Selfmade-Millionär und Investmentpunk: Gerald Hörhan spricht über seinen Werdegang von bescheidenen Anfängen bis an die Wall Street und in die Immobilienwelt. Er erklärt seine Investmentphilosophie, warnt vor finanziellen Irrwegen und zeigt, warum Disziplin und Eigenverantwortung die Grundlage für echten Wohlstand sind. Eine direkte und provokante Folge über Anspruch, Risikomanagement und finanzielle Freiheit.
Gerald Hörhan – besser bekannt als Investmentpunk – ist Selfmade-Millionär, Immobilieninvestor und ehemaliger Investmentbanker an der Wall Street. Er erzählt, wie er aus einfachen Verhältnissen aufstieg, was ihn antrieb, sich nie mit Durchschnitt zufrieden zu geben, und welche Rolle Disziplin, Eigeninitiative und ständige Weiterbildung auf seinem Weg spielten. Von seinen ersten Immobilienkäufen in Deutschland über Krypto-Trading-Strategien bis hin zu seinen klaren Ansichten über finanzielle Freiheit – Gerald hält nicht hinterm Berg. Eine Folge über Anspruch, Risikomanagement und die Bereitschaft, immer weiterzulernen.
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro
[00:38] Begrüßung & Vorstellung von Gerald Hörhan
[01:31] Geralds Hintergrund: Warum er sich gegen ein "normales Leben" entschied
[02:24] Anspruch vs. Zufriedenheit: Warum „genügend" nicht reicht
[03:45] Der Verlust des Antriebs in unserer Gesellschaft
[06:01] Österreichs Wirtschaftsaufschwung nach dem EU-Beitritt
[08:20] Harvard, Wall Street & die Prägung durch Amerika
[10:56] Zeit an der Wall Street: Arbeitspensum und Denkweise
[11:00] Erste Investments: Von Aktien zu Immobilien
[11:48] Immobilien vs. Aktien: Die vier großen Unterschiede
[13:09] Portfolio-Diversifikation: Immobilien, Aktien, Gold & Krypto
[15:30] Startkapital & finanzielle Disziplin
[15:31] Fixkosten vermeiden: Die „Finanzirrtümer"
[17:49] An der Wall Street: Kaufen, wenn alle verkaufen
[21:11] Fehlgeschlagene Investments: Nur auf sich selbst hören
[24:43] Portfolio-Zusammensetzung & Trading-Strategien
[28:03] Warum er sein Wissen teilt: Workshops & Vorträge
[30:05] Aktiv bleiben: Gegen die Isolation und für die Langlebigkeit
[31:44] Standard of Excellence: Warum Durchschnitt für ihn "scheiße" ist
[33:48] Wie Gerald sich informiert: Netzwerk, Medien & „Just do it"
[35:27] Was bedeutet „safe" beim Investieren?
[38:13] Nachbesprechung: Anna Lisa & Alex reflektieren das Gespräch
[44:48] Outro & Hinweise
Porträt-Foto (c) Philipp Lipiarski
Anna-Lisa Bier: [00:00:00] Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.
Alexander Wastl: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa Bier: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Alexander Wastl: Über Fehler, Aha-Momente [00:00:20] und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa Bier: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alexander Wastl: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa Bier: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt und jetzt geht's los.
Anna-Lisa Bier: Hallo und herzlich willkommen zu Safe [00:00:40] Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Mein Name ist Anna Lisa Bier und gegenüber von mir sitzt Alexander Wastl. Hi Alex.
Alexander Wastl: Hallo Anna Lisa. Ja, ich spreche heute mit Gerald Hörhan. Er ist Selfmade Millionär, Investor mit Immobilienfokus und weitläufig besser bekannt als Investmentpunk.
Alexander Wastl: Und wir hören uns jetzt mal an, wie punkig [00:01:00] seine Veranlagung wirklich ist. Lieber Gerald, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist. Hallo. Die meisten Hörerinnen und Hörer kennen dich, äh, unter deinem Alias oder unter deinem Unternehmernamen Investmentpunk. Äh, ich möchte mal von vorne anfangen. Du hast relativ früh in deinem Leben entschieden, ähm, äh, [00:01:20] Sachbearbeiterjob so sinngemäß, äh, ist nix für dich und so ein bisschen das Streben nach Unabhängigkeit oder auszubrechen aus, aus dieser Mühle nenne ich's jetzt mal.
Alexander Wastl: Ähm, wie kam's dazu?
Gerald Hörhan: Ganz einfach, meine Eltern hatten wenig Geld. Ich hab gesehen, wie die, meine Eltern, meine Verwandten, viele Leute in der Schule gelebt haben. Und das war in der Früh aufstehen, im Winter Schnee schippen, [00:01:40] dann mit dem Auto mit Nähmaschinenmotor im Stau stehen, dann irgendwelche Zettel von A nach B schieben, dann Abend wieder zurück, dann einkaufen, putzen, kochen, im Eigenheim auf Schulden in der Pampa und dann sagen: „Das Leben ist so geil."
Gerald Hörhan: Und da hab ich gedacht, das ist nicht geil, das ist scheiße. Dafür stehe ich nicht um sechs in der Früh auf. Und, äh, da hab ich mich sehr schnell entschieden, das will ich nicht. Und da war auch sehr schnell klar, das hab ich dann in einem [00:02:00] Zeitungsinterview im Trend, was ich damals gelesen hab von einem großen Denker, der damals so alle Insignien hatte, die man sich als Greenhorn vorstellt, was halt jemand, äh, der erfolgreich ist, hat.
Gerald Hörhan: Großes Büro und Assistenzen und, äh, Chauffeur und großer Mercedes und so weiter. Und der hat gesagt: „Wenn man was erreichen will, muss man's hackeln, also arbeiten. Und wer den Mund aufreißt, muss Leistung erbringen-
Anna-Lisa Bier: Mhm. ...
Gerald Hörhan: oder wer [00:02:20] Goscher ist." Ganz vereinfacht gesagt. Da hab ich gedacht, der Typ hat recht und dann hab ich mich sehr angestrengt.
Gerald Hörhan: Und das Zweite, was ich sehr früh erlebt hab, schon in der Schule, ja, war die niedrigen Standards, die die meisten Leute haben. Der Standard war genügend, reicht schon. Ja, der VW Polo reicht schon oder VW Golf. Und, äh, die normalen Klamotten reichen ungefähr. Und dann hab ich auch einen Artikel gelesen [00:02:40] in einer Zeitung, die hab ich dann auch, glaube ich, wegen der deutsche Zeitung, ja, die hab ich dann mit Mühe und Not bei einem Wiener Kiosk erstanden, weil damals gab's ja das noch nicht, so Internet und alles.
Gerald Hörhan: Und da, da damals der Herr Herrhausen, da glaube ich, war ich zwölf, der Deutsche Bank Chef, ist da oben auf seinen Türmen gestanden, die damals neu erbaut wurden, äh, Soll und Haben, hat gesagt: „Wir sind oberalls oben." Und da hab ich gedacht, [00:03:00] das köcheln.
Alexander Wastl: Du hast jetzt, also, äh, du hast dir viel Inspiration sozusagen von außen geholt, Vorbilder.
Alexander Wastl: Also es gab ein klares Bild, so möchte ich auch leben. Du hast auch jetzt angesprochen, ähm, dich, dich hat das ein bisschen gestört, dass sich die, die Leute mit weniger zufrieden geben. Ja, das
Gerald Hörhan: hab ich immer verachtet, weil ich habe mir gedacht, genügend reicht nicht. [00:03:20] Alles außer sehr gut ist eine Beleidigung.
Alexander Wastl: Okay.
Gerald Hörhan: Und ich habe mir gedacht, ein VW Golf reicht nicht.
Alexander Wastl: Aber mu-muss das nicht jeder Mensch für sich selbst ein bisschen entscheiden, was für ihn genügt? Ähm, also wenn jetzt alle nach oben streben sozusagen, dann ist ja, ist ja gut, ja, aber dann, dann wird's auch an der Spitze hängen, oder? Ich mein, ist doch ein persönliches Empfinden, was man, [00:03:40] was für einen gut genug ist, oder?
Gerald Hörhan: Jeder ist seines Glückes Schmied. Das ist richtig. Aber was schon der Fall ist, wenn eine Gesellschaft aufhört, Hunger zu haben und, äh, Antrieb, mehr Wohlstand zu schaffen, dann verfällt sie. Und wir sind jetzt gerade in Westeuropa durchaus auf einem Weg des Verfalls, weil zu viele Leute keinen Antrieb mehr [00:04:00] haben.
Gerald Hörhan: Ist sogar richtig, dass es teilweise weniger Wettbewerb bedeutet. Das heißt, man kann sogar leichter Geld verdienen, quer nach dem Motto: Wettbewerb belebt das Geschäft, Oligopol belebt den Gewinn, aber es ist trotzdem für eine Gesellschaft nicht gut. Und das haben wir damals schon am Anfang meiner Karriere meinen englischen Fondsmanager getroffen [00:04:20] und, äh, der hat mir damals in einfachen Worten gesagt, er gesagt: „Gerald, I don't understand your home country.
Gerald Hörhan: People are satisfied if they have a single family home and a BMW in front of it. That's a disgrace." So ungefähr. Das war-
Alexander Wastl: Ja, das ist du, du sprichst, das ist halt auch eine ganz eigene Bubble, ne. Da bist dann schon in der, im [00:04:40] Investmentbereich willkommen da. Das sind halt, ähm, Leute, die waren ähnlich gepolt wie du, ne.
Alexander Wastl: Also da geht's um sehr hohes Arbeitspensum, das Streben nach the sky is the limit, oder?
Gerald Hörhan: In Amerika ist das anders.
Alexander Wastl: Grundsätzlich in der Gesellschaft würdest du sagen. Ja. Okay.
Gerald Hörhan: Dort ist mehr Drive darauf. Auch teilweise auch in manchen osteuropäischen Ländern, weil dort merkst du, dass die Leute früher wenig [00:05:00] gehabt haben und die wollen noch was.
Gerald Hörhan: Die wollen noch 'n Porsche, die wollen noch was. Die wollen besser leben. Und, äh, die strengen sich auch mehr an. Aber eine Gesellschaft, wo die Leute satt sind die ist dem Untergang geweiht. Und in Westeuropa sind wir am absteigenden Ast genau deshalb, weil die Gesellschaft satt ist. [00:05:20] Und es gibt ja ein altes Sprichwort, ja, was, äh, immer wieder zitiert wird, ja: „Schwierige Zeiten machen harte Menschen.“
Gerald Hörhan: Ja.
Alexander Wastl: Ja.
Gerald Hörhan: Harte Menschen bringen gute Zeiten. Gute Zeiten machen schwache Menschen. Schwache Menschen machen harte Zeiten.
Alexander Wastl: Den Menschen, die du angesprochen hast mit'm, [00:05:40] mit'm VW Golf u-u-und so, mm, wir haben uns ja seither trotzdem, äh, äh, vom Wohlstand her weiterentwickelt. Also obwohl die, äh, wie du sagst, gesättigt waren, äh, äh, ja, fahren die jetzt teilweise bessere Autos wie damals.
Alexander Wastl: Also es ist ja trotzdem der Wohlstand gestiegen seit damals oder insgesamt. Also irgendwie dürfte ja doch noch genügend Motivation sein, dass wir [00:06:00] wach sind, ja.
Gerald Hörhan: Jein, ich glaub, das unterschätzt man. Also es gab tatsächlich eine Zeit, Österreich war ja lange Zeit ein relativ armes Land, weil der Eiserne Vorhang hat, wie ich in der Schule war, sechzig Kilometer nördlich von Wien, sechzig Kilometer östlich von oder hundert Kilometer nördlich von Wien, sechzig Kilometer östlich von Wien und zweihundert Kilometer südlich von Wien begonnen.
Gerald Hörhan: Da war [00:06:20] tote Hose. Dann ist der Eiserne Vorhang gefallen und Österreich ist auch zur EU gekommen. Das heißt, wenn du früher von Wien nach Deutschland oder gar in die Schweiz gefahren bist, hast du geglaubt, du bist in einer anderen Welt. Da gab's mehr Flugzeuge und modernere Autos und so weiter. Dann hat Österreich eine große Aufholjagd gemacht durch den EU-Beitritt, durch die Osteuropa, äh, geschickter [00:06:40] österreichische Unternehmern, die dort sehr stark investiert waren und der Wohlstand in Österreich ist unüblich stark gestiegen, ja, und hat sich dann doch, äh, Deutschland zum Beispiel angenähert, ist teilweise sogar Deutschland, äh, vorausgeeilt.
Gerald Hörhan: Also das heißt, Österreich hat eine sehr gute Entwicklung gehabt. Die war mal bis zur Finanzkrise 2008 und dann ist Österreich noch mal ganz gut mitgeschwommen [00:07:00] bis 2020, wo generell weltweit eine sehr starke Wohlstandsphase war. Man kann nicht vergessen, weltweit war ja, nee, sagen wir so Nach dem Krieg war sehr viel zerstört, ja weltweit.
Gerald Hörhan: Dann gab's eine erste sogenanntes deutsches Wirtschaftswunder, aber das war in sehr vielen Ländern, das war zwischen 1945 und etwa [00:07:20] 1970. Dann gab's die 70er, die waren eine sehr schwierige wirtschaftliche Zeit, geprägt von Kriegen, Ölkrisen, äh, radikaler Politik, ja. England musste vom Internationalen Währungsfonds Hilfe ansuchen, Terrorismus, äh, Kriminalität, Streiks.
Gerald Hörhan: Also gab's sehr viele Probleme. Und dann sind die, von [00:07:40] 1980 bis 2020 war eine Periode, wo weltweit sehr viel Wohlstand geschaffen wurde. Wir haben Deglobalisierung, wir haben Kriege, wir hatten Corona und damit fällt weltweiter Wohlstand. Man merkt's auch starke Inflation, Kaufkraftverlust und auch was das Auto betrifft, mittlerweile ist das meistverkaufte Auto in Europa ein Dacia.
Alexander Wastl: Ich hab's, also wir haben selber mal 'nen Dacia gehabt, [00:08:00] war, war ganz okay zum Fahren. Ähm, gehen wir wieder zurück auf deine persönliche Ebene, hätte ich gesagt. Ja, weil es geht ja heute um die persönlichen Investment-Stories, ja. Ähm, du hast auch schon jetzt viel angesprochen, de-deine Zeit i-in New York. Du warst da am, am, am Puls des Kapitalmarkts, sozusagen der Finanzwelt, äh, in der, an der Wall Street [00:08:20] bei, bei J.P.
Alexander Wastl: Morgan Chase. Also du warst Investmentbanker. Ähm, du warst davor an der Harvard Uni, oder?
Gerald Hörhan: Ja, ich hab in Harvard Wirtschaft und Mathematik
Alexander Wastl: studiert. Also du hattest schon immer so Begeisterung für Zahlen und Finanzen, kann man sagen, oder?
Gerald Hörhan: Ja, ich war mathematisch nicht unbegabt, hab in der Schule schon [00:08:40] den Rechenkönig gewonnen und die Mathematik-Olympiade hab ich auch gewonnen.
Alexander Wastl: Und war das, weil du das, die Mathematik so als Vehikel gesehen hast und für den Wohlstand, den du anstrebst? Oder war die Mathematik zuerst da und dann kam so dieses, äh, die Begeisterung fürs, äh, für Wohlstand, Reichtum, Investments?
Gerald Hörhan: Ich war sicherlich immer gut in Mathematik. [00:09:00] Ich hab schon in der Schule, wie gesagt, den Rechenkönig gewonnen.
Gerald Hörhan: Also Zahlen hab ich immer geliebt. Zeichnen war nicht mein Thema.
Alexander Wastl: Wie hat dich die Zeit jetzt so i-i-in New York geprägt? So, du hast vor einen Kollegen angesprochen, der so sich ein bisschen abfällig über Öster- oder die österreichische Mentalität, äh, geäußert hat. Wie hat dich das geprägt?
Gerald Hörhan: Extrem. Also Amerika hat mich [00:09:20] extrem geprägt, weil du ein paar Dinge lernst.
Gerald Hörhan: Groß zu denken, auch schon in Harvard, mit Top-Leuten zu arbeiten und dann auch intensiv zu arbeiten. Das heißt, du lernst einfach Perfektion, ja, Intensität. Achtzig Stunden pro Woche bist fast auf Urlaub. Ja, und wenn, in Harvard war das schon so, wenn du sagst: Ja, am Vorabend hast du noch, äh, [00:09:40] bekommst du die Aufgabe, dass du am nächsten Tag über ein Buch, was du noch nicht gelesen hast, ein zwanzigseitiges Paper zu erstellen hast.
Gerald Hörhan: Und da ist nicht, das geht nicht, sondern das ist einfach zu liefern. Und da lernst du eben eine ganz andere Arbeitsweise und Denkweise, wie an der Spitze zu, zu sein hat. Und natürlich auch fehlerfrei, ohne, ohne grobe Fehler. Und das [00:10:00] zieht sich dein ganzes Leben lang durch, sowohl von der Art des Denkens als auch von der Art des Arbeitens.
Gerald Hörhan: Und vielleicht auch hier ein Beispiel zu geben: Also wenn du dir teilweise anschaust, wie selbst österreichische oder manchmal auch deutsche Anwaltspartner arbeiten, ja, ist dann mal so die Arbeit schlechter als was manchmal die Analysten bei den Top amerikanischen Kanzleien, [00:10:20] nennen wir's mal, geleistet haben, weil sonst würden sie rausfliegen.
Gerald Hörhan: Die haben schon einen ganz anderen Druck.
Alexander Wastl: Okay, ja. Das heißt, dort war dieses Arbeitspensum, diese Mentalität, die hast du dort voll verinnerlicht bekommen, was, was notwendig ist, um, um zur Spitze zu gehören, wie du das bezeichnest.
Gerald Hörhan: Auch die geistige Intensität, das Großdenken, [00:10:40] nicht klein, sondern groß. Und, äh, das andere ist natürlich, was du bei J.P.
Gerald Hörhan: Morgan noch bekommen hast, ist eine sehr, sehr gute Finanzausbildung über Risikomanagement, Bilanzen lesen und all die Dinge, die als Investor, als Unternehmer sehr wichtig sind.
Alexander Wastl: Was waren dann deine ersten Investments? Kannst du dich daran [00:11:00] fixieren oder erinnern?
Gerald Hörhan: Am Anfang hab ich, am Anfang hab ich ein bisschen mit Aktien herumgespielt.
Gerald Hörhan: Natürlich noch ohne System, hab da noch nicht so viel Geld verdient.
Alexander Wastl: Was war, was heißt herumgespielt da in, in dem Sinn?
Gerald Hörhan: Ja, ich habe gekauft, verkauft und so weiter.
Alexander Wastl: Also auf, auf Tagesbasis sozusagen oder?
Gerald Hörhan: Nicht unbedingt. Ich war aber, wie gesagt, das waren dann mal Versuche, aber das richtig Erste war schon 2005 dann, wo ich begonnen hab mit [00:11:20] Immobilien.
Gerald Hörhan: Eigentlich per Zufall, aber da habe ich meine erste Wohnung in Wien gekauft und 2006 dann meine ersten zehn Wohnungen in Deutschland. Und da hab ich das dann begonnen, richtig zu strukturieren und das war ein sehr gutes Geschäft.
Alexander Wastl: Würdest du nicht sagen, dass die, also dass die Immobilien nicht eigentlich ungleich komplexer sind, so von der [00:11:40] Beschaffung, also wie jetzt das, das Aktieninvestment?
Alexander Wastl: Vor allem du hast ja, aus der Analyse kommt, aus der Unternehmensbewertung für dich insbesondere-
Gerald Hörhan: Schau, der Unterschied ist bei der Immobilie zur Aktie ist folgendes: Also das eine ist einmal, dass du selbst, äh, deinen Erfolg bis zu 'nem gewissen Grad bestimmen kannst, ja. Du kannst selbst bei, besser verhandeln als [00:12:00] andere.
Gerald Hörhan: Du kann, du kann, bei so 'ner Aktie kannst du nicht verhandeln, die wird an der Börse festgelegt, außer du bist jetzt ein Investor wie Warren Buffett und kaufst zwanzig Prozent einer Firma, dann kannst du auch verhandeln, ja. Du kannst auch Einfluss nehmen, was du aus der Immobilie machst, welches Vermietungskonzept du fährst, ob du sanierst und Ähnliches.
Gerald Hörhan: Das kannst du als normaler Aktionär auch nicht. Und, äh, die Immobilie hat [00:12:20] eigentlich vier große Vorteile. Das eine ist, sie hat einen planbaren Cashflow, deutlich planbarer selbst als bei Dividendenaktien. Also bei Wohnimmobilien kommt die, wie gesagt, immer, ja, die Märkte gehen auf, die Märkte gehen ab, der landlord kassiert jeden Monat die Miete ab.
Gerald Hörhan: Dieser Cashflow ist inflationsgeschützt bei guten Immobilien. Man kann sich günstig mit der Bank leveragen. Das heißt, [00:12:40] man kann natürlich viel mehr Vermögen aufbauen und das mit überschaubarem Risiko, wenn man's nicht übertreibt und man hat enorme steuerliche Vorteile, wenn man das versteht. Und das ist der große Unterschied von der Immobilie zur Aktie, ja.
Gerald Hörhan: Und ich habe auch ein Aktienportfolio und ich habe auch ein erhebliches Krypto-Portfolio. Und ja, man kann dann schon, wenn man sehr viel Arbeit hineinsteckt und sie [00:13:00] tradet und Stillhaltemodelle macht, kann man die schon noch mehr herausholen, aber auch das erfordert dann umfangreiche finanzmathematische Kenntnisse und sehr viel Zeit.
Alexander Wastl: Das heißt, du bist aber auch jetzt, weil du, du hältst die-- Waren die Aktien oder, äh, Krypto ist dann natürlich erst später aufgekommen, aber Aktien waren immer dabei bei dir? Oder hast du die, äh, Zeit lang, äh, wie du dann eher auf [00:13:20] Immobilien fokussiert warst, äh, komplett mal, äh, außen vor gelassen? Oder waren die immer bei dir so im Portfolio?
Gerald Hörhan: Natürlich waren sie immer im Portfolio, genauso wie Gold. Ja, also ich hab immer die Kernelemente der Vermögensanlage gehabt, äh, Immobilien, Aktien, Gold und jetzt eben auch noch Bitcoin und natürlich auch Cash. Nur die Immobilien sind halt vorwärts gerannt, weil das hat sehr gut funktioniert. [00:13:40] Fairerweise bin ich auch an der, zu 'ner Zeit eingestiegen, wo du hast teilweise zehn Prozent Mietrendite in Deutschland gehabt Zumindest in Frankfurt und d-deine Wohnung gekostet vierzigtausend Euro.
Alexander Wastl: Mhm.
Gerald Hörhan: Das waren halt wirklich auch goldene Zeiten, muss man auch dazu sagen. Und, äh, da hab ich eben die Basis gebaut und mittlerweile ist eben das Portfolio [00:14:00] in 'ner doch erheblichen Größe und ich hab halt so viel Know-how, dass du halt durch die Entwicklung von ganzen Häusern wie Dachgeschossausbauten, Sondervermietungskonzepte, Aufteilungen und so weiter, speziell in Deutschland enorme Geschäfte machen kannst.
Gerald Hörhan: Da kannst, kannst du... Ist eben wie wenn du sagst, ich bin jetzt ein aktiver Hedgefonds, der sich mit zwanzig Prozent oder zehn Prozent an der börsennotierten [00:14:20] Firma beteiligt, dann Aufsichtsrat geht, den Vorstand rausschmeißt oder unter Druck setzt. Ja, das ist halt, wie du mit der Immobilie arbeitest. Nur dafür bin ich noch zu arm.
Alexander Wastl: Okay, das-- du bi-- aber das, die, die Immobilienseite, muss man sagen, da sprichst du sehr aus da schon, äh, Unternehmerseite, ne? Also zu, so für, für 'n, äh, äh, Privatinvestor. Du ha-, du musst auch-- Also [00:14:40] woher kam dein Startkapital? Das war einfach die Zeit, die du, äh, an der Wall Street wa-was du da verdient hast, oder, oder wie?
Alexander Wastl: Nein,
Gerald Hörhan: vor allem wie ich mich dann selbstständig im Corporate-Finance-Bereich gemacht hab. Erst alleine, dann mit einem Partner. Hab dann natürlich auch begonnen, sowohl Firmen bei Unternehmenskäufen und -verkauf, also M&A zu beraten, als auch bei Finanzierungstransaktionen. Und dann habe ich mich auch sehr viel [00:15:00] auf Real-Estate-Corporate-Finance fokussiert, weil man das leichter skalieren kann.
Anna-Lisa Bier: Mhm.
Gerald Hörhan: Ja. Und ich auch schon gewisse Expertise im Real-Estate-Bereich gehabt hab. Und, äh, damit hab ich das Geld verdient. Und ich hab halt wie nicht wie viele andere auch Branchenkollegen das Geld am Putz gekauft und teure E-Eis Eigenheim und dann, äh, teure Lebenspartner [00:15:20] und neue Autos und teure Möbel, sondern ich hab's halt dann immer investiert und bin nach Frankfurt gefahren und hab Wohnungen und dann Häuser gekauft und das war recht einträglich.
Alexander Wastl: Okay, das heißt, du stehst für Kosten und Selbstdisziplin auch sehr, muss man sagen, ne?
Gerald Hörhan: Jein. Also ich hab immer sehr gut gelebt, aber ich hab das Geld nicht beim Fenster hinausgeschmissen.
Alexander Wastl: Mhm. [00:15:40]
Gerald Hörhan: Und viele schmeißen das Geld beim Fenster hinaus.
Alexander Wastl: Mhm. Was ist für dich rausschmeißen? Was wären so für dich ...? Nehmen
Gerald Hörhan: wir jetzt mal einen neuen Mercedes, der kostet zweihunderttausend und nach fünf Jahren oder ist er fünfzigtausend wert.
Gerald Hörhan: Ja, der ist noch immer schnell genug-
Alexander Wastl: Mhm. -
Gerald Hörhan: und gut genug. Nur die hundertfünfzigtausend kannst du schon Immobilien kaufen. Ja und, äh, [00:16:00] das meine ich mit Hinausschmeißen, ja. Oder ein überteueres neues Eigenheim zu kaufen. Ich hab immer an schönen zentralen Plätzen gelebt, aber fürs neue Eigenheim zahlt man halt besonders eine Prämie.
Gerald Hörhan: Ja und ich nenne es immer die Finanzirtümer, ja, wenn man die vermeidet. Ich hab zwei Dinge immer vermieden. Das eine ist die großen Finanzirtümer, die richtig Geld kosten: ein [00:16:20] Eigenheim auf Schulden, idealerweise in der Pampa, teure Lebenspartner, neue Möbel und Autos und das idealerweise, was viele noch machen, auf Schulden.
Gerald Hörhan: Dann, äh- Keine Trunksucht, Drogensucht und Spielsucht. Gibt's übrigens auch in der Finanzbranche alle drei sehr häufig. Die führt sehr schnell zu keiner Scheidung. [00:16:40] Das waren so die wesentlichsten Punkte und wenn du die vermeidest, dann hast du's deutlich einfacher. Und der zweite Punkt ist die Fixkosten.
Gerald Hörhan: Ich geb dir ein Beispiel: Wenn ich jetzt auch einen teuren Urlaub mach für 50.000 Euro, okay und die Geschäfte laufen nächstes Jahr weniger gut, dann flieg ich anstatt First Business und nehm nicht das teuerste Hotel am [00:17:00] Platz, sondern das zehntteuerste und verzicht auf 'n Kaviar und vielleicht auf das Glas Champagner.
Gerald Hörhan: Ist schmerzhaft, ja, ist es möglich auf der Stelle. Wenn ich jetzt ein Eigenheim auf Schulden hab und es ist eine Krise, krieg ich das nicht einmal los. Wenn muss ich noch was draufzahlen. Wenn ich ein Leasingauto hab, sagt die Leasinggesellschaft: „Wenn Sie's auflösen wollen, müssen Sie bitte noch [00:17:20] 30.000 Euro bezahlen."
Gerald Hörhan: Die Jacht kauft mir niemand ab und die teure, äh, Liebschaft oder Affäre sagt dann: „Schatzi, wenn du mir nichts bezahlst, dann sag ich's deinem Ehepartner, dann wird's noch teurer." Also das sind meine Fixkosten.
Alexander Wastl: Wilde Szenarien, ja, aber-
Gerald Hörhan: Nein, das sind keine wilden Szenarien, das sind realistische Szenarien.
Gerald Hörhan: Der Unterschied ist, Fixkosten sind immer [00:17:40] gefährlich Waren ja Kosten, die ich sofort reduzieren kann.
Alexander Wastl: Die du anpassen kannst.
Gerald Hörhan: Ich
Alexander Wastl: verstehe den Ansatz, ja.
Gerald Hörhan: Ja, reduzieren nicht meine Freiheit und mir war Freiheit immer wichtig. Und ich hab an der Wall Street schon das erste Mal gelernt, ja, dass selbst Leute, die viel Geld verdient haben, wirtschaftlich blöd sind.
Gerald Hörhan: Das waren Leute, die haben damals drei, fünf Millionen Dollar verdient [00:18:00] teilweise, ja. Und wenn du im Jänner einen Ferrari kaufen wolltest oder eine schöne Wohnung, dann hast du das mit Rabatt bekommen. Nach Weihnachten hat niemand mehr Geld gehabt. Das Wetter war schlecht, minus 20 Grad Schneesturm und zu Weihnachten haben alle alles ausgegeben.
Gerald Hörhan: Die Investmentbanker, die Anwälte, die Fondsmanager, die Autohändler, die Immobilienmakler, niemand hat ein [00:18:20] Geld gehabt. Wenn du jetzt im Jänner zum Ferrari-Händler gegangen bist und gesagt hast: „Ich will ein Ferrari Cabrio", hat der das um 20 % oder 30 % Rabatt gegeben, weil der hat eine Freude gehabt, dass er überhaupt ein Geld kriegt.
Alexander Wastl: Weil die Nachfrage-
Gerald Hörhan: Und die Immobilienmaklerin hat er bei der Provision was nachlassen und der Verkäufer beim Preis der Wohnung, weil der war froh, dass er Geld kriegt hat an Provision, weil Geld war knapp. Und dann im April, [00:18:40] Mai, wenn alle Bonis gehabt haben und die Sonne geschienen hat, dann sind alle zum Ferrari-Händler, zum Porsche-Händler, zu den Maklern gerannt und die haben dann Versteigerungen gemacht und haben den Ferrari und den Porsche und die 17 versteigert und haben gesagt: „Who will be the coolest guy of New York?
Gerald Hörhan: Who wants to show, äh, äh, the world that he has been successful?" Und dann haben die Leute überzahlt und die haben gedacht: „Wie kann man so [00:19:00] blöd sein, wenn man so viel verdient, dass man nicht wirtschaftlich denken kann und dann kauft, wenn's billig ist?" Sie haben es in den Finanzmärkten nicht anders. Und, äh, aber das habe ich in den meisten Industrien gesehen, auch das ist ja auch bei Ärzten und Anwälten und Fußballern und Künstlern und überall dasselbe: 90 % sind wirtschaftlich [00:19:20] dumm und 10 % sind wirtschaftlich gescheit.
Alexander Wastl: Es ist vielleicht nicht immer dumm, es ist irrational, ein bisschen emotionsgetrieben. Manchmal sind wir Menschen und machen Fehler, ne.
Gerald Hörhan: Nein, das ist wirtschaftlich dumm, weil schlicht und einfach, wenn man was kauft, wenn alle kaufen und alles teuer ist, ist das schlicht einfach eine wirtschaftlich dumme Entscheidung.
Alexander Wastl: Ich geb dir [00:19:40] grundsätzlich recht. Ähm, manchmal, wenn ich jetzt sag, ich brauch was so unbedingt, ich kann gar nicht anders. Ich muss jetzt ein, ein, ein knappes Gut beziehen, so wie's zum Beispiel jetzt, ähm, mit Öl ist. Der Markt ist, ist, ist oben, ja, für was, wofür der Einzelne, der Konsument gar nichts dafür kann, musst du's trotzdem erwerben, ne.
Alexander Wastl: Du brauchst, du [00:20:00] musst, äh, tanken fahren zum Beispiel. Da musst
Gerald Hörhan: du dir kein neues Auto kaufen.
Alexander Wastl: Kein neues Auto, ja.
Gerald Hörhan: Richtig, das musst du nicht.
Alexander Wastl: Das muss ich nicht, natürlich nicht.
Gerald Hörhan: Ja, und vielleicht an den Finanzmärkten ist diese Irrationalität dasselbe, ja. Weil wenn du jetzt anschaust, nehmen wir den Dubai-Hype.
Gerald Hörhan: Jetzt sind alle Leuten nach Dubai gegangen, ja, angeblich um ihr Vermögen und Sicherheit zu bringen, ja. [00:20:20] Ja, und da haben überteuerte Wohnungen von schlechten Lagen gekauft von irgendwelchen windschiefen Maklern, die 20 % Provision kassiert haben, ja. Es hat sogar bei einem Vortrag jemand gesagt: „In Dubai ist das Vermögen bombensicher", weil die dann sagen müssen: Bomben Sicher.
Gerald Hörhan: Ja. Und paradoxerweise, ja, jetzt sind natürlich [00:20:40] die Preise um dreißig, fünfzig Prozent gefallen. Manche der Dinge sind vermutlich wertlos, weil sie nie gebaut werden. Und jetzt ist wohl der Zeitpunkt sogar in den nächsten ein, zwei Jahren, wo man kaufen könnte, ja. Und das Geld, was du verdienst, egal an den Immobilienmärkten, Aktienmärkten, Kryptomärkten, ja, oder anderen Asset-Märkten.
Gerald Hörhan: Wenn du kaufst, wenn andere nicht [00:21:00] kaufen, wenn alle sagen, die Welt bricht zusammen, das kannst du mit normaler Arbeit niemals verdienen. Da ist das Risiko gering und der Ertrag hoch und dann musst du kaufen. Das hat man uns an der Wall Street gelehrt.
Alexander Wastl: Buy low, sell high. Ähm, kann man dir nur jetzt nur gratulieren bei den ganzen, äh, Dingen, die dir da aufgegangen sind.
Alexander Wastl: Ähm, aber jetzt möchte ich doch [00:21:20] trotzdem fragen, weil du gesagt hast, äh, die Leute sind wirtschaftlich dumm in gewissen Angelegenheiten. Gab's bei dir mal ein Investment, was fehlgeschlagen ist, wo du reingefahren bist? Oder bist, liegst du immer richtig?
Gerald Hörhan: Nein, ich lieg bei Weitem nicht immer richtig, sonst wär ich schon Multimilliardär.
Gerald Hörhan: Aber sagen wir mal, so richtig fehlgeschlagen, würd ich sagen, waren vor [00:21:40] allem Dinge, wo ich auf andere gehört hab, ja. Das Problem ist immer, wenn man auf andere hört, das war mal mit irgendwelchen Optionsscheinen, wo ich abgecheckt hab oder einmal eine, glücklicherweise eine Einziehmode mit Fremdfinanzierung, Fremdwährungsfinanzierung, dieser ganzen Blödsinn, ja.
Gerald Hörhan: Wenn du auf andere hörst, das ist immer ein Thema. Nummer eins: In achtzig Prozent der Fällen haben die irgendwelche [00:22:00] seltsamen, äh, Anreize und das geht eh schief.
Alexander Wastl: Eigeninteressen oder
Gerald Hörhan: so. Ja. Aber selbst wenn die, selbst wenn es legitim wäre und du nicht selbst die Entscheidung triffst, weißt du nicht, wann's Time ist, aus dem Investment auszusteigen.
Gerald Hörhan: Weil es gibt auch Fälle, wo du mal sagst: „Jetzt it's time to say goodbye", weil sich was ändert, ja. Und, äh, [00:22:20] deshalb würd ich immer empfehlen, auf eigene, nennen wir's mal analysebasierend, vielleicht auch mithilfe von KI heute, aber trotzdem muss man die eigene Analyse machen, zu entscheiden: Was kaufe ich wieso?
Gerald Hörhan: Weil dann kann ich auch wissen, okay, wann verkaufe ich was eventuell oder behalt's ma oder was mache ich dann damit, ja. Und wenn du das machst, so, so [00:22:40] was ich mir nie geleistet hab, waren grobe Schnitzer, wo ich achtzig, neunzig Prozent meines Vermögens verloren hab.
Alexander Wastl: Also einfach nicht zu viel Klumpen irgendwo rein auf, auf, auf mehr oder weniger blind.
Alexander Wastl: Also das hätt dich dann komplett aus der Balance gebracht, äh, finanziell, wenn so, wenn du so all-in gegangen wärst bei was Finanziellem, ne.
Gerald Hörhan: Ja, das eine ist all-in und das zweite ist [00:23:00] Risikomanagement. Ich hab mal in Krypto someone getroffen, der hat auf dem Arm tätowiert gehabt: Degen.
Alexander Wastl: Degen.
Gerald Hörhan: Ja, das heißt so voller Hebel, ja Hebel 50, 100, ja.
Gerald Hörhan: Und, äh, im Oktober 2025 ist Bitcoin, gab's dann Flash Crash, ja. Und da war [00:23:20] Bitcoin seit bei 118.000 ist, glaub ich, dann unter 100.000 Dollar gefallen und dann wieder, hat sich wieder auf 116.000 erholt. Und dann ist im Februar auf 60.000 Dollar gefallen. Und da hab ich wieder Leute gesehen, die auf Social Media hieven, ich bin pleite und Leute, die völlig fertig waren.
Gerald Hörhan: Und, äh, das hat mich immer verwundert und das sind meistens die [00:23:40] Leute, die den zu viel Schulden haben, die den Leverage nicht managen können. Und dasselbe ist bei Immobilien. Wenn ich jetzt 110 % finanziere, ich habe das in meiner Masterclass mal präsentiert, die zwei Fälle vor zehn Jahren ein Haus gekauft mit 20 Parteien.
Gerald Hörhan: Jetzt steht die Refinanzierung an und die Zinsen sind jetzt ja von 1,5, was ich damals gezahlt hab, auf [00:24:00] dreieinhalb gestiegen. Ja, natürlich sind in der Zeit der Wert der Immobilie gestiegen, die Mieten gestiegen und der Kredit gefallen, ist das kein Problem. Aber wenn du 110 % finanziert hast und der Coole warst, der dann in Cannes und in Dubai war und das Haus vielleicht nicht so viel entwickelt hast, dann bist du nahe der Pleite.
Gerald Hörhan: [00:24:20] Das mein ich.
Alexander Wastl: Du hast grad angesprochen vor Time to say goodbye bei gewissen, äh, Anlageformen oder Produkten. Manchmal muss man erkennen, es, das wird nix mehr. Ähm, du hast doch vor dein Portfolio skizziert. Also so Dinge, äh, ich nenn's mal Evergreens, Aktien, Gold, K-Krypto hast du, die Immobilien sowieso. Ähm, sind die unverrückbar für dich [00:24:40] oder ist auch da, würdest du da sagen, wer weiß, was die Zukunft bringt?
Gerald Hörhan: Wer weiß, was die Zukunft bringt.
Alexander Wastl: Okay, also du-
Gerald Hörhan: Unverrückbar ist gar nichts.
Alexander Wastl: Okay. Das heißt auch bei Immobilien, für die du ja trotzdem irgendwie sinnbildlich stehst, würdest du jetzt nicht sagen, geht immer, kann man immer haben mit, mit, äh, also ist zeitlos sozusagen.
Gerald Hörhan: Ja, Immobilien als Anlageklasse schon, aber welches Land und welche Stadt und welche Art der [00:25:00] Immobilien kann sich gravierend ändern je nach Regulierung.
Gerald Hörhan: Sehen wir uns mal an, Deutschland hätte einen Bürgerkrieg, nicht dass ich das erwarte, ja, oder eine kommunistische Regierung oder Ja, äh, oder nehmen wir's mal so, der Luftverkehr wird verboten. I-irgendwas total Scharfes, ja, was, das würde Frankfurt [00:25:20] wehtun. Dann müsste man die Sache überdenken.
Alexander Wastl: Mhm.
Gerald Hörhan: Ja?
Alexander Wastl: Mhm.
Gerald Hörhan: Also es gibt immer wieder Fälle, wo man sagen muss oder, äh, nehmen wir's mal Bitcoin, ja. Bitcoin passt sich nicht an an die ganzen Quantencomputer und die künstliche Intelligenz. Ähm, muss man auch gut bei sagen.
Alexander Wastl: Mhm. Bei den, bei deinen Immobilieninvestments, das erfordert sehr [00:25:40] viel, äh, operative Tätigkeit, sag ich mal.
Alexander Wastl: Wie schaut's bei dir da im Aktien, äh, Geschäft aus? Bist du da so buy and hold, also mal kaufen, viel kaufen, lang halten oder bist du da auch, äh, aktiv drinnen?
Gerald Hörhan: Also bei A-- derzeit fehlt mir die Zeit dazu und das Zweite ist, Aktien sind derzeit ziemlich teuer. Also ich hab sowohl Ansparpläne auf ETFs wie den S&P 500, ganz normal und ich hab auch [00:26:00] ein Aktienportfolio, ein sogenanntes Mode-Portfolio, was ich mir von, mit der KI hab bauen lassen und wo ich eben Firmen bespare, die langfristiges Umsatz- und Gewinnwachstum haben, die Eintrittsbarrieren haben, die KI-resilient sind und so weiter.
Gerald Hörhan: Und das, was ich mir vielleicht noch als Nächstes baue, ist dann, [00:26:20] wenn die Kurse wieder billiger sind, ein Dividendenportfolio noch zusätzlich, ja. Also das auch. Zum Traden hab ich derzeit noch zu wenig Zeit, weil ich das bei Kryptos mach, weil da hab ich 2022 sehr viel getradet und damit auch sehr viel Erfolg gehabt, viele Bitcoins getradet, über zehn Millionen Futures Long Short gehandelt und da hab ich jetzt schon ein sehr [00:26:40] gutes Gespür für den Markt, vor allem mit den Stillhaltermodellen und der Futures Arbitrage.
Alexander Wastl: Mhm.
Gerald Hörhan: Sind komplexere Trading-Strategien, die ich aktiv verfolge und wo ich eben durchaus noch mehr auf mein Bitcoin-Portfolio zusätzlich laufend Bitcoins und Ethereums bekomme, was ganz gut funktioniert. [00:27:00]
Alexander Wastl: Mhm. Braucht aber wahrscheinlich auch dementsprechend Aufmerksamkeit oder ist jetzt auch nichts, was man, also du hast es grad angesprochen, äh, mit Futures und so.
Alexander Wastl: Das ist jetzt nichts, was man so nebenbei, äh, machen vielleicht kann. Vielleicht
Gerald Hörhan: mal Geld verdienen. Schau, es gibt viele Leute, die erzählen dir, du musst nichts können, du musst nichts wissen und du musst nichts arbeiten und du wirst reich. Das ist falsch. Ich hab noch nicht [00:27:20] kein Investment gesehen und keine wirtschaftliche Aktivität, wo das funktioniert.
Alexander Wastl: Ja,
Gerald Hörhan: klar. Man muss was können und wenn man viel Geld verdienen will, muss man viel arbeiten. Das ist ganz einfach, sowohl um es zu verdienen, als auch zum, zu erhalten und zu vermehren.
Alexander Wastl: Mhm. Ähm, ich war eigentlich überrascht jetzt, weil du so de-dein, dein, dein schön diversifiziertes, [00:27:40] ausgewogenes Portfolio da, du bist ja sehr mit eben Immobilien, äh,
Gerald Hörhan: in Verbindung- Ja, es ist auch, es ist auch sehr immobilienlastig.
Gerald Hörhan: Also ich hab sicherlich eine durchaus starke Immobilienlastigkeit und auch fairerweise relativ hohen Kryptobestandteil. Und das kommt halt darin, dass aus zwei Dingen. Nummer eins, weil es halt sehr gut funktioniert und ich viel Know-how hab [00:28:00] und als zweites, weil sie halt auch so gut performt haben. Muss auch noch dazu sagen.
Alexander Wastl: Ähm, du bist ja als Investmentbank ja auch auf der eben, äh, Vermittlerrolle, sag ich mal, du willst, äh, Leut, mit Leuten das Wissen teilen. Ähm, machst Workshops, äh, Vorträge, Seminare et cetera. Ähm, warum hast du das eigentlich gemacht? Ich mein, du bist ja schon [00:28:20] reich, äh, Multimillionär. Äh, warum der Bedarf nach Wissensvermittlung?
Alexander Wastl: Oder ist das auch einfach ein weiteres Geschäftsmodell von dir, dass, dass, dass, dass es dir noch besser geht? Oder magst- Also
Gerald Hörhan: eine Kombination aus mehreren Dingen. Nummer eins, eine Arbeit, die mir Spaß macht. Das sag ich immer, auf der Bühne und beim Verhandlungstisch bin ich in meinem Element. Also ich kann Leute gut unterhalten und auch auf unterhaltsamer Weise Wissen vermitteln.
Gerald Hörhan: Mir macht das [00:28:40] Spaß. Schon viele Dinge machen mir keinen Spaß. Irgendwelche operative, äh, äh, Prozesse optimieren, das lass ich machen, aber das macht mir wenig Spaß, ja. Ich hab auch vier linke Hände im Hand, also ich bin nicht sonderlich handwerklich begabt, aber auf der Bühne und im Verhandlungstisch, das macht viel Spaß.
Gerald Hörhan: Und das Zweite ist, wie gesagt, es ist auch ein Geschäftsmodell, ja. Ich verdien [00:29:00] damit auch gutes Geld und, äh, mein Ziel ist ja immer, dass ich viele Einkommensquelle habe und mein Ziel ist ja auch nicht, mich zur Ruhe zu setzen. Ich bin eben hungrig, ja. Im Gegensatz zu den anderen, die sagen, ja, was ich gerade in Österreich sehr viel höre, ja: „Gerald, wieso arbeitest du so viel?“,
Gerald Hörhan: ja. „Und arbeit weniger, du hast eh genug.“ Meine Sache ist, ich hab weder genug, noch hab [00:29:20] ich Lust, mich zur Ruhe zu setzen, ja, sondern, äh, mein Ziel ist noch, viel weiterzukommen.
Alexander Wastl: Gibt's ein, genug bei dir, wo du sagst jetzt oder ist das, bist du ein Getriebener, der rennt, bis, bis nimmer weitergeht?
Gerald Hörhan: Also natürlich gibt's gewisse Vermögenslevels, ja, und bei mir sind [00:29:40] sicherlich meine Ansprüche deutlich höher als bei den meisten, ja.
Alexander Wastl: Ja, was wär's konkret?
Gerald Hörhan: Time to go private, sag ich mal so, oder Kaviar et so die tausend fit, ja. Ich hoff, äh, du, du verstehst, was ich meine, ja.
Alexander Wastl: Ja.
Gerald Hörhan: So ungefähr. Also schon höchste Levels, ja. Aber es ist vor allem das Wichtige, dass du immer aktiv bleibst. Schon [00:30:00] wenn du dich zur Ruhe setzt- Ist es wie wenn du in die Friedhofstraße einbiegst.
Gerald Hörhan: Ja? Und dann ist der Weg noch nicht, du weißt noch nicht, wie lange du zum Friedhof brauchst, aber der Weg ist vorgetrieben. Und ich wirst da entweder aus der Bühne, vom Chat oder vom Anlagestich hinaustragen. Ja. Ich mach das gern, ich arbeite [00:30:20] gern. Und das Zweite ist, wenn du bleibst geistig fit und dann bleibst du auch so fit.
Gerald Hörhan: Für longevity, also dass man lange lebt, ist, nehmen wir es mal, Nichtstun und soziale Isolation schlimmer als Rauchen, Saufen, Fressen und wenig Bewegung zusammen. Und all die vier sind schlecht und sogar vermutlich irgendwelche [00:30:40] Pharmadrogen und reguläre Drogen, ja.
Alexander Wastl: Das eine korreliert manchmal sogar mit anderen, die mit die Isolation.
Gerald Hörhan: Ja, sag, lass mal, das sei hingestellt. Aber Tatsache ist, dass wenn solange du aktiv bleibst, ja. Schau zum Beispiel dadurch, dass ich eben an der Spitze sein will, mir das gleich so viel Freude macht, ich setz mich hin und weit Code und entwickle neue Produkte mit Hilfe von KI für uns und ein neues [00:31:00] Immobilienbewertungstool und bau eine neue Hausverwaltungssoftware.
Gerald Hörhan: Wir bauen eine neue, zu unserem zehn Jahresjubiläum bauen wir unsere neue Investment Punk Academy, wo es dann einen digitalen Avatar von mir gibt, den man fragen kann. Und dann gibt's noch andere digitale Avatare von anderen Coaches, die man digital abbildet. So ist geil, [00:31:20] aber da musst du dich eben beschäftigen, da musst du lernen.
Alexander Wastl: Ja.
Gerald Hörhan: Und das meine ich auch, was du in Harvard oder an der Wall Street lernst, ist eben dieser Standard of Excellence und diese geistige Finesse. Und was mich in Österreich stört speziell, ist, dass viele mit, was ich vorher schon gesagt hab, der Standard zu niedrig, ja. [00:31:40] Durchschnitt ist scheiße, Durchschnitt ist peinlich, weil ich sag, ich hab ein gutes Buch geschrieben.
Gerald Hörhan: Ich hab einen guten Vortrag gehalten. Wäh. Ja, ich hab einen normalen Deal gemacht. Wäh. Ja, ein Deal muss Sexappeal haben, der muss richtig geil sein. Ein Buch muss rocken, Nummer eins sein. Ein Vortrag muss standing ovations haben. Ja. Ein Trade [00:32:00] muss richtig lukrativ sein, also wenig Risiko, viel Ertrag oder viel Risiko und Hyperertrag und nicht Durchschnitt.
Gerald Hörhan: Durchschnitt macht dich wieder reich, aber Durchschnitt ist auch langweilig. Durchschnittlich hat keinen Sexappeal. Ja?
Alexander Wastl: Ich, ich versteh deinen Ansatz grundsätzlich und ich, ich denk auch, dass, ich mein, jeder Mensch wünscht sich immer alles, was er macht, am besten
Gerald Hörhan: zu
Alexander Wastl: tun. Nein, [00:32:20] stimmt nicht.
Gerald Hörhan: Nein, das stimmt nicht.
Gerald Hörhan: Und die Ansprüche waren immer bei den meisten zu gering und das ist einfach, führt nicht zu Exzellenz. Und das führt auch nicht, dass du dich immer pushst. Weil genau das führt dazu- Dass du immer dich weiterpusht, dass du immer weiter lernst, dass dein Geist weiter fit bleibt, ja. [00:32:40] Genauso wie ich meinem Sohn gesagt hab, ja.
Gerald Hörhan: Die meisten werden sagen: „Nein, du darfst das nicht." Ich sag: „Komm, sei schlimmer. In deinem Alter war ich schlimmer." Und mit 18 oder wenn's geht mit 16 nehm ich ihn in die Club Siniviza und sag: „Let's rock. Let's Rock'n'Roll." Ja, Leben ist Rock'n'Roll und doch nicht Durchschnitt. Durchschnitt ist scheiße.
Gerald Hörhan: Durchschnitt heißt in Europa übrigens Dacia, das meistverkaufteste [00:33:00] Auto Europas.
Alexander Wastl: Äh, ja, da dürfte das Unternehmen irgendwas nicht so ganz falsch machen. Nein, ich bin, also prinzipiell, ich bin bei dir, ich mag Rock'n'Roll. Ähm, ich respektier, äh, oder hab großen Respekt vor deiner Zielstrebigkeit, vor deiner, äh, deiner Getriebenheit, immer am, am Puls der Zeit zu sein, wissensmäßig.
Alexander Wastl: Ähm, ich würd nicht behaupten, dass [00:33:20] jetzt, äh, die meisten Menschen, äh, sich mit Durchschnitt oder unter Durchschnitt zufrieden geben. Das weiß ich nicht. Ich hab, ich kann's auch nicht mit Zahlen belegen. Ähm, du hast jetzt ein wichtiges Thema noch angesprochen mit dem, äh, einfach si-- mit den, mit der Zeit gehen, sich immer fortbilden, ja, dieses Excellence-Thema, ja.
Alexander Wastl: Wie informierst du dich bei [00:33:40] deinen Investments? Also du hast natürlich deine Ausbildung, du hast, du hast die Zeit gehabt, äh, an der Wall Street. Ähm, wie, wie bleibst du jetzt informiert?
Gerald Hörhan: Also eine Vielzahl von Dingen. Zum einen lege ich jeden Tag Zickmedien, also von der Financial Times bis zum Wall Street Journal bis zur CNBC, oft mehrfach am Tag.
Gerald Hörhan: Ich verfolge auch die ganzen Kursen, Zinsen und so weiter. Ich hab natürlich ein sehr starkes [00:34:00] Unternehmernetzwerk. Einerseits habe ich meine eigene Deal-Making-Masterclass, ja, wo wir 200 erfolgreiche Unternehmer sind, die ich leite und lehre, ne. Auch nur gegen Bewerbung kommt man da rein. Und dann bin ich auch noch international, wir haben ein Netzwerk für Ultra High Net Worth Individuals, ja.
Gerald Hörhan: Das bringe ich in Amerika, glaube ich, auch. Ich hab halt viele Freunde, mit denen ich auch austausche. Und, äh, das [00:34:20] Dritte ist, ich hab Nike-Schuh. Nein, heute hab ich sogar keine Nike-Schuhe, aber sonst hab ich immer Nike-Schuhe an, ja. Und, äh, bei den, äh, Nike-Schuhen, die Mo-- das Motto von Nike ist simple: „Just do it."
Gerald Hörhan: Und ich setz mich einfach hin und mach. Vielleicht zwei Beispiele. Ich hab 'n Vibe-Code nicht gelernt. Das gab's nicht. Ich setz mich einfach hin und sag: „Okay, jetzt baue ich mein eigenes [00:34:40] Immobilienbewertungstool." Ich hab keine Ahnung gehabt, wie man das macht. Dann setz ich mich einfach hin, am Abend drei Stunden und tus und dann funktioniert's.
Gerald Hörhan: Ich bau jetzt ein Dachgeschoss aus. Ich hab das auch noch nicht gemacht. Da sag ich: „Du, tu mal ein Dachgeschoss ausbauen." Aber wenn ich's mach, ist hochertragreich, 50 % Marge und on time in on budget, weil sonst wär's ja beleidigend, eine intellectual insult, wie ich [00:35:00] das nenne. Ja. Das heißt, einerseits immer eine Neugier und dann die Sache auch machen.
Gerald Hörhan: Und ich gehe, ich fahr natürlich jedes Jahr auf zig Konferenzen, sicherlich sieben, acht, neun Konferenzen, wo ich, äh, bin natürlich jeden Tag mit dem Austausch mit Dutzenden Leuten, ne. Also ja, ich bin schon, aber das ist auch das, was mich auch interessiert und mir Spaß macht. Mein Hobby war halt immer Wirtschaft und [00:35:20] Politik und Geschichte und solche Sachen, wo's halt, wo halt die Action ist, ja.
Gerald Hörhan: Für Schönheit hab ich kein Auge.
Alexander Wastl: Ja, Neugier und Machen, das, äh, unterschreibe ich komplett. Ähm, ich hätt noch a abschließende Frage: Was bedeutet für dich, äh, safe zu sein beim Investieren oder bei Finanzen?
Gerald Hörhan: Also Nummer eins: Es gibt keine [00:35:40] absolute Sicherheit. Sonst solltest du nicht Auto fahren und auch nicht Ski fahren und, äh, das Armutsgelübde ablegen, sag ich dazu.
Gerald Hörhan: Weil, weil das Einzige, was sicher ist, dass das Geld nichts wert wird, ne. Das wird jetzt beschleunigt durch die Kriegsführung, durch die Deglobalisierung. Die Inflation wird stärker wie in den siebziger Jahren. Wie stark werden wir noch sehen. Aber das ist das Einzige, was sicher ist. [00:36:00] Genauso wie sicher ist, dass du irgendwann mal stirbst.
Gerald Hörhan: Ja. Aber du kannst natürlich eine Kombination wählen, einerseits, dass du niedriges Risiko hast und hohen Ertrag. Die Finanzwelt sagt, also die Dummen machen hohes Risiko, niedriger Ertrag. Ja, zum Beispiel irgendwelche nachrangigen Darlehen geben, wo man hundert Prozent verlieren kann und fünf Prozent Zinsen [00:36:20] kann, oder sieben Prozent, wo man dann noch Einkommensteuer zahlt.
Gerald Hörhan: Das ist dumm. Ja? Oder in irgendwelche Start-ups investieren, wo man, wo die Bewertung irre ist, ja, oder in Dubai mit zwanzig Prozent Maklerprovision. Hohes Risiko, geringer Ertrag. Die Finanzi, das hast du ja gesagt, niedriges Risiko, niedriger Ertrag, hohes Risiko, hoher Ertrag. Und meine, als Profi wählst du Deals [00:36:40] aus und auch Marktphasen, wie eben zum Beispiel jetzt grad vielleicht bei Immobilien oder 2022 bei Tech-Aktien und Kryptos, ja, oder vielleicht 2027 bei Dubai-Immobilien, wo das Risiko gering ist und der Ertrag oder das Ertragspotenzial hoch.
Gerald Hörhan: Das lernst du an der Wall Street. Ja. Wenn das Risiko gering ist und der Ertrag hoch, musst [00:37:00] aggressiv sein und dich was trauen. Wenn das Risiko hoch ist, Ertrag gering, it's time to say goodbye. Und ich sehe immer das Umgekehrte. Wenn die Bitcoin bei hunderttausend Dollar ist, krieg ich immer die Frage: "Soll ich Bitcoin kaufen?"
Gerald Hörhan: Bei zwanzigtausend hat mich niemand gefragt. Ne? Ganz vereinfacht gesagt. Und das Zweite ist: Safe von finanzieller Freiheit. Was heißt das?
Alexander Wastl: Ja.
Gerald Hörhan: Gibt's ja, die Definition ist [00:37:20] relativ simpel, dass du aus den Erträgen deines Vermögens nach Inflation, Reinvestment und Steuern deine Lebenshaltungskosten decken kannst.
Gerald Hörhan: Das heißt, das bedeutet im Klartext, dass du zwischen, wenn du nach Inflation, Steuern und Reinvestment vier Prozent erwirtschaftest, bist du schon ziemlich gut, weil da musst du schon über zehn Prozent erwirtschaften, faktisch, ja. [00:37:40]
Alexander Wastl: Also ich fasse noch mal zusammen: Ähm, Grundlage für, äh, gute Investments ist fundiertes Wissen.
Alexander Wastl: Ähm, und was, was man als safe, äh, definiert, also um, um sozusagen für sich bestimmt gut über die Runden zu kommen, das, das ist im, im eigenen Ermessen zum gewissen
Gerald Hörhan: Grad. Das hängt von deinem Lebensstandard [00:38:00] ab, aber es kann jeder, der fleißig und geschäftstüchtig ist, machen. Das ist das Wichtigste.
Alexander Wastl: Danke fürs Gespräch.
Gerald Hörhan: Alles Gute.
Anna-Lisa Bier: Da sind wir wieder. Also Alex, wie schaut's bei dir aus? Wie geht's dir nach dem Gespräch?
Alexander Wastl: Ähm, ja, [00:38:20] mit Gerald sprechen ist, ist, äh, keine Schonkost. Also jetzt gar nicht negativ gemeint, aber er, äh, fahrt halt ziemlich rein mit seinen, äh, Meinungen und Ansichten und, und macht da, redet da nicht um 'n heißen Brei rum.
Alexander Wastl: Er hat auch ganz klare und unverrückbare Vorstellungen, ähm, wenn's, wie, wenn's darum geht, äh, [00:38:40] nach welchem Reichtum oder Vermögen man streben sollte als Mensch. Und ist interessant zu sehen, weil jetzt haben wir doch ein paar Folgen schon aufgenommen und man sieht, äh, wie unterschiedlich die Zugänge sind und auch der Zugang ist legitim.
Alexander Wastl: Und das finde ich, ist das Schöne, dass da j-jeder seinen eigenen Weg finden muss, der zu einem passt.
Anna-Lisa Bier: Ja, da hast du absolut recht. [00:39:00] Was man aber allerdings auf jeden Fall festhalten sollte, ist, dass man Respekt haben sollte auch vor dem, was er sich aufgebaut hat. Jetzt egal, ähm, mit den Ansichten und so, aber all das, was er sich aufgebaut hat mit dieser Disziplin, ähm, das ist schon bemerkenswert.
Alexander Wastl: Genau, ich seh das ähnlich, weil also man kann jetzt vielleicht, äh, er, er, er will sicher gerne provozieren. Das ist [00:39:20] einfach Teil seiner Marke, wenn man so sagen will. Dazu kann man jetzt stehen, wenn man will, aber, äh, was dahinter steht, ist eben, ja, er ist ein Selfmade Millionär. Hat sich, äh, er hat sich das selbst aufgebaut mit, mit eiserner Disziplin, viel Wissensaneignung.
Alexander Wastl: Also er hat sich nie selbst geschont und, und wir haben ja auch den Slogan in, in [00:39:40] unserer Kampagne mit 67 % aller Millionäre haben was gemeinsam: Sie waren vorher keine. Er zählt dazu. Also, ja, das wurde nicht vererbt oder so, sondern er hat sich das so aufgebaut und da ist er stolz drauf und da macht er, er spricht offen drüber und das wollen wir ja auch.
Anna-Lisa Bier: Ja, also ich glaub, dass er da, ähm, sich auch immer wieder einfach auf sich selbst auch verlässt.
Alexander Wastl: Ja, [00:40:00] also das ist eben, dass er, er hat sich im Laufe seiner Karriere oder sein, seiner Persönlichkeitsentwicklung einfach, oder er, er, das fordert er ja auch ein, dieses permanente Weiterbilden und nach Exzellenz streben, glaub ich, hat er so gesagt.
Alexander Wastl: Und das stimmt schon. Er sagt ja auch, er ist eigentlich da am meisten eingefahren, wo er nur auf andere gehört hat [00:40:20] oder sich was einreden hat lassen. Prinzipiell sind jetzt, man kann nicht per se sagen, dass Ratgeberinnen oder Ratgeber schlecht sind. Ja, also das ist ja, machen wir alle, ja, dass man, wenn wir uns nicht auskennen, dann, dann holen wir uns Rat.
Alexander Wastl: Aber, ähm, wenn man halt selber zum gar keine Grundlage hat, Wissensgrundlage, dann muss man das halt mehr oder weniger alles glauben, [00:40:40] was einem erzählt wird. Und deswegen, also ich bin starker Verfechter von dem Ansatz do your own research. Also Immer schauen selbst, äh, wie viel Wissen man sich ver, selbst verlässlich aneignen kann, um das selber auch beurteilen zu können.
Alexander Wastl: Die ist, die Veranlagung jetzt, äh, auf, um, um davon zu sprechen. Ja, also da gibt's [00:41:00] ja unzählige Möglichkeiten. Jetzt, ähm, nicht nur Bücher, die klassischen Varianten oder, oder in den Medien, äh, auf Social Media. Es gibt sauviele Kanäle. Ich hoffe, wir sind mittlerweile einer davon, wo, wo man doch, äh, das eine oder andere mitnimmt.
Alexander Wastl: Ähm, aber auch eben um gewisse Kanäle et cetera beurteilen zu können. Grundwissen, ja, von [00:41:20] harten Quellen nenn ich's jetzt mal, ja.
Anna-Lisa Bier: Ja, ich glaub, Wissen ist Macht in allem, was man tut. Nicht nur auch beim Finanziellen gesehen. Und ich glaub, grade dann auf Social Media, wenn einem dann oft was versprochen wird, ähm, was mit einem Fingerschnipsen quasi geht, muss man dann, glaub ich, wahrscheinlich a bissl, also noch umso vorsichtiger sein.
Alexander Wastl: Ja, das würde ich immer hellhörig werden. Also [00:41:40] vor allem, ich weiß nicht, ob das beim, beim Gerald jetzt so war, dass, dass ihm da irgendwie da super ultimative schnelle Reichtum versprochen wurde, aber da muss man aufpassen, weil, ähm, also ich würd generell da die Finger davon lassen, wenn einem, äh, ist schnelle, einfache und vielleicht sogar noch, äh, [00:42:00] risikolose, ähm, Geld versprochen wird.
Alexander Wastl: Das, die Kombination gibt's in der Realität nicht. Ähm, je, je schneller das gehen soll, desto höher ist eben meistens auch das Risiko, dass man damit eingeht. Ja.
Anna-Lisa Bier: Und ich glaub, ein wichtiger Punkt, ähm, ist, dass das ja nicht nur beim schnellen Geld so ist, sondern auch auf langfristige [00:42:20] Sicht. Also du hast ja trotzdem immer ein gewisses Risiko, dass du eingehst.
Anna-Lisa Bier: Also-
Alexander Wastl: Natürlich, und, aber das ist, sind eben diese Grundsätze. Du, du machst dieses Risiko kontrollierbar durch den langen, äh, Zeithorizont, durch die Streuung, also Diversifizierung nicht, nicht alle ei-in einen Korb legen. Also nicht jetzt nur auf, auf eine Aktie oder auf eine Branche oder was auch immer [00:42:40] konzentrieren, sondern breit gefächert streuen.
Alexander Wastl: Und dann, ähm, wir können alle nicht in Zukunft schauen, aber das hat sich in, in den Jahrhunderten davor bewährt, dass das langfristig ei-einfach immer erfolgreich war. Ja. Und muss da auch dazu sagen, ähm, ich glaub, der Gerald ist ein sehr, ist ein sehr aktiver Investor, der auch gern mal [00:43:00] was Neues probiert und, und Äh, ja, und man hat dann oft das Gefühl so, na ja, dass das, das passive Investieren oder dieses Sparplaninvestieren ist so fad und anspruchslos und das ist es aber, find ich, überhaupt nicht, weil es gehört Durchhaltevermögen dazu, dass man sich mal grundlegend [00:43:20] informiert, Disziplin und ja, ich weiß nicht, wie's dir geht, aber das sind Eigenschaften, die, ja, die erfordern schon was.
Alexander Wastl: Das ist jetzt nicht einfach so, so wird man geboren und das hat man, ja. Also Durchhaltevermögen ist, find ich, eine der Eigenschaften generell als Mensch und Disziplin kann überall weit bringen, ja, auch bei der Veranlagung.
Anna-Lisa Bier: [00:43:40] Das stimmt auf alle Fälle und Disziplin, grade wenn's ums eigene Geld geht, ist, glaub ich, äh, ja, äh, ganz, ganz, äh, schwierig teilweise.
Anna-Lisa Bier: Und ich glaub, wir sollten ja auch noch drüber reden, dass er, er hatte diesen großen Immobilienfokus, aber er hat ja schon noch heraushören lassen, dass er schon noch andere, ähm, Arten des Investierens trotzdem auch noch hat. [00:44:00]
Alexander Wastl: Ja, also das geht wahrscheinlich in der Öffentlichkeit oder so, wenn er sich, äh, ins, über seine Kanäle präsentiert, a bissl unter.
Alexander Wastl: Da glaubt man, das ist all in, äh, Immobilien und vielleicht a bissl Krypto, aber er sagt ja selber, äh, diese, diese Grundsätze der Vermögensveranlagung, die berücksichtigt auch er. Also eben dieses Diversifizieren. Er hat ETFs, er hat Aktien. [00:44:20] Ähm, also da weiß er schon, dass das einfach ein zu großes Risiko wär, wenn er sich jetzt dann nur auf eine Anlageform oder, äh, äh, ja, auf ein Produkt konzentrieren würde, dass das einfach zu riskant wär, ja.
Anna-Lisa Bier: Mhm. Ich finde, von meiner Seite aus ist alles gesagt. Wie sieht's bei dir aus? Hast du noch etwas?
Alexander Wastl: Wunderbar. [00:44:40]
Anna-Lisa Bier: Ja, sehr gut. Dann sag ich Ihnen an der Stelle danke, dass du das Gespräch mit dem Investmentpunk geführt hast und auch jetzt für die Nachbesprechung und natürlich auch an unsere Hörerinnen und Hörer draußen fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Und ja, wir hören uns dann bei der nächsten Folge von Safe. Bis dann. Danke schön. Ciao.[00:45:00]
Alexander Wastl: Das war Safe! Stories übers Investieren.
Anna-Lisa Bier: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle [00:45:20] Zukunft bewusst selbst gestalten.
Alexander Wastl: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
Anna-Lisa Bier: Dieser Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und [00:45:40] YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alexander Wastl: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa Bier: Bis zum nächsten Mal.