Sänger Josh spricht erstmals offen über sein finanzielles Leben: von den harten Jahren als Teilzeitmusiker über den Durchbruch mit Cordula Grün bis hin zu seiner heutigen Investmentstrategie aus Immobilien und ETFs. Er zeigt, dass Erfolg oft großes Durchhaltevermögen erfordert – und dass künstlerische Integrität manchmal bedeutet, lukrative Angebote abzulehnen.
Sänger und Songwriter Josh spricht zum ersten Mal so offen über Geld. In dieser Folge erzählt er, wie er als junger Musiker über die Runden kam, Cover-Songs auf Hochzeiten spielte und kurz vor seinem größten Hit – Cordula Grün – am Bankomat kein Geld mehr bekam. Er teilt konkrete Zahlen: Wie viel Euro-Vorschuss bekommt man für einen Superhit? Und wie viel verdient man mit einem Abend in der Wiener Stadthalle? Außerdem teilt er seine aktuelle Investmentstrategie mit Immobilien und ETFs. Josh erklärt, warum er lukrative Ballermann-Auftritte ablehnte, warum er "konservativ" anlegt und was finanzielle Sicherheit für ihn persönlich bedeutet. Jetzt reinhören!
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro
[00:38] Begrüßung & Gastvorstellung: Josh
[02:48] Eltern als Unterstützer der Musikkarriere
[03:55] Matura abgebrochen – gibt es einen Plan B?
[05:59] Als junger Musiker über die Runden kommen
[12:23] Vom Teilzeit- zum Vollzeitmusiker
[15:41] AKM, Tantiemen & der erste Radioerfolg 2016
[18:25] Der Durchbruch mit Cordula Grün
[22:36] Der finanzielle Tiefpunkt kurz vor dem Hit
[32:54] Nein sagen zum Ballermann: künstlerische Integrität
[38:00] Wie Josh heute investiert: Equipment & Gewinnfreibetrag
[41:00] Immobilien als Anlage
[43:31] ETFs und die einzige Einzelaktie
[46:53] Konservativ anlegen und ruhig schlafen
[52:23] Risiko in der Musik vs. Risiko beim Investieren
[55:24] Konzertkosten: Ein Abend in der Wiener Stadthalle
[58:02] Was bedeutet "safe" für Josh persönlich?
[64:55] Nachbesprechung: Anna-Lisa & Alex reflektieren
[72:23] Verabschiedung & Outro
Anna-Lisa Bier: [00:00:00] Willkommen bei Safe Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente [00:00:20] und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt. Und jetzt geht's los.
Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu Safe Stories [00:00:40] übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschalten habt. Mein Name ist Anna-Lisa Bier und gegenüber von mir sitzt auch wieder Alexander Wastl.
Alexander Wastl: Hallo in die Runde.
Anna-Lisa Bier: Heute wird es musikalisch, denn zu Gast ist der Sänger und Songwriter Josh. Wir führen ein persönliches Gespräch darüber, wie viel Geld in einem Musikerleben steckt, welche Kosten hinter Erfolg oft nicht sichtbar sind, wie sich sein finanzielles Leben durch [00:01:00] Hits wie Cordula Grün oder Espresso und Chianti verändert hat und warum finanzielle Freiheit manchmal auch bedeutet, einfach mal Nein sagen zu können.
Anna-Lisa Bier: Hallo Josh, willkommen bei Safe.
Josh: Servus.
Anna-Lisa Bier: Schön, dass du da bist. Wir starten ganz zu Beginn einmal in deiner Kindheit.
Josh: Okay.
Anna-Lisa Bier: Du bist als Bub im Wohnpark Alt Erlaa [00:01:20] aufgewachsen.
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Was für eine Kindheit hattest du denn?
Josh: Boah, ich glaub, in, in einer, was, wie soll man sagen, wahrscheinlich eine ganz normale. Also sehr, ähm, also ich war, war in, ich, wir sind nach Alt Erlaa gezogen, in, in eh in diese Bauten eben im Wohnpark.
Josh: Da war ich, glaub ich, eineinhalb Jahre oder so was. Da war das relativ neu. [00:01:40] Ähm, somit kann ich mich an nichts anderes erinnern als das. Und ja, meine Mama war halbtags, äh, Hebamme, angestellt bei der Stadt Wien. Mein Vater, ähm, war bei Weleda, Naturkosmetik und Heilmittel. Ähm, war dort, äh, ist den halben Tag, ähm, ausgefahren mit so einem [00:02:00] kleinen Lkw zu Apotheken und hat Sachen gepackt.
Josh: Dementsprechend war der erste Teil meiner Kindheit so: Geld war nie Thema, weil's keins gegeben hat.
Anna-Lisa Bier: Okay.
Josh: Nein, das ist eigentlich ein Blödsinn, glaube ich. Also ich glaub, es ist dann immer ein noch größeres Thema, wenn's schwierig ist. Aber genau und ansonsten, ähm, ja, ich war dann in [00:02:20] Mauer in der Schule und bin relativ, ich sag jetzt einmal so, es war, es war relativ viel Normalität irgendwie so.
Josh: Keine, also ja, bin kein Kind reicher Eltern, aber es war jetzt auch nicht so, dass wir jetzt irgendwie so, dass es so schlimm war, dass man irgendwie, ja, gar nix erlebt hat. Also so, so was auch [00:02:40] nicht.
Anna-Lisa Bier: Du warst ja als Teenager dann schon in Schulbands-
Josh: Ja. -
Anna-Lisa Bier: und hast auch da dann eigentlich schon den Fokus, sage ich jetzt mal, Richtung Musik gelenkt.
Anna-Lisa Bier: Wie war das da für deine Eltern, dass du dann, du wirst vielleicht irgendwann mal gesagt haben: „Ich möchte Musiker werden." Wie war das für sie?
Josh: Das war schon sehr früh und da bin ich wirklich unfassbar froh, weil meine Eltern gehören nicht zu denen, die [00:03:00] gesagt haben: „Geh, lern was Gescheites." Ähm, sondern meine Mutter ist sehr musikalisch, ähm, hat, hat früher Querflöte gespielt, ähm, hat in, in, in, also kommt aus Salzburg, hat in Salzburg auch im Mozarteum score gesungen und dann in Wien im Schönen Score.
Josh: Und mein Vater hat Gitarre gespielt, [00:03:20] ähm, alles so, also hobbymäßig und jetzt nicht irgendwie professionell, aber nachdem sie so Musikliebhaber sind, ähm, war das irgendwie nicht so ein Ding von wegen: Na, ich glaub, die waren, die fanden das irgendwie schön, dass vielleicht einen Musiker in der Familie gibt.
Josh: Ähm, haben natürlich, waren jetzt auch nicht naiv, haben schon gewusst, nur das [00:03:40] wird jetzt nicht, also Ja, das haben sie sich gedacht, das wird, das wird hart, aber haben das tatsächlich unterstützt. Also die haben nie gesagt: „Geh, willst nicht zuerst einmal was studieren und dann ...“, oder keine Ahnung, sondern ja.
Josh: Also sie waren nicht begeistert, wie ich die Matura geschmissen hab oder so was. Das, das fanden sie jetzt nicht so [00:04:00] doll, aber also Musik ist halt das einzige Studium. Ich, ich glaub, ich weiß nicht, ob die Angewandte auch 'ne Matura will, glaub ich nicht, aber so'n, es gibt ganz wenig Studien, die keine Matura brauchen, weil wenn man sagt, die Aufnahmeprüfung ist die Reifeprüfung so quasi, weil das ist ja unfassbar schwer, auf ein Konservatorium oder so was zu kommen.[00:04:20]
Josh: Da muss man schon viele, viele Jahre was gemacht haben und die haben gesagt: „Ja, was tun wir mit Matura? Die Leute müssen spielen können und Gehörbildung und Noten und was weiß ich was." Und dann hab ich mir irgendwann einmal so im Matura-Jahr zum Halbjahr gedacht: „Wieso tu ich mir die Scheiße eigentlich an?"
Josh: Ja, das war dann-- Ich hab das nachher auch sehr [00:04:40] selber sehr bereut, weil-
Anna-Lisa Bier: Hättest du einen Plan B gehabt?
Josh: Nein, das ist eben das Problem. Ich, also manche denken, so jetzt, wo's aufgegangen ist, ne, finden das alle voll die romantische Geschichte und so dieses: „Ja, es gibt nur einen Plan und Plan A" und-
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und d-d-ja, ich mein, ich sag jetzt einmal, als ich [00:05:00] dann nach einigen Jahren unerfolgreich Musik machen neben dem Studium gearbeitet hab, weil ich natürlich, also wie gesagt, ähm, waren jetzt nicht so reiche Eltern oder so was, dass ich, dass ich nur studieren hab können.
Josh: Also ich musste nebenbei auch arbeiten. Ja, und dann, dann war's halt irgendwann so, dass ich, ähm, zwanzig Stunden gearbeitet hab, umso länger [00:05:20] das Studium gedauert hat, weil ich's einfach, ja, mit Musik nicht genug Geld verdient hab. Ja, und dann sitzt halt irgendwann am Stapler und packst irgendwelche Sachen zusammen und denkst dir so: „Ja, scheiße, wenn das jetzt mit der Musik noch länger gar nix wird, dann wär's schon gescheit gewesen, wenn ich 'ne Matura hab, weil dann könnt ich vielleicht noch was anderes studieren.
Josh: Ich hab mir gedacht, [00:05:40] vielleicht kann ich irgendwas in der Musikbranche machen, ähm, das auch Musikbranche ist. Aber da hätt ich halt dann vielleicht irgendwas Wirtschaftliches lernen sollen oder irgendwas anderes noch, aber war halt nicht.
Anna-Lisa Bier: Okay, okay. Aber wie viel, wie viel Geld hattest du realistisch als junger Musiker zur Verfügung da im Monat?
Josh: Ähm, ja, muss man auch [00:06:00] jetzt natürlich so sehen. Das müssen wir dann so ein bissl inflationär aufrechnen, ne, weil das, das würde jetzt, glaub ich, nicht mehr wirklich reichen. Ähm, ich hatte damals war die Kinderbeihilfe, wenn ich, wenn mich nicht alles täuscht, so zweihundertzwanzig Euro, glaub ich. Da haben meine Eltern gesagt: „Ja, nachdem du nicht mehr zu Hause [00:06:20] wohnst, wie ich ausgezogen bin, ja, die kriegst du.“
Josh: Also die haben sie mir überweisen, über, überweisen. Haben sie mir überweisen. Übrigens, ich bin Songwriter, gell? Hauptberuflich mache Texte. Also die haben mir das überweisen und dann, ähm, haben sie m-mir und meinem Bruder jeweils – mein Bruder hat auf, auf der BOKU [00:06:40] studiert – ähm, haben sie uns noch quasi so eine, eine Unterstützung halt gegeben und das waren, ähm, noch mal zweihundertzwanzig, glaub ich.
Josh: Das dann sind wir bei vierhundertvierzig. Mhm. Und dann hatte ich einen geringfügigen Job am Anfang. Das, der war damals bei dreihundertsiebzig Euro, so irgendwas herum. Also das da [00:07:00] hat sich schon einiges geändert. Also waren wir irgendwo so bei siebenhundert, äh, siebenhundertneunzig, siebenhundertachtzig, neunzig, achthundert Euro irgendwas so herum.
Josh: Ähm, das war so-
Anna-Lisa Bier: Wahnsinn.
Josh: Mein, ja.
Anna-Lisa Bier: Und den bist du dann, hast versucht, dass du durchkommst in dem Sinn mit
Josh: siebenhundert,
Anna-Lisa Bier: achthundert
Josh: Euro. Ein, ein [00:07:20] WG-Zimmer hat damals gekostet so auch schon fast vierhundert Euro. Deswegen war das nicht, nicht ganz anders. Ich hab ja damals schon mit Musik Geld verdient auch.
Josh: Also es war, es war eben so mit eigener Musik null Cent. Also der-- ich musste immer was reinschicken, aber halt mit, ähm, ich hab Cover Songs gespielt, ähm, auf Firmenfeiern, ähm, [00:07:40] auf Hochzeiten. Und auch, ich mein, ich find, ich denk mal, ich bin mittlerweile, ähm oder war, war immer ein äußerst ehrlicher Mensch, wenn's um Finanzen gegangen ist.
Josh: Auch, auch jetzt, wenn's um meine Buchhaltung oder was auch immer geht. Deswegen trau ich mich, das jetzt auch sagen, weil ich, ähm, aber natürlich hat man dann [00:08:00] die eine oder andere Hochzeit am Wochenende gespielt, wo's ein Kuvert gegeben hat. Und jetzt, ähm, ich, ich sag jetzt mal, so viel Geld war's nicht. Ich hätt wahrscheinlich trotzdem noch keine Steuern zahlt.
Josh: Aber, ähm- Aber für
Anna-Lisa Bier: dich als Person zusätzlich
Josh: noch. Genau, so die, das hab ich dann hab ich, weiß ich nicht. Ich sag jetzt mal, so waren's im Schnitt wahrscheinlich [00:08:20] zwölfhundert. So, weil im Sommer war's mehr, weil man da halt oft am, am Wochenende Hochzeiten gespielt hat oder, ähm, irgendwelche anderen Sachen.
Josh: Ähm, teilweise hat man auch wirklich so, so hab ich, ähm, Freitagabend in einem Lokal, äh, Jazz gespielt und dann ist halt der Hut rum [00:08:40] gegangen. Ich weiß jetzt auch nicht, ja. Ich mein, können wir auch eine, ja, können wir auch eine, eine politische Diskussion lostreten, ob man jetzt, wenn einmal in einem Wirtshaus der Hut geht für die Musik, ob wir das nachher irgendwie angeben und versteuern.
Josh: Ich, ich weiß es nicht. Ich glaub, damals war Trinkgeld ja auch, ähm, so, dass man das nehmen durfte und mehr war's [00:09:00] auch nicht, dass ich jetzt mal, da hat jeder fünfzig Euro kriegt. Weil, aber fünfzig Euro waren ja bei, bei siebenhundert fünfzig Euro einkommen. Das war vor allem immer so dieses spielst Freitagabend irgendwo Kannst nach dem Spielen noch ausgehen.
Josh: Ja, sicher. Win-win. Die 50 Euro waren nachher, ich hab zwei Stunden gespielt, dann hatte ich 50 Euro, [00:09:20] dann hab ich die nachher ausgegeben.
Anna-Lisa Bier: Ja, sicher.
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Aber hat jetzt keine anderen Ausgaben, also insofern-
Josh: Ja, das war-
Anna-Lisa Bier: Win-win.
Josh: Ja, und, und vor allem hat man am Freitag, also am Samstag hab ich's dann ausgegeben.
Josh: Freitag war dann oft so, hast du ihn irgendwo halt gespielt und, äh, auf 'ner Hochzeit oder so irgendwo war, war das Bier ja gratis.
Anna-Lisa Bier: Ah
Josh: ja, smart. Haben wir dort ... [00:09:40] Ja, meistens haben wir aber Auto fahren müssen. Ja, stimmt. So wild war's eh nicht.
Anna-Lisa Bier: Aber das heißt, es war eigentlich dann am Anfang nicht viel Geld da, aber du musstest ja trotzdem haushalten damit.
Anna-Lisa Bier: Ja. Also du hast ja schon eigentlich gelernt dann trotzdem, dass du schaust, dass du mit deinen eigenen Finanzen über die Runden kommst.
Josh: Ja, muss man schon. Also es ist mal, mal besser, mal schlechter. Man muss schon auch sagen, ähm, ich hatte einfach eine, eine, 'n [00:10:00] sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und zu meinem Bruder auch.
Josh: Ich kann mich erinnern, mein Bruder hat mir auch mal geholfen, ähm, bei, bei Sachen, wenn's irgendwie gar nicht mehr ging. Ähm, ich hab ihm jetzt in den letzten Jahren auch immer wieder mal , er hat zwei Kinder und er hat einen sehr, sehr guten Job. Ähm, [00:10:20] ja, aber ja, so, so ist das halt. Man, man hilft sich gegenseitig in der Familie und wenn's mal gar nicht gegangen ist, also ich kann mich schon erinnern, so, ist natürlich mega peinlich, wenn man irgendwie mit, keine Ahnung, 27 oder so zu seinen Eltern kommt, weil man 'ne Rechnung nicht zahlen kann.
Josh: Da weiß ich noch, hab ich 'ne [00:10:40] Rechnung vergessen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und dann kam halt irgendwann 'ne Mahnung.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und dann hab ich mir gedacht: „Ja, die zahl ich jetzt." Dann hab ich: „Scheiße, ich hab nicht mehr genug Geld, um das zu bezahlen." Ja, und dann hab ich's kurz mal verdrängt, wie man das manchmal macht.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Dann kam die zweite Mahnung und ich so: „Scheiße, ich hab's aber [00:11:00] noch immer nicht jetzt grad wieder" oder ich jetzt.
Josh: Es ist auch so, du weißt ja dann, was am peinlichsten ist, weil ich wusste schon, dass es Dummheit war. Ich hätt das schon irgendwo sparen können. Also so, das, und da ging's um 120 Euro. Und ja, dann hatte ich eben eine Familie, wo man sagt: „Ja, wenn's mal, wenn's mal hart auf hart kommt, dann weiß, bin ich zu meinen Eltern."
Josh: Dann haben wir ein Glas Wein [00:11:20] getrunken und irgendwie hab ich dann Tränen in den Augen gehabt und das halt dann einfach meiner Mutter erzählt. Und dann ist die zum Laptop hingegangen und hat gesagt: „So, sag mir jetzt die Kontonummer." Ja, ist sie zum Online-Banking gegangen, hat's bezahlt Und dann hat er gesagt: „Komm schon, das kriegen wir schon alles [00:11:40] irgendwie hin."
Anna-Lisa Bier: Okay,
Josh: das
Anna-Lisa Bier: heißt-
Josh: Ja, die haben schon, die haben einen schon aufgefangen, wenn's, also ich sag jetzt mal, weil das, das ist ja das auch, wenn man sagt so, ne, man hatte kein Geld und alles war schwierig, ähm, ist für Menschen, die kein, kein Sicherheitsnetz haben, noch einmal viel, viel, viel, viel schlimmer. Ähm, somit war's tough, [00:12:00] aber nicht so, dass ich jetzt eben keine Ahnung auf der Straße gelandet wär.
Alexander Wastl: Mhm.
Josh: Weil hätt ich meine Miete nicht zahlen können, hätten am Ende meine Eltern mir geholfen und dann hätt ich wieder zurück in mein, in mein Kinderzimmer, äh, in Alt-Erla ziehen können.
Anna-Lisa Bier: Mhm, mhm.
Josh: Also die, ich glaub, sie hätten's ungeil gefunden.
Anna-Lisa Bier: Du wahrscheinlich auch.
Josh: Ja, ich auch. [00:12:20] Aber sie hätten mich wahrscheinlich nicht auf der Straße landen lassen.
Anna-Lisa Bier: Okay, okay. Kommen wir von diesem „Ich konnte mir Musik fast nicht mehr leisten", ähm, zu dem „Ich kann von Musik leben." Gab's da-
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Wa-wann war dann so das der Moment, wo du gedacht hast: „Okay, jetzt, das, jetzt ändert sich's ein bisschen?" [00:12:40]
Josh: Na ja, also bei mir war's immer so, ich war, war quasi Teilzeitmusiker.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Also auch mit, mit 30 noch hab ich jetzt so wirklich ganz alleine von Musik hätt ich leben können. Da gab's ein paar kleine Sachen, wo man sagt so: „Ja, ähm, hatt ich mal 'n Angebot von einer Band, die halt so Top 40 [00:13:00] ist, sag ich jetzt mal, Musik spielt." Aber da hätt ich halt auch, ähm, auf den Zeltfesten jedes Wochenende gespielt und irgendwo auch Oktoberfest, Après-Ski.
Anna-Lisa Bier: Im Nirgendwo, ja.
Josh: Ja, es war halt einfach dann so und da hat mein Vater mich gerettet auch, hab, weil er hat mich zweimal gerettet. Einmal wollt ich [00:13:20] aufgeben und was anderes studieren mit Abendschule und einmal wollt ich diesen Job annehmen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und da hat er gesagt: „Okay, okay. Und wie, also wie, wie glaubst, geht's dir dann mit deiner eigenen Musik, wenn du jetzt da jedes Wochenende irgendwo stehst und von keine Ahnung [00:13:40] Bryan Adams hin bis zu weiß ich nicht Helene Fischer auf 'ner Bühne coverst?
Josh: Wie, wie, also hast dann, kommst dann am, am Montag heim und, und setzt dich hin und schreibst Songs oder wie?" Und dann hab ich selber gewusst so: „Ah, Scheiße."
Anna-Lisa Bier: Er hat recht, ja.
Josh: Das ist irgendwie so, weil ich hab damals auch ein bisschen unterrichtet.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Also Gitarre [00:14:00] und hab mir gedacht so: „Ja, mit spielen am Wochenende und unterrichten wird das schon."
Josh: Da hat er gesagt: „Ja, aber du hast dann gar keine Freizeit mehr." Und das ist ja, das war jetzt auch nicht 'n Jobangebot, wo's um wirklich Geld gegangen wär. Also es war so, hätte irgendwie gereicht zum Leben.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und ja, dann hab ich gesagt: „Na, dann mach ich das doch nicht."
Anna-Lisa Bier: Mhm. [00:14:20]
Josh: Und somit war das dann relativ lang so, dass ich halt nebenbei gearbeitet hab, so 20 Stunden in, in einem Büro.
Josh: Und da gibt's ja überall so, so Geschichten auf Wikipedia, dass ich IT-Techniker bin. Das stimmt gar nicht. Ich hab, ich hab in einer IT-Abteilung ge-gearbeitet in, in [00:14:40] einem, ähm, ja, in einem Naturkosmetikunternehmen und, ähm, ja, hab da, hab da so, ja, halt mit viel, viel so, ähm, ja, der Typ für alles Dinge, äh, erledigt.
Josh: So keine Ahnung, das Handy per [00:15:00] Bluetooth mit dem Auto verbunden vom Geschäftsführer oder solche Sachen. So Dinge, die uns Jungen halt einfach fallen oder mal, ähm, über die Laptops drüber schauen. Aber ich war jetzt nie der Spezialist, der ge-gewusst hat, wie man 'n Server bedient oder so in, in der Richtung.
Josh: Genau. Und das hab ich gemacht. Und nee, und dann halt [00:15:20] Hochzeiten und so weiter und so fort und unterrichten. Aber da hatt ich auch, glaub ich, kaum Kohle. Und das war eben das Spezielle, das ist dann relativ schnell, ähm, von, ja, das, also ich, ich kann mich erinnern, dass mein-- Also es gibt ja in Österreich die AKM, das ist die, ähm, Verwertungsgesellschaft, wo man seine [00:15:40] Tantiemen quasi kassiert.
Josh: Da gibt's zwei Verwertungsgesellschaften. Einmal die AKM, das sind quasi die Kompositionsrechte und einmal die LSG. Das ist, ich sag immer so ganz grob gesagt, das ist das, was man hört.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also das, da kriegt man, ähm, dann Tantiemen für, wenn man zum Beispiel eine Gitarre gespielt hat oder eben die Sängerin, der Sänger war und so weiter und so fort.
Josh: [00:16:00] Und ich hatte meinen ersten Radioerfolg 2016 und das war halt so noch im Kleinen nur in Wien und hatt ich einen Song, der ein bisschen im Radio lief und meine AKM waren, glaub ich, 700 Euro im Jahr.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: So.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ein Jahr später war's dann 'ne Summe, über die ich nicht mehr [00:16:20] reden sollte.
Anna-Lisa Bier: Oh, okay.
Josh: Genau die wär aber
Anna-Lisa Bier: jetzt
Josh: interessant.
Josh: Ja, natürlich. Ähm, ich, na, ich wei-, ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr genau, weil's dann ja doch erst deutlich später daherkommt, ne. Das ist, manche Sachen brauchen zwei Jahre. Es ist jetzt schon bisschen schneller geworden, aber, ähm, manche Veranstalter rechnen nicht gleich ab, dann muss man das und so weiter und so fort.
Josh: Aber da-dazu können [00:16:40] wir ja eh offen gleich reden. Ich weiß tatsächlich nicht mehr genau auswendig, aber es ging von „Du hast n-nicht genug Geld, jetzt irgendeinen coolen Urlaub zu machen" hin zu: Ich hab dann quasi im nächsten Jahr, es ging immer so weiter, immer so weiter und plötzlich war ein Jahr da [00:17:00] Wo ich dann binnen einem halben Jahr, ähm, zwei Verträge ge-, ähm, unterschrieben hab plus Konzertverträge unterschrieben hab, ähm, wo wir dann halt einfach bei, ja, bei, bei sechsstelligen Summen waren und ich [00:17:20] vorher halt schauen musste, wie ich irgendwie meine, meine, meine Miete bezahl.
Josh: Ja. Wie alt
Anna-Lisa Bier: warst du da?
Josh: Ein bisschen über 30.
Anna-Lisa Bier: Wahnsinn. Wahnsinn.
Josh: Also ich hab, ich hab echt, ich hab, ich hab halt so-- Finanziell hab ich mit 32, so alt war ich genau, 32, ähm, hab ich gelebt wie 'n Student.
Anna-Lisa Bier: Mhm. [00:17:40]
Josh: Ja, was, was halt, was auch okay ist. Also so, ja, so, so that's life. Ich kenn noch immer viele Musiker und Musikerinnen, die halt einfach nicht viel Kohle haben, aber trotzdem ein, ein, auch ein glückliches Leben haben.
Josh: Also es ist ein bisschen so, du brauchst in der Musikbranche nicht viel Geld, um glücklich zu sein, [00:18:00] weil die meisten anderen haben auch keins. Also es kommt jetzt nicht jeden Tag irgendjemand um die Ecke und sagt: „Ah, ich hab mir grad vier Gitarren gekauft", sondern jeder weiß so: „Ah, wenn du 'ne, ein neues Instrument brauchst, dann musst du unfassbar viel sparen."
Josh: Meine erste teure Gitarre hab ich vier Jahre lang abbezahlt. Ähm, genau. Und dann war's tatsächlich, ging das dann [00:18:20] relativ schnell, weil, weil Cordula Grün so ein Riesen, Riesen, Riesenhit war.
Alexander Wastl: Mhm.
Josh: Also das seh ich ja bis heute so irgendwie an den Zahlen und auch an dem, was da passiert mit diesem Song. Ähm, das hat echt Dimensionen eingenommen, die Da haben mich dann irgendwelche deutschen Großformate wie die Bild-Zeitung angerufen oder, oder, [00:18:40] oder alle großen deutschen Radiosender, Ö3 in Österreich, alle waren, waren, waren voll on fire und, und ich so keine Ahnung von Musikbranche.
Josh: Also von Musik ja, aber vom Musikgeschäft keine Ahnung. Von, von, ja, das ganze, ganze Business dahinter. Wie, wie, wie, wie [00:19:00] baut man 'ne Produktion auf? Man muss sagen, ich hab damals, ähm, nicht sehr eine professionelle Gitarre gehabt, also insgesamt drei sogar, weil man halt verschieden eine E-Gitarre, eine Akustikgitarre und eine klassische.
Josh: Ähm, drei sehr hochwertige Instrumente, weil das halt irgendwie so, d-das ist dein Leben und Brot, ne.
Anna-Lisa Bier: Deine Kinder fast schon. [00:19:20]
Josh: Ja, ja. Ähm, und, und dann hast du aber jetzt so, so keine Ahnung. Das, das ist alles, was du, was du brauchst eigentlich und was du hast. Und jetzt hab ich, keine Ahnung, irgendwelche, ganz grob gesagt, Kastln, die nur dafür da sind, dass der Strom auf der Bühne sauber ist, dass [00:19:40] da, dass, also so Stecker.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Grob gesagt, ja. Und der kostet mehr als was, was, was so quasi der Scheißstrom ist, ist halt eine Summe, wo man dann sagt: „Ja, okay, ne, das sind irgendwie da, der kostet tausendfünfhundert, dann haben wir die Kabel, das sind so irgendwie sechzehnhundert, dann haben wir das, dann haben wir das. Ähm, wir [00:20:00] würden das jetzt bitte machen, Josh, ähm, weil wir brauchen das für die Bühne.
Josh: Budget für den Strom. Passt das vier acht?“ Ich so: „Ja, mittlerweile muss ich sagen: „Ja, okay, gut. Ähm, wenn, wenn das notwendig ist, dann vertrau ich euch mal, dann machen wir das.“ Und das, das halt irgendwie der, der Unterschied, [00:20:20] der, der manchmal gar nicht greifbar ist. Also man, man wächst da so hinein, oder.
Anna-Lisa Bier: Aber ich sa-- ich sag mal danke, dass du das skizzierst, weil ich glaube, viele denken sich, man stellt sich einfach auf die Bühne und liefert a Show ab und das ist es aber nicht.
Anna-Lisa Bier: Also im Gegenteil, es ist so viel mehr als das und du hast ja dann auch eine ganze Band im Hintergrund trotzdem so, das ist ja auch alles Kosten. Ähm, ich möcht [00:20:40] noch mal auf Cordula Grün zu sprechen kommen. Das war ja 2018. Das war quasi so jetzt wirklich der erste Durchbruch. Ja. Ähm, du hast es vorhin schon gesagt, es dauert dann ein bisschen, bis das Geld kommt.
Anna-Lisa Bier: Wie war das dann bei so einem Hit? Weil das war ja wirklich dann, das hat ja eingeschlagen.
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Wie war das dann finanziell bei dir?
Josh: Ähm, also ganz am Anfang muss man sich das so vorstellen, dass eben [00:21:00] Tantiemen kommen ein Jahr später. Ja. Weil das ist quasi so, die, die werden schon, wenn jetzt, ähm, Ö3 einen Song spielt- Dann bekomm ich, also ich bekomm, ich bekomm da ja von der AKM nur Tantiemen, wenn man selber schreibt.
Josh: Wenn ich jetzt nur Interpretin oder Interpret wär, dann würd ich das nicht bekommen. Dann würd's die Komponistin, der Komponist bekommen. Aber nachdem ich d-da [00:21:20] mein eigener Komponist bin und Autor, nix. Ähm, jedenfalls d-das, das wird schon zusammengezählt, aber du kriegst es noch nicht ausgezahlt. Weil dann geht das zuerst mal zur AKM.
Josh: Die AKM prüft das, die schaut, ob das passt, dann hast du noch 'n Verlag und so weiter und so fort. Jedenfalls, ähm, dauert das 'n bissl und somit war's, [00:21:40] ähm, so, dass ich ganz am Anfang, ich hab dann meinen Job gekündigt.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Dann, ähm, hab ich bei Abfertigung Neu, so heißt das, glaub ich, ne, ähm, hab ich halt schon dadurch, dass ich relativ lang neben dem Studium schon gearbeitet hab, glaub ich, waren's 2400 Euro oder [00:22:00] so was, hab ich zusammengehabt.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Die hab ich quasi in meine, in, in, in mein Einzelunternehmen gesteckt. Dann hab ich, ähm, meine Wohnung hergegeben, ähm, die, das war, das war schon ein bisschen [00:22:20] früher. Aber jedenfalls, ja genau, von meiner, ja, die Kaution von der Wohnung hab ich in die Aufnahmen von Cordula Grün und das Musikvideo reingesteckt.
Josh: Da hat sich
Anna-Lisa Bier: ausgezahlt, würde
Josh: ich sagen. Da war ich auch so pleite. Boah, das war schirch. Vor Cordula Grün war, glaub ich, der Tiefpunkt.
Anna-Lisa Bier: Wirklich?
Josh: Ja, das ist, das ist echt das ärgste [00:22:40] Märchen. Das ist das ärgste Märchen. Das, das ist wirklich so was von, weil ich spür noch diesen, diesen Druck und diesen Kloß im Hals, den ich da hatte, wo ich mir gedacht hab: „Scheiße, ich glaub, jetzt hast du's übertrieben."
Josh: So quasi, man kann ja an was glauben und man kann ja, also so, aber ich mein, man kann sich das vorstellen, weil bei dem Einkommen, was ich vorher ungefähr skizziert hab, ich hatte [00:23:00] 'n Überziehungsrahmen, glaub ich, von viereinhalbtausend Euro sogar. Warum auch immer. Ich denk mir manchmal so eigentlich total, du, eigentlich bisschen arg von der Bank.
Josh: Hättest mir gar nicht geben dürfen, glaub ich. Weiß ich nicht, aber war halt so, warum auch immer. Ich glaub, weil ich eben eine, eine, eine Anstellung hatte, auch wenn's nur 20 Stunden waren, aber da ist zumindest mal [00:23:20] regelmäßig was reingekommen. Und ich hab halt beim, beim Videodreh von Cordula Grün, hab ich, ähm, den einen Lichttechniker, hab ich noch was geben müssen und bin zum Bankomat gegangen und der hat mir einfach kein Geld mehr gegeben.[00:23:40]
Josh: Oh. Und dann schau ich auf mein Handy, auf das App und denk mir so: „Oh mein Gott. Scheiße. Ja klar, du kriegst nächstes Monat wieder ein bisschen was, aber du hast ja jetzt schon, also so, da kommen ja nur tausendfünfhundert Euro rein." Und das, boah, und dann Miete und ich war halt wirklich-- Und dann war mein Geburtstag [00:24:00] und an dem Geburtstag hab ich dann ein paar Leute von dem Videodreh noch dazu eingeladen.
Josh: Dann waren wir in einem Lokal, da war das auch noch nicht so, dass ich jetzt da irgendwie bezahlt hätte, sondern jeder zahlt sich seine Getränke und wir haben halt irgendwie gefeiert und da waren halt die Leute von dem Videodreh auch, weil wir kurz davor gedreht haben und uns so gut verstanden haben.
Josh: Und dann hab ich dem, dem [00:24:20] Lichttechniker gesagt: „Ja, passt, ich bring dir das dann mit." Und dann hatt ich das nicht.
Anna-Lisa Bier: Hm.
Josh: Und dann hat mir tatsächlich auch noch mal meine Mutter geholfen, aber das hab ich mir halt quasi ausgeborgt, ohne ihr zu sagen, dass ich grad, nur gesagt: „Es ist grad 'n bisschen knapp.
Josh: Kannst du mir dreihundert Euro borgen?" Und die hat gesagt: „Ja, okay." Also, und das hab ich mir ausgeborgt und das war halt [00:24:40] wirklich, also das war echt-- Ich hab dann halt schon nicht mehr schlafen können, weil ich mir gedacht hab so: „Ja, jetzt musst du mal die eigene Musik lassen, weil die kostet ja nur Geld am Anfang.
Josh: Und musst halt einmal zwei, drei Jahre arbeiten, nur um mal wieder schuldenfrei zu werden. Und dann kannst du mal schauen, ob's vielleicht noch einmal irgendwie was Eigenes machst. Ja.
Anna-Lisa Bier: Wahnsinn. Also wenn man sich dann das Video im [00:25:00] Nachhinein ansieht, das meine ich eben, da hat man keine, keine Ahnung davon.
Anna-Lisa Bier: Also danke, dass du das teilst in dem Sinne. Und gut, dass du dran geblieben bist, möchte
Josh: ich an der Stelle sagen. Ja, voll. Ich mein, ich hab das generell nur finanzieren können, weil ich 'ne Förderung bekommen hab, weil das Video hat natürlich gut Geld gekostet.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also ein Bruchteil von dem, was ich jetzt zahlen würde, weil's halt eben, [00:25:20] da waren Gefallen dabei von vielen Menschen.
Josh: Wenn du ein kleiner Indie-Artist bist und Musik machst, die Menschen cool finden, ich würde ja auch einem Indie-Artist sofort irgendwie Equipment von mir borgen oder geben oder irgendwie in meinem Studio andere Preise verlangen und so. Also so, so ist das halt. Genau. Und dann war eben am [00:25:40] Anfang, da hat das schon 'n bisschen gedauert.
Josh: Ich hab dann so, ähm, Konzerte reinbekommen, wo ich mir gedacht hab, ja, ähm, ich hatte damals eben diese, diese Band, wo wir so, so Covermusik gespielt haben. Die hat gekostet zweitausendzweihundert Euro für einen Abend und wir waren zu sechst.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und [00:26:00] dann hab ich irgendwann einmal für einen Abend, wo ich spiel, nur meine eigenen Songs, hab ich bekommen zweitausendsechshundert
Anna-Lisa Bier: Euro.
Anna-Lisa Bier: Cool.
Josh: Und da hab ich mir gedacht: „Okay, ich krieg jetzt mehr Geld, als wenn ich Santana spiele am Wochenende für meine eigenen Songs." Und [00:26:20] das war 'n, das war 'n toller Moment. Dann sind wir für zweitausendsechshundert Euro sind wir zu siebt nach Südtirol gefahren. Mit einem Mietwagen mit allem drum und dran haben dort gespielt.
Josh: Ich hab meine ganze Band und, und den Tontechniker und alles bezahlt und wieder heim. Also ich hab auch sehr wenig verdient [00:26:40] an dem Tag. Ja gut, im
Anna-Lisa Bier: Endeffekt ist dann,
Josh: ja. Aber trotzdem war das immer so mein, ich, ähm, hab so gern Musik gespielt. Ja und dann kamen halt die ersten so Sachen rein, wo man, wo man halt irgendwie immer wieder mal so 'n bisschen was verdient hat.
Josh: Ich hab, ich hab's mir, ähm, jetzt irgendwann einmal angeschaut. Ich glaub, es waren, also sehr, sehr viel Geld war das noch [00:27:00] nicht, aber es war schon so, dass man sagen kann: „Hey, da, da brauchst du jetzt nicht sofort Sorgen machen." Aber ist jetzt auch nicht so, dass du viel auf die Seite legen kannst. Also, ähm-
Anna-Lisa Bier: Du konntest wieder ruhiger schlafen.
Josh: Genau, weil ich hab, ich hab zum Beispiel, ähm, für-- das, das ist eh ein Wahnsinn, ne. Ähm, ich hab, ich hab dann mit Warner [00:27:20] Music zusammengearbeitet. Ähm, es waren dann all die großen Plattenfirmen da. Hm. Lustigerweise hab ich von allen drei, also wir nennen das in der Musikbranche die Majors.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Die Majors sind Sony Music, ähm, Warner und, und Universal.
Josh: Und ich hab von allen dreien ein E-Mail, wo sie Cordula Grün ablehnen. [00:27:40]
Anna-Lisa Bier: Nein.
Josh: Ja, ja.
Anna-Lisa Bier: Das musst du aufhängen.
Josh: Ja, könnt ich mal.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Aber ich wollt nie jemand sein, der dann nachher so sagt: „Ja, ich ..." Der Song ist so schräg. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich den jetzt, ähm, ich hab ja auch 'n Label mittlerweile und so was, wenn mir jemand das vorspielt, gibt's ein paar Leute, die sagen: „Boah", aber es ist, das ist sehr, [00:28:00] sehr speziell.
Alexander Wastl: Ja.
Josh: Das ist eben auch 'n Song, wenn man den rausbringt, das kann sein, dass das wirklich komplett in die Hose geht. Und ja, deswegen war ich da nie, nie böse oder so was, aber danach, wie, wie das halt plötzlich riesengroß geworden ist, sind sie alle wieder dagestanden. Eh klar. Teilweise aber auch [00:28:20] andere Leute von der Plattenfirma.
Josh: Das haben s-- Das machen's dann schon geschickt, dass nicht dasselbe hinkommt.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Aber, ähm, ja, und ich hab mi-- Ich hab dann, ähm, ich war immer ein bisschen so, ähm, Warner Music waren die Ersten, die, die angerufen haben, ähm, nämlich Warner Music Deutschland.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und, ähm, sind dann, da ist dann jemand nach Wien [00:28:40] gekommen Und dann sind wir zusammengesessen und dann gab's halt, ich, ich hatte ja keine Kohle und ich war so, ähm, ja, ob ich mal-- Da gibt's dann quasi, du machst ja einen Deal aus.
Josh: Ich hab dann, ich war, es gibt's verschiedenste. Da gibt's zum Beispiel Künstler exklusiv. Das sind diese, also da-davon kommen diese Geschichten mit: „Die Plattenfirma hat gesagt, ich soll 'ne [00:29:00] rote Hose anziehen und ich wollt aber nicht, hab sie dann aber anziehen müssen." Das, so einen Vertrag hatte ich nie, weil dafür war ich halt einfach schon, klingt jetzt blöd, zu schlau und zu, zu sehr in der Musik drin.
Josh: Ich war ja schon mehr-- Ich bin mit sehr vielen Profis herumgehangen und war selber ja auch halb Profi. So auf die Art. Musikalisch war ich Profi, aber finanziell nicht. [00:29:20] Ähm, und deswegen hab ich dann so, man nennt das quasi, man, man sagt dazu Bandübernahmevertrag. Also mehr oder weniger, ich, ich produzier selber als, als kleines Label ein, einen Song und, ähm, geb den dann weiter an die Plattenfirma und die vertreibt mit denen.
Josh: Da gibt's Vertrieb, Bandübernahme und Künstler exklusiv. [00:29:40] Bei, das wär jetzt viel zu lang, das genau aufzuschlüsseln, aber jedenfalls war das so, dass man dann sich einen Prozentsatz ausmacht und so was, weil die müssen ja was kriegen, damit sie Marketing machen und alles drum und dran. Das verhandelt man sich dann gegenseitig aus.
Josh: Und dann, ähm, damit du bei denen unterschreibst und nicht bei Universe oder irgendwas, je nachdem, [00:30:00] wie beliebt du halt grad bist, gibt's 'nen Vorschuss. Ähm, und du kriegst dann halt kein Geld mehr ausbezahlt, bis dieser Vorschuss recouped ist.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und das ist ganz lustig. Ich mein, ich mein, es ist eh wurscht, wie viel Vorschuss du nimmst, weil wenn deine Nummer sehr gut läuft, kriegst, also geht- Es kommt aufs Gleiche.
Josh: Ja, es kommt am Ende aufs Selbe. Aber mein, [00:30:20] mein Vorschuss für Cordula Grün waren 8.000 Euro.
Anna-Lisa Bier: Wow. Und du bist da gesessen und warst so.
Josh: Und hab mir gedacht so: „Ja, das ist aber schon einmal ge-geil." Und im Nachhinein gesehen, wenn ich das irgendjemandem aus der Branche, also quasi die, die, die wissen, was ungefähr da los ist mit so einem Hit, das, das ist halt einfach [00:30:40] 'ne absurd niedrige Zahl.
Josh: Also so, es ist sauviel Geld. Es war sauviel Geld für mich, aber im Nachhinein gesehen ist irgendwie so: „Ja, was war der Vorschuss für 'ne Single wie Cordula Grün? 8.000 Euro?" Ja. Ja. So
Anna-Lisa Bier: lernt man das dann auch geil.
Josh: Ja, aber es war ja dann am Ende egal, ne. Ich, ich-- Sagen wir, wenn, wenn mir die [00:31:00] irgendwie 40.000 Euro, ähm, gegeben hätten, dann hätt ich halt 'ne Zeit lang länger kein Geld ausbezahlt bekommen.
Josh: Also so mit am Ende ist wurscht. Aber ja, und dann hab ich die, die, die gehabt und dann hab ich noch einen, einen Deal gemacht für das Album. Genau, und so ein paar Konzerte und so ging das dann so.
Anna-Lisa Bier: Und was hast du mit diesen, hast du mit diesen [00:31:20] 8.000 Euro dann irgendwas angefangen oder warst du da dann
Josh: Musiker bezahlt. Und, und, ähm, also das war noch nicht die Zeit, wo du sagst: „Hey, du, du fangst jetzt an, dir Sachen zu kaufen", oder irgendwas. Also so Ja, du brauchst immer wieder mal ein bisschen was eben um, um ein [00:31:40] Mietauto. Dann haben wir angefangen natürlich 'n bisschen was an Equipment noch dazu. Dann hast du immer einen fixen Tontechniker, dann, dann be-bestellst du Merch.
Josh: Den, den, also du brauchst ja irgendwann einmal dann auch T-Shirts und so Zeug. Das musst du jetzt erst einmal vorfinanzieren, ne. Eh klar. Und so weiter und so fort. Und da waren die [00:32:00] achttausend waren so flatz und dann waren sie eh wieder weg. Also so, aber halt sinnvoll investiert. Und ich glaube, ich hab das halbwegs geschickt gemacht und ich hab, mir war meine Musikkarriere so viel wert, dass ich am Anfang halt viel da reingesteckt hab.
Josh: Ich hab Equipment gekauft, ähm, geschaut, dass der Merch passt, geschaut, dass ich die [00:32:20] Musikerinnen und Musiker und mein ganzes Personal ordentlich bezahl, auch wenn die Sachen Minus gemacht haben teilweise. Ähm, weil ich halt das immer langfristig sehen wollt und das irgendwie langfristig aufbauen wollt.
Josh: Und ich hab halt nicht den schnellen Erfolg gesucht, weil für mich waren ja achttausend eh schon genug. [00:32:40] Also so, es war ja eh schon Geld und ich kann mich noch erinnern, das Wichtigste war für mich ja nicht auf diese Novelty Act, ähm, Wiesen-Ballermann-Ecke aufzuspringen, weil ich gewusst hab so: Bist du deppert?
Josh: A hätte ich damit in meinem-- ich hab Jazz studiert, ne. Ich hab mein ganzes Leben nicht damit gerechnet, dass so was passiert. [00:33:00] Und, und dann waren halt so Sachen dabei wie, ähm, kommt die, kommt ein Veranstalter daher von 'ner Großra-Großraumdisco, also halt so, so 'n, so 'n Riesendiskothek. Da gibt's ja welche, da passen irgendwie, glaub ich, zwei, dreitausend Leute rein oder so was.
Josh: Ähm, Mitternacht, ähm, die [00:33:20] grüne Puppe muss mit, der rote Anzug aus diesem gerade der grünen Musikvideo und ich soll Playback, weil brauchst, brauchst ja nicht singen, ähm, dort diesen Song spielen. Und dafür geben sie mir siebeneinhalbtausend Euro. Und nicht so: "Oh mein Gott." [00:33:40] Ja, und ich hab aber genau gewusst, ich kann das nicht machen.
Josh: Das kann ich nicht machen. Ich kann nicht als, als der Musiker, der ich bin, so was machen. Dann kam vom Ballermann von-- und ich hab, ähm, einmal ganz grob das durch, durchgerechnet und hab immer, ähm, gesagt: "Ja, [00:34:00] mein, sag mal, einen, einen, ähm, einen Porsche hab ich im, im ersten halben Jahr abgesagt."
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also das, das, das ist aber das, worauf ich wahrscheinlich im, im Nachhinein, es gibt wenig, auf das ich stolz bin, weil ich damit 'n bisschen schwer bin, aber das ist ein Thema für meine Therapeutin.[00:34:20]
Josh: Ähm, d-dass ich, dass ich viel, viel, viel, viel abgesagt hab. Ich hab irgendwann einmal zum, zu meinem Manager und, und zur Booking-Agentur gesagt: "Sagt's es mir gar nimmer. Sagt's mir nicht, was sie bieten." Weil ich, ich, ich, ich, ich weiß einfach ganz genau, wenn ich dann sag: "Okay, ich werde als dieser..." Und ich wurde dann ja [00:34:40] trotzdem als so eine Art Musiker wahrgenommen, hab aber, hab aber halt-- Und dann gab's Leute, die, die aus der Musikbranche, die, die meinen Manager angerufen und gesagt haben: "Wie kann man nur so dumm sein?
Josh: Was macht sie da für 'nen Blödsinn? Ihr lasst so viel auf der Strecke. Wie kann man das so schlecht managen? Wie-- Ihr, ihr [00:35:00] könntet Nummer eins in Deutschland sein. Ihr hättet nur zu der Silbereisen-Show hingehen müssen." Das war in der Woche, da wär Cordula Grün nachher auf die eins gegangen. Und ich war nicht in dieser Sendung.
Josh: Und dann waren wir halt nicht auf der Eins. So. Gibt bis heute Leute, die sagen, das war dumm.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und ich sag: „Hey, äh,
Anna-Lisa Bier: ich,
Josh: ich hab, ich hab ...“ [00:35:20] Ja, vor, vor allem, weil ich, weil ich halt, ähm, Cordula Grün war ja in der Sendung dann.
Anna-Lisa Bier: Die spielen's ja sowieso
Josh: auch am Ballermann
Anna-Lisa Bier: und so
Josh: auf und ab. Also- Die haben, die haben halt die Draufgänger gebucht-
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: die, die das erfolgreichste Cover von Cordula Grün haben.
Anna-Lisa Bier: Exakt.
Josh: Dass sie auch mehr Aufrufe hat als mei-meine eigene
Anna-Lisa Bier: Version.
Josh: Ähm, die sind dann da eh da hingefahren. Das hat mich natürlich als, [00:35:40] als Künstler Josh total geärgert. Ich hab mir gedacht: „Was für Penner." Ähm, hab aber an sich, also wir haben ein, ein normales Verhältnis.
Josh: Also so und an ihrer Stelle, wenn du, wenn du da das Angebot bekommst, ja, gehst du hin. Also bitte. Ähm, natürlich müssen sie, das müssen sie annehmen. Wär ich ihr Manager, würd ich sagen: „Jetzt, jetzt, jetzt sei nicht deppert. [00:36:00] Natürlich geht sie dahin." Kann sie nicht auf die, auf, auf die Gefühle des Johannes Sumpf aus Alt-Erla achten.
Josh: Ähm, vor allem es, es, also man darf das ja machen. Ist ja alles, ist ja alles rechtens. Man darf einen Song covern und mit dem erfolgreich haben. Das ist seinen ja auch vergönnt. Und ja, das heißt jetzt, ich sag jetzt mal, den Künstler hat das natürlich [00:36:20] geärgert oder halt war, war schade.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ähm, aber ich wollt's ja nicht machen.
Josh: Somit war's okay, dass sie's gemacht haben. Und den Komponisten, ja, ich hab, ich hab ja trotzdem dann Tantiemen kassiert, wenn die das gespielt haben. Also wenn, was die da am Oktoberfest gemacht haben und so was, das hat, ich hatte ja auch- Spürst du
Anna-Lisa Bier: dann ein bisschen auch. Du bist nicht dort, aber du spürst es ein [00:36:40] bisschen ab und
Josh: zu.
Josh: Ja, ich glaub, ich glaub, das, das- Ist
Anna-Lisa Bier: auch ganz angenehm, wenn man dann nicht dort sein muss und
Josh: dann- Ja, ich war, ich war, ich war, ich war noch nie am Oktoberfest und-
Anna-Lisa Bier: Du würdest auf die Bühne gezerrt werden, wenn jemand checken würde, dass du da bist.
Josh: Ja, das-- Ich, ich hab so 'nen Plan, das-- Vielleicht sollte ich's gar nicht verraten.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Ich, ich wurde die, ich wurde dieses Jahr eingeladen von der GEMA. Das ist quasi die, [00:37:00] die deutsche Verwertungsgesellschaft und somit einer der größten in Europa. Und die haben mitbekommen, was? Du hast einen der größten Wiesn-Hits komponiert, die es je gegeben hat. Und Express und Gianti läuft ja dort auch wahnsinnig gut.
Josh: Und warst noch nie in so einem Zelt und hast noch nie gesehen, was dort mit deiner Komposition abgeht. [00:37:20] Da hab ich gesagt: „Ja, einfach, das, ich musste das am Anfang einfach trennen, weil ich sonst unglücklich geworden wär." Und jetzt haben sie mich eingeladen und gesagt: „Komm, wir reservieren 'n Tisch, wir machen das nicht im Käferzelt."
Josh: Also mehr verrate ich jetzt nicht. Wir machen's nicht im Käferzelt. Wir machen das komplett inkognito, weil das Lustige ist, ja, am Oktoberfest kennt jeder [00:37:40] einen Song von mir, aber kein Mensch mein Gesicht.
Anna-Lisa Bier: Ich möchte jetzt noch von Kordula Grün quasi zu grünen Zahlen kommen. Wie machst du das denn jetzt aktuell mit deinem Geld?
Anna-Lisa Bier: Wie investierst du dein Geld?
Josh: Ähm, ich hab anfangs tatsächlich, mhm, die ersten drei Jahre Erfolg habe ich quasi in mein eigenes [00:38:00] Unternehmen investiert eben. Also sind mittlerweile sicher zweihundertfünfzigtausend Euro oder ein bissl mehr, ähm, von mir selber allein auf der Bühne, ähm, weil ja mittlerweile auch die ganzen Instrumente und alles Zeug, das gehört alles meiner Firma, weil das in einem Lkw ist und dann in ein Lager geführt wird [00:38:20] und so was.
Josh: Und ich kann ja kein-- früher hat der Keyboarder sein Keyboard mitgebracht. Jetzt kann ich nicht sagen: „Du übrigens, dein Keyboard ist gerade in 'nem Lkw am Weg irgendwo hin. Ist mir wurscht, wann du's brauchst." Deswegen hab ich, ich, ich besitze zwei Keyboards und kann, kann nicht Keyboard spielen. Also, also sehr schlecht für 'n, für 'n Musikstudenten, erbärmlich.
Josh: Aber genau das und dann halt, [00:38:40] ähm, verschiedenste Lichtinstallationen und so weiter und so fort. Also quasi eine-- Und ich glaube, da hatte ich jetzt gar nicht so 'nen Finanzplan dahinter, sondern das war mir einfach das Wichtigste. Und dann hab ich angefangen, ähm, einmal den, den Gewinnfreibetrag natürlich, ne.
Josh: Ähm, den hab ich dann, je nachdem, das sind ja bis zu acht [00:39:00] Prozent, ne, ge-gedeckelt, glaub ich, bei zweiundvierzigtausend derzeit. Ähm, den hab ich am Anfang waren's acht Prozent. Genau, die hab ich dann, dann, ähm, glaub ich, das erste Mal 2020. Dann hab ich jetzt unlängst mal in meinem Portfolio gesehen, 2021 hab ich, oder [00:39:20] 2019 hab ich was-- 2020, glaub ich, hab ich nix gemacht, je nachdem.
Josh: Also dieses eine Pandemiejahr, wo irgendwie, weiß ich noch, siebzig Konzerte haben wir abgesagt und alles und da war's irgendwie so, da war alles so unsicher, dass ich irgendwie geschaut hab, dass man so Ja, also, also genau. Da war, da war hab ich tatsächlich auch [00:39:40] einiges wieder von meinem Ersparten aufgebraucht oder halt aufbrauchen müssen.
Josh: Ähm, genau, das hab ich, das hab ich, ähm, gemacht. Das heißt, ich hab quasi ein, ähm, Depot, wo, wo diese Sachen drinnen liegen. Das sind ja dann, das sind eben, ähm, die, die genehmigt worden sind dafür. Ich bin, bin wie gesagt, man [00:40:00] hört schon Finanzexperte bin ich keiner, aber, ähm-
Anna-Lisa Bier: Du beschäftigst dich damit so.
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Aber was für 'n Depot? Von welchem Depot sprechen wir da? ETFs oder was?
Josh: Na ja, sind, sind ja, ETFs sind ja, sind ja meistens nicht, nicht, ähm, ähm, nicht, nicht genehmigt für den Gewinnfreibetrag, sondern das sind diese, ähm, na, wie sagt man da? Also sind [00:40:20] viel Anleihen und, und, ähm, ja, so, weiß ich nicht. Of-oft amal, also ich, ich kann das ja auch offen sagen, ich bin b-bei, bei einer der größten Banken Österreichs, äh, und, und die haben dann ja meistens, äh, solche, solche Modelle, wo, wo sie sagen: „Hey, das ist genau, ähm, [00:40:40] das ist genehmigt für den Gewinnfreibetrag."
Josh: Und dann hab ich halt natürlich noch, noch ein privates mehr oder weniger, wo ich also und, ähm, für die, die's nicht wissen, nach vier Jahren kann ich das dann ja da rausholen und dann muss ich keine Steuern dafür zahlen. Deswegen, das ist der große Vorteil davon. Ähm, Investitionsfreibetrag gibt's auch, den, den haben wir halt meistens in Equipment und so was [00:41:00] reingesteckt.
Josh: Braucht man auch jedes Jahr immer 'n bissl was. Genau, und dann hab ich was, was Privates. Also ich sag jetzt mal, der größte Teil von, der wirklich doch deutlich größte Teil von meinem Geld, das ich bisher verdient hab, das quasi übrig geblieben ist und nicht für Leben draufgegangen ist, ähm, steckt in einer Immobilie.
Anna-Lisa Bier: Mhm. [00:41:20]
Josh: Das, das war mir irgendwie so dieses, ja, meine Familie kommt nicht so aus dieser, je-jeder hat 'n Haus und so. Also das ist jetzt nicht so . Und irgendwie war da, war ich da so konservativ in meinem Kopf, dass ich tatsächlich auch nicht so am Butz kraut hab [00:41:40] Und, ähm, aber so ehrlich muss ich auch sein.
Josh: Also es, ich weiß nicht, ich hab, ich hab mir die, ähm, geteilt mit, mit meiner Frau.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und, ähm, ja, wir haben eine doch sehr-
Anna-Lisa Bier: Also als Eigenheim nutzt es dann quasi.
Josh: Genau, es ist ein Eigenheim.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ähm, genau und das ist, [00:42:00] sag ich jetzt mal, es ist ein sehr schönes Eigenheim und ist, ist, ist tatsächlich wahrscheinlich ab, ab Anfang nächsten Jahres schuldenfrei.
Josh: Also Schul..., ja, halt, äh, ohne Finanzierung.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Dann, ähm, dann hab ich noch ein Bauherrenmodell, also ist noch, noch eine Immobilie.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Wo ich halt quasi, [00:42:20] ähm, kann man eh auch nachgoogeln, wie das, wie das funktioniert. Das ist, ich find das ziemlich komplex, wie so 'n Bauherrenmodell ganz genau funktioniert, aber, ähm, wen's interessiert, kann man das mal nachschauen.
Josh: Ähm, ich hab's nicht gewusst, bitte, ich mein es nur für alle da draußen. Ich hatte keine Ahnung von all dem.
Anna-Lisa Bier: Wie hast du das dann recherchiert oder wie?
Josh: Mit
Anna-Lisa Bier: der Bank auch, oder? [00:42:40]
Josh: Na, es ist, es ist so lustig, dass man dann halt plötzlich auch, äh, mit Leuten anfängt, darüber zu reden. Also-
Anna-Lisa Bier: Stimmt,
Josh: ja. Ähm, ich halt ja mein Privatleben sehr, sehr, sehr, sehr bedeckt, aber jemand, jemand aus meinem privaten Umfeld, ähm, mit dem hab ich einmal über das geredet und der gesagt: „Ja, da hab ich schon zweimal so was gemacht und so."
Josh: Und dann [00:43:00] bin ich drauf gekommen, dass ja ein Freund von meinem Vater das schon sehr, sehr lange macht und sehr, sehr erfolgreich. Und dann hab ich den angerufen und gesagt: „Du, ich glaub, das wär für mich steuerlich eigentlich einmal spannend. Hast du 'n Projekt?" Dann hat er gesagt: „Ja, da hab ich was Spannendes."
Josh: Und dann sind wir, haben wir's halt geprüft alles, hat mein, mein Anwalt [00:43:20] sich das angeschaut und dann, ähm, hab ich das gemacht. Das heißt, das sind quasi zwei Immobilien Und ein privates Finanzdepot noch. Das sind drinnen ETFs.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ganz wenig Aktien, Einzelaktien ist es. Also wenn ich sag wenig, es ist eine.
Anna-Lisa Bier: Ah, okay.
Josh: Eine Aktie. Und jetzt, jetzt wird's [00:43:40] ganz privat. Ich hab, ich hab, ähm, ein paar jetzt grad wieder schwerwiegendere, ähm, Hautprobleme und, ähm, da gibt's 'n wahnsinnig gutes Medikament dagegen. Also es ist Psoriasis, Schuppenflechte quasi. Und das geht bei mir so weit, dass das, ähm, unter meinen Fingernägeln kommt und die dann quasi fast abfallen.
Anna-Lisa Bier: Ja. [00:44:00]
Josh: Und da gibt's 'n Medikament von einem amerikanischen Pharmakonzern, dass wenn man sich das spritzt einmal im Monat, das wirklich komplett weggeht ohne Nebenwirkungen. Das ist Wahnsinn. Jetzt wurd es d-das letzte Mal nicht genehmigt bei der SVS, meine lieben Freunde von der SVS. Ich komme jetzt demnächst mal [00:44:20] bei euch vorbei und möcht euch fragen, ob das nicht wieder geht, weil, äh, ich kann grad kaum Gitarre spielen.
Josh: Ja, private Probleme. Und dann hab ich wie, wie, wie das, das erste Mal, ich hab's ja ein, ein halbes Jahr lang genehmigt gehabt und dann sind sie plötzlich aus einem blöden Grund haben sie gesagt: „Ja, sie genehmigen's jetzt nicht mehr.“
Anna-Lisa Bier: Ui, ja, und dann ist die Aktie auch wieder wahrscheinlich ...
Josh: Ich selber, [00:44:40] ich selber bin
Josh: Also das ist 'n amerikanischer Großkonzern. Ich fand's nur lustig, dass wenn ich einmal im Monat so 'n Medikament bekomm, dass ich von der Firma mir, ich,
Anna-Lisa Bier: ich
Josh: sag's ganz ehrlich, es waren Aktien im, im Wert von dreitausend Euro, dass ich, dass ich quasi mithelf, dass sie ... Das ist 'n [00:45:00] Milliardenkonzern. Das ist, das ist komplett wurscht.
Josh: Aber ich hab mir gedacht so: „Ja, das ist die einzige Einzelaktie, die ich ...“
Anna-Lisa Bier: Okay.
Josh: Und
Anna-Lisa Bier: aber auch eigentlich mit einem Selbstnutzen
Josh: in gewisser
Anna-Lisa Bier: Art und
Josh: Weise,
Anna-Lisa Bier: sagen wir's einfach mal
Josh: so. Ich kann's eh sagen, welches es ist, weil es ist Eli Lilly, heißt die. Ah, okay. Es ist sehr, sehr, sehr, sehr bekannt und die haben ein Medikament, ähm, das eben wah-- [00:45:20] Also ich mag jetzt keine Werbung machen, um Gottes willen, aber, äh, das hat mir unfassbar geholfen und wie ich das verschrieben bekommen hab, hab ich irgendwo gelesen, dass Eli Lilly eh eine Aktie ist, wo viele irgendwie investiert haben.
Josh: Da hab ich mir gedacht: „Ja, cool, dann kommt das, find ich lustig“, weil ich helf ja mit, dass der Umsatz stimmt bei der
Anna-Lisa Bier: Firma.
Josh: Und, ähm, [00:45:40] ja, wahrscheinlich mach ich null Komma null, null, null, null, null, null, null, null, null ein Prozent des Umsatzes. Nein, nicht einmal das. Aber
Anna-Lisa Bier: immerhin.
Josh: Genau, und dann hab ich sonst ETFs halt einige.
Josh: Da reden wir von den, von den ganz gro-- also bisschen was von den ganz großen halt, so Weltdings. Dann hab ich, ähm, 'nen kleinen Teil, ich hab's halt [00:46:00] versucht, ein bisschen zu diversifizieren Ähm, ich hab schon versucht, auch das Ganze ein bisschen nachhaltig anzulegen, weil ich halt von meiner ganzen Überzeugung und von daher, wo ich komme und an was ich glaub, hab ich zum Beispiel ein, einen, einen Fonds eigentlich, der sehr viel auf [00:46:20] grüne und nachhaltige Energien setzt.
Josh: Das ist ein bisschen volatil, muss man sagen. Also das ist dann schon auch, ähm, aber läuft tatsächlich jetzt grad relativ gut wieder. Und, ähm, ja, sind, sind verschiedenste ETFs. Ist nichts, was jetzt so keine Nischenprodukte, was ich nicht mache. Ich [00:46:40] bin, ich bin relativ konservativ und bin da ein bisschen ein Angsthase und sage auch immer so: Es ist nicht mein Lebensziel Das, also ich möchte nicht als Lebensziel haben, immer mehr und mehr und mehr.
Josh: Ich möchte nicht sagen: „Oh mein Gott, die anderen", weil ich hab mich so gefühlt, wenn's um Investitionen geht. Ich hab mir gedacht so: [00:47:00] „Was? Okay, warte mal, selbst mein Tontechniker hat ETFs und ich weiß ja nicht einmal, was das ist." Ich hab nicht einmal gewusst, was das ist und, und dann so: „Was, ihr habt da so 'ne App mit dem, okay, Scheiße und alle."
Josh: Ich hab, ich bin mir so ausgesp..., ich bin mir so vorgekommen wie so: Okay, du bist der einzige Trottel auf der Welt, der, der keine Investitionen hat. [00:47:20] Ähm, i-ich muss auch ganz ehrlich sagen, für die meisten Menschen ist es auch nicht so spannend, weil was investier... Also ich kann mich noch erinnern vor zehn Jahren, wenn mit mir jemand über Investitionen geredet hätte, hätt ich gesagt: „Ja, eh, ich derzeit kann ich mir leisten acht Euro im Monat", ne.
Josh: Also so, dann auch ein bissl [00:47:40] unspannend.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Ja, aber jetzt, jetzt hab ich das auch nach wie vor so bisschen, ähm, hab, hab dann halt irgendwann einmal angefangen, mich damit zu beschäftigen und da ist halt auch, ähm, ich hab natürlich 'n, ähm, manchmal, das ist eh unglaublich arg, weißt du, wenn's dir gut geht, dann kriegst du auch noch irgendwelche Vorteile.
Josh: Weil [00:48:00] jetzt hab ich natürlich Leute bei der, bei der, bei der Bank, die halt, wenn der Josh kommt, dann wollen sie den auch gut beraten.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Das heißt, ich hab natürlich, äh-
Anna-Lisa Bier: Special Treatment.
Josh: Ja, jetzt nicht irgendwelche Vergünstigungen, die sonst andere Leute nicht haben, aber es wird sich eineinhalb [00:48:20] Stunden Zeit genommen für mich in einem Büro-
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: -und, und man trinkt dort Kaffee und es wird einem alles ganz genau erklärt.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und so, ne. Das, das ist halt auch so, ja. Und dann hab ich halt auch manchmal Deals mit, mit irgendwelchen Marken oder mit-- Mein Bruder hat auch gesagt: „So weißt du, bist schon ein richtiger Arsch, weil es so, [00:48:40] jetzt, jetzt, wo du's dir leisten kannst, kri-kriegst dann die Jacke, die Jacke haben sie dir einfach geben?"
Josh: Ich so: „Ja, wenn ich ehrlich bin." „Und die Hose auch? Also die hast du auch nicht zahlt?" „Okay, mhm, ja." „Und, ähm, ah, und deine, deine Uhr auch?" „Ja, ja, okay."
Anna-Lisa Bier: Das heißt [00:49:00] eigentlich, du, kann man, ich will jetzt nicht reich eigentlich sagen, aber kann man reich werden, ohne reich wirken zu wollen? Weißt du, was ich mein?
Anna-Lisa Bier: Weil du hast ja, du bist ja jetzt dann trotzdem, du bist trotzdem ein bodenständiger Typ.
Josh: Ja.
Anna-Lisa Bier: Ähm, das ist ja dann auch so eine Frage, die Leute sehen dich dann als Künstlereben und ja, okay, wissen, der hatte den, den ein oder anderen Hit und so weiter. Wie gehst du damit dann um?
Josh: Ja, ich glaub eben, dass ich, [00:49:20] dass ich, ähm, halt versucht hab, immer das, dasselbe zu bleiben.
Josh: Und Tatsache ist auch, das ist, das ist, das ist wirklich was, ähm, und das hat mir, mir 'ne Künstlerin gesagt, relativ am Anfang: Wir sagen ja immer so, man [00:49:40] soll sich nicht verändern. So wenn Erfolg kommt, ist, man darf sich bitte, man soll sich nicht verändern. Ähm, das ist aber in, in einer gewissen Art und Weise richtig, aber eigentlich ein totaler Blödsinn, weil man kann gar nicht ohne Veränderung durch so was durch.
Josh: Weil wenn man sagt, mein ganzes Leben ändert sich, [00:50:00] die eben die Umstände, wie, wie, so-- Ich hab nicht meinen Freundeskreis geändert oder so irgendwas, aber trotzdem ändert sich wahnsinnig viel in deinem Leben. Die Öffentlichkeit interessiert sich für dich. Du hast plötzlich um, um Welten mehr Geld als vorher und, und für meine Verhältnisse war das einfach wahnsinnig viel Geld.[00:50:20]
Josh: Ist es noch immer. Und, und dann, da-das, das ändert dich. Und diese, diese Künstlerin hat mal zu mir gesagt: "Hey Man, man kann sich, man darf sich ja ändern durch Erfolg. Man muss kein Arschloch werden.
Anna-Lisa Bier: Das bringt's auf 'n Punkt eigentlich, ja, generell.
Josh: Also w-w-wir, wir, wenn, wenn man das, [00:50:40] wenn man das so, so hört, ja, der hat sich total verändert.
Josh: Ähm, ja, Ver-Veränderung muss ja nicht immer ... Also man kann ja sich än... sich verändern im Leben, aber man muss ja nicht seinen Charakter verändern.
Anna-Lisa Bier: Ja,
Josh: ja. Weil so, so ich glaub, und den, den glaub ich, äh, da, da bin ich noch immer dasselbe und hab auch [00:51:00] noch immer ein großes Herz für, für Menschen, die, die weniger haben.
Josh: Bin auch nicht einer, der ... Ich mö-ich möcht auch nicht, dass wir permanent ein, ein politisches System haben, das, das dafür da ist, für Menschen, die nicht so viel Geld verdienen wie ich. Also ich setz mich noch immer ein-
Anna-Lisa Bier: Mhm. -
Josh: für die Menschen, die, [00:51:20] die nicht so viel haben, weil ich, weil ich einfach weiß, was das ist.
Josh: Und ich werd auch nicht jeden Tag mich beschweren, dass ich Steuern zahl.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Weil oder, oder so viel in die Gesundheitsvorsorge einzahlen, ne. Ich bin jetzt in der Höchstbemessungsgrundlage und 'n Freund von mir hat mal gesagt, [00:51:40] ähm: „Weißt, was, was ist, eigentlich könnten wir ja hin und wieder auch mal stolz drauf sein, dass man sagt: „Hey, ich trag 'n Teil dazu bei, dass wir dieses Gesundheitssystem haben, das wir haben", weil dann müssen die, die mehr haben, mehr einzahlen.
Josh: Punkt. Ansonsten können wir's uns nicht leisten.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Es geht nicht.
Anna-Lisa Bier: Aber ich glaub, du hast es ja auch immer sehr mitbekommen. Also eben weil du Selfmade [00:52:00] eigentlich quasi so bist und auch das früher so hattest, weißt du eben auch, wie es ist.
Josh: Voll.
Anna-Lisa Bier: Ähm, ich hätt da jetzt noch eine Frage: Ich mein, du veröffentlichst zum Beispiel einen Song, von dem du nicht weißt, ob ihn jemand hören möchte.
Anna-Lisa Bier: Auf der anderen Seite ist ja dann auch beim Investieren immer bissl so ein Risiko mit dabei. Was ist für dich da mehr risikobehaftet? Der [00:52:20] Song oder wenn du jetzt sagst, du nimmst dein Geld in die Hand und investierst?
Josh: Also mehr Risiko steckt definitiv in meiner Arbeit als, als in meinen Investments, weil ich eben niemand bin, der Kryptowährungen hat.
Josh: Ja. Da würden jetzt wahrscheinlich manche sagen so: „Boah, ey, da hättest so viel Geld machen können." Ja, eh, weiß ich. Aber wenn ich, wenn ich – das hat mir mal einmal ein Finanzberater gesagt, da auf das hab ich bisher [00:52:40] gehört, so: „Aber wenn's dann nicht gut schlafen kannst, mach's, mach's nicht." Es ma-- Und mich macht das unglücklich.
Josh: Ich bin da irgendwie so'n bissl so: „Hey, ich hab doch genug und ich kann, ich kann 'n schönes Leben führen" und, und ja, okay, ich könnt noch mehr haben. Das ist die Option.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Aber wenn ich mit dem einmal zufrieden bin, was ich hab, warum will ich dann unbedingt noch mehr? Also so.
Anna-Lisa Bier: [00:53:00] Mhm. Ja,
Josh: entspricht nicht ganz meinem Naturell.
Josh: Und ja, deswegen ist die Musik, in, in der Musik trau ich mich schon Dinge, weil, weil das, ja, da bin ich mutig, da mach ich Sachen wie ich fahr auf 'ne Solotour. Also ich kann, ich, wenn wir heute über Geld reden, dann hau ich halt mal raus, ne. Ich hab 'ne [00:53:20] Solotour gespielt und hab da halt trotzdem denselben Tontechniker mitgehabt wie sonst.
Josh: Das ist halt ein absoluter Ober-Ober-Oberprofi. Und, ähm, mein Team, zwei Leute aus, aus meinem sonstigen Team macht einmal so für Fotos, Social Media und dann hab ich noch einen, ähm, Backliner mitgehabt, Gitarrentechniker, [00:53:40] der mir, mir beim Aufbauen hilft und meine Instrumente serviciert und so was. Und ich hab ganz kleine Theater gespielt und hab denen aber natürlich jetzt nicht gesagt: „Ja, übrigens, ich verkauf an dem Tag weniger Tickets, also kriegt ihr jetzt weniger Geld."
Josh: Ähm, und dann, und dann fahr ich nach Hause in, in, in die Wohnung, in der ich wohn. Was, also das sind wieder Fragen, [00:54:00] die sich auch sogar mal Spintehaber und Und dann hab ich 'ne zwanzig Konzerte gespielt und hab am Ende, ähm, nach, nach allen Kosten hab ich fünfhundert Euro pro Abend verdient.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also das, das und das ist, das ist etwas, das war 'n Risiko, das zu machen, weil ich hab gewusst, mir ist das [00:54:20] Geld bei dem wurscht.
Josh: Ich bin noch immer bei Kunst, bin ich noch immer quasi der Kunst verhaftet und nicht dem Geld.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Also natürlich, um Gottes willen, ich, ich bin jetzt nicht einer, der sagt: „Komm, lass uns nur Blödsinn machen." Und also ich, ich schau schon, dass ich meine Live-Branche, also die, das, das Live, die, weil die, die höchsten [00:54:40] Einnahmen, die du als Künstler derzeit hast, ist das Live-Geschäft.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Deswegen schaue ich schon, dass das irgendwie so ist, dass, dass, dass das passt. Ja. Also, aber ich bin trotzdem noch so, wenn mich künstlerisch was interessiert, dann mache ich's auch, wenn's kein Geld bringt.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Auch wenn's was kostet.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also deswegen ist da viel mehr Risiko drinnen. Ich kann, ich kann auch viel, ich kann auch, [00:55:00] ich kann auch richtig schön Geld verbrennen mittlerweile.
Josh: Also das ist echt so, wenn man zum Beispiel sagt, man bucht zu große Hallen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ähm, dann kann man tatsächlich also Kosten ein Abend, ein Abend Stadthalle mit, mit, ähm, allem drum und dran. Weil wenn du, wenn du die Wiener Stadthalle mietest, dann ist da quasi [00:55:20] dabei ist, ist Baustellenlicht. Das war's. Mehr ist da nicht drin.
Josh: Und Bühnenpodeste.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Aber nackerte Bühnenpodeste. Und all das andere baust du selber rein.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Es wird von jeder Produktionsfirma am Abend für den Künstler, die Künstlerin so reingebracht, wie die alles, die brauchen. Alles in allem kostet ein [00:55:40] Abend Stadthalle um die zweihunderttausend Euro. Und-
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Das heißt, wenn ich jetzt sag, ich fahr dorthin, verkauf dann aber nur dreitausend Tickets, dann, dann kann das echt bitter werden.
Josh: Weil natürlich verdiene ich, ich, ich hab in Wien die größten Shows.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und deswegen verdiene ich auch einen ganz [00:56:00] guten, gu-gutes Geld bei dem einen Konzert im Jahr in Wien.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Das heißt, wenn ich sag, ich verkack die Wien-Show, indem ich mich total verplan.
Anna-Lisa Bier: Sind alle anderen auch gleichzeitig, ja.
Josh: Dann ist es so, dass ich zwar natürlich meine Crew, mein Manag-- Also so, ich kann alle, ne, meinen Manager tatsächlich auch nicht, weil der ist, der ist natürlich ja auch [00:56:20] nur dann beteiligt, wenn oben was reinkommt und wenn eine Show minus schreibt.
Josh: Also, aber das heißt, äh, jetzt meine Band und meine Crew und alle anderen würde das nicht betreffen, aber am Ende bin dann ich der, wo einfach nix mehr übrig bleibt. Mhm. Weil Break-even ist dann irgendwo so bei dreieinhalb, viertausend Tickets.
Alexander Wastl: Mhm.
Josh: Dann kann ich die Kosten bezahlen und wenn ich das mach, dann hab ich ein [00:56:40] schönes Konzert vor viertausend Leuten und verdien dabei null Euro.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Und, ähm, das kannst du natürlich nicht machen, das ist deppert.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Also da ist schon, aber wenn ich sag, ich spiel, ähm, im Gasometer Und es sind 3.000 Leute, dann geh ich mit, mit, mit ein, einem guten Geld nach Hause.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Also somit, das heißt verplanen ist [00:57:00] deppert.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Das, das muss man, da muss man echt gut, gut schauen, dass
Anna-Lisa Bier: man
Josh: nicht größenwahnsinnig wird und sagt: „Ja, aber ich will unbedingt in, in der und der Halle sp...“
Josh: Also bei mir ist es Gott sei Dank erstes Mal Wiener Stadthalle sehr, sehr gut gelaufen. Deswegen, ähm, war, war 'n sehr guter Abend und ich hab auch, wenn ich ehrlich bin, man, man kann da echt gut Geld verdienen. Also [00:57:20] das ist dann, ja, genau und so, so läuft das halt. Aber bei, bei Finanzsachen bin ich relativ konservativ.
Josh: Ich bin, bin nicht so risikofreudig. Also das ist so, ich glaub, eine, eine Bank ordnet das ja immer ein und ich bin da so im unteren Drittel noch beim [00:57:40] Risiko oder vielleicht maximal bei manchen Sachen bis zur Mitte, aber nirgendswo im, im, im echten Risikobereich, weil ja, da könnte man mehr Geld machen, das wissen wir alle, aber das will ich irgendwie nicht.
Anna-Lisa Bier: Okay, okay, aber das bringt mich eigentlich eh auch schon zur Abschlussfrage. Wir fragen immer am Abschluss von unserem Podcast: Was bedeutet für dich [00:58:00] persönlich, safe zu sein, auch beim Finanziellen?
Josh: Boah, ich glaub, dass das eben die, die, das, sag ich jetzt mal, das ist, was, was gefährlich ist, weil das, weil das ein, ein bisschen ein, ein, ein schwankendes Gefühl ist.
Josh: Weil manchmal denkst du dir so: „Ja bitte, also vor zehn Jahren hätt ich das, was jetzt da ist, als, [00:58:20] also safe mal 1.000 bezeichnet." Ähm, vor allem, weil ich mir nie vorstellen konnte, dass ich jemals so viel hab, wie ich jetzt hab. Ähm, ja, ich glaub natürlich, ein, ein Teil der Sicherheit, wär, ist bei mir tatsächlich dieses, dieses Eigenheim.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Da hab ich irgendwie so 'n bissl mir gedacht: „Okay, wow." Das geht
Anna-Lisa Bier: nirgendwohin, das-
Josh: [00:58:40] Auch wahnsinnig viel Glück gehabt eben. Also da m-muss man jetzt, ähm, m-meine Frau ist null Komma null in der Öffentlichkeit, aber, ähm, das, das tatsächlich so, dass, dass dies-dieses Eigenheim ist, ist nicht, ist nicht meines, sondern, ähm, finanziell gesehen unseres und noch 'n kleinen Teil mehr ihres als meins.[00:59:00]
Josh: Ähm, und, und das ist natürlich auch ein Glück, ne, wenn beide irgendwie in der Lage sind, so, so was zu machen. Und dann ist tatsächlich so, also wenn meine Karriere jetzt schlechter läuft in zehn Jahren, für die Lebenserhaltungskosten wird's, wird genug da sein. Das muss man jetzt auch mal so sagen. Also im Normalfall, wenn ich jetzt [00:59:20] nicht wahnsinnig viel Blödsinn mach.
Josh: Also kann, kann man ja machen, ne. Ja. Also hol ich mir jetzt zwei Ferraris und dann ist das irgendwie schön, aber dann kommt mal drauf, dass die im Monat soundso viel, äh, brauchen und dann kostet 'n Service irgendwie 20.000 Euro und so. Also man kann ja mit Fixkosten kann man sich umbringen, egal wie viel Geld man verdient, ne.
Josh: Wissen wir alle. [00:59:40] Und dadurch schau ich, dass die halt irgendwie in Grenzen bleiben und hab nie Ich hab's nicht ausgereizt bisher. Und ich glaube, das ist vielleicht der Sicherheitsgedanke und da-dadurch fühl ich mich irgendwie halbwegs safe. Also ich hab schon auch Blödsinn gemacht. Das muss man vielleicht auch noch einmal [01:00:00] erklären, weil viele immer sagen so: „Ma, der ist so bodenständig und so."
Josh: Eh, ich bin, ich bin 'n total bodenständiger Typ und, äh, bin noch immer wirklich dasselbe und das sagen auch immer meine Schulkollegen von, von früher, die mich kennen, wie ich 13 war. Mein bester Freund sagt so: „Weißt du, was ich so schön find, wenn ich dich im Fernsehen seh? Du bist genau der [01:00:20] Johannes, der, den ich einfach als Freund kenn, immer schon."
Josh: Ja, aber trotzdem, ich hab, ich hab einen Bubentraum gehabt, dass ich mir irgendwann einmal ein bestimmtes Auto kauf und das hab ich dann auch irgendwann gemacht. Also und wenn man, wenn man das sieht, dann, dann denkt man sich so: „Ah, na ja, okay, ja, hat er schon auch, mhm." Oder [01:00:40] ich bin absoluter Weinfreak, war ich immer schon.
Josh: Ich hab Weinverkostungen gemacht, da haben wir Weine, ähm, verkostet bis 15 Euro. Welcher ist der beste aus'm Burgenland bis 15 Euro und so was. Und jetzt verkosten wir halt Weine, welcher ist der beste aus'm Burgenland? Und das ist natürlich was, ne, wenn, wenn, wenn jetzt dann jemand vorbeigeht und ich [01:01:00] sig-sitze da grad mit 'ner Flasche Rotwein, die 100 Euro kostet, dann wird vielleicht keiner sagen: „Ma, der ist aber bodenständig mit seinem Rotwein um 100 Euro."
Josh: Ähm, ich bin aber, wenn ich, wenn ich morgen das nicht mehr kann, dann mach ich's halt nicht.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ja,
Anna-Lisa Bier: weil du eben auch gelernt hast, wie's ist, wenn's nicht so ist.
Josh: Bin jetzt auch nicht der [01:01:20] Ultra-Ultra, also so ganz sparsam. Ich bin sehr safe. Ich hab, ich hab das alles irgendwie in trockene Tücher. Ich hab sehr viel Geld aus der, aus diesem ganz großen Hit hab ich, hab ich reingesteckt eben in Immobilien und, und, und Anlagen und weiß ich was.
Josh: Aber wenn dann noch 'n bisschen was übrig bleibt, [01:01:40] dann bin ich schon auch jemand, der das Leben genießt und sagt: „So und jetzt, ähm- haben wir 'ne Woche frei und dann fliegen meine Frau und ich nach Kreta in irgendein richtig schönes Hotel, sitzen am Meer und denken uns: „Boah, schön, dass wir das können."
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und wenn wir's nicht [01:02:00] können, ich war früher zelten in Griechenland, war auch geil.
Anna-Lisa Bier: So oder so, ja.
Josh: Aber wenn, wenn's halt grad geht, dann nimmt man halt 'n schönes Hotel. Also ich denk mir manchmal so, ich hatte da immer so, ich hab das ja nie zugegeben. Ich hab, ich hab ja Riesen, Riesen-, äh, Versagensängste gehabt, Riesenängste mit, ähm, ich, ich weiß nicht, dass ich werd's eh verkacken [01:02:20] finanziell und so weiter.
Josh: Da hab ich wahnsinnig, das war Teil meiner Therapie. Und, und jetzt ist es so, ich hätte vor drei Jahren nicht zugeben können im Podcast, dass ich Wein trinke um 100 Euro.
Anna-Lisa Bier: Na
Josh: danke. Niemals, niemals. Ich hätte das, ich hab so was noch nie verraten-
Anna-Lisa Bier: Ja. -
Josh: weil ich mir immer gedacht hab: „Oh, oh mein Gott, die Menschen werden mich so verurteilen.
Josh: Was für 'n Schnösel, was für 'n, [01:02:40] für 'n, für 'n Depperter." Und, und manchmal haben dann Menschen zu mir gesagt: „Ja, weißt du, Johannes, aber wenn bei dem Einkommen, das du grad hast, fliegen andere auch in ein Hotel, das schön ist. Du brauchst dich dafür nicht schämen, dass du das tust, weil ich mein klar, du kannst alles auf ein Konto legen, aber so, und, [01:03:00] und wenn du dir dieses Auto gekauft hast, das gibt's auch von bis."
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ich hab halt jetzt nicht 'n GT3 gekauft, sondern einen normalen. Aber so, das so, so, ja, und dann, dann hab ich mir gedacht: „Ja, stimmt eh." Also so, ich, ich glaub, die [01:03:20] Sachen, wo, wo ich Geld, äh, wirklich ausgebe, ist halt Kulinarik Und ein, und ein Auto.
Anna-Lisa Bier: Sehr
Josh: gut. Und das war's, das war's dann. Aber ich geh halt gerne essen und mich hat das immer schon so interessiert.
Josh: Ich hab immer so, ich hab, glaub ich, fünfzig Kochbücher zu Hause und koch wahnsinnig gern.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und jetzt kann ich das, dass ich zum Beispiel mal sag: [01:03:40] „Hey, ähm, ich wollt immer schon mal zum Ratz und Sohn", bin ich hingangen.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Josh: Ähm, ich hab das unfassbare Glück, dass natürlich nicht nur mir gut geht bei dem, was ich mach, sondern zum Beispiel auch mein Manager ein absolut verrückter Mensch ist und mir zum vierzigsten Geburtstag, ähm, [01:04:00] ein Essen im Steirereck geschenkt hat.
Josh: Und auf das freue ich mich, weil ich mir denk, ich hätte mir früher nie gedacht, dass ich mal ins Steirereck gehen kann.
Anna-Lisa Bier: Ja.
Josh: Und das werd ich machen.
Anna-Lisa Bier: Cool.
Josh: Und, und da bin ich, ja, das trau ich mich mittlerweile auch sagen, weil ich mir denk: „Hey, ähm, ich, ich genieß es ein bisschen, dass das ist." Geschenkt hat's mir eh keiner, muss man auch [01:04:20] sagen.
Josh: Also ich hab's von niemandem geschenkt bekommen, das, was ich hab. Ähm, und jetzt geh ich manchmal schön essen und genieß ein bissl das Leben. Hab ich lange nicht gemacht. Jetzt geht's mir psychisch gut und dann denk ich mir so: „Ja, gehen wir halt mal essen."
Anna-Lisa Bier: Genauso soll es sein und ich glaube, die Leute haben jetzt zugehört und haben auch gehört, wie's anders oder wie's [01:04:40] damals war oder früher.
Anna-Lisa Bier: Also du hast da das, das auch sehr hart verdient. In dem Sinne sag ich dir danke, Josh, für das schöne Gespräch und für deine Zeit.
Josh: Sehr gern. Danke dir.
Alexander Wastl: Ja, willkommen zurück. Ich würd sagen, Zugabe. Das war wirklich sehr [01:05:00] cool, wie, wie sehr ins Detail der Josh da gegangen ist. Ähm, so, so offen hört man Menschen selten übers Geld sprechen, aber es wird uns allen nicht schaden, weil so merkt man: Hey, andere machen vielleicht auch viel, andere machen vielleicht was besser wie ich.
Alexander Wastl: Ähm, ja, wenn wir alle schweigen, dann bleibt das so im [01:05:20] eigenen Kreis und, und man lernt nicht dazu.
Anna-Lisa Bier: Das ist wahr. Ich bekomm vor Augen, er sollte vielleicht sogar einen Song darüber schreiben. Würd vielleicht nicht schaden, dass die Leute dann 'n bisschen noch mehr über das Thema sprechen und vielleicht sogar singen darüber.
Anna-Lisa Bier: Ich mein, das haben wir jetzt nicht gemacht und haben wir auch nicht vor, oder?
Alexander Wastl: Ja, vielleicht waren wir die Muse und haben ihn inspiriert. Wir werden sch-- wir warten mal ab, was so in den nächsten Jahren ins Radio kommt.
Anna-Lisa Bier: Ja, das ist wahr. [01:05:40] Aber was ist dir denn von dem Gespräch hängen geblieben, Alex?
Alexander Wastl: Ähm, ich, ich bin einfach erstens, wie gesagt, beeindruckt, wie, wie, wie offen er über all diese Themen, äh, redet und, und sein persönlicher Werdegang, wo's halt wirklich grad vor seinem bislang größten Erfolg, würd ich sagen, musikalisch, dass eigentlich [01:06:00] Augenblicke davor ganz düster ausgeschaut hat, ähm, finanziell auch.
Alexander Wastl: Und das sind wir auch, also das hat er auch, glaub ich, offen zugegeben, dass es ihm dann nicht gut gegangen ist, ähm, dass einen das stresst, ja. Also keine Ahnung, Mahnungen nicht bezahlen können, äh, whatever Und ich finde, es zeigt halt auch als Musiker, er [01:06:20] ist da ein sehr hohes Risiko gegangen und, und hat viel reingesteckt, weil er einfach, ähm, den, den Glauben oder, ja, also dieses Vertrauen hatte in sein Können, dass das irgendwann aufgeht.
Alexander Wastl: Und es ist ja auch wunderbarerweise so passiert. Aber ich find das auch interessant, wenn man's ummünzt, äh, auf die Anlage, wo [01:06:40] er ja selber sagt, da ist er eher konservativer. Also beim, wenn ich ihn jetzt als Unternehmer bezeichnen würde, als Musiker ist er ja irgendwie doch auch so, wie er über das, das Thema spricht.
Alexander Wastl: Da ist er voll Risiko, äh, gegangen und da sieht man auch, wenn man alles auf eine Karte setzt, also dann, dann, äh, es sind bei ihm dann auch schon die Gedanken kommen: „Oh, ich glaub, ich muss jetzt wieder drei Jahre normal [01:07:00] arbeiten gehen, um Schulden abzubezahlen." Also es ist dann wirklich entweder oder und ich find, das kann man schön aufs Investieren ummünzen.
Alexander Wastl: Es kann toll aufgehen und du kannst dich freuen und sagen: „Hey, ich hab da als Einziger oder als einer der wenigen, äh, mein Vermögen vervielfacht mit einer, mit einem richtigen Tipp", sag ich jetzt mal. Oder du bist halt fast [01:07:20] komplett ein und es ist unumkehrbar, ja. Äh, sind wir froh, dass beim Josh in dem Fall unternehmerisch anders ausgegangen ist.
Alexander Wastl: Und, und beim Anlegen ist er ja sowieso, also da, da hat er die Grundsätze mit, mit dem ETF-Sparen. Da find ich auch schön, dass er das als konservativ bezeichnet, weil da würden vielleicht viele sagen, es ist Sparbuch, aber er sieht das halt so [01:07:40] langfristig. Der ETF-Sparplan, ähm, ist einfach kostengünstig, kann er breit streuen, Stück für Stück ein- und aussteigen und da sieht er sich auf der sicheren Seite.
Anna-Lisa Bier: Vielleicht sieht er sich da jetzt auch konservativ, weil er einfach früher diesen Lifestyle hatte, wo er einfach jedes Monat eigentlich jeden Cent fast für seine Ausgaben hergegeben hat. Also jetzt fühlt er sich wahrscheinlich konservativ, [01:08:00] weil er einfach langfristig sich absichern kann. Ich glaub, das kommt sicher auch mit diesen, diesen Jahren, die da davor waren.
Anna-Lisa Bier: Also ich fand das sehr spannend, dass er das so ausführlich nämlich auch erzählt hat, weil ja, nicht alles, was glänzt, ist gleich Gold.
Alexander Wastl: Ja, voll, find ich. Also spielt sicher eine Rolle.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Aber ja, also ich glaub auch, dass so Kordula Grün konnte den Lichttechniker für das [01:08:20] Video gar nicht mehr zahlen, hatte einfach kein Geld am Bankomat und mittlerweile hat dieses Video 47 Millionen Aufrufe auf YouTube.
Anna-Lisa Bier: Also, ähm, ich fand das wirklich cool, dass er das erzählt hat, weil man das eben überhaupt nicht davon ausgehen würde von dem.
Alexander Wastl: Ja. Und das find ich dann auch so schön, dass er dann, äh, sich selbst so treu bleibt. Ähm, wie dann der, der große [01:08:40] Sprung, also wo er auch selber sagt, das war kaum zu begreifen, was dann auf einmal für Zahlen da am Konto herumgeistern sozusagen.
Alexander Wastl: Aber dann kommen halt auf einmal Leute her und sagen: „Hey, da geht ja noch mehr", also Manager und sagen: „Warum gehst nicht an Ballermann", wie er sagt, oder auf die Wiesn oder so und verkleid dich halt, weil das [01:09:00] passt dazu, brauchst doch nur Playback singen. Ist nicht er. Und, ähm, er ist sich da treu geblieben und auch das, find ich, kann man wieder schön auf so Investmentgrundsätze umlegen, dass man sagt: Lasst euch nicht unter Druck setzen von außen.
Alexander Wastl: Wenn's ihr der Meinung seid, ihr, ihr Ihr veranlagt's [01:09:20] nach bestem Wissen und Gewissen gut und ihr seid auch zufrieden mit dem, was das vielleicht so über die Jahre abwirft. Dann lasst euch nicht irritieren von Leut..., von Personen oder, oder beeinflussen. Zumindest nicht, ohne dass ihr euch selbst, äh, dann grundlegend informiert.
Alexander Wastl: „Hey, da geht ja noch mehr“, oder „Nimm da vielleicht Hebelprodukte oder ...“ Alles möglich, ja. Aber, [01:09:40] ähm, ich glaub, das selbst treu bleiben und, und ich, ja, das spricht halt auch für einen Finanzberater, der ihm da, find ich, einen guten Tipp gegeben hat, ähm, dass man nichts machen sollte, wo man einfach nicht, äh, gut schlafen kann damit.
Alexander Wastl: Weil das meistens bedeutet, dass ich's nicht ganz verstehe oder das ist mir zu, äh, äh, das ist zu schwankungsfroh, ich kann damit nicht umgehen und, und [01:10:00] ich find, das ist ein ganz guter Tipp eigentlich.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Was ich auch spannend gefunden hab, war die eine Einzelaktie, die er erwähnt hat. Möchtest du da vielleicht noch etwas mehr dazu sagen?
Alexander Wastl: Ja, das ist, wir hatten das schon jetzt das eine oder andere Mal. Das- Stimmt. Und das ist, ja, ich glaub, so kommen ... Also es ist ein voll cooler Zugang, dass man sagt, da gibt's ein [01:10:20] Unternehmen, das vertreibt ein Produkt, das so wie beim Tosh, äh, äh, sogar, ähm, einem, einem persönlichen gesundheitlichen Nutzen dient und, und vielleicht auch einen gesellschaftlichen Mehrwert hat, äh, was es wahrscheinlich hat, weil das mehrere Leute beanspruchen werden.
Alexander Wastl: Und da sag-- Da möcht ich teilhaben übers, übers Investieren und, und vielleicht mit dem [01:10:40] Unternehmen wachsen jetzt. Also ohne Eli, Lili, ich kenn das Unternehmen nicht persönlich gut, aber das, ich find das ein guter Zugang, weil er allein durch dieses Produkt, er hat sich damit schon beschäftigt und ist oft ein bisschen verblüffend, dass Leute eher in, äh, exotische Unternehmen Übersee
Alexander Wastl: Ich will's gar nicht [01:11:00] investieren nennen, weil das ist dann oft spekulativ, weil sie kaum was wissen über dieses Unternehmen. Das nehmen sie irgendwo auf und, und kaufen das dann vielleicht nach. Dass sie eher das nehmen als vielleicht das, was, äh, vor der Haustüre ist. Äh, wir haben auch in, in Österreich zum Beispiel viele Top-Unternehmen, die international seit Jahrzehnten sehr gut [01:11:20] unterwegs sind, ja.
Alexander Wastl: Also frei, frei nach dem Motto vielleicht: Da bin i her, da investier i hi. Soll jetzt keine Werbung machen, aber ein bissl Home Bias schadet manchmal auch nicht. Also einfach grundsätzlich investieren, was man versteht. Und wenn, wenn was vor der Haustür ist, wenn das Unternehmen sind, mit denen ich vielleicht tagtäglich, äh, konfrontiert werde und das wird man bei österreichischen börsennotierten [01:11:40] Unternehmen zum Beispiel, äh, zweifelsohne, ähm, vielleicht mal da auch mal hinwerf...,
Alexander Wastl: einen Blick hinwerfen, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ja, also in dieser Hinsicht, also ich bin wirklich nach wie vor begeistert, dass er so offen gesprochen hat und dass er uns wirklich auch konkrete Zahlen und alles genannt hat. Ähm, ja, hast du noch irgendetwas zu ergänzen oder-
Alexander Wastl: Wie [01:12:00] gesagt, bitte mehr davon. Ich fand's extrem cool.
Alexander Wastl: Ähm, es war einfach von vorne bis hinten sehr interessant, auch wenn's ein bissl ein Drift in die, in die Musikbranche war, aber ich hab auch viel Neues gelernt, ähm, was man so vielleicht als Normalbürger, -bürgerin nicht so mitbedenkt, ja.
Anna-Lisa Bier: Das ist wahr und es war auch ein längeres Gespräch mit ihm. An dieser Stelle kann ich einfach nur sagen Danke an [01:12:20] euch alle, die hier draußen dazugehört haben.
Anna-Lisa Bier: Danke auch an dich, Alex. Und ja, ich freue mich dann schon wieder auf die nächste Folge und freue mich natürlich auch, wenn ihr alle draußen wieder einschaltet. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Alexander Wastl: Bis zum nächsten Mal. Ciao.[01:12:40]
Alexander Wastl: Das war Save Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
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Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs [01:13:20] Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.