Larissa Kravitz, bekannt als Investorella, teilt ihre Reise vom Teenagerin mit New-Economy-Aktien zur wissenschaftlich fundierten Finanzexpertin, die heute vor allem Frauen beim Einstieg ins Investieren begleitet. Sie erklärt, warum kurzfristiges Trading für Privatanlegerinnen kaum empfehlenswert ist, und gibt Einblick in ihr eigenes Portfolio mit Faktoren-ETFs. Die Podcast-Hosts fassen nach: Finanzbildung muss dem Investment vorangehen – nicht umgekehrt.
Larissa Kravitz hat mit 14 Jahren ihre erste Aktie gekauft – mitten in der New Economy. Heute gibt sie ihr Wissen als Investorella weiter und bringt Finanzbildung dorthin, wo sie lange gefehlt hat: zu Frauen. Im Gespräch mit Alexander Wastl erzählt sie, wie sie vom Kind eines Börsenhändlers zur gefragten Finanzexpertin wurde, warum kurzfristiges Trading nichts für Privatanlegerinnen und -anleger ist und weshalb sie klassische Welt-ETFs zunehmend kritisch sieht. Anna Lisa Bier und Alexander Wastl diskutieren in der Nachbesprechung, was vom Gespräch bleibt – und warum der eigene Wissensstand immer der Komplexität des Investments voraus sein sollte.
Links:
Wiener Börse: www.wienerborse.at
Initiative „Beteilig dich": wienerborse.at/beteilig-dich
Safe! auf Social Media:
Instagram: instagram.com/wienerborse
Tiktok: tiktok.com/@wienerboerse
YouTube: youtube.com/channel/UCXqq_RYN8oNMEs1fUNefV-Q
Kapitelmarken:
[00:00] Begrüßung & Intro
[01:23] Gast-Vorstellung: Larissa Kravitz aka Investorella
[01:43] Wie Investorella entstand – vom Workshop mit 131 Anmeldungen zur Selbstständigkeit
[03:36] Gender Pension Gap und Frauen am Kapitalmarkt
[07:38] Startvorteil durch die Familie: Mutter bei der Sparkasse, Vater der „Bulle von Wien"
[09:14] Mit 14 die erste Aktie – mitten in der New Economy
[10:41] Der Crash: Was Larissa aus dem New-Economy-Absturz gelernt hat
[12:33] Dividenden entdeckt: die erste Einzahlung von 5,64 Dollar
[15:47] Studium: Banking & Finance und Quantitative Trading
[17:47] Leben als Aktienhändlerin
[19:41] Privat investieren während der Arbeitszeit – Fonds statt ETFs
[20:39] Die Geschichte mit dem ersten ETF
[21:20] Kurzfristiges Trading: nichts für Privatanleger:innen
[23:31] Wie Larisas Portfolio heute aussieht – Faktoren-ETFs im Fokus
[26:08] Was sind Faktoren-ETFs? Quality, Value, Momentum & Co. erklärt
[28:35] Piotroskis F-Score und wissenschaftlich validierte Investmentmodelle
[30:34] Wo beginnen? Einstieg mit simplen Produkten, Komplexität steigern
[31:44] Wer kommt zu Investorella? Zielgruppe und ihre Unsicherheiten
[34:07] Woher kommt die Unsicherheit bei Frauen – und wie nimmt man sie weg?
[36:43] Informationsquellen: FT, Finimize, Baja Workstation & Co.
[38:05] Finanzbildung im Netz: Geschäftsmodelle erkennen, Qualität filtern
[40:15] Muss man ständig dazulernen? Wissenszyklen am Kapitalmarkt
[42:28] Was bedeutet „safe" investieren für Larissa?
[44:36] Nachbesprechung: Wissen wächst mit der Komplexität
[46:14] Herdentrieb bei ETFs: Sind alle MSCI-World-Sparpläne ein Problem?
[48:59] Abschluss & Disclaimer
Anna-Lisa Bier: [00:00:00] Willkommen bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente [00:00:20] und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt und jetzt geht's los.
Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu [00:00:40] Safe, Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschalten habt und ich freue mich auch, dass der Alex wieder gegenüber sitzt.
Alexander Wastl: Hallo Annalisa.
Anna-Lisa Bier: Alex, was ist heute am Programm?
Alexander Wastl: Bei mir ist heute zu Gast Larissa Grabitz. Ich würde sie als geborene Investorin bezeichnen, die sich dann noch, ähm, wissenschaftlich fortgebildet hat und sozusagen ihr Leben dem [00:01:00] Aktienmarkt verschrieben hat.
Alexander Wastl: Und dieses Wissen, was sie über all die Jahre erlangt hat, gibt sie jetzt als Selbstständige unter dem Namen Investorella weiter.
Anna-Lisa Bier: Ich kann schon mal verraten, dass wir heute durch dieses Gespräch auch tiefer in die Materie eintauchen. Deshalb unbedingt bis zum Ende dranbleiben, wenn wir beide wieder in der Nachbesprechung über das Gesagte sprechen.
Anna-Lisa Bier: Also Alex, viel [00:01:20] Spaß beim Gespräch.
Alexander Wastl: Bis später.
Alexander Wastl: Herzlich willkommen, liebe Larissa. Es freut mich sehr, dass du heute bei uns bist.
Larissa Kravitz: Lieber Alex, danke sehr für die Einladung.
Alexander Wastl: Ja, ich hab dich jetzt mit Larissa begrüßt. Die meisten kennen dich aber wahrscheinlich als Investorella. Ähm, magst vielleicht einmal kurz zum Eingang, äh, erzählen, wie [00:01:40] aus der Larissa die, aus der jungen Larissa die Investorella wurde.
Larissa Kravitz: Okay, also die Investorella gibt's eigentlich seit 2018 erst und, äh, die Investorella ist durch Zufall entstanden. Also ich hab lange im institutionellen Bereich gearbeitet. Ich war im Aktienhandel tätig, in Treasuries von Energieunternehmen, äh, ich war in, bei den Banken [00:02:00] und Finanzdienstleistern tätig und irgendwann war mir so ein bisschen langweilig und ich dachte, das wär mal cool, einen Investmentworkshop für Frauen zu machen.
Larissa Kravitz: Und besonders im Hinblick auf das Thema Gender Pension Gap, dass es für Frauen besonders wichtig ist, fürs Alter [00:02:20] vorzusorgen, zu investieren und dass sich wenig Frauen damit beschäftigen. Also ich muss auch sagen, wie ich angefangen habe, so 2005 im Aktienhandel zu arbeiten, gab's vielleicht eine Handvoll Händlerinnen in Wien.
Larissa Kravitz: Also es war damals noch sehr, sehr stark, äh, männlich besetzt der Beruf. Mittlerweile ist die Finanzindustrie doch eher, würde ich sagen, relativ ausgeglichen, ähm, besetzt, aber [00:02:40] damals war das nicht so und ich dachte mir immer, es ist so schade, dass sich so wenige Frauen für den Kapitalmarkt interessieren und hab dann, ähm, in die Facebook-Gruppe von einem Verein diese Idee gepostet: Make the Markets Female, ein Investmentworkshop für Frauen und ich dachte mir, da melden sich vielleicht fünf Leute, die kann ich zu mir einladen an einem Sonntag.
Larissa Kravitz: Bei mir am Sofa ist genug Platz, mache ich einen netten [00:03:00] Sonntagsinvestmentworkshop. Am selben Tag haben sich aber dann hunderteinunddreißig gemeldet und gesagt: „Ja, zu diesem Workshop würde ich gern gehen." Der hat zu dem Zeitpunkt noch nicht existiert und ich habe mit dem Verein dann geschrieben und die haben, das war so ein, so ein Frauennetzwerkverein, die haben immer wieder Veranstaltungen organisiert und haben dann den ersten Workshop organisiert im November 2018 mit siebzig Leuten.[00:03:20]
Larissa Kravitz: Und da hab sich, da sich hundertdreißig gemeldet haben, haben wir gedacht: „Okay, die anderen können wir jetzt nicht im Regen stehen lassen." Und nach diesen Workshops entstanden sehr viele Vortragsbuchungen in der COVID-Zeit, eben Online-Programme und so bin ich zu Investorella geworden. Das war in der Form nie geplant.
Larissa Kravitz: Das ist passiert und ich habe halt auf die, die Nachfrage am Markt reagiert, weil ich [00:03:40] glaube, dass gerade auch von Frauen es eine immense Nachfrage gibt nach Finanzbildung, die halt nicht dieses schnell Geld machen oder manifestier dir einfach dein Vermögen. Also nichts, nichts gegen die spirituelle Schiene, aber etwas, wo man sagt: „Ja, das hat Hand und Fuß.
Larissa Kravitz: Das, äh, basiert auch auf wissenschaftliche Studien, auf Daten und all [00:04:00] dem." Ähm, ja, so, so ist das entstanden. So wurde ich zu Investorella.
Alexander Wastl: Ja, voll spannend. Du hast jetzt schon so viel angeschnitten. Dein, dein, deine Zeit als Aktienhändlerin kommen wir dann auch zu sprechen. Ähm, ich hab bissl recherchiert im Cambridge, äh, Word Buch, äh, Meaning of Cinderella.
Alexander Wastl: Da-daher, also das war ja die Inspiration, nehme ich mal bissl an, oder? Leitet sich's von [00:04:20] Cinderella ab? Das war das, an das ich als Erstes so gedacht habe bissl.
Larissa Kravitz: Nicht, nicht unbedingt von Cinderella. Ähm, ich dachte mir, ich wollte irgendwas mit Investorin Was aber etwas cooler klingt. Und der, der Name ist wirklich an einem Nachmittag entstanden oder an einem Abend eigentlich vor dem Vortrag, weil ich dachte mir: Okay, also wenn ich jetzt [00:04:40] einen Vortrag mach, weil ich ja schon auch schon wusste, dass ich einen zweiten Vortrag machen werden muss, habe ich gedacht: Okay, Theresa, du brauchst jetzt irgendeinen Markennamen, du musst dann eine Domain reservieren und dachte mir: Irgendwas mit Investorin, irgendwas Weibliches, L oder Ella, ja.
Larissa Kravitz: Okay, das passt. Die Domain ist frei. Geht klar. Also es war jetzt keine [00:05:00] große Philosophie dahinter, das muss ich sagen.
Alexander Wastl: Voll interessant. Ich hätt jetzt alles drauf verwettet, dass das irgendwie so ein Wortspiel aus Cinderella und, und Investment ist. Aber ich komme zurück auf die Definition, weil da geht's darum, das hat sich auch ein bisschen so im Sprachgebrauch etabliert im, im, im Angloamerikanischen, dass, ähm, äh, ist someone or something, der, die [00:05:20] wenig, äh, Aufmerksamkeit bekommt und auch unterschätzt wird, weil das find ich, würde auch zu dem passen, oder?
Alexander Wastl: Zu deinem, äh, zu deinem Antrieb, warum du das, ähm, gemacht hast, dass Frauen vielleicht, ähm, am Kapitalmarkt unterrepräsentiert und unterschätzt sind. Das würde eigentlich gut passen, oder?
Larissa Kravitz: Das würde passen. Also ich muss sagen, ich hör diese Definition das erste Mal. Natürlich kenne ich den, den [00:05:40] Disney-Film und, ähm, also noch aus meiner Kindheit.
Larissa Kravitz: Aber ja, also ich glaube, mittlerweile hat sich das geändert. Also mittlerweile haben auch sehr viele Finanzinstitute eben Frauen als, als Kundengruppe, Kundinnengruppe entdeckt. Und eben Produkte mehr auf den weiblichen Lebenslauf zugeschnitten, weil die Finanzmathematik ist ja für alle Geschlechter gleich, [00:06:00] aber die Lebensumstände sind unterschiedlich.
Larissa Kravitz: Und das, was ich vor einigen Jahren eben noch mitbekommen habe, gerade bei, bei jungen Frauen, da kommt mir jetzt eine Geschichte, die, die, die, ähm, kommt mir da wieder ins Gedächtnis von einer jungen Frau aus der Digitalbranche, die richtig, richtig gut verdient hat, wirklich gut verdient hat, [00:06:20] sich Ende zwanzig, siebenundzwanzig, achtundzwanzig eigentlich schon hätte zur Ruhe setzen können und sie hat dann gesagt, jetzt wird sie Digitalnomadin.
Larissa Kravitz: Und dann war sie bei einer Finanzberatung und man muss sich vorstellen, eine junge Frau mit hohem sechsstelligen Einkommen und der männliche Berater hat ihr gesagt: „Na ja, wenn Sie [00:06:40] dann fertig sind, damit durch die Welt zu tingeln, dann können wir ja über Investments sprechen." Also, ähm, das war eine der, der, der Antworten, die ich am Anfang sehr oft bekommen habe, dass, dass Frauen das Gefühl hatten, es wurde mit ihnen in Finanzinstituten von oben herab gesprochen.
Larissa Kravitz: Sie wurden teilweise nicht ernst genommen, gerade wenn's jüngere Frauen waren. [00:07:00] Und sehr viele haben halt das Gefühl gehabt, ja, sie trauen sich nicht wirklich, da beim Thema Investment was zu machen, weil ihnen das Wissen fehlt. Aber ich glaube, viele Frauen haben auch Hemmungen gehabt, in, in Investmentworkshops zu gehen.
Larissa Kravitz: Ich meine, ich habe das gemacht in den frühen 2000ern, war in sehr, sehr vielen so Veranstaltungen von Brokern, Finanz- oder Börsenveranstaltungen. Und ich [00:07:20] kann mich noch erinnern, in meiner Jugend, da war das eher so, du gehst in einen Raum und dann denkst du: „Oh wow, da ist eine andere Frau da." Ja, also die zweite und dritte Frau.
Larissa Kravitz: Das, das war damals noch so und, und ich glaube, viele, viele Frauen schrecken halt vor dem Thema zurück, weil's sehr männlich besetzt ist, aber das hat sich in den letzten Jahren sehr stark geändert.
Alexander Wastl: Du hast da, kann man sagen, du hast ein bisschen Startvorteil gehabt. Gehen wir noch mal, gehen [00:07:40] wir weit zurück.
Alexander Wastl: Ähm, deine Familie ist ja in der Finanzbranche angesiedelt. Also deine Mutter war bei der Bank, glaube ich, An-, äh, Angestellte.
Larissa Kravitz: Äh, ja, also beide meine Eltern und bei uns nur zur, zu meiner Mutter gab es auch eine sehr lustige Geschichte. Die war nämlich bei der Sparkasse Wiener Neustadt.
Alexander Wastl: Mhm. Ich bin aus Wiener Neustadt.
Larissa Kravitz: Ach so, richtig . Ja und, [00:08:00] und die Sparkasse Wiener Neustadt hat mich für einen Vortrag gebucht und ich dachte, das ist, weil die wissen, dass ich die Tochter meiner Mutter bin. Meine Mutter damals, ich mein, das war in den 90er Jahren, ja. Und denen war das überhaupt nicht bewusst. Und ich bin da hingekommen und meine Mutter arbeitet ja auch in meinem Unternehmen, macht die Assistenz und, ähm, hat dann wirklich die Leute aus der Sparkasse damals erkannt und so [00:08:20] sind wir eigentlich draufgekommen.
Larissa Kravitz: Also die wussten das gar nicht, wie sie, wie sie mich für einen Vortrag engagiert haben. Das fand ich sehr lustig. Ähm, also ja, meine Mutter hat in der Sparkasse gearbeitet und was ich nie wusste, was ich von ihren ehemaligen Sparkassenkolleginnen, die jetzt auch schon fast alle in Pension sind, erfahren habe, ist, dass sie auch in ihrer Jugend Vorträge gehalten hat.
Larissa Kravitz: Das wusste ich gar nicht, [00:08:40] dass so Mitarbeiterweiterbildungen.
Alexander Wastl: Okay,
Larissa Kravitz: auch zum
Alexander Wastl: Thema Finanzbildung oder Investieren oder um was ist, was für Fortbildungen hat sie? Oder war das was
Larissa Kravitz: anderes? Sie war ja im Kreditgeschäft tätig. Sie war nicht im Wertpapiergeschäft. Sie war ja auf der Kreditseite tätig, ähm, in der Sparkasse und ja, und mein Vater, der war im Aktiengeschäft.
Alexander Wastl: Ja, der medial, äh, bekannte, also ein, ein [00:09:00] sehr erfolgreicher Börsenhändler auch gewesen. Der Bulle von oder wie Börsenbulle hat er den Spitznamen gehabt.
Larissa Kravitz: Ja, also sein, sein Spitzname war damals der Bulle von Wien.
Alexander Wastl: Ja.
Larissa Kravitz: Deswegen muss ich auch sagen: Ja, ich bin froh, die Figur habe ich von meiner Mutter geerbt.
Alexander Wastl: Ja .
Larissa Kravitz: Und, ähm, ich habe als, als kleines Kind natürlich sofort eine Affinität dafür entwickelt, weil ich habe meinen Vater bei der Abach-Arbeit beobachtet. Damals [00:09:20] ging alles noch über den Telefonhandel und mein Vater ist ein sehr lustiger Typ und ich dachte mir: Okay, der Job von meinem Vater ist sehr interessant.
Larissa Kravitz: Er telefoniert den ganzen Tag mit seinen Freunden Und wir haben ein schönes Haus, wir können auf Urlaub fahren. Also scheinbar wird er gut bezahlt und es scheint ein sehr angenehmer Job zu sein, weil er lacht die ganze Zeit und spricht mit [00:09:40] seinen Freunden am Telefon. So hab ich mir als fünf, Sechsjährige die Arbeit im Aktienhandel vorgestellt.
Alexander Wastl: Ja, ist ein bisschen stressiger. Du hast es dann selber erlebt. Ähm, du hast doch, ich hab gelesen, du hast mit 14 deine erste Aktie gekauft. Also war, wie war das dann so, ähm, hast du dann auch wirklich so, ähm, und da muss ich sagen Druck auf deine Eltern, auf deinen Papa gemacht: „So, ich will da mehr [00:10:00] wissen jetzt.
Alexander Wastl: Äh, ich, ich will da eintauchen in den Bereich. Ich möcht 'ne Aktie haben." Oder haben dich deine Eltern da auch schon so bei der Hand genommen und dich gezielt dort in, ins, äh, ins Aktiengeschäft oder ins Investieren geführt? Oder wie war das?
Larissa Kravitz: Ähm, nein, es war eigentlich, äh, wegen der New Economy. Also wir sprechen so '98, '99.
Larissa Kravitz: Es war 1999, wie ich meine ersten [00:10:20] Aktien gekauft habe und, ähm, ich war damals 14. Also mir ist nicht entgangen, dass die Märkte einfach steigen, steigen, steigen, dass da komplett, auch selbst aus heutiger Sicht, ähm, komplett verrückte Bewertungen zustande kommen. Also so ein Wahnsinn. Damals gab's wirklich Leute, die haben eine simple Website gebaut und die an die Börse [00:10:40] gebracht, das Unternehmen.
Larissa Kravitz: Also das war richtig, richtig verrückt. Und ich habe einfach beobachtet, wie stark die Märkte steigen. Und mein, mein Vater hat ja jeden Tag die Börsennachrichten geschaut im Fernsehen, also damals so CNBC, n-tv, diese Dinge. Und ich hab das natürlich mitbekommen und bin dann zu meinen Eltern gegangen. Ich war 14, das heißt, ich konnte kein eigenes Depot haben [00:11:00] und meine Eltern haben dann quasi ein Depot für mich eröffnet und das war damals noch mit Telefonhandel.
Larissa Kravitz: Das war sehr lustig. Ich hab natürlich lauter New Economy Aktien gekauft, die extrem gestiegen sind die ersten paar Monate. Dann kam das Jahr 2000, also circa ein Dreivierteljahr später oder so, ähm, sind diese Aktien um achtzig, neunzig Prozent gefallen. Also all jene da draußen, die alt genug sind und das wissen, es waren [00:11:20] Aktien aus dem neuen Markt, also aus dem Nemax 50 Index.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Ähm, ich glaub, viele der, der, der jüngeren Leute wissen gar nicht mehr, was, was der Nemax war, aber es waren sehr, sehr viele verrückte Nemax Aktien. Es hat sich dann alles in Luft aufgelöst, ziemlich schnell. Und dann hab ich gedacht: „Okay, ich muss mich jetzt mit dem Thema ernsthaft beschäftigen, weil, ähm, das schnelle Vermögen ist mit den [00:11:40] New, New Economy Aktien natürlich nicht entstanden.
Alexander Wastl: Das heißt aber, du hast, das, war das dann so wie ein Fonds? Hast du wirklich gezielt einzelne Aktien, äh, aus, von dieser New Economy rausgesucht und die, die dir gekauft? Also kannst du dich an Namen noch erinnern von den, von den Firmen
Larissa Kravitz: oder den Aktien? Also Sache, ich hab so wie, also eins ist mir stark in, in Erinnerung geblieben, ist, ich glaub, Gigabyte.
Larissa Kravitz: Ich glaub, das war sogar [00:12:00] meine erste Aktie. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das meine erste Aktie war. Also sehr, ähm, gab's noch dieses eine, oder das Powershopping-Unternehmen gab's damals auch. Also es gab alle möglichen Unternehmen und de facto hab ich die Aktien gekauft von den Unternehmen, die ich im Endeffekt auf Te-Telebörse, ich glaub, war's damals, gesehen hab.[00:12:20]
Larissa Kravitz: Also da war jetzt kein besonders fortgeschrittener Analyseprozess dahinter.
Alexander Wastl: Okay. Ähm, was hat dir dein, äh, Papa dann geraten in der Situation? Behal-- Also na gut, die sind dann, die sind ja bankrott gegangen, diese Unternehmen. Also die konntest du gar nicht, die Krise.
Larissa Kravitz: Mhm.
Alexander Wastl: Also das war so 'ne, eine richtige Blase dann, ne?
Alexander Wastl: Was war, [00:12:40] ähm, dein Learning daraus?
Larissa Kravitz: Also wie gesagt, meine, meine Eltern, ich weiß gar nicht mehr, ob die mir irgendwas geraten haben damals oder nicht. Ich war 14, ich hätt sowieso nicht auf sie gehört. Ich war damals so, ähm, bisschen rebellischer Teenager. Was hab ich daraus gelernt? Ich hab gesagt: „Okay, so einfach ist die Börse nicht.
Larissa Kravitz: Ich muss mich jetzt mit dem Thema intensiv beschäftigen." Und ich hab [00:13:00] dann begonnen, sehr viel zu lesen, also sogar mit 15, 16 extrem viele Bücher zu lesen. Dann bin ich gekommen auf das Thema Dividendenaktien. Also gerade so mit 16, 17 waren Dividendenaktien total mein Thema, ähm, weil ich einmal einen Depotauszug per Post noch bekommen habe und [00:13:20] da war eine Ausz-- also eine Einzahlung von fünf Dollar vierundsechzig oder so.
Larissa Kravitz: Und ich hab mich gewundert. Ich hab gedacht, das ist eine Fehlbuchung. Dann hab ich angerufen damals, bei der Direktanlage war das, glaub ich, und hab gesagt: „Ja, irgendjemand hat fünf Dollar sechzig auf mein, mein Verrechnungskonto gebucht. Das ist ein Fehler." Und der Typ hat ein bisschen gelacht und hat gesagt: „Nein, das ist die [00:13:40] Dividende."
Larissa Kravitz: Und ich so: „Ah ja, natürlich, das ist die Dividende." Hab aufgelegt, bin zu meinem Vater raus: „Du Papa, was ist eine Dividende?" Ich wusste das ja nicht einmal. Dass es so was wie Dividenden auch gibt und dachte ich mir, das ist eigentlich sehr praktisch und hab mich stark mit diesem Thema beschäftigt, stark mit der Fundamentalanalyse.
Alexander Wastl: Du warst
Larissa Kravitz: 15. Mit, das war, das war mit 16, 17,
Alexander Wastl: ja. Okay. Aber darf ich da [00:14:00] sagen, das ist vielleicht schon eine Ausnahmeerscheinung. Oder auch weil du vorher gesagt hast, mit 14 New Economy erkannt, Bewertungen, ähm, ist jetzt wahrscheinlich nicht alltäglich in dem Alter oder auch heute noch. Also du warst da schon deiner, der Zeit voraus, würd ich sagen.
Larissa Kravitz: Na ja,
Alexander Wastl: es, es- Oder sehr frühreif, was den Aktienmarkt betrifft.
Larissa Kravitz: Es gibt, ich glaub, heute ist es technologisch [00:14:20] viel leichter, aber es gibt dennoch sehr, sehr junge Menschen. Also ich bin in manchen sehr spezifischen sozialen Netzwerken unterwegs, die, die, die, äh, Börse betreffen. Und da gibt's einen User, der sich ein Riesen-Dividendenportfolio aufgebaut hat, der ist 15.
Larissa Kravitz: Und ich werde jetzt irgendwie sein Username nicht sagen, aber es hat was mit Bub zu tun. Also er nennt sich selber [00:14:40] so was, so was analog zu der Börsenbub. Also es gibt schon Menschen, die sich sehr jung dafür interessieren. Und natürlich, ich, ich habe es in der Familie sehr stark mitbekommen. Also es wurde daheim drüber geredet und es sind eben immer die Börsennachrichten im Hintergrund gelaufen.
Larissa Kravitz: Deswegen, also das war auf jeden Fall ein, ein Anstoß, das, das zu machen. Und dann, [00:15:00] also man, man muss auch bedenken, in den frühen 2000ern, die New Economy Zeit, war auch so ein bisschen die Zeit der Börsengurus. Das darf man auch nicht vergessen. Also es gab einige Autoren damals, die-- Ich kann mich noch erinnern, den Markus Frick, der hat dann ein etwas unrühmlicheres Ende gefunden, ähm, vom Bäcker zum Börsenmillionär.
Larissa Kravitz: Er hat damals Bücher [00:15:20] geschrieben und ich habe de facto so auf dem deutschen Markt so gut wie jedes Börsenbuch. Also ich war eine gute Kundin des Finanzbuchverlags, sagen wir es so. Ja, und die hatten damals eine sehr gute Reihe. Ich, die hieß irgendwie so wie Börse simpel erklärt oder so, oder Börse Simplified.
Larissa Kravitz: So in dieser Richtung. So sehr, sehr dünne Bücher zu unterschiedlichen Themen. Emerging Markets, Dividendenstrategien, [00:15:40] Fundamentalanalyse. Gibt es circa zwanzig, dreißig in der Reihe und die, die habe ich mir immer bestellt dann.
Alexander Wastl: Okay. Wie ist es dann bei dir weitergegangen? Also wir haben jetzt, ähm, deine ersten Erfahrungen mit Aktien.
Alexander Wastl: Ähm, du hast dann studiert, äh, Finanzmathematik. Also so kann man das so überbegriffsmäßig sagen, oder? Also ich
Larissa Kravitz: hab, ähm, zuerst Banking und mein Bachelor war in Banking und Finance [00:16:00] und nachher habe ich einen Finance Masters gemacht und da gab es verschiedene Pfade und ein Pfad war eben Quantitative Trading und Financial Engineering.
Larissa Kravitz: Also es ist jetzt nicht, sagen wir so, weil ich eben von der Banking and Finance Seite kam und jetzt nicht aus der Physik- und Mathematikseite. Also wir haben zum Beispiel Optionsportfoliobepreisung, ähm, auch ein bisschen was [00:16:20] gelernt, was Programmieren betrifft, solche Dinge. Ähm, und da waren wir, da hatten wir de facto Privatunterricht.
Larissa Kravitz: Es haben sich nur fünf Leute in diesem Zweig angemeldet. Also das war, also ich hatte sehr viel Spaß in meinem Masterstudium, aber ich muss sagen, all die Dinge, die ich im Studium gemacht habe, habe ich dann später nicht angewendet, weil Sagen wir so [00:16:40] in der alltäglichen Praxis, die quantitativen Modelle, das gerade in Österreich ist das, ist das nicht einmal so weit verbreitet.
Larissa Kravitz: Also da gibt's nicht so viele Unternehmen, die auf derart komplexe quantitative Modelle zurückgreifen.
Alexander Wastl: Nach wie vor nicht. Also ...
Larissa Kravitz: Ist leider, ich hab eine der Vermögensverwaltungen, die am meisten quantitativ unterwegs war in Österreich. Da [00:17:00] gibt's ein, zwei, die haben mittlerweile aufgehört beziehungsweise sind meines Wissens nach umgesiedelt.
Larissa Kravitz: Eins glaub ich in die Schweiz. Ähm, also es gibt jetzt in, am österreichischen Pflaster meines Wissens nach nicht so viele Quant Funds oder gab's auch damals nicht. Und, ähm, ja, also war ich dann ... Man muss auch sagen, die [00:17:20] Finanzkrise 2008 hatte natürlich einen extremen, extremen Impact auf den Arbeitsmarkt.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Ähm, und gerade alles, was Quantitative Trading war oder Trading, da wurden eigentlich ziemlich viele Jobs gecuttet in der Zeit. Also ich glaube, seit 2009 in der City of London gibt's Umfragen zu allem, was Capital Markets und Trading ist, dass da circa die Hälfte [00:17:40] der Jobs verloren gegangen sind. Also es war gar nicht so leicht, in dem Bereich was zu finden.
Larissa Kravitz: Ähm, hab dann bisschen im Währungshandel gearbeitet auch und dann, äh, relativ lang auf der Treasury Seite.
Alexander Wastl: Okay, und das heißt aber viel im, also im Tagesgeschäft Aktienhandel du ... Also das, also vielleicht magst du mal kurz, äh, viele können sich gar nicht vorstellen, wie, was, was [00:18:00] man da so macht in dem Job.
Alexander Wastl: Du hast da für, für eine Bank, warst du da so Market Makerin oder wie, wie-
Larissa Kravitz: Nein, ich hab damals für ein kleines, äh, eigenständiges Brokerage gearbeitet. Das war vor der Finanzkrise noch, das ist so 2005 oder 2006. Und diese ganzen kleineren eigenständigen Vermögensverwalter oder Brokerages gibt's heute gar nicht mehr.
Larissa Kravitz: Also die Anzahl der [00:18:20] Finanzdienstleister in Österreich mit, mit Konzession hat sich ja stark, stark, stark verringert, vor allem auch eben 2008, 2009, 2010. Und ich hab damals für 'nen kleinen Broker gearbeitet und, ähm, mit Xetra Wien Anschluss und über Interactive Brokers haben wir auch Xetra Frankfurt gehandelt oder Schweizer Aktien und generell [00:18:40] europäische Aktien, aber hauptsächlich Aktien in Wien.
Larissa Kravitz: Man muss bedenken, 2005 war die Digitalisierung nicht so fortgeschritten wie heute. Das heißt, ich hab von institutionellen Kunden telefonische Orders entgegen genommen. Mhm.
Alexander Wastl: Und die dann ins System eingegeben.
Larissa Kravitz: Und die dann direkt in Xetra Wien eingegeben. Das, was ich damals gemacht habe Das hat die FMA dann einige [00:19:00] Jahre später verboten im Sinne davon, dass ich Sales und Execution Trading gleichzeitig gemacht habe.
Larissa Kravitz: Ähm, das heißt, ich war mit den Kunden am Telefon und hab gleichzeitig direkt im Xetra-System an der Wiener Börse die Orders eingegeben.
Alexander Wastl: Ja.
Larissa Kravitz: Heutzutage ist das nicht mehr, also müssen das zwei separate Personen sein, weil die Fehleranfälligkeit hoch ist. Es war in [00:19:20] Ordnung, also so hoch war die Fehleranfälligkeit damals nicht, aber mittlerweile muss das anders gehandhabt werden.
Larissa Kravitz: Das heißt, es kann Sales und Execution nicht die gleiche Person machen, ja.
Alexander Wastl: Und wie war da deine, wie war da dein persönlicher Investitionszugang? Warst du auch da-- Ich mein, das, äh, ging ja dann aus Compliance-Gründen auch nicht, dass du jetzt, äh, glaub ich, natürlich während de-deiner Arbeitszeit sowieso nicht, dass du [00:19:40] dann Aktien tradest.
Alexander Wastl: Aber wie, wie hast du privat da investiert zu der Zeit?
Larissa Kravitz: Na ja, es, es gab bei uns die Regel, dass wir natürlich nicht das traden durften, was die Kunden handeln. Ja, also das ist ganz klar. Ähm, generell gab's die Vorgabe, eher in Fonds und ETFs zu investieren. ETFs waren aber sehr neu damals. Das kann man sich gar nicht vorstellen.
Alexander Wastl: Ja.
Larissa Kravitz: Also das heißt, ich [00:20:00] war eigentlich in, hab in akt-aktiven Fonds, also ETFs war eigentlich, das wurde von uns am Anfang sehr kritisch beäugt, ja. Also-
Alexander Wastl: Warum? Oder was war-
Larissa Kravitz: Weil es komplett neu war, die Idee des komplett passiven Investierens. Das hat sich damals noch nicht so sehr durchgesetzt. Wir, wir sprechen von Anfang der 2000er Jahre und die ganzen Studien zu eben Index [00:20:20] Outperformance und so, die kamen ja erst so in den 80ern und sehr viel davon eigentlich erst in den 90ern.
Larissa Kravitz: Das hat ein bisschen gedauert. Und außerdem, man muss bedenken, der erste ETF wurde 93 in den USA zugelassen. Bis die ETFs dann nach Europa kamen und überhaupt zugelassen und handelbar war, hat das schon einige Jahre gedauert. Also das war erst grade so die Anfangsphase. Ich glaub, ich hab [00:20:40] 2006 meinen ersten ETF überhaupt gekauft und das werd ich nie vergessen, weil es ein ETF war von einem Emerging Market.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Und ich hab ge, ich hab den gefunden und ich dachte mir: „Ich muss meinen Bruder anruf, anrufen. Ich muss ihm das erzählen. Er muss auch in diesen ETF investieren." Aber ich hatte keine Zeit, war im Handel super busy. Drei Tage später ruft mich mein Bruder an [00:21:00] und sagt: „Larissa, ich habe einen ETF, den musst du unbedingt kaufen."
Larissa Kravitz: Ich so: „Was?" Und er sagt mir genau den gleichen. Also wir haben unabhängig voneinander fast am gleichen Tag genau den gleichen ETF im gleichen Emerging Market gekauft. Das, das fand ich einfach sehr, sehr lustig damals, aber das war einer meiner ersten ETFs. Hab ich leider nicht behalten, ähm, sondern nur relativ kurz getradet, eigentlich über ein paar Monate hinweg.[00:21:20]
Larissa Kravitz: Und damals war ich weniger Buy-and-Hold-orientiert, sondern eher, ich würde sagen, Aktien kaufen, sie einige Tage, Wochen, Monate halten und dann wieder verkaufen.
Alexander Wastl: Okay. Ähm, würdest du das da dem Otto Normalverbraucher, der Otto Normalverbraucherin raten? Oder [00:21:40] ist das, muss man da einfach für dieses, für diese kurzen, ähm, Halteperioden, kann man das überhaupt, äh, ist das jedermann, jederfrau möglich, dass man das sinnvoll betreibt?
Alexander Wastl: Oder wie, wie würdest du-- Oder sagen wir mal so: Was gibst du den Leuten, äh, weiter, denen du jetzt als Investorella [00:22:00] gegenübertrittst?
Larissa Kravitz: Also dieses kurzfristige, kurzfristige Trading, würd ich sagen, ist absolut nicht für die breite Masse empfehlenswert. Ich hatte damals ganz andere Voraussetzungen. Ich saß an Xetra Wiener Börse, das heißt, ich hab alle Orders, das komplette Orderbuch gesehen von, von allen österreichischen Aktien, ja.
Larissa Kravitz: Ich hatte Interactive Brokers mit voller [00:22:20] Orderbuchtiefe am anderen Bildschirm. Ich hatte einen Reuters Bildschirm, ich hatte einen Bloomberg Bildschirm, alle Informationen mit einer Tastaturkombination entfernt. Als Privatinvestorin, Privatinvestor hat man ja normalerweise nicht einmal ansatzweise diesen Informationszugang.
Larissa Kravitz: Wenn man sich anschaut, was Bloomberg und Reuters, diese professionellen Informationssysteme kosten, das ist kein dreißig [00:22:40] Euro im Monat Abo. Und ohne all diese Informationssysteme und vor allem den, diesem tiefen Markteinblick, ähm, ist es sehr schwer, meines Erachtens nach, im kurzfristigen Trading erfolgreich zu sein.
Larissa Kravitz: Ich glaube, das geht nur, wenn man sagt: „Ich mache das zu meinem Full Time
Anna-Lisa Bier: Job
Larissa Kravitz: und solche Leute kenne ich auch. Öfters sind das Menschen [00:23:00] zum Beispiel aus der Start-up-Szene, die einen Exit gemacht haben und die sagen: „Okay, ich möchte jetzt mein eigenes Geld managen." Dann ist das aber auch ein Full Time Job, weil ich finde, das aktive Trading ist einfach ein Full Time Job.
Larissa Kravitz: Wenn man das so halbherzig macht, das endet dann oft in Tränen.
Alexander Wastl: Ja. Du hast jetzt selbst grad anklingen lassen, damals warst du noch nicht so Buy and Hold [00:23:20] orientiert, also einfach, äh, kaufen und länger halten. Hat sich das geändert bei dir auch?
Larissa Kravitz: Also ich würde sagen, ich war damals wesentlich weniger finanzmathematisch gebildet auch.
Larissa Kravitz: Also ich war ja wesentlich jünger. Das Ganze ist über zwanzig Jahre her und natürlich in der Jugend ist man noch etwas u-übermütiger. Also ich hab [00:23:40] natürlich gerne gezockt damals und Das, was sich ja jetzt geändert hat, ist, dass ich wesentlich mehr Buy-and-Hold-orientiert bin und dass ich sage, ich habe in meinem Portfolio eine große Tranche, das sind langfristige Positionen.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Und dann habe ich auch kurzfristige Positionen. Das [00:24:00] sind sogenannte, ich nenne sie immer No-Brainer.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Und das sind einfach Kapitalmarktsituationen, da denkt man sich: Okay, also die Wahrscheinlichkeit, dass das schiefgeht, geht gegen null und die Wahrscheinlichkeit, dass das gut geht, ist extrem hoch.
Alexander Wastl: Ja.
Larissa Kravitz: Und dann gehe ich auch kurzfristige Positionen ein. Ja.
Alexander Wastl: Das sind aber, also diese No-Brainer, das sind [00:24:20] das so, wie soll ich sagen, ähm, Trendgeschichten oder Dinge, die für jeden offensichtlich sind? Oder si-ist da auch eine, eine Datengrundlage, die dem, äh, eben zugrunde liegt?
Larissa Kravitz: Absolut. Also es ist auf jeden Fall, es sind nicht Dinge, die, die offensichtlich sind, es sind einfach-
Alexander Wastl: Also für dich als Expertin schon, das, ist es offensichtlich, aber jetzt vielleicht nicht für die private [00:24:40] Investorin, privaten Investor, oder?
Larissa Kravitz: Na ja, nicht, nicht unbedingt, weil es, es geht also sehr oft die, also die No-Brainers, die ich finde, das geht jetzt teilweise um unterbewertete Titel, die Privatinvestorinnen, Privatinvestoren nicht am Radar haben.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Das sind eben nicht die großen Tech-Aktien, von denen, von denen eh einer redet. Also einer dieser Titel war im Jahr [00:25:00] 2025 die UNIQA.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Ich glaub, es war Dezember 24 oder so, hatte die, hat die notiert und Dividendenren-rendite war acht Prozent. Hab ich mir gedacht: Okay, na ja, ich mein langfristige Kapitalmarktrendite, wenn man zurückschaut, äh, in die Studien, the rate of return on everything, achteinhalb Prozent. Gut, jetzt kann ich meine achtprozentige Dividendenrendite in der UNIQA-Aktie [00:25:20] sichern und einfach nichts tun und einfach auf meine Dividenden, Dividende warten und die UNIQA hat im Jahr 2025 super performt und die war einfach nicht am Schirm von enorm vielen Privatpersonen, glaube ich.
Larissa Kravitz: Ich glaub, mit der Zeit sind die institutionellen Investoren draufgekommen, auch internationale, ähm, dass es sich hier um ein unterbewertetes Unternehmen handelt. Das war [00:25:40] eine von diesen Situationen und ich glaube, dass es für normale Privatinvestoren und Investorinnen extrem schwierig ist, weil man muss sehr viele doch eher nischige Publikationen lesen, ja.
Alexander Wastl: Mhm. Ähm, wie schaut denn jetzt dein Portfolio so aus? Also du musst keine Produkte-- Ich meine, jetzt hast du die UNIQA angesprochen, ein österreichisches ATX-Unternehmen, aber wie, wie [00:26:00] ist da so die Konstellation? Du kannst natürlich gern genauer drauf eingehen, ähm, aber nur, dass wir uns so vorstellen können, wie, wie investiert die investorella aktuell?
Larissa Kravitz: Also der Kern meines Portfolios sind, äh, Faktoren-ETFs. Das hat auch sehr, sehr gute finanzmathematische Gründe. Ähm- [00:26:20] Momentan sehe ich rein marktkapitalisierte ETFs immer kritischer. Es ist auch ein bisschen ein Trend, der mir Sorgen macht, dass ich da denke: Okay, wenn alle in die gleichen ETFs investieren, Monat für Monat mittels Sparplan, alle in die MSCI Worlds, S&P 500, NASDAQs, ähm, und das sind mittlerweile Millionen Menschen, die genau das Gleiche machen, [00:26:40] relativ stur, dann werden sich wohl Mispricings dadurch entwickeln.
Larissa Kravitz: Gibt's auch schon Studien, die darauf hinweisen. Ähm, deswegen habe ich gesagt: Okay, welche Al-Alternativen gibt es, um zusätzlich zu filtern? Und das sind eben Faktoren-ETFs. Also MSCI ist sehr weit in der Faktorenlehre. Die Faktorenlehre ist seit den 90ern validiert. Ja, also seit, [00:27:00] ich würde sagen, das letzte so umfangreiche, das umfangreiche Paper dazu zu unterschiedlichen Faktoren, ich glaube, das kam 2006, wenn ich mich erinnere.
Larissa Kravitz: Und da kann ich eben sagen: Okay, mit den Faktoren-ETFs gebe ich einen weiteren Filter über die Marktkapitalisierung drüber. Weil rein marktkapitalisierungsbasiert zu investieren Mäh, ja. Äh, [00:27:20] und, und, äh, wenn man sich das anschaut, die Performance von Faktorenkombinationen, die, die Faktoren ETFs sind halt, der, der zum Beispiel der MSCI World oder der MSCI Europe oder MSCI USA sind die Mutterindices und dadrunter gibt's die Faktorenindices, die eben einen, ähm, zusätzlichen Filter haben und wenn man die kombiniert, dann kann man [00:27:40] den Mutterindex leicht und relativ konsistent outperformen um ein bis zwei Prozent
Alexander Wastl: pro
Larissa Kravitz: Jahr.
Alexander Wastl: Also bei diesen Faktoren geht's ja um eben, äh, Value, äh, oder, äh, Volatility, also wie, wie stark bewegt sich die, äh, Aktie? Wie bewertet sie sich? Also das-- und das wird aber, ähm, also wie werden diese Faktoren dann festgelegt [00:28:00] in der, in der Praxis?
Larissa Kravitz: Die sind relativ simpel. Also zum Beispiel Quality, Value, ähm, dann gibt's Minimum Volatility, Yield ist ein Faktor, Size ist ein Faktor, typischer Small Cap, Small Cap Bias.
Larissa Kravitz: Und, ähm, im Prinzip, also MSCI hat da, also die sind relativ führend aktuell in diesem Faktoren ETF Bereich. [00:28:20] Die haben einen detaillierten Guide. Es ist lustig, dann gibt's manche ETF-Anbieter, grade im Bereich der Multifaktoren ETFs, die benennen die Begriffe dann anders, marketingtechnisch, ja. Die sagen dann nicht Momentum, die sagen dynamisch zum Beispiel.
Larissa Kravitz: Ähm, und im Prinzip gibt's unterschiedliche Kriterien. Also bei [00:28:40] Value ist es natürlich, äh, KGV, ähm, so PE Ratio, Price Ebook Ratio, äh, Dividend Yield, solche Sachen, ähm, bei Value Aktien. Bei Quality ist es, sind so Dinge wie Umsatzwachstum, Earnings Growth, Momentum ist Kursanstieg, Minimum Volatility. Hab jetzt nicht im Kopf, wie lang sie das [00:29:00] Volatilitätsfenster messen, aber im Prinzip und man kann sich die, äh, man kann sich die dann auch anschauen und theoretisch könnte man sich so einen Index auch selbst bauen, aber das muss ich halt auch sagen, ähm, weil oft ist ja die Frage: Na ja, wie ist es mit Index Investing versus Stock Picking?
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Von all dem, was ich bis jetzt gesehen habe, Index Investing funktioniert ganz [00:29:20] gut. Stock Picking, ziemlicher Shitstorm ist. Ja,
Alexander Wastl: also die Einzelaktienauswahl, gezielte.
Larissa Kravitz: Ja, was aber gut funktioniert und auch ziemlich gut validiert ist, ist halt Indexing. Das heißt Smart Indexing. Das heißt nicht Stock Picking, sondern einfach Scoring-Modelle, Filtermodelle.
Larissa Kravitz: Ähm, eins der berühmtesten und das war sehr cool, da hab ich [00:29:40] eine Zeit, da hab ich, da hab ich sehr, sehr viel gelernt: Es gab in der Société Générale einen Analysten, der einmal im Monat und das konnten alle Mitarbeiter empfangen Einen Newsletter geschrieben hat über die Neus, die Neuerungen aus der Finanzmathematik, quasi vom Analystenteam.
Larissa Kravitz: Und da habe ich einmal einen Newsletter bekommen zu Piotrovskis F-Score. Das ist so [00:30:00] 'ne, so 'ne Value Score und bei Value Aktien hat man ja Value Traps. Ich hoffe, das wird nicht zu technisch, aber das ist wie in der . Ich werd dann, ich werd
Alexander Wastl: dann,
Larissa Kravitz: wir, wir
Alexander Wastl: reden
Larissa Kravitz: noch kurz- Und das ist halt einfach so ein Value Scoring Modell und das ist, was ich anwende.
Larissa Kravitz: Also ich schaue, dass ich mich in meinem Portfolio nach wissenschaftlich validierten Modellen richte, ähm, und nicht wild [00:30:20] herumzocke, obwohl ich gelegentlich, wie gesagt, Opportunities finde. Da sage ich: "Okay, die Wahrscheinlichkeit, dass das gut geht, ist sehr hoch." Das mache ich schon,
Alexander Wastl: ja. Also du, man kann-- Wie kann man sich das vorstellen?
Alexander Wastl: Du hast dann mehrere so, also Faktoren ETFs und dann noch Einzelaktien in einer gewissen Zahl, Anleihen, was auch immer. Oder wie ist da so die [00:30:40] Konstellation konkret?
Larissa Kravitz: Ähm, also ich würde sagen, siebzig Prozent sind ETF-Positionen aktuell, ja. Das, was ich jetzt sage, wird vielleicht manche schockieren, aber es gibt auch aktive Fonds, ähm, weil es einfach gewisse nischige Märkte gibt, wo Aktive besser funktionieren [00:31:00] aufgrund von Liquiditätsthemen zum Beispiel.
Larissa Kravitz: Also bei kleineren Emerging Markets, da hat man immer wieder das Beispiel, dass Aktive besser performen, weil der Markt halt einfach die, die Informationstransparenz nicht so gegeben ist, ja.
Alexander Wastl: Du hast es jetzt eh schon, du hast es kurz fast befürchtet, ja, wird's jetzt zu kompliziert, ähm, für [00:31:20] Einsteigerinnen und Einsteiger.
Alexander Wastl: Die fü-- Die haben sich jetzt vielleicht kurz so weggeduckt und sich gedacht: "Uff, muss ich das wirklich alles wissen, um zu beginnen mit dem Investieren?" Also so dieses Paradebeispiel, die Person hat's jetzt am Sparbuch liegen oder überhaupt noch nicht veranlagt. Ähm, ist das alles vor-- Muss man das alles wissen, was du jetzt gerade, also diese [00:31:40] finanzmathe, mathematische Grundlage, um, um, ähm, sein Geld sinnvoller zu a-anzulegen zu können?
Larissa Kravitz: Also im Prinzip, also ich, ich bin überzeugt davon, dass die Komplexität des Investments mit dem Wissensstand quasi wachsen sollte, ja. Das heißt, man, wenn man beginnt, ist [00:32:00] absolut legitim, mit simplen Dingen zu beginnen. Man sagt: „Okay, das ist vielleicht ein Index-ETF", oder wenn man sagt, okay, man möchte aktiv passiv ein bisch, bisschen mischen, dass man sagt, man macht vielleicht einen ETF-Sparplan, ähm, oder wenn man sagt: „Okay, da gibt's einen Fonds oder ein ETF für ein Spezialthema.
Larissa Kravitz: Gut, bei einem Spezialthema muss man ein bisschen [00:32:20] aufpassen, aber dass man einfach sagt, man geht einmal sehr, sehr breit in den Markt am Anfang. Das kann man machen und mit der Zeit ist es schon wichtig, sich damit zu beschäftigen und wenn man sich weiterbildet, komplexere Investments zu tätigen.
Larissa Kravitz: Problematisch ist immer, wenn man, ähm, sich noch nicht so sehr weitergebildet hat und dann sehr komplexe Dinge versucht. Also ich, zum Beispiel [00:32:40] im, im Optionsbereich jetzt, dass man sagt: „Okay, ich hab ein Sparbuch und jetzt beginne ich, Optionen zu schreiben. Ja, das ist vielleicht nicht unbedingt der, der beste Schritt, sondern Stück für Stück ins Komplexere hinein.
Alexander Wastl: Ja. Ähm, du richtest dich ja mit deinen Inhalten, die du als Investuella, äh, v-vorträgst, verbreitest, ähm, [00:33:00] sch, sch, explizit an Frauen, oder? Ähm, wie sind so deine Followe-Followerinnen, deine Kundschaft, wie kann man die beschreiben, wenn die so zu dir kommen das erste Mal?
Larissa Kravitz: Also ich
Alexander Wastl: habe auch- Oder ist das breit gefächert?
Larissa Kravitz: Eine circa zwanzigprozentige Männerquote.
Alexander Wastl: Ah, die dürfen ja auch
Larissa Kravitz: mit. Okay. Also ich bekomme aber gelegentlich Mails: „Ja, deine Kurse sind ja auch für Männer." Ähm, ich [00:33:20] würde sagen, Frauen sind eher so, ich würde sagen, fün-fünfunddreißig bis, bis sechzig Jahre alt. Das heißt nicht unbedingt ganz junge. Wobei ich hatte auch Kursteilnehmerinnen, die waren, die achtzehn, neunzehn Jahre, ähm, alt sind.
Larissa Kravitz: Und sehr viele sagen sich: „Ich verdiene ganz gut. Ich möchte mein Geld veranlagen. Ich möchte aber einfach auch [00:33:40] Wis-- Ich möchte mehr Wissen dazu haben. Ich möchte nicht einfach nur, ähm, zur Bank gehen, mich dort beraten lassen. Ich möchte auch wirklich verstehen, wie das alles funktioniert, damit ich eben selbstbewusst die Entscheidungen treffen kann."
Larissa Kravitz: Weil gerade bei Frauen, da gibt's auch super Studien dazu, ähm, so verhaltensökonomische Studien, ist das Thema [00:34:00] Unsicherheit, also die Unsicherheit ist eher hoch.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Und, ähm, das heißt, sie, auch wenn sie Finanzwissen haben, sind sie sich dessen nicht so sicher.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Und es geht viel darum, dass sie sagen: „Ich möchte einfach selbstsicher entscheiden können und ein gutes Basiswissen haben, damit ich nicht aus Versehen was Verrücktes mache."
Alexander Wastl: Woher kommt diese Unsicherheit? Hattest du [00:34:20] die irgendwann einmal? Oder ist das eben, weil dein Elternhaus so war, wie es war, war die nie da? Oder
Larissa Kravitz: w-wie kann man sich das erklären? Also diese Unsicherheit, die hatte ich nicht, weil man muss bedenken, ich habe zu investieren begonnen, als ich Teenager war. Und dann später habe ich investiert als Jugendliche.
Larissa Kravitz: Wenn man das so bedenkt, Teenager und Jugendliche sind nicht besonders risikoaverse Menschen.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Also das ist eher die Zeit, wo [00:34:40] man Dinge ausprobiert und, ähm, ich habe mich da halt am Kapitalmarkt ausgelebt, sagen wir es so. Das heißt, das war in einer Phase, wo ich sowieso eher dazu geneigt war, Risiken einzugehen.
Alexander Wastl: Mhm.
Larissa Kravitz: Und generell muss ich sagen, es, es waren ja nicht nur meine Eltern. Durch die berufliche Tätigkeit meiner Eltern war ich ja in Kontakt mit sehr [00:35:00] vielen Menschen, die am Kapitalmarkt gearbeitet haben. Das heißt, ich hatte da sehr, sehr viele Vorbilder und sehr viele Menschen auch, die ich Dinge fragen konnte.
Larissa Kravitz: Und da gab's eben Menschen in meinem Umfeld, die sind heute noch Experten für Fundamentalanalyse. Das heißt, denen konnt ich alle Fragen stellen und ich glaube, das hat mir die Angst vor den Dingen genommen und ich glaube, [00:35:20] das nimmt auch die, die Frauen eben, die in meine Workshops kommen oder die die Kurse machen, das nimmt ihnen auch die Angst, wenn sie jemanden haben, den sie fragen können, ja.
Larissa Kravitz: Was bedeutet das jetzt? Da steht das und das auf dem Factsheet.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Larissa Kravitz: Ähm, wie ist das und das zu interpretieren? Ähm, ich, ich bringe ihnen zum Beispiel Portfolio Backtesting bei, solche Dinge. Sehr, sehr [00:35:40] simpel, aber doch wichtig. Und ich glaube, es geht einfach darum: Alles, was neu ist, macht einem irgendwie Angst.
Larissa Kravitz: Und wenn man sich damit beschäftigt, dann hat man mehr Wissen darüber, dann geht's schon
Alexander Wastl: besser. Wie informierst du dich, äh, bezüglich Investments? Was sind so deine Quellen?
Larissa Kravitz: Also ich hab einfach so, so nur [00:36:00] ganz normale, also das, ich weiß nicht, ob die, ob die so Mainstream sind, Plattformen, zum Beispiel die Baja Workstation.
Larissa Kravitz: Köfin nutz ich auch ganz gerne, einfach um einen Marktüberblick zu bekommen. Ähm, eine, es gibt eine Sache, die, die find ich eigentlich ganz gut. Das ist eine App, die heißt Finimize. Und die machen täglich so einen Morning Brief, [00:36:20] ähm, und die haben auch sehr gute In-Depth-Analysen. Also wirklich sehr, sehr gute Artikel, muss ich sagen.
Larissa Kravitz: Das ist so etwas, was ich sehr, sehr gerne lese, ähm, und unterschiedliche Finanzpublikationen, ja. Also Financial Times hab ich eh, also über Jahr-Jahrzehnte, ja, zwei Jahrzehnte täglich gelesen. Ähm, also das ist eigentlich, war [00:36:40] eigentlich immer eine meiner, meiner Hauptinformationsquellen. Das sind die Quellen, die jetzt auch ein bisschen bekannter sind, würd ich sagen.
Larissa Kravitz: Also Financial Times ist eh bekannt, ja.
Alexander Wastl: Was würdest du einer Person raten, die jetzt eben vielleicht starten möchte, die doch, die noch nicht, ähm, die auch nicht so privilegiert ist vielleicht wie du, ähm, mit, mit dem Vorwissen? Ähm, wie sollte sich die informieren im Idealfall, [00:37:00] wenn sie ihre ersten Investments vor Augen hat oder welche tätigen will?
Larissa Kravitz: Ich glaube, es ist wirklich wichtig, sich ein solides Basiswissen zuzulegen. Und das geht über, ich würde sagen, einige wenige Publikationen. Und man sollte drauf achten, [00:37:20] dass die Personen, die publizieren, das auch wirklich gelernt haben. Das ist ganz wichtig. Also
Alexander Wastl: redest du von Büchern hauptsächlich?
Larissa Kravitz: Ja, also Bücher zum Beispiel, ja.
Larissa Kravitz: Werde jetzt nicht mein eigenes Buch empfehlen. Ja, das wär 'n bisschen unhöflich, aber zum Beispiel die Publikationen vom Gerd Kommer, ja. Ich muss sagen, ich hab seine populärwissenschaftlichen Bücher nicht gelesen. Ich hab seine, ähm, ich glaub ETH Zürich Diplomarbeit, die hab ich gelesen [00:37:40] eben zum Portfoliothema und das wurde ja dann auch, ich glaub, das Buch Souverän investieren mit ETFs basiert auf seiner Diplomarbeit und solche Dinge.
Larissa Kravitz: Und da hat man okay, da sieht man okay, der hat ein PhD in diesem Bereich, der hat das studiert, der hat das gelernt, der ist Vermögensverwalter seit Jahren in der Finanzindustrie und schreibt eben Bücher über das Thema. Ähm, solche Dinge, also Publikationen, wo man davon [00:38:00] ausgehen kann, dass die Hand und Fuß haben.
Larissa Kravitz: Drei, vier dieser Bücher und ich glaub, man ist schon sehr gut aufgestellt einmal für den Einstieg. Wo man ein bisschen aufpassen sollte, ähm, das bekomm ich natürlich auch mit: Sehr viele Leute bilden sich weiter auf YouTube, auf Social Media und da muss man schon 'n bisschen filtern, um eben zu schauen, okay, erstens, welches [00:38:20] Geschäftsmodell steckt dahinter?
Larissa Kravitz: Äh, das ist ganz wichtig. Also was de facto Finanzbildung im Internet ist auch immer Marketing und da muss man sich überlegen, okay, ist es Affiliate Marketing? Das heißt, werden da Finanzprodukte beworben? Geht's dann um Workshops und Kurse und Bücher, also das Education Modell? [00:38:40] Oder sind die Leute selbst, äh, Finanzberater, Vermögensverwalter?
Larissa Kravitz: Das heißt, ist das ein Weg zur Kundengewinnung? Das, das sollte man auch natürlich immer sehen. Dann weiß man, okay, welches Geschäftsmodell steckt dahinter? Und es gibt ein paar, würde ich sagen, ähm, Geschäftsmodelle im Internet, wo man auch ein bisschen aufpassen muss. Leider bekommt natürlich alles, [00:39:00] was sehr kontrovers ist, viel Reichweite.
Larissa Kravitz: Das heißt, das ist alles, was so get rich quick, äh, diese Dinge, äh, und das sieht man auch ganz gut, äh, gerade auf Insta und TikTok oder Dinge, die sehr viel Angst machen. Also es gibt so ein paar Gurus auf YouTube, das sind immer so die, die Welt endet Gurus. Ja, die gibt es aber schon, seit ich gestartet habe.
Larissa Kravitz: Also seit [00:39:20] ich gestartet habe, gab es die auch, diese Weltuntergangsgurus. Die Welt ist noch nicht untergegangen, zum Glück. Also ja.
Alexander Wastl: Ja. Ähm, lernt man als Investorin oder als Investor irgendwann aus oder muss man irgendwie Permanent am Ball bleiben sozusagen.
Larissa Kravitz: Das kommt drauf an, wie aktiv man sein will, ja.
Larissa Kravitz: Ähm, tendenziell würde ich schon [00:39:40] sagen, es gibt so Wissenszyklen. Also es werden neue Dinge erforscht, die werden zuerst vom institutionellen Bereich aufgenommen, also wenn man zum Beispiel jetzt denkt-
Alexander Wastl: Also von den Profis.
Larissa Kravitz: Ja, so, so, das, das, das, weil es ist ja oft so, dass die Menschen, die, die Research machen, die die Studien machen, also die, die wechseln [00:40:00] teilweise vom universitären Betrieb dann direkt in Fonds und Hedgefonds.
Larissa Kravitz: Das heißt, da geht das Miss, Wissen mit. Das wird dann eben von, von Fonds, von Hedgefonds genutzt und irgendwann kommen, kommt das dann auch eher in die Medien, kommen populärwissenschaftliche Bücher
Alexander Wastl: raus. Und dann sickert's zu den Privatpersonen durch.
Larissa Kravitz: Ja. Und was es natürlich auch gibt, ist, dass sich die Märkte von der Struktur her weiterentwickeln.
Larissa Kravitz: Das heißt, [00:40:20] es gibt gewisse Dinge, die in den siebziger, achtziger Jahren funktioniert haben, die heute jetzt nicht mehr so gut funktionieren. Auch gewisse Strategien, ähm, die halt einfach, weil zu viele Leute diese Strategien anwenden, irgendwann sind dann die Renditen dieser, dieser Strategien gesunken.
Larissa Kravitz: Also das, das muss man auch irgendwie im Auge behalten. Das heißt, ja, [00:40:40] man sollte sich schon vielleicht alle paar Jahre informieren, was gibt's da Neues an, an Research da draußen, ja.
Alexander Wastl: Dann hätte ich noch eine abschließende Frage: Was bedeutet es für dich persönlich, safe zu sein beim Investieren oder finanziell allgemein?
Larissa Kravitz: Also beim Investieren bedeutet es einfach, also primär mal die Risiken zu kennen [00:41:00] und nicht zu hoffen. Also wenn man irgendwann hofft, dass seine Aktie steigt, ja, dann, dann ist man schon in der Danger Zone, würde ich ganz klar sagen. Das heißt, dass man ein klares Szenario hat. Ich steige in die Aktie dieses Unternehmens ein aus Dingen, aus, aus Gründen, sagen wir so, die ich selbst recherchiert [00:41:20] habe.
Larissa Kravitz: Nicht einfach so, weil ich mir denke, okay, das habe ich gerade jetzt irgendwo auf Social Media gesehen, wird schon gut gehen. Das ist, glaube ich, nichts von Gutes. Also dieses Prinzip würde ich jetzt nicht anwenden. Dass ich aber auch ein, ein Exit-Szenario habe, dass ich sage, okay, wenn's schlecht geht, dass ich sage, okay, ab einem gewiss, gewissen Niveau steige ich wieder aus oder ich kann's mir leisten, dieses Wertpapier ewig zu halten und das [00:41:40] vielleicht auch auszusitzen, weil ich generell an das Unternehmen glaube, eben aus fundamentalen Gründen zum Beispiel.
Larissa Kravitz: Das ist wichtig, ist einmal die Risiken zu kennen. Und ich glaub, eine ganz wichtige Sache ist, sich nicht zu verrückten Dingen hinreißen zu lassen, weil wir sind ja menschliche Wesen mit Emotionen und da gibt's natürlich die Emotion der Gier oder die Emotion des, des Herdentriebs und [00:42:00] da muss man aufpassen.
Larissa Kravitz: Also ich würde sagen, immer do your own research, das ist wichtig.
Alexander Wastl: Wunderbar. Liebe Larissa, vielen Dank für das Gespräch.
Larissa Kravitz: Danke für die Einladung.
Anna-Lisa Bier: Wir sind wieder zurück. Hi Alex, wie geht's dir nach dem [00:42:20] Gespräch mit Larissa?
Alexander Wastl: Ja, der Kopf rauchte ein bissl im positiven Sinn. Nein, also ich find, äh, sehr interessantes Gespräch und, und man, man merkt einfach laufend, wie viel Wissen, ähm, die Larissa einfach in dem Gebiet angehäuft hat, ja.
Anna-Lisa Bier: Also für mich war-- ich war auch live beim Gespräch mit dabei und ich war [00:42:40] währenddessen schon baff, ehrlich gesagt.
Anna-Lisa Bier: Ähm, und ich kann zu ihr einfach nur aufsehen und hoffen, dass ich irgendwann vielleicht auch nur ansatzweise den Wissensstand habe. Aber deshalb sitzen wir ja auch da, um dieses Wissen zu vermitteln. Ähm, gehen wir mal ins Gespräch rein. Was sind so die Punkte, die bei dir hängen geblieben sind?
Alexander Wastl: Ja, also weil du [00:43:00] sagst eben, dass du irgendwann mal in, in die Nähe dieses Wissensstandes kommst.
Alexander Wastl: Das ist halt, es ist halt ihr Leben, ja. Sie, sie hat sich damit auch auf der Universität beschäftigt. Sie, sie hat das Elternhaus gehabt, ähm, sie gibt das jetzt im, im, in ihrer Selbstständigkeit weiter. Also es ist einfach ihr, ihr Beruf und ihre [00:43:20] Berufung und wir müssen, glaub ich, nicht alle den Anspruch haben.
Alexander Wastl: Äh, dafür gibt's eben so Leute wie die Larissa, die in Westarella, die uns dann ja auch vieles weitergeben kann. Ähm, man sollt sich davor nicht, nicht einschüchtern lassen und auch nicht vielleicht glauben, man muss es in der Tiefe auch alles können, um [00:43:40] überhaupt starten zu können, würd ich jetzt mal so sagen.
Anna-Lisa Bier: Das beruhigt mich in dem Sinne. Ähm, vor allem, weil sie auch gesagt hat mit Aktien, dass sie ihre ersten Aktien mit 14 erworben hat. Also ich glaub, da macht das Elternhaus schon einen extrem großen Effekt. Also das, das, glaub ich, können viele andere gar nicht machen, wenn die Eltern nicht eh schon im [00:44:00] Bankwesen tätig sind.
Anna-Lisa Bier: Also ...
Alexander Wastl: Ja, würd ich auch sagen. Sie ist einfach damit konfrontiert worden und das hat natürlich automatisch Interesse erzeugt. Das ist wie wenn jetzt, äh, weiß nicht, plakatives Beispiel: Wenn mein Papa Fußballspieler ist und ich schau ihm oft zu, ne, dann kann ich entweder sagen, es interessiert mich auch sehr oder nein, das ist gar nix für mich, aber sie-- man wird zwangsläufig damit konfrontiert.
Anna-Lisa Bier: Ja. Mhm. [00:44:20] Was ich spannend gefunden habe, vielleicht leiten wir da gleich zum nächsten Thema über, ist, dass sie diesen Herdentrieb angesprochen hat bei ETFs, ähm, dass sehr viele Leute in automatisch quasi über ETFs in dieselben großen Unternehmen investieren.
Alexander Wastl: Genau, ja. Also das schwingt da, find ich, bissl mit, weil die Larissa, sie beschäftigt sich jetzt [00:44:40] seit Jahrzehnten damit und es ist irgendwie auch logisch, dass sie mit ihrem Wissen, ähm, nach Alternativen sucht: Äh, wie kann man jetzt, äh- das besser machen, was eh alle machen, ja.
Alexander Wastl: Was natürlich auch mit einem Zeitaufwand, äh, verbunden ist, den man vielleicht jetzt so als Privatinvestorin oder Privatinvestor [00:45:00] einfach nicht hat. Also es ist, es ist nur allzu logisch, dass sie da nach alternativen Wegen sucht. Sie spricht da eben diese Faktoren-ETFs an, ähm, und s-sie hat schon einen Punkt.
Alexander Wastl: Also was ich vielleicht mitgeben kann, ist, ähm, eben diese, die ETFs sind jetzt in aller Munde und so irgendwie, das ist das Investment oder das, das Anlageprodukt to go. [00:45:20] Aber da gibt's eben auch viele verschiedene ETFs und, und man spricht dann immer von diesen Welt-ETFs zum Beispiel, wo ja alle Aktien drinnen sind und Wenn man sich dann die manchmal genau anschaut, dann sieht man, na ja, da ist eigentlich zum Beispiel eine sehr hohe Gewichtung von US-amerikanischen Aktien drin, teilweise ein Viertel des, des Index, ja.
Alexander Wastl: Oder es sind halt [00:45:40] nur große Unternehmen und die, die kleinen kommen gar nicht rein. Also das find ich, kann man schon mitgeben, dass man, ähm, man hat ja die Möglichkeit auch recht einfach, dass man sich anschaut: Okay, wie, wie sind diese Indizes zum Beispiel genau zusammengesetzt? Was ist da wirklich drin?
Alexander Wastl: Ist es wirklich ein, ein Weltin-index oder brauche ich vielleicht doch ein bissl was anderes auch noch, um, um, äh, zu [00:46:00] diversifizieren eben? Darum geht's ja. Ähm, weil solang der Markt oder solang die US-amerikanischen Aktien super rennen, wirst du da, bist du da voll dabei. Wenn's in eine andere Richtung geht, kann's dich aber umso härter treffen theoretisch.
Alexander Wastl: Und diese, äh, Faktoren-ETFs, die sie da anspricht, da hast du eben die Möglichkeit, ähm, gezielter auf kleinere Unternehmen [00:46:20] zu gehen, auf Unternehmen, die sehr stabile Geschäftsmodelle haben, die jetzt nicht so hoch wachsen, also auch viel investieren müssen, so wie jetzt zum Beispiel bei den Tech-Unternehmen, aber die einfach, wo du solide Gewinne erwarten kannst, ohne große Schwankungen.
Alexander Wastl: Da gibt's viele verschiedene Faktoren. Also das ist so die Tiefe, in die man da gehen kann, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Also ich glaub, [00:46:40] es gibt ja unzählige Möglichkeiten da in dem Sinne. Man muss halt dann, glaub ich, als Normalsterblicher oder Normalsterbliche einfach trotzdem immer dieses Risiko auch abwägen, oder?
Alexander Wastl: Genau, das ist, das ist genau das Thema.
Alexander Wastl: Also man, es ist ja nicht so, dass jetzt, dass wenn man Einzelaktien, äh, nimmt oder ich sag ich, ich mag nicht dieses passive Index, äh, ähm, investieren. [00:47:00] Ich, ich möcht mir meine Unternehmen einzeln selber aussuchen. Man kann das alles machen, man kann Zertifikate, aber man muss immer wissen, welches Risiko damit verbunden ist, ja.
Alexander Wastl: Und auch, welcher Aufwand damit verbunden ist, ja. Ähm, da ist halt eben die Spannweite zwischen höchstmöglichem Gewinn und höchstmöglichem Verlust dann etwas breiter, wie wenn man jetzt [00:47:20] in, eben so z-zum Beispiel ins passive Investieren langfristig reingeht, äh, würd ich mal sagen, ja. Also dieses, das, das ist einfach a ganz wichtige G'schicht, dass man weiß und sie hat das auch angesprochen.
Alexander Wastl: Ähm, man sollte zuerst seine eigene Finanzbildung anheben, bevor man die Komplexität der Investments hebt und nicht umgekehrt. Das ist [00:47:40] auch so, ich glaub, ein gern gemachter Fehler am Anfang und ich war selber betroffen. Man, man startet und kauft gleich mal Einzelaktien so blind rein, ähm, und oder vielleicht auch Zertifikate und dann wundert man sich, warum das dann nichts wird.
Alexander Wastl: Also man sollte, der, der eigene Wissensstand soll eigentlich dem, dem Investment voraus [00:48:00] sein, würd ich mal sagen, also der Komplexität, ja.
Anna-Lisa Bier: Mit diesem Wissensstand hoffe ich natürlich auch, dass wir mit dieser Podcast-Folge, ähm, jetzt etwas dazu beitragen konnten, dass die Hörer und Hörerinnen da draußen etwas dazugelernt haben.
Anna-Lisa Bier: Hast du noch irgendetwas, äh, hinzuzufügen für diese Folge?
Alexander Wastl: Es wurde alles gesagt.
Anna-Lisa Bier: Na dann, äh, in diesem Sinne, äh, sage ich danke, Alex. [00:48:20] Danke an alle, die zugehört haben und ich freue mich schon, wenn wir uns das nächste Mal wieder hören bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Bis zum nächsten Mal. Ciao.
Alexander Wastl: Das war safe. [00:48:40] Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
Alexander Wastl: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
Anna-Lisa Bier: Dieser [00:49:00] Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.