Schauspieler und Physiotherapeut Marlon Boess erzählt, wie er als Teenager seine ersten Goldmünzen kaufte – und sie kurz darauf aus Panik mit Verlust wieder verkaufte. Erst in der Pandemie begann er, sich ernsthaft mit ETFs, Krypto und Diversifikation auseinanderzusetzen. Ein ehrliches Gespräch über Anfängerfehler, Selbstständigkeit, finanzielle Intelligenz und die Frage, was „sicher sein" wirklich bedeutet.
Marlon Boess ist Schauspieler und Physiotherapeut – und hat früh gelernt, dass Investieren mehr braucht als einen guten Tipp aus der Familie. Schon als Teenager kaufte er seine ersten Goldmünzen, verlor die Nerven bei den ersten Kursschwankungen und verkaufte mit Verlust. Erst während der Pandemie beschäftigte er sich intensiver mit ETFs, Krypto und Diversifikation – und fand einen Ansatz, der zu seinem Leben als Selbstständiger mit zwei Berufsstandbeinen passt. Im Podcast spricht er über emotionale Fehlentscheidungen, seinen Traum von einem Haus in Nicaragua und darüber, warum finanzielle Sicherheit für ihn mit Selbstreflexion beginnt – und mit der Balance zwischen Sparen und dem Genuss des Jetzt.
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro
[00:37] Begrüßung & Vorstellung Marlon Boess
[01:56] Schauspiel seit der Schulzeit – Waldorfschule & erste Bühne
[03:20] Wie die Physiotherapie dazukam
[04:10] Mobiler Physiotherapeut – der tägliche Job
[05:45] Aktuelle Projekte als Schauspieler (ARD/ORF, ZDF)
[06:35] Finanzen im Film – Wolf of Wall Street, The Big Short & Co.
[09:15] Marlons erste Investition: Goldmünzen als Teenager
[10:45] Panik, Kursverlust & der erste Verkauf mit Verlust
[12:00] Wichtige Lektion: Emotionen raus, Horizont rein
[13:10] Corona als Wendepunkt – ETF-Sparplan, Gold & Krypto
[15:00] Diversifikation & der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag
[17:25] Der Traum: Beach House in Nicaragua
[20:00] Selbstständigkeit & Finanzplanung ohne fixes Einkommen
[22:30] Was bedeutet „safe" sein beim Investieren?
[24:00] Balance: Für die Zukunft sparen UND das Jetzt genießen
[26:10] Nachbesprechung: Gold, prozyklisches Handeln & Börsenweisheiten
[33:00] Tipp: Sparplan statt Market Timing
[33:15] Disclaimer & Verabschiedung
Anna-Lisa Bier: Willkommen bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über [00:00:20] ihre Erfahrungen sprechen, über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt. Und jetzt geht's los.[00:00:40]
Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu Safe Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder zuhört. Mein Name ist Anna-Lisa und wer auch nicht fehlen darf, ist der Alex. Hi.
Alexander Wastl: Hi, Anna-Lisa. Ja, bei mir ist heute der Marlon Boess zu Gast. Schauspieler und Physiotherapeut. Wer Filme wie James Bond und Mission [00:01:00] Impossible gesehen hat und vielleicht mit körperlichen Wehwehchen zu kämpfen hatte, der ist dem Marlon schon mal begegnet.
Alexander Wastl: Er holt heute seine ganz persönliche Investment-Story vor den Vorhang.
Anna-Lisa Bier: Na, dann würde ich sagen, Film ab.
Alexander Wastl: Lieber Marlon, herzlich willkommen. Schön, dass du heute bei uns bist.
Marlon Boess: Ja, danke für die Einladung.
Alexander Wastl: Ähm, [00:01:20] die meisten oder die, sagen wir die, die Schauspiel- oder Filmentusiastinnen, äh, unter uns, die kennen dich oder haben zumindest ein Gesicht, äh, zu dir. Äh, magst du dich vielleicht trotzdem kurz vorstellen, wer du bist, was du, was du machst?
Marlon Boess: Sehr, sehr gerne. Äh, mein Name ist Marlon Boess. Ich bin vierunddreißig Jahre. Jetzt musste ich kurz überlegen, wie alt ich bin. [00:01:40] Bin vierunddreißig Jahre, ähm, komme aus Wien, lebe auch hier und ich arbeite eben als Schauspieler und auch als Physiotherapeut.
Alexander Wastl: Mhm.
Marlon Boess: Habe quasi zwei Jobs. Ähm, das hat sich so entwickelt, ähm, in, ich glaub, im Schauspiel so die, der erste [00:02:00] Berührungspunkt war in der Schule.
Marlon Boess: Ich war auf einer Waldorfschule. Viele kennen das vielleicht, das ich kann meinen Namen tanzen. Kann ich noch. So halbwegs. Ähm, genau und da haben wir jedes Jahr eigentlich ein Theaterprojekt gehabt Und da bin ich so in die, glaub ich, so die erste Berührung mit dem Schauspiel gekommen und da hab ich irgendwie gemerkt, ah, das liegt mir, da hab ich [00:02:20] auch irgendwie ein Talent dafür.
Marlon Boess: War auch damals ein sehr, ja, doch eher sehr schüchterner Schüler, der nicht gern in die Schule gegangen ist und die Bühne hat mir irgendwie so einen Raum gegeben, mich irgendwie so auszudrücken. Also würde ich auch sagen, es war sehr therapeutisch auch für mich. Ja, und das ist dann, hab ich gemerkt, okay, das, das macht [00:02:40] mir Spaß.
Marlon Boess: Dann ist meine, hat meine Mutter, äh, mich gefragt, ob ich damit nicht auch Geld verdienen möchte oder ob ich im Film und Fernsehen nicht auch arbeiten möchte. Und dann haben wir sogar einen Kurzfilm gedreht in der Klasse und dann hab ich dieses Material genommen und bin dann zu einer Wiener Agentur. Die hat mich genommen und dann hat's, hat das [00:03:00] Ganze so seinen Lauf genommen.
Alexander Wastl: Mhm. Wunderbar. Ähm, du hast es schon angesprochen, du bist, äh, du hast zwei Standbeine sozusagen, die Physiotherapie auch. Ähm, mit der Schauspielerei hat's begonnen. Wann kam das dann mit der Physiotherapie und, und warum? Ähm, man sagt ja so den Kunstberufen oder Schauspielberufen nach, außer man ist jetzt schon in, [00:03:20] in, in sehr hohen Sphären unterwegs, dass das mit, äh, die Einkommensplanung halt schwierig ist.
Alexander Wastl: Hat das eine Rolle gespielt oder, oder war das gar nicht so ausschlaggebend?
Marlon Boess: Ich glaub, damals gar nicht so bewusst die Entscheidung gefällt: Ich werd jetzt Physiotherapeut, damit ich einfach einen sicheren Job hab. Äh, das, das Schauspiel hat so begonnen neben der Schule. Also ich war bei einer Agentur und bin zu dem einen oder dem [00:03:40] anderen Casting gegangen und, äh, ich hab dann mich einfach noch umgeschaut, so was interessiert mich noch, hab mit vielen Verlegenheitsstudien begonnen.
Marlon Boess: Ähm, und, äh, der medizinische Bereich hat mich schon immer interessiert und ich wollte auf jeden Fall mit Leuten arbeiten. Und dann bin ich, glaub ich, damals durch einen Unfall, hab mir die Kniescheibe gebrochen, da wollte ich Sportwissenschaften studieren, hab [00:04:00] mir die Kniescheibe gebrochen und bin dann dadurch zum Physiotherapeuten gekommen und hab mir gedacht: „Okay, das ist mega interessant, das möcht ich machen."
Marlon Boess: Hab dann die Aufnahmeprüfung in der FH Wien gemacht, diese auch geschafft.
Alexander Wastl: Mhm.
Marlon Boess: Und dann mit 2017 bin ich dann fertig geworden mit dem Studium. Und jetzt [00:04:20] mittlerweile seit acht Jahren arbeite ich als mobiler Physiotherapeut. Das heißt, ich fahr zu den Leuten nach Hause beziehungsweise dort, wo sie wohnen, die eben Therapie brauchen, die auch nicht jetzt irgendwo ambulant hingehen können.
Marlon Boess: Das heißt, mein Klientel ist vorwiegend, sagen wir mal, wie man's versteht unter [00:04:40] älteren Leuten. Das heißt, Durchschnittsalter hab ich, glaub ich, 80. Leute mit, ähm, neurologischen, ähm, mit neurologischen Themen wie Parkinson, MS, nach 'nem Schlaganfall, Reha oder neue Hüfte. Also da bin ich jetzt schon seit acht Jahren in 'ner Therapiegemeinschaft mobile Physiotherapie Punkt Wien, dass ich's noch [00:05:00] rausbekomm.
Marlon Boess: Ähm, und da will ich noch 'n Punkt sagen, falls da Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen zuhören, die einen Job suchen: Wir suchen immer. Also nicht immer, wir suchen grade. Schade, lass
Alexander Wastl: mal durch die Werbeeinschaltung.
Marlon Boess: Ja, lass mal durch. Wollt ich mal so anführen hier. Ja, also das ist, das sind jetzt so quasi meine zwei Standbeine.[00:05:20]
Marlon Boess: Ähm, die Physiotherapie ist, sagen wir mal, etwas regelmäßiger, so mein Daily Job. Und ja, man kann's halt nie wissen, ne. Wann kommt das nächste Projekt rein als Schauspieler, Schauspielerin? Ähm, genau und ich hab da, wenn einmal ein Projekt reinkommt, hab ich da sehr kulante Patientinnen und Patienten, die [00:05:40] dann, die dann das akzeptieren, wenn ich einmal pausiere.
Marlon Boess: Beziehungsweise hab ich noch nette Kollegen und Kolleginnen, die mich da vertreten. Genau.
Alexander Wastl: Und die dich darauf im, im TV verfolgen. Was ist so das Aktuellste, wo man dich, wo man dich sehen kann?
Marlon Boess: Also ich hab jetzt letzte Woche war ich in München beim Filmfest München und da haben wir Premiere gehabt mit einem Film, den [00:06:00] hab ich in Prag gedreht vor 'm Jahr, eineinhalb Jahre sogar schon.
Marlon Boess: Und der wird dann auch ins Fernsehen kommen. So ARD, ORF Koproduktion. Wann der ausgestrahlt wird, weiß ich noch nicht. Ich glaub, zwei, Ende, Ende 2026, vielleicht Anfang 2027. Braucht noch 'n wenig und ich hab letztes [00:06:20] Jahr auch 'ne Serie gedreht, ZDF. 'Ne ZDF-Produktion, hab in Wien gedreht. Da weiß ich auch nicht, wann's ausgestrahlt wird, aber ich glaube, noch dieses Jahr.
Alexander Wastl: Wir sind
Marlon Boess: gespannt.
Alexander Wastl: Wir werden dich auf jeden Fall früher oder später wieder sehen. Ähm, ich möcht da ein bissl auch so im Bereich Film, äh, bleiben, äh, u-und bei uns geht's ja im [00:06:40] Podcast eben viel ums Thema, ähm, oder hauptsächlich ums Thema Investieren. Äh, da schwingt so der Kapitalmarkt, die Börse mit, ähm, und Geld generell.
Alexander Wastl: Und, äh, das ist ja auch in, in, in vielen Filmerzählungen so ein, ein essenzieller Bestandteil, ja. Also so Geld oder die Börse. Es gibt, äh, Filme, [00:07:00] die, da dreht sich's rein und da. Also wenn man, äh, so denkt an Wolf of Wall Street, ähm, oder der Film Wall Street. Ähm, gab's da bei dir schon Berührungspunkte in Filmen, wo das auch so ein Thema war, dieses, dieses Finanzthema?
Alexander Wastl: Oder, oder wie, wie nimmst du das generell wahr, diese, diese Einbettung von, von, äh, Finanzen, Börse so [00:07:20] in, in, in der Filmbranche oder in, im Film?
Marlon Boess: Hm, boah, könnte ich jetzt nicht so sagen. Also es gibt natürlich Filme, Serien, die das thematisieren. Ähm, also The Big Short, also was du ja auch schon gesagt hast, Wolf of Wall Street und so was, da hat man berechtigt so 'n bisschen ein, bekommt man so 'n Einblick in das Ganze, je nachdem, wie gut der Film gemacht ist, auch sehr [00:07:40] repräsentativ vielleicht.
Alexander Wastl: Ja.
Marlon Boess: Ähm, ja, also immer wieder gesehen, aber es war jetzt nicht so ein Input, wo ich sag: „Okay, jetzt werd ich mich da mit meinen Finanzen auseinandersetzen."
Alexander Wastl: Okay.
Marlon Boess: Sondern ja, wie Wolf of Wall Street, hab ich mir gedacht: „Okay, solche Leute gibt's halt auch da draußen, die, ja, die Unfug treiben." Und das ist, [00:08:00] glaube ich, nicht so weit hergeholt.
Marlon Boess: Ähm, ja, also gibt's verschiedene Filme mit, mit dieser Thematik, die auch wunderbar sind. Ähm, was hab ich zuletzt gesehen? Ich glaube, The Big Short. Ist schon ein älterer Film. Ja, Big Short. Das mit
Alexander Wastl: Ryan
Marlon Boess: Gosling, oder? Ja, ich glaub ja, wo sie da den, ich glaub, das ist ein Hedgefonds. Ja,
Alexander Wastl: da gibt's, ging, ging's um eh, äh, die, [00:08:20] die, äh, Finanzkrise dann 2008, ja.
Marlon Boess: Genau, genau. Subprime. Was halt schiefgelaufen
Alexander Wastl: ist. Ja. Das heißt aber, du, du, du sagst schon auch, dass die, die prägen solche Filme oder die, die vermitteln ein gewisses Bild über diese-
Marlon Boess: Ja.
Alexander Wastl: Über diesen Bereich, der- Doch. Wo du
Marlon Boess: sagst,
Alexander Wastl: der,
Marlon Boess: der Ja, dann ist ja natürlich immer die Frage: Was ist, was ist jetzt wirklich, also was ist, sagen wir mal, aus [00:08:40] dem Realen hergeholt oder was ist halt wirklich fiktiv?
Marlon Boess: Was passt halt gut zur Story? Muss man halt schauen so. Also nicht alles als bare Münze nehmen so.
Alexander Wastl: Ja.
Marlon Boess: Dass einfach die Story funktioniert. Aber ich glaub, die geben schon einen, einen realen Einblick in diese ganze Welt.
Alexander Wastl: Ja, es ist natürlich- Kommt auf den Film an. Kommt auf den Film an, genau. [00:09:00] Klar,
Marlon Boess: klar.
Alexander Wastl: Also eine gewisse Überzeichnung gehört, gehört manchmal dazu.
Alexander Wastl: Ähm, ja, also du, du sagst aber selber, das war jetzt nicht so was, da, wo, wo du sagst, das, das animiert mich jetzt dazu, äh, zu investieren. Wie, wie schaut's bei dir persönlich aus, ähm, bezüglich Investments? Was, was ist da so los bei dir? Oder was war los? Äh, wie ist da so deine Story?
Marlon Boess: Was [00:09:20] war los? Ich überlege grad, wann war das erste Mal, dass ich investiert hab.
Marlon Boess: Und das war, glaub ich, in der Schulzeit noch.
Alexander Wastl: Wow,
Marlon Boess: so
Alexander Wastl: früh.
Marlon Boess: Ja, aber das, ja, ich hab früh investiert, aber sehr, sagen wir, nicht so viel Gedanken drüber gemacht. Ich glaub, ich hab irgendwann, ich glaub, zur Matur hab ich mal Geld bekommen oder zum 18er war's damals, da hab ich Geld bekommen [00:09:40] und, ähm, ja, und da ich mir gedacht: „Okay, ich sollte ja irgendwas damit machen.
Marlon Boess: Also jetzt nicht nur irgendwie damit, was weiß ich, Unfug treiben, ausgehen oder konsumieren, sondern es auch anlegen.“ Ähm, hab mich aber damals jetzt nicht so wie heute irgendwo eingelesen, mich darüber informiert, sondern einfach meine Familie gefragt: „Was soll ich denn damit machen jetzt am besten?“ Gold.
Alexander Wastl: Mhm. [00:10:00]
Marlon Boess: Ist irgendwas Beständiges. Es ist schon irgendwie seit vielen Jahrzehnten, Jahrhunderten hat man das schon irgendwie verwendet oder halt angelegt. Und da habe ich gesagt: „Okay, passt. Ähm, mich wenig oder bis gar nicht eingelesen, bin dann straight to the bank und habe dort ein paar Golddukaten gekauft.
Alexander Wastl: Also tatsächlich physisch.
Marlon Boess: Physisches Gold. Ja, ich glaube,
Alexander Wastl: damals,
Marlon Boess: ich glaube damals wusste ich gar nicht, [00:10:20] dass das irgendwie noch anders geht. Also ich habe das wirklich, also ganz blind, ähm, einfach mal Gold gekauft bei der Bank und dann auch, glaube ich, die Tage danach und die Wochen danach eigentlich immer auf den Chart geschaut, wie, wie ist der Goldkurs gerade und geht der rauf, geht der runter.
Marlon Boess: Also total hyped auch so meine erste, [00:10:40] erste Investition. Ähm, ja, und dann war es dann, glaube ich, ein paar Wochen später, einen Monat später, habe ich dann gesehen, dass es dann doch immer weiter runtergegangen ist, der Goldkurs. Und dann habe ich gedacht: „Oh Gott, jetzt verliere ich alles und Ding und jetzt, was habe ich gemacht?"
Marlon Boess: Und dann bin ich, glaube ich, wirklich zur Bank wieder und habe das verkauft mit einem, mit einem Verlust. Heute wüsste ich natürlich, dass man [00:11:00] das anders macht beziehungsweise dass es dazu gehört, das Auf und Ab und dass man das auf längere Sicht halten sollte und nicht aus, aus Panik heraus, dass man hier da
Alexander Wastl: sein ganzes Gold der
Marlon Boess: Bank entgegenschmeißt.
Alexander Wastl: Ja. Das heißt aber, also du hast dich da in der Familie mal informiert beim Kauf. [00:11:20] Ja. Wie, wie dann, wie du dann die Kurse, äh, sinken sehen hast, ähm, bist du da auch, hast du dir auch noch mal Rat geholt oder war dann so, so die Panik so groß, dass du gesagt hast: „Ich muss sofort
Marlon Boess: handeln"? Also ich glaube wirklich gar nicht, dass ich mir am Anfang keinen Rat geholt habe, sondern einfach nur mich so umge-umgehört habe, so: „Was kann ich denn damit eigentlich machen, Gold?"
Marlon Boess: Und also wirklich gar nicht damit befasst, habe ich mich dann auch eigentlich-- [00:11:40] Vielleicht habe ich sogar gefragt, so: „Ja, was mache ich denn jetzt? Oh Gott, ja, soll ich das jetzt verkaufen?" Also vielleicht nicht den besten Ratgeber gehabt.
Alexander Wastl: Mhm.
Marlon Boess: Und ja, sieht man auch, man sollte sich, wenn man, wenn man investiert, sollte man doch ein gewisses Wissen sich, äh, aneignen und ja, nicht einfach hier und vor allem nicht die Emotionen, [00:12:00] glaube ich, da, da von den Emotionen sich führen lassen.
Alexander Wastl: Das sind, äh, zwei sehr gute
Marlon Boess: Punkte.
Alexander Wastl: Ja, absolut.
Marlon Boess: Auf jeden Fall.
Alexander Wastl: Fällt manchmal, manchmal ist, fällt das leichter, ähm, als es gesagt,
Marlon Boess: äh, als es gesagt ist. Aber daraus lernt man natürlich. Also jetzt rückblickend weiß ich, wäre wahrscheinlich auch gescheiter gewesen, das zu halten bis jetzt. Vor fünfzehn Jahren [00:12:20] gekauft, jetzt würde das Ganze anders ausschauen als damals vor, nach einem Monat.
Alexander Wastl: Gut. Ja, ist so. Ähm, also was hast du für Lehren jetzt? Also du hast es eh grad angesprochen, Emotionen weglassen, vielleicht geduldig bleiben, länger warten. Ähm, [00:12:40] wie, wie schaut's jetzt aus bei deinen Investments? Oder was, was hat-- Also hast du jetzt wieder Gold gekauft mal oder, oder hast du dich anders orientiert?
Marlon Boess: Mhm. Ich glaube, es war damals und ich glaub, das war bei vielen Menschen so in der Corona-Krise, dass ich mich damals damit mit Finanzen auseinandergesetzt hab. Wie
Alexander Wastl: hast du, wie hast du das [00:13:00] gemacht so? Oder einfach bist du medial, äh, konfrontiert worden damit
Marlon Boess: oder auf Social Media? Genau, ich glaub, ich weiß nicht, womit das angefangen, vielleicht war's ein Initiator mit Social Media und dann hab ich, glaub ich, viele, viele YouTube-Tutorials oder YouTube-Channels halt angeschaut und Podcasts angehört, sogar 'n Buch gekauft oder zwei, ich weiß gar nicht mehr.[00:13:20]
Marlon Boess: Aber ich hab mich auf jeden Fall mehr damit beschäftigt. Ich weiß nicht, ob's, ob's dann generell mal der Umstand war, dass natürlich jetzt seine Zeit war, wo man gemerkt hat, okay, jetzt kann ich auf einmal nicht mehr arbeiten. Uh, wie bin ich aufgestellt? Und, und dass man halt vielleicht ein bisschen mehr Zeit gehabt hat.
Marlon Boess: Also die Kombination aus dem Ganzen. Ja, und ich glaub [00:13:40] Da, damals hab ich dann schon auch angefangen mit so einem ETF-Sparplan und hab dann auch wieder Gold gekauft, hab dann auch so einen gewissen Teil in Krypto investiert, weil ich auch, ähm, ja gedacht hab, dass man halt fürs, wie sag man, diversifizierter sein sollte, weiter aufgestellt und hab aber zum Beispiel jetzt bei Krypto wusste ich ganz genau, da, da [00:14:00] nehm ich nur Geld, was mir nicht wehtut, wenn das, wenn das dann weg ist, weil's für mich klar war, das ist etwas, was einfach auf null gehen kann.
Marlon Boess: Da geb ich einfach nur so einen Betrag rein, der mir, der mich dann nicht nachhaltig schmerzt. Genau, das hab ich damals gemacht und jetzt, ja, spare ich etwas, 'n bisschen was auf die Seite, hab so ein, so ein, [00:14:20] ein, ein Projekt im Kopf, einen Plan, wo ich einfach mein Geld ein bisschen am Tagesgeldkonto parken möchte.
Alexander Wastl: Also da steht da ein, ein größerer Erwerb an, oder?
Marlon Boess: Ja, noch kein größerer Erwerb, aber ich kann's auch mal sagen, also dass ich hab irgendwie so den Traum oder den Kopf, dass ich vielleicht irgendwann, äh, im Ausland, also quasi auch in [00:14:40] Nicaragua, dort wo ich schon öfter war, dass ich mir vielleicht da mal irgendwann eine kleine, kleines Grundstück oder ein, ein Beach House mir irgendwann zulegen werde.
Marlon Boess: Aber da muss natürlich alles stimmen und da muss natürlich das richtige Objekt sein. Da war ich schon paarmal in dem Ort, in dem Land und ja. Aber wie gesagt, das ist Zukunftsmusik, ob's wirklich dazu kommt, das werd ich sehen. Und [00:15:00] deswegen ist das jetzt grad einmal so 'n bisschen was angelegt und das und ein bisschen was auf die Seite legen
Alexander Wastl: für vielleicht ein Projekt.
Alexander Wastl: Aber das, das, dieses Grund in Nicaragua wär auch so ein Anlageobjekt oder ist das wirklich so persönlich, das, das ist einfach, du möchtest dort sein, du fühlst dich dort wohl, das ist für deinen, äh, persönlichen Bedarf? Oder siehst du da schon auch ein bisschen ein Investment
Marlon Boess: drinnen? Mhm. Also wenn es dazu kommen [00:15:20] sollte, würd ich schon sagen, es ist quasi ein Lebenstraum mit wirtschaftlichem Potenzial, würd ich sagen
Alexander Wastl: so.
Marlon Boess: Ja, also auch ein sehr äh, wie sagt man, wachsender Bereich ist. Es ist ein Tourismus geprägt, Surftourismus, sogar an der Pazifikküste. Also vielleicht eine Mischung aus beidem. Es ist
Alexander Wastl: schon eine wirtschaftliche Überlegung
Marlon Boess: auch, aber zunächst
Alexander Wastl: mal selber genießen.
Marlon Boess: [00:15:40] Beides natürlich, ja ja.
Alexander Wastl: Man kann ja das auch dann switchen, ne, weil du mu- wirst ja dann vielleicht nicht das ganze Jahr, äh, du in dem, in dem Haus oder auf dem Grundstück sein-
Marlon Boess: Genau
Alexander Wastl: während du dann vielleicht in Österreich bist.
Marlon Boess: Genau, das wär so die Idee. Wie gesagt, wenn's dazu kommt, wenn es dazu kommen sollte, muss natürlich das richtige Objekt gefunden werden und so. Ansonsten wird's halt woanders investiert. [00:16:00]
Alexander Wastl: Okay, ähm, kommen wir noch mal zurück. Also über deine Investments, die du, wo du so während, äh, oder zu Beginn der Pandemie, ähm, die da so aufgekommen sind.
Alexander Wastl: Ähm, wa-, äh, was, was hast'n jetzt noch davon? Also du hast den ETF-Sparplan a-angesprochen. Der, wie, besparst du den noch weiter? Oder, oder hast du dann, äh-
Marlon Boess: Nee, sollte ich [00:16:20] jetzt eigentlich wahrscheinlich. Ich sollte es dann weitermachen und es nicht auf 'n Tagesgeldkonto, Konto parken, weil ich glaub, also nicht glaube, sondern die Zinsen ja dann nicht mehr so hoch sind oder gar nicht hoch sind, dass man da nicht so viel rausbekommt.
Marlon Boess: Ähm, grade eben nicht. Also wie gesagt, ich leg's mal grad auf die Seite. Was ich so indirekt mach, wo ich indirekt spar, da ich selbstständig bin [00:16:40] und das hab ich von meinen beiden Eltern mitbekommen, die beide auch selbstständig sind. Ähm, ich leg mir immer die Hälfte auf die Seite von meinem Brutto, was ich Brutto rausbekomme.
Marlon Boess: Ich leg die Hälfte auf die Seite und am Ende des Jahres sollte doch 'n bissl was übrig bleiben und das nehm ich wiederum und investier's dann, weiß ich nicht, in ETFs oder kauf wieder Gold. [00:17:00] Und was auch noch ist, ist auch ein indirektes Investieren, kann man sagen. Ich glaub, das nennt sich investitionsbedingter Gewinnfreibetrag.
Marlon Boess: Das heißt, dass ich quasi in gewisse Wertpapiere investiere, was meine Steuerlast senkt. Und das ist ja dann auch das Geld gebunden, was ich, diese, also diese Wertpapiere sind ja dann vier Jahre gebunden. Das heißt, ich darf ja nicht [00:17:20] verkaufen. Also indirekt spar ich da auch schon was an. So würd ich sagen.
Marlon Boess: Ob's die besten Wertpapiere sind, weiß ich nicht.
Alexander Wastl: Das, das weiß man immer erst im Nachhinein, aber- Ja, aber
Marlon Boess: das ist auf jeden Fall wird auf die Seite gelegt so.
Alexander Wastl: Ich glaube eh, was du vorhin angesprochen hast, mit dem Grundsatz, ähm, einfach auf, [00:17:40] auf lange Sicht halten, ähm, kann man schon viele Risiken mal abfedern.
Alexander Wastl: Und wenn es, wenn es, äh, diversifiziert ist, eh was du angesprochen hast. Ähm, ja, du musst natürlich dann als Selbstständiger, da muss man anders denken wie jemand, der angestellt hat, der weiß, ich krieg jeden Monat den Betrag X. Ähm, das heißt, du musst da bissl, [00:18:00] ähm, das aktiver steuern, ne. Was, das, was überbleibt, das kann ich investieren.
Alexander Wastl: Oder dann, du hast jetzt eben mehrere Anlageziele, kann man sagen. Diesen Traum in, in Nicaragua vielleicht. Ähm, dann, dann tust du so noch was auf die Seite legen oder investieren. Das spielt auf jeden Fall eine Rolle bei dir, die Selbstständigkeit, dass man da bisschen anders vielleicht.
Marlon Boess: Ja, [00:18:20] absolut, ja. Also es ist je nachdem wie viel du arbeitest, so viel verdienst du auch.
Marlon Boess: Ähm, ja und ich, ich, ich hab das natürlich auch in meinem Umfeld gesehen. Also viele, die selbstständig arbeiten, ist halt immer so das Ding, ne. Du kriegst 'n Job rein, nimmst du den an? Oh, eigentlich hab ich schon so viel zu tun. Weiß halt nicht, wie's in den nächsten Monaten aussieht, ähm. Ich sag [00:18:40] mal jetzt bei mir in der Physiotherapie, sag ich mal, ich bin zwar selbstständig, aber trotzdem ein, sagen wir mal, geregelten oder planbaren, planbares Monat, Monate, dass ich schon mal weiß, wie viel ich ungefähr arbeiten werde.
Marlon Boess: Also es ist recht gut planbar. Wenn man jetzt zum Schauspiel kommt, ich mein, an sich bist du als Schauspieler, Schauspielerin bist du ja insofern nicht [00:19:00] selbstständig, sondern wirst immer angestellt von 'ner Produktionsfirma, aber es verhält sich eigentlich so, wie als wärst du selbstständig. Weil du hast einmal ein Projekt, hast zwei Projekte, dann ist einmal eine Pause.
Alexander Wastl: Werkverträge, oder kann man sagen, oder
Marlon Boess: wie? Ja, du bist wie angestellt bist du quasi dann, ja.
Alexander Wastl: Also während der Produktionsphase.
Marlon Boess: Genau, während der Produktion. Also wirklich nur von bis und danach halt wieder. Also ja, bei mir ist es auch [00:19:20] mit, mit Versicherung und so muss man natürlich dann auch schauen. Also ich bin natürlich jetzt bei der SVS und dann, wenn ich, das muss man dann auch immer switchen.
Marlon Boess: Also wenn ich dann angestellt bin, dann bin ich dort versichert und dann muss ich mich wieder ummelden. Also das ist immer so 'n bisschen gut. Aber das ist alles machbar. Aber was, was ich sagen wollt, ist halt, ja, ich glaub, wie alle Freischaffen, Künstler, [00:19:40] Künstlerinnen, ja, you never know, wie die nächsten Monate aussehen.
Marlon Boess: Und ich hab auch viele Kollegen, Kolleginnen, die nicht davon ausschließlich leben können. Also ich glaub, das ist ein kleiner Prozentsatz, die wirklich ausschließlich von der Kunst leben können.
Alexander Wastl: Ja, und ich glaub, die, die Pandemie hat uns eigentlich [00:20:00] allen auch ein bissl gelehrt, äh, so wirklich sicher,
Marlon Boess: ähm,
Alexander Wastl: kann man sich nie sein, oder?
Alexander Wastl: Es, es schadet zumindest nicht, um in dem Kontext zu bleiben.
Marlon Boess: Ja.
Alexander Wastl: Bissl was auf der Seite zu haben für 'nen Ernstfall, ne. Auf
Marlon Boess: jeden Fall nicht verkehrt.
Alexander Wastl: Ähm, ich wollt noch mal mit dir reden über, über Anlageziele. Du, also du hast sehr früh begonnen, äh, Gold, da [00:20:20] war so der Drive. Du hast einfach das Gefühl gehabt, äh, ja, das, das, das, da muss man was machen, das kann man nicht nur so herumliegen lassen, was eigentlich in dem Alter schon sehr reif ist, würd ich sagen.
Alexander Wastl: Ähm, dann jetzt hin zu Corona wieder: Was, was waren da so, äh, was war der Gedanke dahinter, äh, warum du das überhaupt machst? Warum du's nicht einfach alles, äh, am Girokonto lasst oder, [00:20:40] oder in Cash wartest? Ich weiß nicht. Äh, oder war's einfach nur so, weil du damit konfrontiert worden bist medial, dass du sagst, das machen jetzt irgendwie alle?
Marlon Boess: Ich denke schon, ja, dadurch, dass ich mich damit auseinandergesetzt hab und dann natürlich durch die ganzen, ganzen, äh, Leute, die diese Channels oder diese Podcasts oder was auch immer da betreiben und diese Infos hergeben, war das [00:21:00] für mich dann sehr plausibel, wo ich sag: „Okay, das macht schon Sinn, dass ich das jetzt nicht auf 'm Girokonto einfach liegen lass, weil Inflation und so weiter, Geldentwertung.“
Marlon Boess: Dass es dann schon für mich plausibel war, dass man das irgendwo anlegt, ja.
Alexander Wastl: Ja.
Marlon Boess: Also ich weiß nicht, was zuerst war, ob ich da 'ne Eingebung gehabt hab, aber ich glaub, das war eher, dass ich natürlich durch die Medien [00:21:20] und durch das, dass ich mich auch eingelesen hab, mich mit der Thematik auseinandergesetzt hab und das dann einfach, ja- Das dann so verfolgt hab.
Alexander Wastl: Mhm. Und war da das, das Horizontthema, das Zeithorizontthema auch in deinem Kopf so: „Okay, wie lang plan ich das jetzt so zu machen?" Oder hast du dich zunächst einmal nur damit befasst: „Okay, wo investier ich, [00:21:40] was ich weiß jetzt nicht, äh, ich hab da gar kein Zeitfenster im Kopf, wie lang ich das jetzt mach."
Marlon Boess: Mhm.
Alexander Wastl: War das a, a Überlegung oder hat das eine Rolle
Marlon Boess: gespielt? Ja, ich glaub, vorwiegend war's so wo, was, wo in welche, welche Assetklassen oder wohin möcht ich jetzt mein Geld investieren, aber gar nicht so sehr der, der Zeitfaktor, der aber, glaub ich, natürlich auch sehr, sehr wichtig ist, ähm, [00:22:00] dass es auch beständig ist, dass ich irgendwo investier und dass es jetzt nicht nur 'ne kurze Zeit ist, dann hör ich auf.
Marlon Boess: Ähm, ja, ich glaub, da muss ich, da müsst ich ein bisschen disziplinierter sein, disziplinierter, regelmäßiger und auf lange Sicht das quasi, das quasi anlegen, ja.
Alexander Wastl: Ja, also du hast jetzt, ähm, also jetzt, glaub ich, würd ich sagen, ist [00:22:20] der, der Fokus eben, dass du sagst, du, du verwirklichst dir deinen Traum da in, in Nicaragua.
Alexander Wastl: Vielleicht, ja. Das ist ja auch ein, ein, ein langfristiges nachhaltiges- Ja, kann, kann man so sagen,
Marlon Boess: ja. Also wenn sich das Ganze ergibt und sonst, ja, ich mein, ich könnt natürlich, also da bin ich, da müsst ich mich gleich damit mehr befa-befassen. Ich könnt's [00:22:40] natürlich in irgend-, irgendwo anlegen auch, aber jetzt hab ich grad für mich so die, das Ding, dass ich halt ein Teil auf 'm Tagesgeldkonto, wo man das einfach-
Alexander Wastl: Mhm.
Marlon Boess: Wo das schneller verfügbar ist, ähm, ja.
Alexander Wastl: Mhm. Alles klar. Dann würd ich eigentlich schon zum Abschluss kommen. Auch vielleicht, das passt so dazu. Ähm, wie, wie fühlst du dich jetzt so in deinem, [00:23:00] in dem, was du momentan hast und in was du investierst, aufgestellt und was bedeutet für dich auch, ähm, safe zu sein beim Investieren oder finanziell allgemein?
Marlon Boess: Mhm. Was bedeutet für mich safe? Also wenn du mich so fragst, safe würde ich jetzt einmal mit verbinden eigentlich, wenn ich in Pension gehe. Also für finanzielle Sicherheit [00:23:20] verbinde ich irgendwie damit. Das heißt, wenn ich aufhöre zu arbeiten, muss quasi meine Pension und das, was ich auf die Seite gelegt habe, ausreichen, damit ich mein Leben bestreiten kann.
Marlon Boess: Das ist so das, was ich jetzt so damit gleich mal connecte. Ähm, für mich beginnt da schon, finanzielle Sicherheit beginnt eigentlich mit so einer [00:23:40] Selbstreflexion über das eigene Leben. Was, was möchte ich für ein Leben führen? Was, was, was brauche ich? Was macht mich glücklich? Was für 'n, was für einen Lebensstil verfolge ich auch?
Marlon Boess: Und was ist von der Gesellschaft vielleicht vorgegeben? Was verfolge ich? Ist das wirklich von mir oder ist es das, was, was von außen gelebt wird und dem folge ich da? Ähm, ja, und ich möchte an diesem Punkt auch sagen, dass ich das natürlich [00:24:00] aus diesen Überlegungen alles aus einer sehr, sehr, sehr privilegierten Position aussage.
Marlon Boess: Ähm, ja, muss auch sagen, dass viele Leute nicht einmal wissen, wie sie, wie sie ihre laufenden Kosten, Wohnen, Essen quasi leisten können. Also auch eine große Dankbarkeit, glaube ich, an den Tag legen, dass man sich solche Gedanken machen kann. Ähm, aber [00:24:20] auch wichtig, sich solche Gedanken zu machen. Also ich, wie gesagt, denke ich, dass es mit einer Selbstreflexion über das eigene Leben, ähm, beginnt und dann auch ganz wichtig, nicht so wie der Marlon vor fünfzehn Jahren, der kein Wissen hatte über Investieren, dass man sich halt wie eine finanzielle Intelligenz aneignet, also finanzielles Wissen, dass man auch [00:24:40] weiß, wie Geld funktioniert.
Marlon Boess: Und ja, einfach für, dass es finanziell safe zu sein, einfach für die Zukunft was auf die Seite zu legen. Aber ich glaube auch, dass es wichtig ist, auch das Hier und Jetzt zu genießen. Ich glaube, wie in vielen Bereichen im Leben, dass man eine Balance hält, dass man sagt: „Okay, ich, ich, ich, ich spare [00:25:00] jetzt für die Zukunft, aber ich, ich, ich gönne mir auch was und ich lebe im Hier und Jetzt und möchte das, das Jetzt doch genießen."
Marlon Boess: Also ich merke das bei meinen Patientinnen und Patienten, die doch im höheren Alter sind, achtzig, neunzig, wo man auf der einen Seite sieht, okay, es kann jederzeit was passieren. Geht jemand in Pension und auf einmal einen Schlaganfall. Ähm, [00:25:20] steht da und jetzt, und jetzt heißt es aber, jetzt gibt's höhere Kosten, Pflegekosten und so.
Marlon Boess: Da wieder auf der einen Seite, okay, da ist gut, was auf der Seite zu haben. Dann höre ich wieder andere, die sagen: „Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet. Ich habe mir alles auf die Seite gelegt. Ich habe mir nie was gegönnt und jetzt kann ich das Ganze nicht mehr." Also die Balance macht es, [00:25:40] die Balance, das zu halten, ja.
Marlon Boess: Dankbar für das zu sein, was man hat und, und ja, auch das Hier und Jetzt zu genießen.
Alexander Wastl: Ich finde, das sind, äh, sehr, sehr schöne Sichtweisen, die du da jetzt, ähm, zum Abschluss von dir gegeben hast und ich in dem Zusammenhang sage ich vielen Dank für das Gespräch, Marlon.[00:26:00]
Anna-Lisa Bier: Da sind wir wieder. Hi Alex. Also wie geht's dir denn nach dem Gespräch? Was hast du dir mitnehmen können vom Gespräch mit Marlon?
Alexander Wastl: Ja, also ich fand besonders den Abschluss, äh, was er da gesagt hat, ähm, extrem schön und, und, äh, auch von dem Bewusstsein [00:26:20] des Privilegs, was er besitzt, ähm, in welcher Situation er ist.
Alexander Wastl: Ähm, das fand ich einfach einen, einen wunderschönen Abschluss und, und sonst generell eine sehr interessante Story. Ja, also irgendwie so den, den klassischen, äh, Einsteigerfehler mal gemacht, so irgendwo was aufgeschnappt, ein, ein einziges Anlageprodukt da voll rein [00:26:40] und dann rasche Enttäuschung und panisch wieder raus.
Alexander Wastl: Überhaupt keine, ähm, überhaupt kein Vorwurf. Das geht irgendwie gefühlt jedem so am Anfang.
Anna-Lisa Bier: Ich glaub, also ich kann mich da sehr, sehr gut hineinversetzen, wenn man sich da denkt: „Oh mein Gott, jetzt werde ich panisch." Äh, und man will eigentlich dann nur haben, dass es einem nicht mehr so geht und dann eben macht man gewisse Sachen oder lässt sich eben von [00:27:00] den Emotionen zu genau so was verleiten, dass man's dann wieder verkauft.
Anna-Lisa Bier: Ähm, ja gut, im Nachhinein ist man immer klüger, würde ich jetzt mal sagen, aber er hat daraus lernen können und, ähm, ja, auch heute im Podcast drüber reden können. Also alleine das ist ja dann schon mal, ja, auch wieder was Positives, oder?
Alexander Wastl: Genau. Also er, er hat die absolut richtigen Schlüsse daraus gezogen und sagt eben selber, [00:27:20] er, äh, das Wichtigste ist, ist die Disziplin, ähm, die Regelmäßigkeit und, und halt das Diversifizieren der Veranlagung.
Alexander Wastl: Das hat er vollkommen richtig erkannt. Ähm, er hatte dann in weiterer Folge auch bei seiner, bei seinem nächsten Stopp dann während der Pandemie schon, äh, viel breiter begonnen zu investieren. Also, ähm, alles richtig [00:27:40] gemacht, ja.
Anna-Lisa Bier: Eigentlich ist er auch beim Job ja diversifiziert, wenn man's so sagen möchte.
Alexander Wastl: Ja, sicher.
Anna-Lisa Bier: Ja, also das
Alexander Wastl: auch. Absolut.
Anna-Lisa Bier: Mit dem Schauspiel, denk ich mir, ist, das mag dann vielleicht so ein bissl glamourös wirken.
Alexander Wastl: Mhm.
Anna-Lisa Bier: Und auf der anderen Seite ist er aber dann Physiotherapeut, wo's dann aber eigentlich auch nicht so einfach ist, dass du dich dann einfach rausnimmst und dann zum Beispiel monatelang vielleicht gar nicht da bist, wenn du drehen musst.
Anna-Lisa Bier: Also das ist ja auch wieder so, [00:28:00] ähm, ein Privileg, dass er beides machen kann eigentlich.
Alexander Wastl: Ja, beziehungsweise, äh, es ist natürlich auch ein, ein Mehraufwand, also auf zwei Hochzeiten tanzen sozusagen, aber er, er braucht das auch, glaub ich, für seine persönliche, für die persönliche Sicherheit, ja, fürs Sicherheitsgefühl.
Alexander Wastl: Aber vielleicht noch kurz zu seinem-- Weil also das Thema Gold haben wir jetzt schon oft gehabt-
Anna-Lisa Bier: Mhm. -
Alexander Wastl: find ich, in [00:28:20] den Podcasts. Oder ist das selektive Wahrnehmung?
Anna-Lisa Bier: Nach den ETFs ist Gold sicher das, was bei uns am meisten genannt wird, ja.
Alexander Wastl: Es ist nicht alles Gold, was glänzt, muss ich jetzt erneut ins Fass sagen.
Alexander Wastl: Aber nein, Gold ist, hat halt so den Ruf als sicherer Anker und also Krisenbeständigkeit und in den letzten Jahren kam halt noch [00:28:40] dazu, so ab den 2020, ab 2020, dass es sich, äh, noch dazu sehr gut entwickelt hat, ähm, prozentual. Ähm, und ich glaub, also Gold komplett wertfrei und das hat auch absolut seine Berechtigung im Portfolio, eben wieder als Diversifizierung an Rohstoff a-absolut berechtigt, komplett wertfrei.
Alexander Wastl: Aber was man bedenken muss: [00:29:00] Gold, das liegt halt rum. Es wirft keine Zinsen oder Dividenden, äh, ab, ja. Also den Effekt hast mal nicht und man darf sich auch nicht-- Das gilt für alle Anlageprodukte. Man darf sich nicht blenden lassen eben von diesen kurzfristigen Entwicklungen, ja. Also wie gesagt, letzten Jahre sehr gut gelaufen.
Alexander Wastl: Davor war [00:29:20] jahrelang Stillstand und auch jetzt in dem Jahr zum Beispiel ist Gold, ähm, 15 % im Minus. Also, ähm, das ist glaube ich was, was vielen Anlegerinnen und Anlegern widerfährt, dass sie dann, ähm, sich bestätigt fühlen so: „Oh, da hab ich einen, einen super Griff gemacht und das geht jetzt so weiter." Und das ist eben das, [00:29:40] ja, man muss sachlich bleiben, ja, und, und, äh, auf, auf langen Horizont denken, ja.
Anna-Lisa Bier: Und ich glaub, man sollte dann auch nicht so jetzt sich von Hypes dann irgendwie mitreißen lassen, weil man dann natürlich in den letzten Jahren mit Gold schon mitbekommen hat. Ich mein, bei mir da in der Nähe ist hier die, äh, die Münze Österreich und da sieht man Schlangen an Menschen, die anstehen. Ähm, und da lässt man sich [00:30:00] natürlich wahrscheinlich schon noch ein bisschen mitreißen mit dem.
Anna-Lisa Bier: Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, dass man da dann nicht so von einem zum nächsten springt.
Alexander Wastl: Ja, also da gibt's auch so Börsenweisheit: Hin und her macht Taschen leer. Es ist, es ist halt, ähm, äh, so, wenn du viel handelst, ähm- Erstes Mal musst du [00:30:20] dann ja auch im Idealfall das alles verstehen, was du tust.
Alexander Wastl: Ähm, und was aber zweifelsohne ist, dass dann immer Gebühren oder Transaktionskosten, äh, äh, anfallen. Das heißt, du musst dann ja zumindest mal mit jedem neuen Asset, was du kaufst oder was du tauschst, muss die Rendite ja zumindest mal die, [00:30:40] diese Gebühren, die du dauernd zahlst, äh, wettmachen, damit du überhaupt mal ins Positive kommst.
Alexander Wastl: Also das find-- sind vielleicht so Dinge und da ist halt, wenn man lang wo drin bleibt, das liegen lässt, breit gestreut, dann hast du mal definitiv sicher, es gibt, äh, auch Gebühren aufs Jahr gesehen, aber die sind, äh, geringer in, in Relation, wenn man das [00:31:00] richtige Produkt hat, als wenn man da jetzt wöchentlich, täglich sogar herumtradet, ja.
Anna-Lisa Bier: Hast du dir ansonsten zu dem allen noch irgendetwas mitgenommen?
Alexander Wastl: Na, du hast, du hast grad vielleicht noch von Trends gesprochen. Also das passt ja auch zu diesem Gold-Thema und das ist auch so, ja, wir sind irgendwie Opfer unserer eigenen, äh, Psyche [00:31:20] halt, die Menschen, ja. Und man tendiert halt eher dazu, dass man eben prozyklisch handelt.
Alexander Wastl: Also immer wenn was viel in Zeitungen steht und grad trendet, ebenso wie's Gold war, dann denkt man sich: „Ja, da will ich dabei sein, da will ich was vom Kuchen haben." Das heißt aber auch, man kauft dann ein, wenn's schon alle am [00:31:40] Schirm haben und dementsprechend die Nachfrage groß ist und der Preis steigt, ja.
Alexander Wastl: Und dann ist's aber gleichzeitig so, wenn dann heißt: „Ui, das fällt", dann fangen auf einmal alle, äh, an: „Ja, ich muss das jetzt loswerden." Und das treibt das dann natürlich umso stärker runter. Ja, und das war ja bei Malung, weiß ich jetzt nicht, wie's, wie's andere [00:32:00] Anlegerinnen und Anleger gemacht haben, aber er hat's so gemacht, ne.
Alexander Wastl: Er hat sich da in beide Richtungen vom Trend treiben lassen, ja, und hat dann leider halt sehr schlecht 'n Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt, ähm, gewählt, ja. Und deswegen Äh, am besten einfach regelmäßig investieren in ein, ein, äh, breit [00:32:20] gestreutes globales Aktien, äh, also in ein, ein, ein, äh, Welt-ETF sozusagen mit einem Sparplan.
Alexander Wastl: Der wird mir fix jeden ersten, fünfzehnten des Monats wie auch immer abgebucht. Da brauche ich auch nicht reinschauen und dann lasst das einfach über 30 Jahre, dann schau ich wieder rein und es wird sicher wunderbar sein.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich glaub, dass die, [00:32:40] dass man da teilweise schon seinen eigenen Weg gehen muss.
Anna-Lisa Bier: Also natürlich sollte sch-sollte man sich informieren über das alles und man sollte schon auch schauen, was vielleicht manche anderen, einfach sich austauschen, aber ich glaube, in gewisser Art und Weise sollte man dann eben nicht, wie du sagst, Schlagzeilen lesen und dann in Panik verfallen, weil man sollte einfach seinen Weg gehen und einfach, äh, mit seiner eigenen, mit seinem Wissen dann ja, äh, vielleicht auch [00:33:00] beruhigt, äh, sein und das dann eben einfach mit der Zeit dann, äh, einfach sein
Alexander Wastl: lassen.
Alexander Wastl: Also informiert bleiben auf alle Fälle natürlich, aber, ähm, muss man auch die Berichterstattung ein bissl vielleicht, äh, ja, wie-- natürlich, äh, Medien schreiben so, dass man hinschaut, ja, voll verständlich. Aber da, man muss halt dann die Resistenz vielleicht aufbauen, dass man sich nicht vor [00:33:20] allem in Panik oder in Euphorie versetzen lassen und das einordnen.
Alexander Wastl: Das setzt eben, ähm, Information und, und, und eine eigene Fortbildung voraus, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ja, in dieser Hinsicht kann ich sagen danke vielmals, Alex, auch für deine Inputs jetzt in der Nachbesprechung. Ich hoffe, dass, äh, unsere Hörer und Hörerinnen da draußen auch einiges heute mitnehmen konnten. Und ja, ich [00:33:40] freue mich, wenn wir uns das nächste Mal wieder hören bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Ich freue mich auch. Ciao.
Anna-Lisa Bier: Tschüss.
Alexander Wastl: Das war Save Stories übers Investieren. [00:34:00]
Anna-Lisa Bier: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
Alexander Wastl: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der [00:34:20] Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.