt oft auch einfach die Zeit dafür. Ähm, und was ich auch immer sage, den jungen Leuten, die auch unseren Podcast hören, ich glaube, es ist super, sich mit Börse auch intensiver zu beschäftigen, weil man sehr viel über Wirtschaft lernt.
Noah Leidinger: Man lernt, wie funktionieren Unternehmen, wie kann man auch als Mitarbeiter Wert stiften, wie denken Unternehmer, wie denkt eigentlich so eine Firma überhaupt nach über ihre Zukunftsstrategie. Ich glaub, das ist für die Karriere super [00:16:00] wertvoll, viel wertvoller als irgendwelche Renditen, die man machen kann.
Noah Leidinger: Ähm, und ich würde auch immer jungen Leuten mitgeben, die sich sehr viel Gedanken machen, wie viel ETF-Anteil hab ich jetzt in meinem Portfolio. Als junger Mensch macht's meistens viel mehr Sinn, auf die Karriere zu fokussieren. Ähm, und da kann man das Wissen von der Börse mitnehmen, als jetzt das eigene Portfolio zu optimieren.
Noah Leidinger: Weil wenn ich jetzt irgendwie tausend Euro anlege und ich mach zwanzig Prozent Rendite, bin ich [00:16:20] Weltklasse-Investor, aber es sind halt zweihundert Euro. Und wenn ich die nächste Gehaltserhöhung kriege, ist wahrscheinlich mehr als zweihundert Euro im Jahr.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ist ja insofern auch ein Investment, wenn man in sich selbst investiert.
Noah Leidinger: Absolut, ja.
Anna-Lisa Bier: Wie viel von diesen früheren Investments jetzt wirklich mit dreizehn sind denn heute noch da?
Noah Leidinger: Also die ETFs sind noch alle da, ähm, und ist tatsächlich auch meine, meine erste Einzelaktie war damals Bayer.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Noah Leidinger: Äh, [00:16:40] Riesenmisserfolg, muss man sagen, aus Investmentsicht. Äh, der Bayer hatte damals Monsanto übernommen und ich dachte, okay, die Börse schätzt das völlig falsch ein.
Noah Leidinger: Ähm, die kombinierte Firma ist viel mehr wert, als das jetzt die Analysten sehen. Ich hab mir noch so 'ne discounted Cashflow-Analyse in Excel gemacht, ähm, und hab das alles ganz genau mit Zahlen analysiert, hab aber massiv dieses Rechtsrisiko unterschätzt und hatte das irgendwie auch nicht aufm Schirm.
Noah Leidinger: Ähm, und das waren meine [00:17:00] ersten zwei Einzelaktien, die ich gekauft hat, waren zum Glück nur zwei oder drei Stück, ähm, aber ja, die sind bisher immer noch im Minus,
Anna-Lisa Bier: ja. Da hast du gleich gut davon gelernt in dem Fall.
Noah Leidinger: Also ich hab schon noch sehr lange auch dran geglaubt. Ich hatte schon auch so eine gewisse Hybris dann auf jeden Fall, äh, dass ich auch nicht verkauft hätte, weil ich schon dachte, das ist auf jeden Fall richtig, aber war's im Nachhinein nicht,
[17:16] Beruf vs. Privatvermögen
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Noah Leidinger: ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Du beschäftigst dich beruflich ständig mit Geld. Ähm, [00:17:20] wie trennst du dann den Beruf und dein Privatvermögen? Also investierst du privat in etwas, wo du sagen würdest, okay, das würdest du beruflich niemals anfassen und andersrum?
Noah Leidinger: Äh, nee, ich glaub, das ist schon sehr deckungsgleich. Ähm, ich glaub, was eher beruflich noch ist, ich mach halt, wir haben ja täglich auch die Themen quasi, die an der Börse passieren und da sprechen wir natürlich auch über viele Firmen oder auch über, sagen wir mal, [00:17:40] riskantere Themen, mit denen ich mich nicht so beschäftigen würde.
Noah Leidinger: Oder ich würd mich jetzt auch privat nicht so sehr mit der Newslage beschäftigen jeden Tag, wenn's nicht mein Job wäre, weil ich hier so 'ne sehr langfristige Anlagestrategie hab, äh, die auch bisschen langweiliger ist. Das sagen wir auch immer dazu im Podcast und ich erzähl auch immer wieder, wie ich quasi drauf gucke auf die Investments.
Noah Leidinger: Ähm, aber ich glaub, das ist so bisschen der Unterschied. Und ansonsten ist es bei mir so sehr vermischt. Das ist ja das Schöne auch [00:18:00] bisschen an Börse und Wirtschaft, dass halt alles so zusammengehört und ich, äh, find's immer eigentlich ganz angenehm, auch bei so Networking Events oder so. Man kann eigentlich mit jeder Person sehr gut reden, weil's immer irgendeine börsennotierte Firma gibt.
Noah Leidinger: Also wenn ich beim Arzt bin, kann ich den immer fragen, von wem kommen eigentlich diese Geräte und was kostet das Gerät und zahlt er da Miete für oder wie sind die Wartungsverträge? Also man hat immer so bisschen Gesprächsstoff eigentlich, wenn man sich mit Börse beschäftigt und das, äh, [00:18:20] find ich, find ich ganz angenehm.
Anna-Lisa Bier: Ja, das ist ein guter Tipp für mich. Das muss ich, glaub ich, beim nächsten Mal beim Arzt auch mitnehmen. Ja, absolut. Sehr gut, sehr gut.
Noah Leidinger: Die sind oft auch sehr überrascht, also weil niemand redet halt mit dem über seine Geräte. Über
Anna-Lisa Bier: die Geräte, ja. Sehr gut. Und du investierst dann gleich. Ja. Aber gut. Ähm, das heißt auch generell Risiko hör ich so'n bisschen bei dir raus.
Anna-Lisa Bier: Du bist dann eher zurückgelehnt. Du bist jetzt nicht der große Zocker, was dann so das [00:18:40] Investieren angeht.
Noah Leidinger: Also die Risikoseite sind eher die Start-up-Investments dann, die sind natürlich sehr riskant. Ja. Ähm, aber ich mach zum Beispiel gar nicht so Spekulation jetzt irgendwie Ölpreis geht hoch oder runter und ich mach jetzt mal irgendwelche Optionsstrategien oder so.
Noah Leidinger: Da hab ich auch echt noch nie, also auch als junger Mensch, nie Interesse dran gehabt, auch an irgendwie Derivaten oder Chartanalyse. Das hat mich einfach nie so richtig interessiert, ähm, sondern mich hat schon immer eher der echte Einblick in die [00:19:00] Wirtschaft interessiert. Und, ähm, ein Beispiel weiß ich auch noch aus der Schulzeit.
Noah Leidinger: Da war der Vater von einer Klassenkameradin in der Stufe über mir, war Vorstand in einer börsennotierten Firma. Ähm, und da wusste ich dann, dass man bei börsennotierten Firmen einsehen kann, was die Vorstände verdienen. Ähm, hab ich mir dann natürlich angeguckt und dann auch bisschen rum erzählt, dass er, weiß nicht wie viel der verdient hat.
Noah Leidinger: Ähm, und das, wir hatten letzte Woche [00:19:20] einen Schülerpraktikanten da und da hab ich auch so bisschen gefragt, was er quasi, was ihn interessiert und so. Und dann hab ich ihm auch gesagt: „Du kannst übrigens die ganzen Gehälter einsehen", und dann hat er auch die, äh, ganzen Gehälter da durchsucht von den Sportvereinen und so.
Noah Leidinger: Ähm, das's ein ganz guter Weg, um, um die Jugend zu begeistern für Börse.
[19:32] Wissensvermittlung & Finanzbildung
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Anna-Lisa Bier: Ja, Wissen ist Macht, das ist ein gutes Stichwort. Wie informierst du dich denn, ähm, und was hat sich da seit deinen Anfängen verändert? Ich mein, KI ist jetzt, [00:19:40] ja, das eine, aber w-wie sonst?
Noah Leidinger: Also ich glaube, in meinen Anfängen war halt sehr viel so diese Grundlagenbildung.
Noah Leidinger: Habe ich auch sehr viel tatsächlich über, über YouTube, äh, genossen, über Bücher. Ähm, es gibt zum Beispiel einen Professor, Aswath Damodaran heißt der, äh, von der NYU Stern, so eine Eliteuni in den USA, wo du irgendwie zweihunderttausend für ein MBA im Jahr zahlst und der lädt alle seine Vorlesungen komplett kostenlos online hoch, mit allen Dokumenten, mit [00:20:00] allen Excel-Files.
Noah Leidinger: Ähm, und den habe ich damals super viel konsumiert, mir die ganzen Vorlesungen angehört zu Unternehmensbewertung und so. Ähm, also das war früher eher mein Konsum. Ähm, und heute für den Podcast ist halt viel die großen Wirtschaftsmedien, vor allem amerikanisch, also Bloomberg, Financial Times, Wall Street Journal.
Noah Leidinger: Ähm, und dann ist unser Ansatz immer sehr stark fundamental. Also wenn wir uns eine Firma anschauen, gucken wir uns Geschäftsberichte an, lesen uns Analystenberichte [00:20:20] durch, ähm, lesen uns die Analysten-Calls durch, wo die CEOs dann sprechen und gehen auch sehr stark in die Zahlen rein. Ähm, und das ist so unser Approach, wie wir da die, die Infos rauskriegen und natürlich auch viel, wo man mit irgendwie Netzwerk und Experten spricht, um so Einschätzungen zu kriegen.
[20:32] Start-up-Investments & Kriterien
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Anna-Lisa Bier: Mit deinem Know-how hättest du denn eigentlich auch Interesse, dass du selbst mal gründest?
Noah Leidinger: Ja, auf jeden Fall, also quasi mittlerweile ist es so ein bisschen mein [00:20:40] eigenes, äh, Projekt, also quasi bisschen Joint-Venture-mäßig von der Struktur her. Ähm, aber die Idee ist sicher, irgendwann noch mal mehr eigenes zu machen.
Noah Leidinger: Ich glaub, das auch wieder bisschen in die effektive Altruismusfrage hin: So, wo hat man den meisten Impact? Ähm, ich glaub, gerade sehe ich schon in diesem Medienbereich sehr viel Impact, den ich haben kann. Ähm, ich glaub, irgendwann ist sicher die Frage: Okay, gründet man noch mal was, was vielleicht bisschen [00:21:00] noch mal größer werden kann wirtschaftlich, ähm, und macht vielleicht Podcasts eher nebenbei in so einzelnen Projekten.
Noah Leidinger: Ähm, ich glaub, das ist dann so ein bisschen der Weg, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Grade auch beim Podcasten, da sprichst du ja zu Leuten, das ist ja trotzdem ganz was anderes. Wie geht's dir damit, dass du da das eigentlich dein Wissen ja auch an eine Masse mittlerweile auch verbreiten musst oder vermitteln möchtest?
Noah Leidinger: Äh, du meinst sozusagen, wie ich quasi bisschen [00:21:20] breiten Talk hätte- Mhm.
Anna-Lisa Bier: Exakt.
Noah Leidinger: Ich glaub, das hab ich schon immer so bisschen in der DNA gehabt. Das hab ich auch bei OMR eigentlich gelernt. Ich weiß noch, das war meine erste Analyse, die ich geschr, eingesprochen hab. Geschrieben hab ich schon davor. Dann hab ich das erste Mal zu BioNTech, glaub ich, eine Analyse eingesprochen.
Noah Leidinger: Die war sehr technisch und sehr zahlenorientiert und sehr wissenschaftlich. Äh, und da meinte Philipp so: „Nee, es geht gar nicht, das kannst du so nicht machen. Ist viel zu langweilig für die [00:21:40] Leute.“ Ähm, das war für mich so ein kleiner Rückschlag, da hab ich aber superviel gelernt dadurch, wie man halt ko-kommunizieren muss, dass es irgendwie taugliches und dass alle das mitnehmen können.
Noah Leidinger: Und ich glaub, das ist ja auch das Wichtige jetzt auch, was ja die Wiener Börse auch versucht, dass man halt diese Finanzbegriffe bisschen entschlankt und wirklich dazu sagt, was gemeint ist. Und wir versuchen zum Beispiel auch im Podcast, obwohl wir eine Audience haben, die sich meistens schon gut damit auskennt, [00:22:00] auch nicht immer zu sagen, eine Firma hat einen KGV von zwanzig, sondern eine Firma wird mit dem Zwanzigfachen vom Gewinn bewertet, weil dann kann auch jemand, der neu dabei ist, zumindest mal hören: Okay, das Zwanzigfache vom Gewinn.
Noah Leidinger: Es macht irgendwie an sich Sinn. KGV von zwanzig, wenn ich das Wort nicht kenne, macht's halt keinen Sinn.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und bei, nach welchen Kriterien entscheidet ihr generell auch bei Start-ups, ob's ein Investment wert ist? Was sind so die [00:22:20] Hauptfaktoren? Einfach auch für unsere Hörerinnen, dass man das greifbarer macht.
Noah Leidinger: Also bei Start-up und Börse ist es bisschen unterschiedlich. Bei Start-up ist es noch viel stärker gründergeprägt. Ähm, also grade in der frühen Phase setzt man eigentlich nur auf die Gründer. Oft ändern sich ja auch die Ideen und die Prozesse noch. Ähm, dann ist bei uns sehr stark: Wo können wir supporten und unterstützen?
Noah Leidinger: Ähm, und hilft sozusagen das OMR-Netzwerk und was wir bei OMR können, bei der Firma wirklich? [00:22:40] Und haben wir so ein gewisses Grundverständnis davon, das für uns auch immer wichtig ist, wir den Markt verstehen. Ähm, und am besten ist natürlich, wenn man irgendwie 'ne These dazu hat, wo man denkt, okay, die haben andere Investoren vielleicht nicht.
Noah Leidinger: Ich hab zum Beispiel, äh, vor 'nem Jahr oder zwei Jahren in Lab Coffee investiert, so 'ne Kaffeekette. Ähm, und da wusste ich zum Beispiel, okay, es gibt in den USA grade erstens den Trend, dass so [00:23:00] Ketten wie Starbucks sehr schlecht laufen, dass die riesige Schwierigkeiten haben. Und gleichzeitig gibt's in den USA auch so neue Ketten wie Dutch Bros oder Blank Street, die ich schon an der Börse gesehen hab, also Dutch Bros jetzt, wo ich wusste, okay, so neue Modelle können sehr gut funktionieren.
Noah Leidinger: Und in China hab ich auch schon Modelle gesehen wie Luckin Coffee, die mit günstigen Preisen sehr gut funktionieren. Ähm, und da hab ich sozusagen mein Börsenhintergrundwissen, wo ich weiß, das [00:23:20] haben die meisten Start-up-Investoren nicht und dadurch blick ich vielleicht anders auf so 'nen Case und das ist eigentlich immer spannend, wenn man denkt, okay, da macht's auch Sinn, dass ich investiere und nicht alle investieren, weil ich irgendwie mehr sehe als die meisten Investoren.
Noah Leidinger: Also wenn man so 'n bisschen seinen Edge, würde man jetzt in, im Fachsprech sagen, ähm, findet, das ist dann auch noch mal ganz spannend.
Anna-Lisa Bier: Wie machst du das auch generell mit dieser, es gibt ja 'ne Informationsflut auch an Finanzwissen [00:23:40] und, äh, wenn ich an mich denke, wenn man, dass man da durchfiltert. Ich mein, das ist dann noch bei dir zusätzlich, dass es dein Job ist.
Anna-Lisa Bier: Wie, wie machst du das, dass du dich da zurechtfindest und da wirklich das rauspickst, was tatsächlich was wert ist für euch?
[23:51] Aktienanalyse als Handwerk
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Noah Leidinger: Also ich glaub, ich, ich sag dazu immer, dass Aktien analysieren und Unternehmensbewertung und so ist eher ein Handwerk. Also ist so ein bisschen zwischen Kunst und Wissenschaft. Und Handwerk lernt man am Ende dadurch, dass [00:24:00] man's viel macht und viel gesehen hat.
Noah Leidinger: Und ich glaub, das ist schon zu großen Teilen einfach eine Intuition, dass man halt auf so einem Geschäftsbericht mit ein paar hundert Seiten dann weiß, okay, welche Seiten sind relevant, was muss man sich angucken? Ähm, oder auch wenn man jetzt die großen Wirtschaftsmedien liest, weiß, okay, wo muss ich hinscrollen?
Noah Leidinger: Ähm, was sind die wichtigen News, die für uns jetzt wichtig sind? Ich glaub, das ist so eine Intuition, die man irgendwie entwickelt über die Zeit.
[24:18] Verantwortung & gesellschaftlicher Beitrag
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Anna-Lisa Bier: Mhm. Und ich will [00:24:20] jetzt noch mal darauf zu sprechen kommen mit deinem Alter. Du bist sehr jung, sehr sichtbar geworden, wirst als Shootingstar der deutschsprachigen Finanzszene gehandelt und so weiter.
Anna-Lisa Bier: Warst auch bei dreißig unter dreißig, äh, von Forbes, äh, im Finanzbereich. Äh, wie hat sich dein Verhältnis zu Verantwortung auch für die Gesellschaft verändert? Weil du warst ja eigentlich, dir war schon sehr früh bewusst, okay, du möchtest auch, äh, zum Beispiel mit dem [00:24:40] Zivildienst in Bulgarien was zurückgeben.
Anna-Lisa Bier: Wie hat sich das denn jetzt in den letzten Jahren noch mal mehr verändert?
Noah Leidinger: Also ich glaub, das ist so ein bisschen vom Grundansatz her gleich geblieben, würd ich sagen. Ähm, ich glaub, das ist gut ist auch bei meiner Reichweite, dass es sehr stark auch themenzentriert ist. Also es gibt ja Themen, für die ich stehe und über die ich generell spreche und das sind auch meine Themen, ähm, und sie sind nicht so selbstreferenziell.
Noah Leidinger: Also ich [00:25:00] spreche immer lieber über Börse als über mich selber oder über spannende Geschäftsmodelle. Ähm, und das ist, glaub ich, das Schöne jetzt an dem Job, ähm, dass man irgendwie auch immer neue Themen hat, sich immer neue Dinge angucken kann, auch Interviews machen kann, dass man selbst nicht so präsent ist, ähm, sondern das so ein bisschen trennen kann.
Noah Leidinger: Ähm, ich glaub, das find ich ganz angenehm, dass es nicht so auf meine Person wie jetzt bei einem Influencer oder so zentriert ist, der jetzt für alle möglichen Themen [00:25:20] steht. Ähm, genau und diese Verantwortung, ich glaub, das ist halt jetzt eher, dass ich sehe, okay, der größte Impact, den man haben kann, ist halt jetzt in der Rolle, echt Menschen für Wirtschaft zu begeistern.
Noah Leidinger: Einerseits eben auch fürs Altersvorsorgethemen, für Rentenlücke, dass sich Leute wirklich damit beschäftigen, aber eben auch, um Menschen zu begeistern, was sie wirtschaftlich und beruflich mal machen können. Ähm, und ich glaub, das ist eines der [00:25:40] größten Probleme, das alle Länder eigentlich haben, dass Menschen ihre Berufswahl eigentlich in der Schule treffen, wo sie super wenig Wissen über die Wirtschaft haben und gar nicht wissen, welche Branchen haben Potenzial, was für Berufsgruppen gibt es.
Noah Leidinger: Ähm, und wenn man da sich schon mal so ein bisschen mit beschäftigt hat, zumindest in der Uni, ist es, glaub ich, super hilfreich und auch volkswirtschaftlich ein Riesen- äh, -Zugewinn. Also ich bin der festen Überzeugung, wenn Österreich da [00:26:00] viel investieren würde, dass die, dass die Jugend irgendwie eine gute Finanzbildung hat, besser als in anderen Ländern und ein richtig gutes Wirtschaftsverständnis von realer Wirtschaft wie, also eher BWL-mäßig, welche Branchen funktionieren und so weiter, dann wär das ein riesen volkswirtschaftlicher Push, weil man die Leute viel besser in die einzelnen Branchen reinkriegt und das ist so bisschen die, äh, die Mission dahinter.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Der Antrieb dahinter im Prinzip. Okay. Du hast eben [00:26:20] auch gesagt mit deinen ersten Aktien und so weiter, dass das gleich mal ein Fehler war, dass du gleich mal gut
[26:23] Fehler & Learnings
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Anna-Lisa Bier: eingefahren bist , würd ich jetzt mal sagen in dem Fall. Ähm, was waren denn sonst noch so Fehler oder so Entscheidungen, die dich dann im Endeffekt geprägt haben im Laufe der Zeit?
Noah Leidinger: Ich glaub, ein großer Fehler war, ich kam so ein bisschen aus dieser Warren-Buffett-Schule immer, also auch dieses sehr, sehr langweilige, ähm, und war deswegen immer sehr defensiv, was die [00:26:40] ganzen Tech-Aktien und so angeht, ähm, und hab schon v-vor über, also vor zehn Jahren oder so dann eigentlich gedacht, dass die Tech-Aktien viel zu teuer sind schon.
Noah Leidinger: Ähm, und ich glaub, das war im Nachhinein schon 'n Fehler. Das hätte man mit dem Backgroundwissen von heute anders sehen können. Ähm, und da hätt ich wahrscheinlich dann ein, zwei Investments gemacht, die sich jetzt deutlich besser ausgezahlt hätten als so 'n Bayer. Ähm, und, äh, [00:27:00] ich glaub, das ist so bisschen das, das größte Verm-- Ist ja oft so, dass man an der Börse eigentlich die größten Fehler mit den Sachen macht, die man nicht macht.
Noah Leidinger: Ähm, weil am Ende kannst du 'n 100 % Totalverlust haben, aber du kannst halt 'n 10x Rendite machen, wenn du die richtigen Sachen triffst. Ähm, ich glaub aber grundsätzlich bin ich schon ganz froh, dass ich eher immer diesen breit gestreuten Ansatz, ähm, gefahren hab. Ähm, genau, also ich glaub, das, [00:27:20] das war wahrscheinlich so der, der größte Fehler, würd ich sagen, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Und wie geht's damit, so Projekten, die zusätzlich dazukommen? Also ihr habt ja auch ein Buch, einen Bestseller geschrieben, äh, auch, äh, gleicher Titel oder gleichnamig wie der, ähm, Podcast-Titel. Wie geht's dir mit so was? Weil das ist ja auch immer ein Risiko, wenn man so was noch zusätzlich quasi macht.
Noah Leidinger: Genau, da hatte ich also beim [00:27:40] Buch hatten wir so 'n bisschen das Vertrauen, dass es über 'n Podcast sich gut verkaufen kann. Ähm, das hat dann auch ganz gut funktioniert. Äh, ich glaub, so gibt's natürlich mal unternehmerische Projekte, die nicht so gut funktionieren. Also wir hatten letztes Jahr zum Beispiel mal so 'ne Analyseplattform gestartet, weil wir dachten, eigentlich, ähm, könnten wir auch mal so tiefere Inhalte machen mit 'nem Abo.
Noah Leidinger: Also eher wie man's von 'ner großen Zeitung kennt, dass man 'n Abo hat. Das hat aber tatsächlich nicht so gut funktioniert, weil es gibt [00:28:00] diese Abos für Aktienanalysen, die funktionieren aber dann gut, wenn du konkrete Anlageempfehlungen gibst. Und das ist, was wir nie gemacht haben. Also wir würden niemals sagen, diese Aktie ist jetzt zu günstig oder diese Aktie ist zu teuer, sondern wir haben immer das Ziel mitzugeben, wie funktioniert das Geschäftsmodell, was sind die Risiken, was sind Chancen und wie kann man sich der Bewertung bisschen annähern.
Noah Leidinger: Aber wir würden nie dann unsere konkrete Meinung dazu geben, weil's auch für jeden sehr unterschiedlich [00:28:20] ist, was man jetzt eben zum Beispiel im KI-Bereich glaubt, wie sich da entwickeln wird. Ähm, und da haben wir gesehen, mit diesem neutralen Approach kauft niemand diese Abos. Ähm, und ich würd sagen, das war 'n auf jeden Fall 'n Projekt, das letztes Jahr nicht funktioniert hat und wo wir natürlich auch Geld investiert haben, ähm, und auch Ressourcen, die wir jetzt in andere Projekte hätten stecken können.
Noah Leidinger: Ähm, also so was gibt's natürlich immer wieder. Ich seh das dann aber auch so bisschen als Lernerfahrung, dass [00:28:40] bei OMR haben wir super viele Projekte und das ist eigentlich immer sehr stark der Prozess auch im Start-up-Bereich, dass man halt viel ausprobiert und, und viel klappt nicht. Ähm, und das ist aber eigentlich auch gar nicht so negativ bei mir konnotiert.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich find's wichtig, dass du das sagst, weil grade bei jungen Menschen ist immer diese Angst oder die Berührungsangst eigentlich davor, dass man anfängt. Und ich glaub, du verkörperst das sehr, sehr gut, dass man einfach machen [00:29:00] sollte in gewisser Art und Weise und dann, ähm, mit dem Weg einfach mit lernt und aufwächst, ähm, quasi.
[29:05] Investieren heute: leichter oder schwerer?
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Anna-Lisa Bier: Ich möcht noch eine allgemeine Frage stellen: Ähm, ist langfristiges Investieren heute leichter oder schwerer als früher, grade für unsere Generation?
Noah Leidinger: Ich würd sagen, ist auf jeden Fall leichter, ähm, grad durch die ganzen Anbieter, die es jetzt auch gibt. Jetzt auch, äh, seit heute Scalable Capital, auch [00:29:20] Steuereinfach hab ich gesehen in Österreich.
Noah Leidinger: Ähm, also es gibt so viele Anbieter, wo man schon ab kleinen Summen starten kann und anfangen kann. Ich glaub, das ist viel einfacher. Informationsgewinnung ist noch mal einfacher. Äh, ich glaub, was schwieriger ist, wenn man jetzt wirklich ambitionierter Investor ist, ähm, und wenn du früher an der Börse warst, konntest du schon noch sehr viele Dinge als smarter Mensch erkennen, die nicht richtig bewertet waren, wo man echt [00:29:40] sagen konnte, okay, das konntest du so offensichtlich kaufen, das war offensichtlich zu günstig.
Noah Leidinger: Ähm, ich glaub, so was gibt's weniger. Ähm, aber ich glaub, es ist einfacher geworden. Es ist aber auch nötiger geworden, muss man sagen. Also früher konnte man sich halt mehr aufs Rentensystem verlassen. Ähm, es hatte in Europa noch deutlich mehr wirtschaftliche Dynamik, die ist jetzt auch weg. Also ich glaub, grade wenn man in Europa wohnt, ähm, ist es noch viel wichtiger geworden, sich damit zu beschäftigen, grade auch mit Blick auf KI [00:30:00] Ist, glaub ich, für alle schwer zu sagen, wie sich das auf dem Arbeitsmarkt zum Beispiel auswirken wird.
Noah Leidinger: Ähm, aber was man jetzt ja schon sieht: Die größten Profiteure von KI sind aktuell Unternehmen und an Unternehmen kann man sich halt an der Börse beteiligen und eben auch an den großen US-Unternehmen, die da führend sind. Ähm, und das glaub ich jetzt, dass es viele nicht auf dem Schirm haben, wenn sie zum Beispiel dann die Altersvorsorge sehr stark über 'ne Immobilie steuern, die auch in Österreich [00:30:20] ist.
Noah Leidinger: Und dann hängt halt mein Job hängt in Österreich, meine Immobilie hängt in Österreich und wirtschaftlich geht's aber eigentlich in Asien und Amerika ab. Ähm, und ich glaub, deswegen ist es auch viel wichtiger geworden, sich damit zu beschäftigen. Also einfacher, aber auch wichtiger und nötiger. Wenn man beschäftigt hat und sagt, mir ist das Risiko zu groß und ich hab die und die Strategie, ist es, ist es auch fine.
Noah Leidinger: Ähm, ich glaub, da will ich auch niemanden zwingen. Ich kann auch verstehen, [00:30:40] dass es einem zu riskant ist, gerade auch wenn man vielleicht weniger Geld hat. Man hat sich was erarbeitet, vielleicht eine größere Summe, dass man dann nicht sagt, die stecke ich in die Börse und ich kann vielleicht zwanzigtausend von hunderttausend verlieren.
Noah Leidinger: Das kann ich schon durchaus nachvollziehen, ähm, aber ich glaub, mit so einem kleinen Betrag das zu machen, das kann eigentlich fast jeder und sollte fast jeder.
Anna-Lisa Bier: Hast du du schon mit dreizehn auch gemacht.
Noah Leidinger: Absolut. In dem Sinne.
Anna-Lisa Bier: Ähm, wenn man jetzt
[31:00] Ratschlag für Anfänger
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Anna-Lisa Bier: [00:31:00] daran denkt, dass, äh, jetzt vielleicht jemand doch zuhört und sagt: „Okay, ich fange jetzt von null auf weg an.
Anna-Lisa Bier: Ähm, nach dem Podcast-Gespräch setze ich mich ran und möchte anfangen mit meiner Investment-Story quasi. Was würdest du ihm oder ihr dann mitgeben? So als ein wichtiger Kernfaktor.
Noah Leidinger: Also ein, der wichtigste Kernfaktor ist für mich [00:31:20] immer, dass Börse irgendwie nicht theoretische Kurse sind oder irgendwelche theoretischen Konstrukte, die rauf und runtergehen, sondern Börse ist am Ende Wirtschaft und ich beteilige mich an echten Unternehmen.
Noah Leidinger: Also mir gehört dann ein Teil von Apple, mir gehört ein Teil von Volkswagen, ähm, was auch immer ich für eine Aktie hab. Und wenn ich mir so 'n breit gestreuten Index kaufe oder einen ETF zum Beispiel, dann habe ich da zum Beispiel die tausendfünfhundert größten [00:31:40] Firmen der Welt drin, die relevantesten Firmen der Welt und an denen bin ich beteiligt und das kann mal schwanken.
Noah Leidinger: Aber wenn ich grundsätzlich daran glaube, dass die Weltwirtschaft weiter wächst, ähm, und ich grundsätzlich an der Weltwirtschaft partizipieren will, dann habe ich halt diese Partizipation damit. Und es ist auch nicht so, dass jetzt irgendwie Inflation oder irgendwie Rechtslagen das auffressen können, sondern am Ende sind Aktien auch genauso Sachwerte wie eine Immobilie, auch wenn es nicht so aussieht.[00:32:00]
Noah Leidinger: Ich glaube, das ist für mich immer das Wichtigste mitzugeben, dass Börse schon was sehr, sehr Reales ist und nicht irgendwelche fiktiven Instrumente. Ähm, und dann würde ich immer sagen, die allerwichtigste Grundlage: erst verstehen, bevor man investiert. Also ich bin auch ein Fan davon, mit kleinen Summen schon anzufangen, aber ich würde trotzdem immer sagen, man sollte mal grundlegend verstehen, was ist ein ETF, wenn ich da investieren will, was sind die Kosten, was ist eine Einzelaktie, [00:32:20] wie funktioniert das?
Noah Leidinger: Diese Grundlagen sollte man schon verstehen. Weil wenn man es nicht versteht und es kommt die erste Krise, dann verkauft man und das ist halt das
[32:26] Was bedeutet "safe" beim Investieren?
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Noah Leidinger: Schlechteste.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Abschließend möchte ich dich noch fragen: Was heißt denn für dich persönlich, safe zu sein beim Investieren?
Noah Leidinger: Also safe heißt für mich, quasi so eine langfristige Anlagestrategie zu haben.
Noah Leidinger: Ähm, und ich würd's safe jetzt auch mal auf so [00:32:40] bisschen diesen Rententeil oder diese langfristige Absicherung beziehen. Ähm, und ich glaub, safe so insgesamt aufs Finanzielle bezogen, ist halt für mich so einen Puffer zu haben, wo ich weiß, okay, wenn ich jetzt mal Job wechseln will, ähm, oder wenn irgendwas passiert in meinem Umfeld oder ich mal irgendwo nicht aufgepasst hab, dann habe ich eine finanzielle Grundlage, wo ich weiß, okay, mir kann so schnell eigentlich nichts passieren.
Noah Leidinger: Ähm, und man sieht's ja jetzt auch viel mit [00:33:00] irgendwie Entlassungsmeldungen und so. Ähm, oder Leuten, die im Job unglücklich sind und merken, der Arbeitsmarkt ist schwierig und dann bleiben sie jahrelang in diesen Jobs und das ist halt die Lebenszeit, die man damit verbringt. Ähm, und ich glaube, da ist es halt schon wichtig, einen finanziellen Puffer zu haben und dafür macht man's ja am Ende auch.
Noah Leidinger: Man spart ja jetzt nicht, um irgendwann reich zu sterben, sondern im besten Fall kann man was zurückgeben oder man kann halt das eigene Leben mit einer guten Sicherheit leben. Ähm, und [00:33:20] ich glaube, das ist für mich so dieser Safe-Aspekt, dass man, wie gesagt, man hat so eine finanzielle Grundlage.
Anna-Lisa Bier: Dem möchte ich in dem Fall eigentlich gar nichts mehr hinzufügen.
Anna-Lisa Bier: Das hast du so schön gesagt. Also danke vielmals, Noah, für deine Zeit und für deine Offenheit und die Einblicke. Und danke auch an euch alle fürs Zuhören und natürlich auch ein Danke an all unsere Hörerinnen zu Hause. Egal, wo ihr zugehört habt, vielen Dank, dass ihr auch bei dieser [00:33:40] Folge mit dabei wart und zugehört habt.
Anna-Lisa Bier: Ich finde, Noah hat uns heute gezeigt, dass safe beim Investieren heißt, einfach zu wissen, worauf man sich einlässt und dann einfach dran zu bleiben. Und ich sage danke fürs Zuhören und freue mich sehr, wenn wir uns in der nächsten Episode von Safe! Stories übers Investieren wiederhören. Danke schön.
Noah Leidinger: Vielen Dank.[00:34:00]
[34:06] Nachbesprechung mit Alexander
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Alexander Wastl: Ja, war super cooles Event, Annalisa. Ähm, auch sehr cooles Gespräch mit dem Noah. Ähm, was, was ist hängen geblieben bei dir?
Anna-Lisa Bier: Ja, Alex, danke vielmals. Du warst in der ersten Reihe fußfrei direkt mit dabei live und jetzt sitzen wir uns [00:34:20] wieder im Studio gegenüber. Ja, das wie in
Alexander Wastl: der Schule.
Anna-Lisa Bier: Ja, genau. Vielen Dank auf jeden Fall für das Lob.
Anna-Lisa Bier: Ähm, ja, ich hab's eh in der Folge selbst schon gesagt, äh, dass der Noah einfach extrem, wie früh angefangen hat, in jungen Jahren schon ein extremes Wissen hat. Das ist bei mir besonders hängen geblieben. Ähm, und ja, hat mich auf jeden Fall weiterhin inspiriert, muss ich ehrlich sagen. Also ich bin mit dem [00:34:40] Gespräch, äh, dann danach quasi zu Hause gewesen und hab mich sehr, sehr inspiriert gefühlt.
Anna-Lisa Bier: Ich weiß nicht, wie's dir gegangen ist.
Alexander Wastl: Ja, also es gibt so Typen einfach oder Frauen, da, da bei ihm hat man das Gefühl, er wurde dafür geboren, als wäre er ein ausgewählter, auserwählter Investor, weil eben, wie du sagst, äh, so früh auch dieses [00:35:00] Investorendenken zu haben. Und das ist auch, find ich, das, was ihn so sympathisch macht und, und, äh, weil er auch so, so demütigen Zugang hat bei allem, was er erreicht hat.
Alexander Wastl: Er, er hat gar nicht dieses so, dieses Zahlendenken, so: „Okay, wie kann ich was maximieren in erster Linie?“ Oder: „Was bringt mir das jetzt für Ertrag [00:35:20] theoretisch?“ Sondern er hinterfragt immer mal die Unternehmen oder Dinge einfach, äh, Maschinen, was er erzählt hat von 'm Zahnarzt oder so. Äh, okay, was können die so?
Alexander Wastl: Wer kauft die? Ne, so. Also ich find, das ist einfach so 'n, ähm, beachtlicher Zugang, die Welt auch zu sehen. Und Er hat einfach so eine [00:35:40] Gelassenheit eben bei, bei, bei allem, was er erreicht hat und weiß und kann auch. Und ich glaub, das ist auch einfach ein guter Anlageberater, so eine, diese Eigenschaften, die er hat, weil er ist jetzt, äh, wirkt nicht so, als würd ihm da irgendwie, äh, würd da Übermut aufkommen.
Alexander Wastl: Er hat einen sehr, einen sehr nüchternen und fundamentalen Zugang zu, zu dem, [00:36:00] was er tut. Und das, das ist, glaub ich, ganz gut, ja, weil Selbstüberschätzung ist ja oft so ein, ein Risiko, was man als Investorin oder Investoren hat, wenn, wenn's mal gut läuft vor allem.
Anna-Lisa Bier: Ja genau und ich finde, er zeigt auch, dass man, indem man offen durch die Welt geht, auf sehr viele Dinge draufkommt.
Anna-Lisa Bier: Also er hat ja erwähnt, den Zahnarzt eben, wie du's gerade angesprochen hast. Ähm, alleine da lohnt es sich schon, die [00:36:20] Augen und die Ohren aufzumachen. Ich glaube, grad bei seinem Job ist das natürlich umso wichtiger. Ähm, das hab ich mir auch mitgenommen aus dieser Folge.
Alexander Wastl: Ja. Ja, also man sieht ja , der hat, der ist so analytisch im täglichen Leben, aber was dann irgendwie interessant zu beobachten ist und das zieht sich jetzt, find ich, schon so wie a roter Faden bei unseren Profis, würd ich sie jetzt mal nennen, die wir [00:36:40] so, so zu Gast hatten, ob das jetzt die Larissa Grabitz war oder die Lisa, äh, Oberndorfer oder der Gerhard Hörhan.
Alexander Wastl: Ähm, s..., die probieren natürlich andere Dinge oder sind Unternehmer zum Beispiel, ja. Also der, der beurteilt da, ob Start-ups, ähm, es wert sind zu investieren oder nicht. Aber so die [00:37:00] Grundlage sind auch bei ihnen oft die, die einfachen, unkomplizierten, äh, ETFs, ja. Und das find ich schon interessant zu beobachten und zeugt ja auch davon, dass Ähm, das was wir eh oder das, das, das wir, ja, predigen will ich nicht sagen, ja, aber, äh, diese, diese [00:37:20] breit gestreuten, äh, Produkte, wo du oder wo du mit einem Produkt, äh, quasi alles, was du brauchst, abgedeckt hast, nämlich die, die Diversifikation, also die Streuung, dass du's besparen kannst und wo du auch den langfristigen Horizont reinbringst, das vereinen halt die ETFs.
Alexander Wastl: Und das is auch, glaub ich, so der Grund, warum die auf so einen Siegeszug [00:37:40] aufgesprungen sind in den letzten Jahren, ja.
Anna-Lisa Bier: Was bei ihm noch dazukommt oder diese Perspektive, die hab ich auch sehr, sehr spannend gefunden. Er hat's als effektiven Altruismus quasi angesprochen, also dass er eigentlich im sozialen A-Bereich seinen Zivildienst, ähm, gemacht hat und dadurch eigentlich dann erst mal draufgekommen ist, dass er den Menschen auch mit viel Geld, das er vielleicht verdient, helfen [00:38:00] könnte.
Anna-Lisa Bier: Und ich finde, dass dieser Gegensatz einerseits, weil man ja oft sagt, zwischen Geldverdienen und Gemeinwohl und Business und so karikativen Leistungen und so, dass das oft schwer ist oder wie auch immer, weil das sieht man teilweise als Gegensatz und ich finde, er hat das aber eigentlich sehr, sehr schön auf den Punkt gebracht, dass man genau dadurch schon auch Leuten dann helfen kann.
Anna-Lisa Bier: Ähm, ich fand das bei ihm auch einer der, der [00:38:20] Hauptpunkte, den ich einfach bei ihm sehr, sehr beeindruckend finde.
Alexander Wastl: Mhm. Ja, seh ich. Also ich fand das auch dieses Konzept, ich kannte das so ehrlicherweise nicht, also dieses, diesen effektiven Altruismus und hab dann auch drüber nachdacht und teile das genau, was du grad gesagt hast, ja.
Alexander Wastl: Also es muss kein Widerspruch sein, also dieses, ähm, Wert [00:38:40] schöpfen, ähm, Jobs schaffen, Unternehmen gründen, äh, ganz im Gegenteil. Ähm, es Alles, was man irgendwie vielleicht verteilt oder hergibt, muss ja eigentlich zuerst wo erwirtschaftet werden oder herkommen. Also auch wenn man jetzt redet über Sozialausgaben vom Staat oder, [00:39:00] ähm, sonstige Unterstützungsleistungen, äh, die muss-- das, das Geld wächst ja, wie man sagt, nicht, nicht auf den Bäumen, sondern das kommt ja woher.
Alexander Wastl: Und woher kommt's? Es sind Steuern, die, äh, Arbeiterinnen und Arbeiter zahlen, die Unternehmen abgeben, ja. Und dann kann man wieder was verteilen. Wenn nichts erwirtschaftet wird, dann gibt's auch nichts zum [00:39:20] Verteilen. Ja, das ist eigentlich, glaub ich, eine recht einfache Rechnung. Trotzdem muss man dazu sagen, er hat selber, er war selber eben dieser Sozialarbeiter.
Alexander Wastl: Natürlich brauchst du die Hände, die dann die Arbeit auch ausführen. Ja, also das bleibt einem nicht erspart.
Anna-Lisa Bier: Ja, abschließend kann ich nur sagen, wenn ich eine Sache noch mal aus dem Gespräch mitnehme, dann, dass, ähm, der Noah sich einerseits sehr, sehr, sehr viel mit Zahlen und Kennzahlen [00:39:40] beschäftigt, aber er beschäftigt sich auch mit den Menschen, die dahinterstecken, nämlich mit den Unternehmen und Start-ups, in die er investiert.
Anna-Lisa Bier: Also das ist für mich auch so ein, ein Aspekt, der sehr, sehr schön hervorgekommen ist in unserem Gespräch. Ja, das war's. Und Alex, hast du sonst noch irgendetwas? Ja,
Alexander Wastl: vielleicht noch was zum, zum Nachschmöckern für die, die jetzt noch nicht genug haben, ähm, weil wir auch über Profis, äh, gesprochen haben und auch der, [00:40:00] der Noah hat den Warren Buffett, der eh weltweit bekannteste Investor, milliardenschwer, erwähnt und, ähm, der hat auch schon Anfang der 90er, äh, an seine Aktionäre geschrieben, dass der, der Anleger oder die Anlegerinnen, der, der Laie, ähm, oder die Laien kann eigentlich mit einem [00:40:20] regelmäßig besparten Indexfonds, das ist ja ein ETF quasi, äh, die meisten Anlageprofis, ähm, schlagen über einen langen Zeitraum.
Alexander Wastl: Und er hat auch, da gibt’s auch ein, ein, ein, eine Anekdote dazu. Also er hat ja auch eine Wette dann abgeschlossen mit einem Hedgefonds-Manager, äh, über zehn Jahre und, äh, während der [00:40:40] Warren Buffett da einfach auf einen Indexfonds, auf den S&P 500, ähm, also in den investiert hat. Dieser Hedgefonds-Manager hat eben einen aktiv gemanagten, ähm, Fonds gehabt und also da, da wird dann immer entschieden: Okay, welche Aktie tun wir jetzt raus oder rein oder welches Unternehmen raus, rein.
Alexander Wastl: Und am Ende des Tages hat der, der passiv [00:41:00] investierte Indexfonds sozusagen sich durchgesetzt. Aber für die Details gerne einfach im Internet nachschauen, ist leicht zu, zu finden, ja.
Anna-Lisa Bier: An der Stelle sage ich danke vielmals, Alex, für die ganzen Beispiele und weiteren Links und Studien, wie auch gesagt, und Wetten.
Anna-Lisa Bier: Und ich sage danke an euch alle, die zugehört haben und freue mich, wenn wir uns das nächste Mal wieder hören bei Safe! Stories übers [00:41:20] Investieren.
Alexander Wastl: Ja, ciao. Bis zum nächsten Mal.
Anna-Lisa Bier: Tschüss.
[41:34] Disclaimer & Verabschiedung
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Alexander Wastl: Das war Safe! Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Die Inhalte dieses Podcast dienen [00:41:40] ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
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Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos [00:42:00] dazu findest du online unter wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.