Sprinter Markus Fuchs spricht über seine Erfahrungen mit Geld, Risiko und Investieren als Profisportler. Seine wichtigste Anlage: eine Eigentumswohnung, die er als sicheres Investment für die Zukunft sieht. Eine Folge über die Frage, was Sicherheit für jeden von uns bedeutet.
In dieser Folge spricht Podcast-Host Alexander Wastl mit Österreichs schnellstem Mann: Sprinter Markus Fuchs. Gemeinsam tauchen sie in die Frage ein, was „sicher investieren“ eigentlich bedeutet – besonders aus der Perspektive eines Profisportlers, dessen Karriere von Leistung, Risiko und Unsicherheit geprägt ist. Markus gibt persönliche Einblicke in seinen finanziellen Alltag: von der Herausforderung, sich als Einzelsportler selbst abzusichern, bis hin zu seiner bisher größten Investitionsentscheidung – dem Kauf einer Eigentumswohnung. Für ihn ist die Immobilie nicht nur ein Zuhause, sondern vor allem ein bewusst gewähltes – und aus seiner Sicht – risikoarmes Investment und ein wichtiger Schritt für die Zukunft nach der Sportkarriere.
Warum er aktuell lieber auf Sicherheit setzt, weshalb Aktien und ETFs für ihn (noch) keine Rolle spielen und wie sein Umfeld seine Entscheidungen beeinflusst – all das erzählt er offen im Gespräch. Eine Folge über Sicherheit, Ziele und die sehr individuelle Frage: Was bedeutet es eigentlich, finanziell „safe“ zu sein?
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Kapitelmarken:
[00:00] Begrüßung & Intro zum Podcast
[00:38] Start der Folge & Vorstellung des Gasts
[00:57] Markus Fuchs: Karriere & „schnellster Mann Österreichs“
[02:16] Olympia-Erfahrung & Motivation
[02:55] Einkommen & finanzielle Realität im Profisport
[04:16] Sparen vs. Investieren als Sportler
[05:03] Blick in die Zukunft nach der Sportkarriere
[06:33] Erste große Investition: Eigentumswohnung
[07:20] Immobilien als „sicheres“ Investment
[07:52] Entscheidungsprozess beim Wohnungskauf
[09:23] Eigentum vs. Miete – persönliche Prägung
[10:32] Immobilie als Investment (Vermieten/Verkaufen)
[11:32] Rolle von Beratung & Umfeld
[11:59] Sparkonto & finanzielle Rücklagen
[12:38] Einfluss von Freunden & unterschiedliche Strategien
[13:30] Warum (noch) keine ETFs oder Aktien
[14:50] Fokus vs. finanzielle Diversifikation
[15:16] Unsicherheit im Profisport & Eigenverantwortung
[16:19] Umgang mit Rückschlägen
[17:35] Was bedeutet „finanziell safe“?
[18:20] Einordnung & wichtigste Learnings
[20:06] Immobilien vs. ETFs – Chancen & Risiken
[23:05] Was sind ETFs einfach erklärt
[25:01] Einstieg ins Investieren mit wenig Kapital
[25:43] Unterschiedliche Definitionen von Sicherheit
[26:58] Fazit & Verabschiedung
[27:16] Outro & Hinweise zur Wiener Börse
Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.
Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Über Fehler, Aha-Momente und darüber, was sie heute anders machen würden.
Wir sind Anna-Lisa Bier.
Und Alexander Wastl. Wir finden: Über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt, und jetzt geht's los!
Hallo und herzlich willkommen bei Safe! Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Wir sind in einer neuen Folge unseres Podcasts angekommen, und auch der Alex sitzt mir wieder gegenüber. Hi Alex.
Hallo Anna-Lisa.
Alex, heute steht ein Gespräch an, das du geführt hast. Wer oder was erwartet uns denn in dieser Episode?
Ja, genau. Bei mir ist heute Markus Fuchs, Österreichs schnellster Mann. Er ist WM- und Olympiateilnehmer im Sprint, und ich werde mich heute mit ihm darüber unterhalten, was Risiko und Sicherheit beim Investieren bedeutet.
Ja, ich glaube, da dürfen wir gespannt zuhören. Und nicht vergessen: Am Ende ordnen wir beide das Gehörte für euch ein. Also dranbleiben, dazulernen, und bis später.
Bevor wir jetzt off record da alles bereden, sage ich: Hallo Markus, schön, dass du da bist heute.
Servus.
Markus, ich darf dich als Österreichs schnellsten Mann bezeichnen. Klär uns mal auf: Was hat es damit auf sich? Wer bist du, was machst du so?
Ja, ich bin seit 2023 der schnellste 100-Meter-Sprinter, den es jemals in Österreich gegeben hat. Habe den österreichischen Rekord mit 10,08 Sekunden und ja, habe das Ganze meinen Beruf einfach zu meinem Leben gemacht.
Ich trainiere teilweise in Österreich, teilweise in der Schweiz mit einem professionellen Team und habe mir da ein großes Netzwerk sozusagen selbst aufgebaut, mit dem ich mich jetzt mittlerweile für meine hoffentlich zweiten Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vorbereite.
Und ja, ich bin einfach Profisportler durch und durch, und deswegen sitze ich heute da.
Sehr spannend. 2024 warst du das erste Mal bei Olympia. Ganz besonderer Moment, oder? In der Karriere eines Leistungssportlers.
Ja, auf jeden Fall. Also, das war das Größte, was ich bis jetzt erreicht habe. Das war ein Kindheitstraum von mir, und bei den Olympischen Spielen vor allem als 100-Meter-Sprinter, als europäischer 100-Meter-Sprinter dabei zu sein, ist, glaube ich, wirklich was ganz Großes, was uns da gelungen ist.
Es war wirklich einer meiner schönsten Erfolge in meiner Karriere und ja, hat mich so motiviert, jetzt wirklich in der Zukunft einfach noch mehr zu investieren, dass ich das Ganze noch ein zweites Mal erleben darf, weil das einfach wirklich so ein wunderschönes Erlebnis war.
Du hast das eh jetzt kurz angesprochen. Du stehst dann im Rampenlicht, also an der Startlinie, aber es braucht damit, du auf dem Niveau Leistung bringst, ein großes Team herum. Dann folgen momentan noch ein bisschen mehr als 10 Sekunden auf 100 Meter, wo du all-in gehst, sozusagen. Wie schaut es da bei dir aus mit der Geldanlage?
Ja, also ich habe einfach mal ein Fundament als österreichischer Profisportler, habe eine Festanstellung beim österreichischen Bundesheer, wo ich jedes Monat mein normales Gehalt bekomme. Normalerweise ist es in Österreich eben so, dass es diverse Fördertöpfe gibt, aus denen man als Profisportler zehren kann. Ich bin aktuell leider in keinem einzigen dieser Fördertöpfe. Die einzige Unterstützung, die ich zum Glück bekomme, ist vom Land Niederösterreich, die mir da auch ein bisschen eine Unterstützung bieten.
Und in einer Situation wie meiner ist es einfach ganz wichtig, dass man dann eben Sponsoren oder Unterstützer aus der Privatwirtschaft bekommt. Da habe ich wirklich das Glück, dass ich jetzt in den letzten Jahren wirklich tolle Partner gefunden habe, mit denen ich auch langjährig jetzt arbeiten kann. Ja, das sichert sozusagen mal meine Grundlage ab, und mit diesen ganzen Finanzen, da bin ich der Chef meines Budgets, und mit dem kann ich halt handwerken und schauen, wo es mich hinführt.
Bleibt da noch was über, wo man sagt, oder ist das wirklich so auf Null gerechnet, dass man sagt, es fließt eigentlich alles wirklich in den Sport rein und in die eigene Weiterentwicklung, oder hast du schon auch die Möglichkeit, dass du sagst, ich lege was auf die Seite?
Ich sage mal so: Das Gute in meiner Situation ist, dass zum Glück auch was überbleibt, weil ich lebe natürlich auch für den Profit. Ich habe auch nach meiner sportlichen Karriere noch Ziele und möchte mir eigentlich jetzt auch schon eine Karriere danach mit aufbauen. Deswegen bin ich unglaublich dankbar, dass ich diese Partner habe, die mich da auch unterstützen. An erster Stelle ist es aber trotzdem für mich so, dass ich einen großen Teil natürlich in meine Karriere investiere, um einfach noch mehr rauszuholen, und das, was überbleibt, investiere oder spare ich dann eben.
Also, es ist ja dein Körper ist sozusagen auch eine Assetklasse, du investierst da auch viel Geld rein. Du hast es gerade angesprochen, also du denkst schon, auch wenn viel Fokus eben auf Wettkämpfe und Training liegt, denkst du schon an die Zeit danach? In welche Richtung könnte das gehen bei dir?
Ja, ich glaube, man müsste es leugnen, wenn ein Sportler sagt, er denkt nicht an die Karriere danach, weil im Endeffekt ist leider unsere Zeit im Profisport irgendwo auch begrenzt. Deswegen spielt sich dieses Szenario immer wieder mal in meinem Kopf ab. Ich probiere das aber eigentlich aktuell immer nach hinten zu schieben, weil meine Karriere einfach wirklich, weil ich meiner Karriere 100 % Leistung selbst widmen möchte.
Aber ja, ich habe mir immer schon wieder Gedanken gemacht, vielleicht wäre ich irgendwann einmal bei einem meiner Partner, bei meiner jetzigen Partner vielleicht sogar anfangen können und da gleich wirklich den Übergang so ein bisschen ins Management oder Marketingbereich irgendwo ansetzen.
Was ich mir aber auch vorstellen könnte, ist wirklich zum Beispiel eine Personal Training Agentur oder so aufzumachen, aber so wirkliche genaue Ziele jetzt für später habe ich mir noch nicht gesteckt.
Ja, es gibt natürlich dann durch das Netzwerk, was du hast, und durch deine Expertise im Sport hast du dann doch viele Bereiche offen für danach. Ja, du hast es angesprochen, es bleibt Gott sei Dank Geld über. Wie legst du das an, oder?
Also für mich, zumindest sehe ich das Ganze als Invest. Ich habe das Ganze so gemacht, dass ich vor ein paar Jahren mit meiner Freundin gemeinsam eine Wohnung zum Beispiel gekauft habe. Das ist auch die, in der ich lebe, wenn ich teilweise eben hier in Wien gerade trainiere.
Das ist für mich einfach ein wirklich toller Invest gewesen, und das war halt einmal so das erste Ziel auch meiner Karriere, weil ich gesagt habe, ja, ich möchte einfach in irgendwas nicht zu risikoreiches investieren, wovon ich dann aber später auch was habe. Das ist eigentlich so mein Hauptinvest, sage ich jetzt einmal, und mit meinen Gewinnen gehe ich aktuell so um, dass die auf Sparkonten angelegt sind.
Du hast das eh kurz angesprochen, also Immobilie ist für dich was Risikoarmes, wenn ich es so verstanden habe. Es ist trotzdem eine große Entscheidung, die man trifft, oder? Also als Paar oder auch als Einzelperson, weil das doch ein, also du hast gesagt, Wien ist die Wohnung, oder?
Ja, also Brunnen im Gebirge.
Brunnen im Gebirge. Ja, das kostet einen Batzen Geld. Wie war das für euch damals? Hat man sich da sehr lange den Kopf zerbrochen, oder wie war das für euch?
Ich muss sagen, es war für uns keine wirklich schwierige Entscheidung, weil das geht natürlich viele Jahre zurück. Also mein großes Ziel war es einfach immer auch schon, seitdem ich auch klein bin, war das eins meiner Ziele, dass ich irgendwann einmal in ein Eigentum investieren kann. Und ich habe wirklich sehr viele, ich hatte das Glück, dass ich viele, viele Jahre bei meinen Eltern zu Hause gelebt habe und die uns oder mich halt wirklich groß unterstützt haben da in der Zeit.
Somit hatte ich die Möglichkeit, dass ich mir damals zum Beispiel Bundesheergehalt, diverse Kleinsummen, wie auch immer die von außen in den jungen Jahren noch reingekommen bin, konnte ich die damals alle schon ansparen, was dann eben später dazu geführt hat, dass ich halt, als ich dann zur Bank gegangen bin und mit der, also die Wohnung sozusagen investieren wollte, eigentlich auch eine sehr gute Bonität hatte. Und zum damaligen Zeitpunkt, das war zu Corona-Zeiten, waren natürlich auch die Zinsen relativ niedrig.
Deswegen ja, wir haben dann Zukunft, wir haben uns gemeinsam zusammengesetzt, haben das auch besprochen und haben gesagt, also für uns besteht da kein wirklich großes Risiko. Ich muss sagen, es ist wirklich so angenehm, dass wir einfach trotzdem noch immer unseren persönlichen Luxus nebenbei leben können. Also sind wir sehr dankbar dafür, aber wir haben das natürlich, ich bin auch ein großer Denker und wir haben es natürlich auch so kalkuliert, dass es uns in keiner Lebenssituation irgendwie schaden könnte oder uns irgendwie umhauen könnte.
Ich finde das sehr interessant, dass du die Immobilie auch, weil du gesagt hast, das war eigentlich schon früh dein großes Ziel, dass du das als Investment betrachtet hast und nicht nur jetzt das Dach über dem Kopf. War es für euch, also war Mieten gar kein Thema und dann vielleicht die Frage drauf: Woher kommt das, glaubst du, dass du eher zum Eigentum strebst als zur Miete?
Ich kann das wirklich schwer sagen. Ich glaube, vielleicht ist es auch so, weil die Eltern das einem so vorleben und die Eltern dann trotzdem irgendwie immer, zumindest in meinem Fall, ein großes Vorbild sind. Und wenn du das so vorgelebt bekommst, ist es natürlich das Ziel, das auch einmal zu schaffen. Und für mich war das einfach so, also Mieten wäre für mich nie ein Thema gewesen zu dem Zeitpunkt, nach wie vor auch jetzt nicht. Und ich wollte einfach etwas schaffen, gemeinsam natürlich, das irgendwie ja für uns wie ein großer Erfolg ist.
Und deswegen war es für mich einfach so cool, dass ich sage, ich habe diese Möglichkeit und wir schaffen das. Und da war gar keine Frage, ob irgendwie ein Objekt mieten, sondern wir wollten wirklich gleich investieren, gleich kaufen. Natürlich auch mit dem Hintergedanken, wenn wir schon bei Invest und so, und weil wir das auch als Invest sehen, das hoffentlich in Zukunft auch irgendwann entweder zu vermieten oder vielleicht sogar einfach deutlich teurer zu verkaufen.
Ich kenne mich aber dazu sehr zu wenig im Markt aus, aber es ist immer so, da vertraue ich ein paar Experten in meinem privaten Umfeld, denen ich da wirklich auch vertrauen kann. Also wir wurden auch gut geführt, das muss ich da auch anfügen. Ja, und bis jetzt hat es ganz gut geklappt.
Wer waren da so die Experten, wenn ich fragen darf?
Ja, ich habe einen.
Du musst jetzt keinen Namen nennen.
Nein, nein, das kann ich eh nicht, aber ich habe eine mir sehr, sehr wichtige Person, die meiner Familie und mir sehr nahesteht, die mich gerade dann so bei so großen Entscheidungen in meinem Leben immer wirklich sehr gut beraten hat, auf die ich wirklich schon jahrzehntelang, und das muss man mit 30 mal sagen können, jahrzehntelang wirklich immer treu unterstützt und im Hintergrund. Und ja, dieser Person habe ich schon vieles zu verdanken.
Das heißt, also kommt diese Person aus dem Finanz- oder Immobereich, oder hat sich die da selbst schlau gemacht?
Diese Person kommt aus dem Immobilienbereich.
Du hast angesprochen, ein bisschen Geld geht auch auf die Sparkonten. Das ist das da so die eiserne Reserve, oder wie würdest du das bezeichnen, oder ist das auch was, was du so siehst, das wird auch mehr über die Zeit, oder ist das nur so ein Polster für dich zur Absicherung?
Ich sage aktuell, dadurch, dass meine Beträge jetzt nicht so immens natürlich noch sind, leider, nein, es ist okay, aber deswegen ist es einfach ein privater Rückhalt für mich einfach, den ich da anspare. Natürlich auch schaue, dass ich zumindest ein bisschen, dass es ein bisschen mehr wird, aber in meiner aktuellen Situation ist es trotzdem so, dass ich immer irgendwo Rücklagen brauchen könnte, falls einmal wirklich wieder irgendwas ansteht, Veränderungen oder so. Das ist einfach sicher angelegt und aber auch jederzeit sozusagen, ich brauche auf dieses Geld jederzeit Zugriff.
Alles klar. Du hast eh angesprochen, Umfeld. Natürlich, man wird sozialisiert, man kriegt gewisse Dinge mit, was machen die anderen so mit dem Geld. Gab es für dich auch Einflüsse, wo jemand gesagt hat, hey, lass das mit der Immobilie, nimm lieber Aktien, nimm lieber ETFs, nimm lieber Anleihen, whatever, oder gibt es so jemanden nicht in deinem Umfeld?
Doch schon, es ist sehr gemischt, muss ich sagen. Ich glaube, dass ich einen großen Teil an Freunden oder Bekannten habe, die sogar wirklich zur Miete wohnen, weil sie aber auch sagen, sie wollen einfach flexibel sein. Und ich glaube, die ja leben auch mehr so im Jetzt und wollen halt auch viele Partys oder Urlaube oder andere Dinge, die halt wichtig sind, Dinge, für die ich zum Beispiel jetzt aktuell auch in meiner beruflichen Situation gar keine Zeit hätte. Jetzt, deswegen kann ich darüber nicht nachdenken.
Ich habe natürlich auch Freunde, die im Bereich Finance oder Banking oder so arbeiten, die natürlich, bin ich mir auch sicher, haben mir schon öfters erklärt, ja, probier mal damit Aktien oder probier mal dort eben so ETFs, aber mir ist das einfach noch zu fremd. Und ja, wie man wahrscheinlich auch merkt, bin ich eher einer, der gerne auf der sicheren Seite ist und für mich persönlich sehr strukturiert und gut durchdacht. Und deswegen, auch wenn das Freunde oder Bekannte sind, die dir sicher einen super Rat haben, bin ich da aktuell noch nicht bereit.
Okay, das heißt, du verschließt da deine Ohren, wenn die dann daherkommen mit, schau doch mal, die ETFs sind, oder hast dich gar nicht damit auseinandergesetzt?
Verschließe nicht, aber ja, ich sage, für mich gibt es noch Dinge, die ich davor einfach noch erledigen oder schaffen möchte, bevor ich zu weiteren Investitionsmöglichkeiten, auf weitere Investitionsmöglichkeiten zurückgreife, weil ja, sonst verliert sich bei mir irgendwo alles. Ich muss auch, mein Fokus ist noch immer der 100-Meter-Sprint, der Sport. Und wenn ich jetzt zu viel Gedanken, das ist bei mir einfach so, wenn ich zu viel Gedanken habe, auch mit im Hintergrund anderen Investitionen oder so, dann verliert sich das alles bei mir.
Gut, du hast aber trotzdem eine Strategie. Deine Strategie ist deine Immobilie, die ja auch was sehr Langfristig-Angelegtes ist. Ihr Sportler seid es trotzdem sehr besonders, was Einkommen betrifft, wenn ich das so sagen darf. Also für ein normalen Erwerbstätigen unterscheidet sich doch ein bisschen. Du hast das eh schon angesprochen mit den Herresportlerverträgen, mit Sponsoring, du bist auf das angewiesen. Gibt es da für euch, und wir kommen vielleicht später noch kurz darauf zu sprechen, es können natürlich auch Verletzungen passieren. Gibt es da besondere Begleitung für euch als Spitzensportler für die Zeit danach, für die finanzielle Zeit danach, oder seid ihr da alleingelassen?
Du, in all diesen Bereichen sind wir leider komplett auf uns allein gestellt. Wie man auch sicher bei mir sehen kann, ich kann das nur noch einmal betonen, ich habe mir alle diese Sponsoren und Partner allein auf die Beine gestellt beziehungsweise auch natürlich teilweise mit der Unterstützung eines Managers. Aber wenn man sich diese Dinge nicht selbst organisiert, bleibt man über.
Also zumindest, ich weiß nicht, wie es in anderen Sportarten ist. Natürlich habe ich viele Freunde in diversen Sportarten, wo ich aber weiß, bei denen ist es definitiv nicht einfacher. In den Teamsportarten kenne ich mich natürlich gar nicht aus, wie das betreut wird. Ich kann wirklich nur von meiner eigenen Sportart sprechen, und da ist es einfach so, dass du ganz auf dich allein gestellt bist.
Ja, ich habe es kurz angeteasert. Unschönes Thema für Sportler, für jeden Mensch, Verletzung. Du hast ein schwieriges Jahr hinter dir gehabt, warst länger außer Gefecht. Wie gehst du mit Rückschlägen um? Wann denkt man an so aufgeben? Denkt man nie an so aufgeben? Wie gehst du auch vielleicht mit Rückschlägen im finanziellen Bereich um, oder wie würdest du umgehen, wenn es sie gäbe?
Im finanziellen Bereich habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich kann nur jetzt mal von meiner sportlichen Warte aus sprechen. Da ist es in meiner Karriere immer so gewesen, dass, wenn ich normalerweise einen Rückschlag hatte, hat mich das Ganze irgendwie so angespornt, dass ich dann einfach noch stärker zurückkommen wollte. Und bis jetzt ist mir das immer gelungen.
Heißt aber nicht, dass es alles wunderschön war und auch man hat diese schwierigen Zeiten, viele Zweifel, einfach wirklich harte Rückschläge. Aber man muss sich einfach abfangen und irgendwie auch wieder mit seinem Umfeld wahrscheinlich sehr gut absichern. Das sind eben die Absicherungen. Und dann bin ich mir sicher, dass man aus jeder noch so schlimmen Situation wieder das Positive schaffen kann und am besten so zu investieren, dass man danach noch stärker oder noch besser zurückkommt.
Das hast du sehr schön gesagt. Dann komme ich auch zur abschließenden Frage. Wie würdest du es nennen, finanziell safe zu sein oder safe beim Investieren zu sein?
Ich würde es so nennen, dass ich safe bedeutet für mich, ein Dach über dem Kopf zu haben, Essen, Tisch zu haben und vielleicht sogar noch ein paar kleinere Möglichkeiten zu haben, einmal seinen Hobbys nachzugehen. Das ist für mich safe. Alles andere ist für mich Luxus.
Das klingt toll. Markus, vielen Dank fürs Gespräch.
Danke.
So, da sind wir wieder. Alex, was sind denn die wichtigsten Punkte, die bei dir nach dem Gespräch mit Markus im Kopf geblieben sind?
Ja, also der größte Punkt, also zunächst einmal finde ich es immer super, wie sich unsere Gäste da öffnen bei diesen Finanzthemen. Ja, das ist nicht selbstverständlich, vor allem, wenn sie vielleicht unerfahren sind oder glauben, unerfahren zu sein.
Der Markus hat ja tatsächlich schon eine große Investitionsentscheidung in seinem Leben getroffen, und das ist die eigene Immobilie, die er sich als Eigentum gekauft hat. Und ich finde, davon lässt sich extrem viel ableiten, weil er eben für ihn ist eine Wohnung, also er hat sich eine Wohnung gekauft, gemeinsam mit seiner Partnerin, und für ihn ist das einfach ein risikoarmes Investment.
Jetzt da frage ich jetzt gleich mal dich, wie ist es für dich auch ein risikoarmes Investment, eine Wohnung? Ist das safe?
Ich, es ist schwierig natürlich zu sagen, aber ich finde, wenn man dann auch die ganze Langfristigkeit von dem Ganzen bedenkt und das zum Beispiel jetzt in Hinsicht von Familie, dass dann auch später die eigenen Kinder dort wohnen können oder dass man die Wohnung auch untervermieten kann und so weiter, wirkt es für mich jetzt so schnell gesagt schon risikoarmer als andere Investitionsmöglichkeiten, ja.
Ich bin bei dir prinzipiell, es ist einfach auch ein, es ist halt ein sehr persönliches Investment, und es ist auch, glaube ich, bei vielen Menschen gar nicht so, dass man das als Investment in erster Linie wahrnimmt, sondern es ist das, wo man eben drinnen mit seiner Familie oder alleine oder wie auch immer wohnt.
Der Markus hat es aber tatsächlich wirklich so als bewusste Investition, und das kann man ja vielleicht mal verkaufen oder vermieten betitelt. Ja, und er hat überall einen Punkt, aber es ist auch ein sehr komplexes Thema, eine Immobilie, muss man sagen, weil ganz so einfach ist es nicht, dass man sagt, man geht jetzt raus und ich kaufe mir ein Haus, das setzt Eigenmittel voraus.
Dann muss man, geht es darum, kaufe ich es mir allein, kaufe ich es mir zu zweit? Ja, es ist im Regelfall, wenn mehr Personen daran beteiligt sind, auch wenn es die Partnerin ist, verkompliziert es das Ganze vielleicht ein bisschen. Und eben da schwingt so viel mit, und ich finde, deswegen ist es sehr interessant, dass der Markus das eben als risikoarm betitelt, weil man muss dann auch zur Bank, man muss einen Kredit aufnehmen in der Regel, oder sagen wir mal, die meisten von uns müssten dafür einen Kredit aufnehmen.
Ich glaube, weil auch, wenn ich jetzt kurz zwischengrätschen darf, weil es bei uns auch so als Meilenstein auch gesehen wird. Also es wird ja nicht nur als Investment gesehen, sondern es wird ja quasi in der Lebensplanung schon immer, es geht einher als Meilenstein, dass man so ein Eigenheim hat, egal in welcher Hinsicht das jetzt ist. Und ich finde, da werden wir in die Richtung auch schon so erzogen, also ich zumindestens.
Ja, ich bin voll bei dir, und er hat das ja auch so genannt. Er hat gesagt, dass das sein großes Ziel eben, so sein Investmentziel, und da kann man auch stolz sein, weil das ist halt der Unterschied zu vielen anderen Anlageklassen. Oder wenn ich mir jetzt eine Aktie kaufe, einfach eine Beteiligung an einem Unternehmen, das dauert heutzutage inklusive Anmeldung vielleicht beim Broker 10 Minuten, aber bei einer Immobilie, da steckt viel mehr dahinter und ist gleich viel mehr Kapital sozusagen gebunden. Deswegen ist das Zweifelsohne eine Errungenschaft.
Immobilie steht halt an dem Ort, wo sie ist. Das muss einem dann auch gefallen beziehungsweise man muss dann, wenn man sie nicht mehr haben möchte, einen Mieter finden, mit dem es funktioniert, oder eine Mieterin finden, mit der es funktionieren muss, oder man muss eine Käuferin oder einen Käufer finden. Also wenn man das dann weiterdenkt, ja, eine Immobilie ist sicher, die steht da, die ist robust und standfest und aus Ziegelsteinen, aber als Investment, es spielen da doch viele Dinge mit, die einen, die es dann gar nicht so einfach machen, würde ich jetzt mal sagen.
Und auf das Thema zu kommen, die ETFs, er hat gesagt, das mit vielleicht mal in Zukunft ein Thema für ihn, damit möchte er sich oder kann er sich jetzt noch nicht beschäftigen, das ist ihm zu fremd, hat er gesagt, wortwörtlich. Da sind wir bei dem Thema, dass oft die Finanzindustrie vielleicht, macht es das manchmal auch bewusst, weil man irgendwie schlau klingen will oder so. Bei den ETFs unterstelle ich das jetzt nicht, aber manche Begriffe klingen sperrig und schrecken vielleicht ein bisschen ab. Beim Haus oder bei einer Immobilie kann man sich was vorstellen, man weiß, wie viele Quadratmeter die hat, wie sie ausschaut etc.
Man hat was zum Greifen eigentlich.
Ein ETF, vor allem wir beide, so viel kann man verraten, wir sind investiert, wir halten beide ETFs. Wenn man das mal macht, dann merkt man, wie einfach das ist. Aber ich verstehe jeden und jede, die den Begriff lesen und sich denken, ja, was ist das wieder für so Finanzfachsimpelei, für sein, was für ein kompliziertes Produkt ist es eigentlich gar nicht.
Also ETFs sind Exchange Traded Funds, auf Deutsch übersetzt börsengehandelte Indexfonds, muss man auch alles nicht wissen. Was sind sie im Konkreten? Es ist eigentlich, kann man sagen, ein Korb an Aktien, die in einem einzigen Produkt beinhaltet sind, sozusagen.
ETFs können auf, gibt es Tausende verschiedene Varianten. Der bekannteste, ich bin fast schon leid, ihn zu zitieren, aber man muss ihn zitieren oder der kommt vielleicht am ehesten in den Sinn, ist der MSCI World, also dieses klassische, der klassische Weltportfolio abbildende Index. Das sind, da werden eben, da wird die Entwicklung von rund 1300 Aktien sind da drinnen nachgebildet und der steht halt einfach so als Synonym für global gestreutes Veranlagen. Deswegen nimmt man den halt generell an, aber es gibt zig andere ETFs. Man kann sich da mit Regionen, Branchen spielen etc. Ich will da gar nicht näher darauf eingehen.
Worauf ich hinaus will, ist, man braucht bei einer Immobilie halt in der Regel ein großes Startkapital, und das braucht man eben bei diesen ETFs nicht. Also ich kann da starten, mittlerweile die Anbieter senken das auch immer weiter runter. Ich glaube, man kann jetzt schon mit 5 oder 1 Euro sogar starten. Und das ist gerade, glaube ich, für jüngere Personen, das macht es dann halt wesentlich einfacher, weil ich brauche nicht gleich 100.000, 200.000 Euro und eine dementsprechende Bonität, sondern ich kann sofort loslegen, wenn ich ein bisschen was auf der Seite habe oder was zur Verfügung habe, auf die Seite zu legen.
Ich finde, dass das auch ganz schön zeigt, dass man, weil er auch gemeint hat im Gespräch, er ist lieber auf der sicheren Seite mit einer Immobilie. Ich finde, das bedeutet ja wieder für jeden und für jede etwas ganz anderes. Also wenn wir jetzt gerade über ETFs reden, du kannst dann quasi dein Geld anlegen und über längere Zeit, sagt man ja immer, musst du gar nicht mehr hineinsehen, du kannst es einfach für Jahre dann quasi für dich arbeiten lassen und einfach schauen, wie sich das Ganze entwickelt.
Vielleicht fühlen sich ja manche Leute damit safe, dass sie einfach wissen, okay, sie zahlen ihr Geld dort ein. Vielleicht fühlen sich aber andere Leute dann safe, dass sie wissen, okay, sie haben jetzt schon mal ihre Immobilie, können jahrelang darin schon wohnen und zahlen einfach den Kredit ab. Ich glaube, das Gespräch hat auch wieder gezeigt, wie unterschiedlich die Auffassung von safe oder Sicherheit bei den eigenen Finanzlagen auch sein kann.
Das hast du super auf den Punkt gebracht, und das ist einfach auch das, was ich, das Wesentliche, was ich aus dem Gespräch mitnehme, wie sich die Realitäten der eigenen unterscheiden oder die Zugänge, und die haben alle ihre Berechtigung, und wir sind auch alle irgendwie sozialisiert oder haben in der Schule vielleicht irgendwie andere Ausbildungen genossen, was auch immer.
Und insofern muss man da immer auch denken, okay, oder diese eigenen Präferenzen auch berücksichtigen, und die haben alle ihre Berechtigung.
Damit ist das eigentlich auch wieder ein schönes Schlusswort, mit dem wir aus dieser Folge gehen können. Danke, Alex, für das Gespräch, und bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank, Anna-Lisa. Ciao.
Das war Safe! Stories übers Investieren.
Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
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Danke fürs Zuhören.
Bis zum nächsten Mal.