Safe! Stories übers Investieren

Bianca-Olivia, welche Investment-Fragen stellst du dir als Influencerin?

Episode Summary

Influencerin Bianca-Olivia (Austrian Material Girl) erzählt, wie die Angst vor Altersarmut sie mit 26 zum Investieren gebracht hat – von der ersten Oatly-Aktie bis zu zwei Immobilien in Wien, die sie als langfristige Absicherung und inneren Frieden sieht. Im Nachgespräch erklären Annalisa und Alex, warum gerade Frauen stärker von Altersarmut betroffen sind und warum es sich lohnt, auch mit kleinen Beträgen früh zu starten.

Episode Notes

Content Creatorin und Influencerin Bianca-Olivia (Austrian Material Girl) erzählt, wie die Angst vor Altersarmut sie mit 26 Jahren dazu gebracht hat, sich ernsthaft mit Geldanlage zu beschäftigen – von ihrer ersten Oatly-Aktie über monatliche ETF-Sparpläne bis hin zu zwei Immobilien in Wien, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter gefunden hat. Im Nachgespräch ordnen Annalisa und Alex ein, warum Altersarmut besonders Frauen betrifft und warum der eigene Start – auch mit kleinen Beträgen – nicht warten sollte.

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Kapitelmarken:
[00:00] Begrüßung & Intro
[00:38] Vorstellung von Bianca Olivia
[01:00] Von Social Media zur Unternehmerin: Biancs Werdegang
[03:00] Angst vor Altersarmut als Startpunkt
[05:00] Selbstständigkeit & der Umgang mit unregelmäßigem Einkommen
[07:00] Versicherungen & Management: Hilfe holen statt alles alleine machen
[10:35] Der Weg zur ersten Finanzberatung & zum Management
[11:40] Erste Investments: Immobilien als Einstieg
[12:16] ETFs entdecken & die erste Aktie – Oatly
[13:45] Warum man in Dinge investieren sollte, an die man glaubt
[16:11] Der Weg zur ersten Immobilie – mit Mama als Schnäppchenjägerin
[17:28] Zweite Immobilie in Wien & Fremdfinanzierung
[18:32] Immobilien als langfristige Absicherung & innerer Frieden
[20:07] Rückschläge: das teure Stop-Loss-Limit
[21:49] Verantwortung als Content Creatorin: offen über Geld sprechen
[24:08] Tipps für junge Menschen: So startet man mit Finanzen
[25:22] Was bedeutet „safe sein" für Bianca?
[25:55] Nachgespräch: Altersarmut – besonders bei Frauen

Episode Transcription

Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.

Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.

Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.

Über Fehler, Aha-Momente und darüber, was sie heute anders machen würden.

Wir sind Anna-Lisa Bier.

Und Alexander Wastl. Wir finden: Über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.

Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt, und jetzt geht's los.

Hallo und herzlich willkommen bei Safe! Stories übers Investieren. Mein Name ist Anna-Lisa Bier, ich bin Podcast-Host und Journalistin, und ich darf euch heute wieder herzlich zu unserem Podcast begrüßen. Und auch der Alex von der Wiener Börse sitzt mir, wie gewohnt, gegenüber.

Hallo Anna-Lisa, schön, dass wir wieder zusammensitzen. Was, oder besser gesagt, wer steht denn heute am Programm?

Ja, mein heutiger Gast ist Bianca-Olivia, sie ist Content Creatorin, Influencerin und vielen von euch vielleicht bekannt als Austrian Material Girl. Wir sprechen darüber, welche Investmentfragen sie sich in ihrer Rolle als Influencerin stellt, wie sie mit Geld umgeht und wie ihre finanziellen Ansichten mit ihrem öffentlichen Image zusammenpassen.

Das klingt ziemlich cool, ich freue mich auf unsere Nachbesprechung. Bis dann!

Bis später!

Hallo Bianca, schön, dass du da bist.

Hallo, vielen Dank, dass ich da sein darf.

Zu Beginn dieser Folge möchte ich gleich mal fragen, welchen Zugang du denn zu Geld und Finanzen hast.

Mittlerweile einen sehr offenen Zugang. Ich finde, es war sehr lange etwas, wovor ich mich gescheut habe, wo ich Angst vor gehabt habe, wo ich mir einfach gedacht habe: "Okay, ich bin niemand, der sich damit auseinandersetzen sollte, das gehört in andere Hände gelegt."

Mittlerweile habe ich einen sehr offenen Zugang zu Finanzen, und es macht mir richtig Spaß, mich um meine Finanzen zu kümmern oder anderen vielleicht so hin und wieder kleine Tipps zu geben. Und ich finde, es ist ein sehr schöner und auch sicherer Zugang, oder zumindest gibt er mir Sicherheit für die Zukunft.

Gab es bei dir irgendwann einen Moment, wo du das festmachen kannst, dass du jetzt gecheckt hast: "Okay, ich muss mich jetzt ernsthaft mal mit meinen Finanzen auseinandersetzen"?

Ja, tatsächlich gab es den. Und zwar hatte meine Schwester tatsächlich einmal so eine Phase. Also, meine Schwester ist 12 Jahre älter als ich, also meine Schwester, puh, meine Schwester ist 43, genau. Ich bin 31, und sie hat irgendwann in ihren 30ern plötzlich so Angst vor Altersarmut entwickelt.

Da waren einfach ganz viele Zeitungsberichte drüber, und da gab es so eine Welle in den Medien. Und dann hat sie mir das total eingetrichtert, so: "Du, wir sind genau die Altersgruppe und die Zielgruppe von Altersarmut." Und da haben wir uns das erste Mal damit auseinandergesetzt, wie spät wir vielleicht eventuell mal in Pension gehen werden, was wir tatsächlich an Pension bekommen.

Und so hat mich meine Schwester ein bisschen damit angesteckt, dass ich mir gedacht habe: "Ich muss was tun, dass ich nicht in diese Altersarmut rutsche." Und ich muss auch was tun, dass meine Schwester nicht in die Altersarmut rutscht, weil ich die Jüngste bin und mich ja auch irgendwo um sie vielleicht kümmern werde müssen.

Und dann habe ich gemerkt: "Nein, da muss was getan werden." Und so kann es nicht weitergehen, wie es jetzt ist, weil ich habe einfach wirklich nichts in Richtung Finanzen gewusst und getan.

Das heißt, du bist eigentlich durch deine ältere Schwester erst darauf gekommen. Wie alt warst du dann circa, wie du dich das erste Mal damit beschäftigt hast, mit Finanzen?

Genau. Also, meine Schwester war gar keine Inspiration, weil sie hat eigentlich nur Angst geschürt und sich auch nicht wirklich drum gekümmert, was okay ist. Sie hat es so ein bisschen in meine Hände gelegt, was, glaube ich, auch ganz gut ist, und sie unterstützt mich jetzt dabei. Aber mit so 26 Jahren, also für mein Empfinden eigentlich relativ spät, habe ich mich damit auseinandergesetzt.

Und jetzt bist du mittlerweile diejenige in der Familie, die sich am besten, würde ich jetzt mal sagen, auskennt, oder wie würdest du das sagen?

Ja, also wir haben das ein bisschen jetzt, wir haben die Rollen verteilt. Meine Mama ist auf jeden Fall auch sehr hilfreich. Also, meine Mama hilft uns bei allen Themen rund um Finanzen, so gut sie kann, und unterstützt uns. Und ich bin so ein bisschen diejenige, die die Richtung vorgibt und sagt: "Hey, schaut es euch an, das wird es geben, sollen wir das einmal probieren?" Und dann machen wir das so ein bisschen gemeinsam als Trio.

Das ist eigentlich eh cool, wenn die ganze Familie dann gemeinsam so zusammenhängt eigentlich, oder?

Genau, voll. Das ist echt super. Und man sagt ja oft, ja, dass sich bei Finanzen oft Familien irgendwie auch zerstreiten und so weiter. Ich finde, uns bringt das eigentlich näher zusammen, dass man da an einem gemeinsamen Strang zieht. Und ich finde, das sollte auch viele motivieren, dass man das so ein bisschen als gemeinsames Ding sieht.

Apropos Motivation, du bist ja Influencerin, und mit deinem Content zeigst du ja immer wieder einen gewissen Lifestyle von Luxus, Reisen, Mode. Wie viel von dieser Inszenierung spiegelt dann eigentlich deine tatsächliche Haltung zu Geld wider? Weil das ist ja eigentlich komplett ein Unterschied zu dem, was du jetzt auch gerade gesagt hast.

Ja, komplett. Also, man muss schon sagen, die Rolle, die ich online spiele, ist auf jeden Fall eine Rolle. Also, manchmal tut es mir ein bisschen schwer, wenn ich heimkomme am Abend, so aus dieser Rich Girl Rolle rauszukommen, weil ich sie so verinnerlicht habe. Aber das bin ich eigentlich gar nicht.

Also, ich komme aus einer Familie aus Kärnten, ich habe aber komplett polnische Wurzeln, und ich bin ganz normal aufgewachsen in Kärnten. Und als ich nach Wien gekommen bin, habe ich plötzlich gesehen: "Oh mein Gott, was ist da los?" Im ersten oder im neunzehnten Bezirk, das war ganz eine neue Welt, auf die ich da gestoßen bin.

Und da habe ich erst so richtig bemerkt, dass es ganz unterschiedliche Einkommenslevel gibt, Menschen, die unterschiedlich viel Geld haben. Und ich finde, das sieht man in Wien viel deutlicher als vielleicht in einer Stadt woanders in Österreich oder am Land. Und da sind mir halt viele Klischees aufgefallen, mit denen ich auch in meinen Videos spiele.

Aber tatsächlich komme ich jetzt gar nicht von Geld. Das wird mir auch voll oft vorgeworfen, so: "Ja, man hat es ja leicht, wenn man irgendwie eh abt oder wenn man viel Geld hat." Aber das stimmt bei mir auf jeden Fall nicht. So war es bei mir nie. Ich komme aus einer ganz normalen Familie aus Klagenfurt, bin nach Wien gezogen und habe mich mit dem Thema erst jetzt auseinandergesetzt.

Spürst du dann einen gewissen Druck, dass du diesen Lifestyle, den du ja online porträtierst, auch irgendwie aufrechterhalten musst?

Auf jeden Fall. Also, ich würde sagen, mir gelingt es eigentlich ganz gut, irgendwie mitzuhalten, so mit dem, was meine Freunde alle so leben. Und jeder von uns in meinem Kreis hat irgendwie eine super Wohnung, jeder hat ein fixes Einkommen. Also, wir sind eh alle sehr privilegiert, dass wir alle einen Job haben und wirklich schön leben können.

Mir war immer eher die Angst, also bei mir war die Angst da, dass ich das vielleicht nicht halten werde können. So: "Jetzt gelingt es noch, ich bin jung und ich habe einen super Job. Ich meine, ich bin sowieso als Content Creatorin selbstständig. Aber all meine Freundinnen und ich, wir haben jetzt das Glück. Aber wie schaut es vielleicht in 10 bis 15 Jahren aus?"

Man kennt ja doch Geschichten, wo vor allem Frauen älteren Alters ihren Job verlieren oder nach der Karenz den Wiedereinstieg in die Berufswelt nicht so gut schaffen. Und das ist eh meine Angst, weil jetzt geht es uns allen super, wir können Jobs switchen, wir sind flexibel, wir können remote worken. Aber wie schaut es aus, wenn wir vielleicht uns dafür entscheiden, Kinder zu haben? Und für die Zeit möchte ich gerade eigentlich eher vorsorgen.

Das finde ich sehr interessant oder eigentlich auch schon sehr weise, dass du das sagst, weil ich für mein Befinden ist es ja oft so, dass Influencer mit diesem Kurzfristigen und Verreisen und was weiß ich nicht alles Geld rauswerfen, möchte ich jetzt mal sagen, damit verbunden werden.

Aber das, was du ja eigentlich erzählst, ist eben diese Vorsorge. Das finde ich insofern spannend.

Also hat eigentlich dann dieses Influencer-Dasein, möchte ich jetzt mal sagen, hat das dann trotzdem deine Beziehung zu Geld nochmal verändert, oder?

Auf jeden Fall. Also, man muss ja sagen, als Content Creatorin, es ist einfach so, man verdient in kürzester Zeit relativ gut. Also, das ist, glaube ich, kein Geheimnis, dass Influencerinnen gut verdienen. Und das Einzige, was eben der Unterschied ist, es ist nicht etwas, womit du garantiert rechnen kannst, wenn du jetzt Ärztin wirst oder Anwältin wirst. Du weißt: "Okay, passt, ich werde muss vielleicht am Anfang mich einmal einarbeiten, aber aufs Leben gesehen bin ich relativ gut abgesichert und kann mir circa vorstellen, wie mein Einkommen sein wird bis zur Pension." Und bei uns Influencerinnen ist das einfach nicht so. Wir wissen nicht, wie lange sind wir relevant, wie lange haben wir Lust auf das Ganze? Das heißt, ich weiß, ich habe jetzt an diesem Topf an Geld, den ich verdiene, der wirklich nicht planbar ist, und ich muss halt schauen, dass ich aus dem das Bestmögliche mache. Aber trotzdem, natürlich, wenn man viel auf Social Media ist, man will irgendwo auch mithalten oder man macht sich selber so einen Konkurrenzdruck und man gibt auch ein bisschen mehr aus, also eben so mit Fashion oder mit Beauty. Also, ich habe schon hohe auch Shopping-Ausgaben in dem Sinne, weil ich halt mir immer denke, wenn ich jeden Tag ein Video drehe: "Boah, jetzt kann ich das Gewand schon nicht mehr sehen." Also, es ist jetzt gar nicht so, dass ich ein Gewand ja nur trage, sondern ich trage das Gewand auch in meinem Arbeitsumfeld und ja.

Das sind eigentlich dann Looks im Prinzip.

Genau, es sind Looks. Und deswegen tendiere ich immer dazu, immer wieder so neue Accessoires zu kaufen, sein Sonnenbrillen oder irgendwelche Ringe, einfach nur damit die Videos irgendwie catchier sind. Also, die Ausgaben sind natürlich auch im Beauty- und Modebereich enorm. Das ist einfach so. Man kriegt natürlich auch einiges geschenkt, aber das ist nicht so, wie sich das viele vorstellen, dass man da irgendwie... Also, viele Influencer kriegen schon viel Pakete. Bei mir ist es jetzt nicht so, dass ich mit Kleidung überhäuft werde, und deswegen muss ich selber dafür sorgen, dass ich sie mir kaufe.

Und das sind eigentlich Ausgaben, die mir auf Dauer nichts bringen.

Ja, okay, das verstehe ich. Vor allem, weil du ja auch sagst, als Content Creator bist du ja selbstständig. Das heißt, du hast quasi deine eigene Marke, dein eigenes Business und bist ja auch in einer finanziellen Verantwortung. Wie gehst du dann damit um? Weil das Ganze steht ja dann eigentlich mit dir oder steht und fällt mit dir im Prinzip.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass man sich relativ früh ein gutes Umfeld schafft und sich auch dessen bewusst ist: Was sind meine Stärken, was sind vielleicht meine Schwächen? Also, bei mir würde es ohne Management nicht gehen. Also, ich habe eine Managerin, die Franziska, die mich super unterstützt. Ich habe natürlich auch einen Steuerberater, also eine Steuerkanzlei, die hinter mir ist. Ich habe eine gute Rechtsschutzversicherung, Berufsausfallversicherung, was es gibt.

Also, was es alles gibt, das muss man sich einfach anschauen und sich damit auseinandersetzen, weil ich weiß, in all diesen Dingen, Vertragliches und so weiter, bin ich nicht gut. Außerdem weiß ich, wenn ich will, dass das langfristig funktioniert, muss ich ja schauen, dass ich nicht den kompletten Druck und die Verantwortung auf mir habe. Das heißt, mittlerweile habe ich auch eineinhalb geringfügig Angestellte, und so schaue ich, dass ich einfach so ein bisschen die Verantwortung und den Druck verteile, damit das nicht alles auf mich runterprasst und dann vielleicht irgendwann zusammenbricht. Und ich glaube, da muss man auch relativ früh schauen, dass man sich einfach Hilfe holt und Beratung holt, so gut es geht. Da muss man sich halt seine Schwächen eingestehen.

Das hat aber bei dir dann angefangen, indem du dir ein Management quasi gesucht hast, oder? Weil wie kommt man da drauf mit deinem Alter, dass man das alles überhaupt einmal braucht, von Versicherung bis zu eben Angestellten dann? Das ist ja alles dann sehr viele Schritte. Das ist ja dann nicht mehr dann eben, wie gesagt, nicht nur du in dem Sinne.

Bei mir ging das ganz einfach über Beratung. Also, ich habe ja an zwei Termine mit Finanzberatungen ausgemacht.

Management sind tatsächlich auf mich zugekommen, sobald es mit Social Media größer geworden ist, und so ist es dann zustande gekommen. Also, ich glaube, man sollte einfach vielleicht einmal mit einer ganz einfachen Google-Recherche starten, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzen will.

Gerade bei Versicherungsthemen findet man schneller mal einen Versicherungsvertreter, der einem da sowieso mit einigen Policenvorschlägen um die Ecke kommt. Also, normalerweise, wenn man sich einmal damit auseinandersetzt, findet man schon Quellen, die einem die richtigen Pakete schüren.

Da muss man natürlich auch noch einmal vorsichtig sein, eben was unterschreibt man, was geht man dann tatsächlich ein? Aber auch da, nach ein paar Jahren ist man aus jedem Vertrag irgendwie raus und kann dann wieder Verbesserungen machen, kann dann schauen: "Okay, was kann man optimieren?"

Und wenn wir jetzt zum Thema Finanzen kommen, wie legst du es da an? Wann hast du zum ersten Mal investiert und wie?

Eben mit 26 habe ich mich so das erste Mal mit dem Thema Altersarmut und auch Geldveranlagung auseinandergesetzt und relativ schnell für mich entdeckt, dass mir Immobilien Spaß machen. Das heißt, als Allererstes habe ich einmal in eine Immobilie investiert. Das war so meine erste Art von Geldanlage, das tatsächlich dann mit Hilfe meiner Mama. Das heißt, wir haben das so als Familienprojekt wieder gesehen, und nach der ersten Immobilie habe ich überlegt: "Okay, wie machen wir weiter?"

Mein Ex-Freund war damals in der Finanzbranche tätig, das heißt, er hat mir relativ schnell gesagt: "Hey, da gibt es sogenannte ETFs." Mir natürlich gar kein Begriff gewesen, aber er hat mir dann erklärt, was genau ein ETF ist. Also, bitte fragt es mir das jetzt. Ich kann es immer noch nicht so ganz wiedergeben. Ich verstehe es, aber ich könnte es jetzt nie so ganz wiedergeben, wie es halt wahrscheinlich professionell wäre. Aber ja, es gibt ETFs, es gibt Einzelaktien. Schau dir das einmal an.

Und dann habe ich tatsächlich einmal vor ihm vertraut, ihm einmal ein monatliches Budget von, ich glaube, 25 Euro in die Hände gegeben und gesagt: "Mach mal." Und er hat gesagt: "Na, schau, setz dich mit mir hin, wir schauen uns das gemeinsam an, da gibt es diese und diese Apps, schau mal, wo du die Benutzeroberfläche am freundlichsten findest, und dann schau, dass du diese 25 Euro in etwas legst, woran du glaubst." Also, so hat es eigentlich begonnen. Und meine erste Aktie war, glaube ich, eine Oatly-Aktie.

Die Hafermilch?

Hafermilch. Ich habe gesagt: "Ich trinke gern Hafermilch." Ah, cool, die sind gerade irgendwie auf den Markt gekommen oder an die Börse, und ich so: "Ja, super, wir glauben an Oatly" und habe einfach meine erste Aktie irgendwie von Oatly gekauft.

Sehr cool.

Also, ganz easy. Und ich finde diesen Ansatz immer noch gut, weil wenn Leute mir erklären, heutzutage noch, in was ich unbedingt investieren sollte, höre ich mir das gern an, aber es ist... oder ich würde trotzdem immer gerne in etwas investieren, an das ich auch glaube. Genau, und so habe ich mir einfach an zwei, drei ETFs rausgesucht. Mittlerweile überweise ich in jeden ETF circa 100 Euro im Monat, und das passt für mich so neben der Immobilie.

Ich wollte gerade sagen, weil du hast ja eigentlich... Die Immobilien sind ja trotzdem noch der Kern oder das Haupt, die Anlage von dir in dem Sinne. Ich wollte dich nämlich eh fragen, ob du Alternativen eben auch bedacht hast mit ETFs und so. Das hast du jetzt eh gesagt. Das heißt, für dich ist aber am wichtigsten, dass du dahinterstehst, konkret, oder dass du dafür einstehen kannst oder daran glaubst, was das Unternehmen macht.

Ganz genau. Das ist es eigentlich. Natürlich, zum Beispiel der S&P 500, um den kommt man ja kaum drumherum. Jeder sagt: "Nein, nimm den auf jeden Fall mit, das kann man dann auch gerne machen." Ich habe zum Beispiel auch passend zum Austrian Rich Girl, wo wir schon festgestellt sind, das bin ich nicht, aber das wäre ich ja vielleicht einmal gern. Deswegen, ich glaube, ich habe auch noch ein bisschen was im Global Luxury drin.

Ah, okay, da ist der Luxus auch mit dabei.

Da ist der Luxus mit dabei. Das fand ich ganz lustig. Und ja, mit Kleinbeträgen macht man ja nichts falsch. Und lieber haue ich da 25 Euro im Monat rein, als jetzt zum Zara zu gehen und da 25 Euro für ein T-Shirt auszugeben, das ich zweimal trage.

Und so habe ich ja ganz easy am Anfang handiert mit Geld, mit Anlagen, dass ich gesagt habe: "Okay, wenn ich shoppen war, nehme ich dieses T-Shirt jetzt für 25 Euro oder gebe ich es in ETFs?" Und dann, wenn ich mich gegen ein T-Shirt entschieden habe und das dann zu Hause in einer App investiert habe, hat sich das einfach immer gut angefühlt.

Und dann habe ich das gesehen in meinem ETF-Konto und habe mir gedacht: "Boah, voll cool." Nach ein paar Tagen schon so ein paar Prozent plus oder nach ein paar Wochen noch mehr, und dann war das so eine kleine Motivation. Und nach ein, zwei Jahren sieht man dann: "Ja, super, für das Geld, was ich jetzt schon gemacht habe oder für das Plus, hätte ich mir jetzt dann 20 von diesen T-Shirts kaufen können."

Und das eine schließt das andere ja nicht aus. Man muss einfach ein bisschen geduldig sein, schauen, will man was rausnehmen oder nicht, und dann kann man sich immer noch was gönnen vom Gewinn.

Bist du dann jemand, der dann wöchentlich hineinschaut in die ETFs, oder wie oft musst du deine ETFs begutachten, was sich da tut?

Gar nicht oft. Mich würde das total stressen. Also, ich sehe auch Menschen, die wöchentlich oder täglich Aktienkurse verfolgen. Ich finde es supercool, wenn man das kann. Mich persönlich würde es stressen. Ich mag meine Pläne. Ein-, zweimal im Monat wird da was abgebucht, das läuft alles automatisch, easy going, und ich versuche, mich da gar nicht zu stressen, weil natürlich, man schreibt auch gerade in ungewissen Zeiten wie jetzt einfach auch rote Zahlen. Und wenn man sich damit zu viel stresst, dann handelt man vielleicht auch unklug, nimmt vielleicht was raus oder stoppt seine Sparpläne. Man muss zwar alles im Blick haben, aber man darf eben auch nicht aus Angst reagieren.

Und bei deinen Immobilien, das ist ja dann nochmal gefühlt ein größerer Schritt noch einmal. Wie bist du da vorgegangen? Wie war das von der Vorbereitung her oder wo hast du da das Wissen dir angeeignet?

Boah, tatsächlich mit Onlinekursen. Ich habe wirklich niemanden gekannt, der mir da wirklich helfen konnte. Wir hatten so ein paar Kontakte durch meine Mama, und sie hat gesagt, sie hilft mir da mit dem Startkapital, aber ich muss mich da einlesen, und die Verantwortung lag auch tatsächlich bei mir.

Das Einzige, was meine Mama gut konnte, sie war nämlich schon in Pension, ist Wohnungen schauen. Das heißt, ich habe sie online geschickt, habe gesagt: "Du refreshst im Minutentakt alle Immo-Seiten, die du findest, und sagst mir, wenn irgendeine Anzeige online geht, die vielleicht gar nicht so professionell ausschaut, dass sie immer draufkommen, dass alles, was natürlich über Makler geht, natürlich einen Preisaufschlag hat, aber alles, was vielleicht Privatpersonen inserieren, das könnte auf jeden Fall mehr ein Schnäppchen sein oder irgendwo ein fairer Deal."

So sind wir tatsächlich dann auch zur ersten Immobilie gekommen. Also, die Mama hat sie gefunden, wir haben die besichtigt, und das war einfach ein super netter Deal. Da haben wir ganz eine nette Verkäuferin gefunden, und keiner wollte irgendwem was Schlechtes, sondern man hat einfach einen fairen Deal gemacht. Und so bin ich zur ersten Immobilie gekommen, habe geschaut, dass ich die relativ schnell abbezahle. Dabei hat mir mein Job natürlich als Influencerin geholfen.

Und mittlerweile habe ich die zweite Immobilie in Wien gekauft, wobei ich auch sagen muss, Immobilien in Wien ist eine teure Geschichte. Da macht es vielleicht mehr Sinn, in Studentenstädten zu schauen, vielleicht Graz, Linz, Leoben oder so, dass man dort was sucht. Und ja, dann habe ich eine Wohnung in Wien gefunden, zum Glück wieder eigentlich über meine Mama, glaube ich. Die hat schon wieder irgendwie eine Anzeige gefunden, die online auch viel haben, fair war.

Ich war die Erste, die sich gemeldet habe, habe die Wohnung besichtigt und gesagt: "Super, zum Sanieren." Neubau, ganz wichtig, wenn man eine Wohnung vermieten möchte, Neubau nehmen. Und so bin ich jetzt zur zweiten Immobilie gekommen, natürlich mit Fremdfinanzierung. Also, einen gewissen Prozentsatz muss man Eigenkapital haben. Ich glaube, das liegt bei 20 Prozent. Das muss man immer mit einberechnen. Dann kommen noch die Nebenkosten dazu. Also, der Kaufpreis, den man sieht, der wird leider nochmal höher durch die ganzen Kosten, die dazukommen, Bankzinsen und so weiter. Aber ja, jetzt bin ich quasi bei der zweiten Wohnung, beim Abzahlen, und es läuft eh ganz gut. Mieterin ist schon drin, ist eine Freundin von mir, ist auch ganz cool.

Das ist ja das Nächste. Eine Immobilie ist ja nicht auch unbedingt immer leicht veräußerbar oder wieder veräußerbar und bindet ja eigentlich auch ziemlich viel Kapital. Was war da deine... Wie ist es dir damit dann gegangen, dass du dann bei der zweiten auch wieder sagst: "Okay, ich kaufe jetzt wieder eine Wohnung?" Das ist ja trotzdem, wenn ich jetzt so an mich denke, trotzdem ein großer Schritt.

Es ist ein sehr großer Schritt, und ich glaube, da hilft mir auf jeden Fall wieder dieser Gedanke der Altersarmut. Ich muss sagen, ich habe diese Gedanken jetzt nicht mehr. Ich habe die ziemlich schnell überwunden, weil ich glaube, dass ich ganz gut aufgestellt bin. Aber trotzdem hilft es mir zu wissen, eine Immobilie ist etwas, das mir bleibt.

Wir sind ja trotzdem mit meiner Mama und mit meiner Schwester, wir leben in Österreich, und die Immobilien gefallen uns auch so gut, dass wir sagen würden: "Okay, passt." Eine von uns wird vielleicht später einmal nach Kärnten ziehen, eine will vielleicht in einer Wohnung in Wien wohnen. Wir haben sie in einem meiner Lieblingsbezirke gekauft.

Beide Wohnungen sind ebenerdig, sie sind barrierefrei. Bei beiden Wohnungen ist ein Parkplatz dabei. Also, ich habe schon was genommen, wo ich sage, das gibt mir einfach auch inneren Frieden. Ob das jetzt die klügste Entscheidung war, das wird jeder anders sagen, ob das jetzt klug war, viel in Immobilien zu geben oder nicht. Aber mir gibt es einfach einen Seelenfrieden, und der ist, finde ich, auch was wert.

Ja, da kann man gut schlafen über Nacht, ist, glaube ich, auch ganz wichtig, vor allem im Alter dann. Was waren denn da so vielleicht jetzt, weil du ja gesagt hast, mit Altersarmut und so, das waren ja dann schon Sorgen, deshalb hast du ja dann eigentlich investiert. Was waren denn dann beim Investieren konkrete Ängste? Gab es da irgendwelche Vorbehalte oder dass du irgendwie gezögert hast oder so?

Ja, es gab schon so ein paar Hoppalas, die mir passiert sind. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was genau das war, aber ich glaube, ich habe etwas geshortet oder irgendwie ein Limit oder Verkaufslimit eingestellt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich gemacht habe, aber eine Aktie habe ich für ein paar 100 Euro gekauft, und das war damals für mich auch wirklich immer noch sehr viel Geld.

Und ich habe irgendwie ein Limit eingegeben, dass sie ab, wenn sie um einen gewissen Betrag fällt, soll sie bitte verkauft werden. Und sie ist nur ganz kurz gefallen und wieder hochgestiegen, und ich wäre sogar eigentlich wieder im Plus gewesen, aber durch dieses Limit, das ich eingestellt habe, wurde sie verkauft zu einem wirklich, wirklich niedrigen Preis. Und ich habe einfach innerhalb von Sekunden wirklich viel Geld verloren und habe das aber gar nicht so gecheckt und bin auch erst Tage später draufgekommen, weil ich ja meine Aktienkonten und ETF-Konten nicht so oft überprüfe, meine Depots.

Und das war sehr ärgerlich, weil ich habe mich einfach rumprobiert, habe einen Fehler gemacht, der mich dann einfach viel gekostet hat. Und damals war ich auch noch Studentin, das heißt, für mich war das echt ein Untergang. Und dann habe ich schnell an mir gezweifelt, mir gedacht: "Oh Gott, nein, ich brauche jetzt sofort einen Finanzmanager, der das ab jetzt für mich macht." Aber ja, von solchen Rückschlägen darf man sich auch nicht entmutigen lassen.

Hast du die Funktion jetzt mittlerweile ausgeschaltet?

Ich habe sie nie mehr genutzt. Ja, so lernt man es dann. Ich vertraue jetzt einfach. Genau, genau. Ich bin jetzt einfach breiter aufgestellt, und wenn einmal was fällt oder steigt, ja, dann ist es halt so, ich habe da jetzt einen Überblick, aber nicht mehr so die komplette Kontrolllust.

Und ja, sowas macht vielleicht Sinn, wenn man ein bisschen gambelt oder, ich weiß nicht, vielleicht macht es auch Sinn, wenn man bei Krypto investiert, dass man da ein gewisses Limit einstellt. Das ist ja noch einmal ein bisschen volatiler. Ja, mir passiert es hoffentlich nicht nochmal.

Aber es ist gut, dass du es erzählst, weil du ja auch mit deinem Kanal sehr viele junge Leute erreichst. Und wenn man deinen Kanal betrachtet, hast du einerseits deinen Content, aber du hast auch als Story-Highlight die ganzen Immobilienthemen. Und das finde ich wiederum eigentlich interessant, dass du einerseits diesen Material Girl, Rich Girl, Lifestyle präsentierst, aber auf der anderen Seite dann trotzdem auch den jungen Leuten versuchst, etwas zu vermitteln. Habe ich das so richtig aufgefasst bei dir?

Voll, und es kommen auch voll viele Anfragen. Also, natürlich, Leute schreiben mir so: "Ja, du hast leicht reden, du hast ja viel Kohle oder du hast geerbt." Und dann schreibe ich so: "Hey, nein, ist überhaupt nicht so. Wenn du gerade strugglest, schau gerne in meine Highlights rein, da habe ich ein paar Finanztipps drinnen."

Oder ich sage den Leuten einfach, sie sollen sich dahinterklemmen und sich um ihre Finanzen kümmern. Und ich versuche da schon, Leute ein bisschen zu den Finanzen, also vor allem Immo. Die Immothemen sind einfach für mich sehr cool, und ich versuche halt vielen Studentinnen zu sagen: "Hey, wenn du mit den Themen Immos Spaß hast, dann schau dir das mal an, was ich so gemacht habe. Vielleicht ist das was für dich. Ich kann dir jetzt keine supertollen Tipps geben, aber vielleicht ein bisschen Inspiration." Und wenn das jemand mitnehmen kann von meinem Profil und nicht nur ein paar spaßige Scherze, dann freut mich das.

Also, fühlst du dich dann eigentlich in einer Art Verantwortung, dass du als Content Creatorin offen über Geld sprichst?

Tatsächlich schon. Das Auge ist eigentlich, fragt mich nie wirklich jemand nach meinen Tipps oder niemand fragt mich nach meinem Einkommen. Das ist bei uns in Österreich eh immer so ein bisschen, man spricht da nicht so wirklich über Finanzen. Wenn jemand auf mich zukommt, versuche ich so ehrlich, wie es geht, zu sein und auch Tipps zu geben. Aber ich kriege auch gar nicht so viele Fragen, eher Vorwürfe. Aber wenig Leute kommen jetzt an mich, also treten an mich heran und fragen: "Hey, könntest du mir einen Tipp geben oder wie machst du dies?" Das sind echt nur wenig Leute. Also, ich komme so gar nicht zu dem Austausch. Deswegen freut es mich voll, dass ich heute hier bin. Vielleicht hilft es jemandem, das zu hören. Also, ich stehe ja für Rückfragen auf meinem Profil natürlich immer bereit. Und ich habe zum Beispiel auch einen YouTube-Kanal, da zeige ich die neue Anlegerwohnung, und ich spreche auch ein bisschen drüber: Was kostet es? Was für Kosten kommen beim Kauf noch dazu? Wie bin ich auf das ganze Thema gekommen? Und da sind auch sehr viele Kommentare. Leute tauschen sich in den Kommentaren auch aus. Das heißt, man kann auch bei Creatoren, die über Finanzen sprechen, oft in der Kommentarspalte, in der Kommentarfunktion viele Tipps noch ergattern. Aber bitte auch da wieder immer alles hinterfragen.

Wenn du jetzt an junge Menschen eben genau diese Tipps geben könntest, was würdest du ihnen jetzt kurz zusammengefasst raten? Vielleicht auch bevor sie ihr erstes eigenes Geld oder so verdienen oder überhaupt einmal damit in Berührung kommen?

Ich würde auf jeden Fall mit einem Sparplan mit ETFs starten. Ich würde mich vielleicht einmal einfach mit Apps auseinandersetzen, wo man Geld anlegen kann. Ich würde mir YouTube-Videos anschauen zu verschiedenen Finanzthemen, vielleicht auch einmal mit ChatGPT oder mit Google Gemini reden und mal schauen, was gibt es für Optionen. Dann vielleicht mit einer Finanzberatung mal sprechen oder auch einfach mit der Hausbank schauen, was gibt es da für Möglichkeiten und zunächst noch für nichts entscheiden, aber sich einfach mal unterschiedliche Wege anhören, vielleicht auch vielleicht mit Immobilien auseinandersetzen, mit Aktien, ETFs, was es halt alles gibt, und dann entscheiden, was ist für einen der richtige Weg, was ist das Budget, was einem nicht wehtut, wo kann man vielleicht einsparen, um für die Zukunft vorzusorgen, welche Versicherungen sind für mich wichtig, welche Versicherungspolizen habe ich vielleicht im Hintergrund laufen, die ich gar nicht brauche. Das Gleiche kann man auch generell mit den Finanzen machen, mit Abos oder sowas, die man im Hintergrund laufen hat. Einfach schauen, was kann ich optimieren und was kann ich machen, was mir nicht wehtut, aber monatlich automatisch läuft.

Und zur Abschlussfrage, Bianca, was bedeutet für dich denn persönlich, safe zu sein im finanziellen Sinn?

Safe zu sein bedeutet für mich, breit aufgestellt zu sein, mich mit Finanzen auszukennen, zumindest oberflächlich, aber einen Überblick zu haben und auch Freude zu empfinden und an meine Projekte zu glauben.

Bianca, ich danke dir sehr herzlich für deine Einblicke zu deiner Investment-Story und danke dir für die Zeit.

Vielen lieben Dank dir.

Hallo Annalisa, willkommen zurück.

Ja, danke, Alex.

Ein sehr spannendes Gespräch. Was blieb hängen bei dir?

Ja, also das Gespräch mit der Bianca hat mich irgendwie sehr abgeholt beziehungsweise habe ich mich sehr gehört gefühlt, weil sie ja gleich auch am Anfang der Folge anspricht, dass sie Angst vor Altersarmut hatte beziehungsweise dass das eigentlich so der Ausgangspunkt dafür war, dass sie mit finanziellen Punkten sich beschäftigt hat.

Und da habe ich mich sehr gehört gefühlt. Ich bin 25 Jahre alt und mir geht es ähnlich, auch mit Sachen Pension und eben, wie es dann im Alter bei jemandem oder bei einem selber sein wird, hat mich auch beschäftigt.

Und deshalb habe ich mich da alleine da schon sehr abgeholt gefühlt von ihr.

Ja, das ist natürlich kein Zufall oder leider traurige Wahrheit, dass das in Österreich ein großes Thema ist, Altersarmut, also insbesondere für Frauen. Jede fünfte Frau in Österreich ab 65 Jahren ist armutsgefährdet, und die Gründe dafür sind eben langfristige Auswirkungen von Teilzeitbeschäftigung, Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kinderbetreuung und dadurch auch ein niedrigeres Einkommen im Erwerbsleben. Und bei Frauen ist die durchschnittliche Pension 1,600 Euro brutto, bei Männern ist sie bei 2300 Euro brutto. Und es geht auch, also das ist natürlich dann der Worst Case. Also, wenn man sagt, man kann sich sein Leben, die Grundlagen nicht mehr finanzieren, aber es geht auch gar nicht immer nur um Armut, sondern kann ich auch meine Lebensqualität, auch wenn ich jetzt das Glück habe, besser zu verdienen, kann ich es aufrechterhalten mit dem, was ich nur durch die staatliche Pension bekomme.

Also, wir haben ja dieses Umlagesystem, das heißt, die Erwerbstätigen finanzieren jene Personen, die in Pension sind. So, wenn man sich jetzt die Demografie ein bisschen anschaut, dann sieht man, wir haben immer mehr ältere Leute und immer weniger Junge, die arbeiten oder erwerbstätig sind. Dadurch ergibt sich eine logische Diskrepanz. Und deswegen ist auch unabhängig davon, ob man jetzt sagt, ich bin betroffen oder ich habe das Risiko, Altersarmut ausgesetzt zu sein. Ich kann mir durchs Vorsorgen einfach die Sicherheit geben, ich habe dann, wenn ich in die Pension eintrete, noch eine Zusatzpension, ein zusätzliches Einkommen, das es mir ermöglicht, eben auch meinen Lebensstandard, den ich während meiner Erwerbstätigkeit, wo ich im Idealfall besser gut verdient habe, aufrechtzuerhalten.

Vor allem, weil sie ja eigentlich auch sagt in der Folge, dass sie natürlich jetzt als Content Creatorin vielleicht überdurchschnittlich verdient oder überdurchschnittlich gut verdient, von mir aus jetzt gerade auch ein gutes Einkommen hat. Das ist aber erstens nicht regelmäßig und zweitens auch nicht langfristig planbar. Deshalb legt sie ja jetzt schon in gewisse Dinge an, die auch langfristig Bestand haben.

Genau, das ist ein sehr guter Punkt. Also, es ist ja auch das, du kannst ja, sie spricht dann auch die Berufsgruppen Arzt oder Anwalt an, ja, es ist ein bisschen planbarer wie Influencerin, aber es kann immer was passieren im Leben. Und das, also Angst, bei Angst schwingt ja Sorge mit, und damit zusammenhängt Vorsorge. Also, ich sorge dafür vor, wenn was Unvorhersehbares passiert, oder ich sage, wir alle wissen auch nicht, wie schaut unser Pensionssystem in 30 Jahren aus?

Es ist sehr viel Diskussion gerade da. Wir haben ein sehr teures Pensionssystem, das wo der Staat auch zuschießen muss, also auch sich verschulden muss, um es zu finanzieren. Wir wissen nicht, bekommen wir in 30 Jahren noch die Ersatzraten? Also, das, was die Ersatzrate ist, das, wie viel bekomme ich gemessen an meinem letzten Einkommen oder am durchschnittlichen Erwerbseinkommen über mein Leben?

Und deswegen glaube ich, schadet Vorbereitung nie, weil das ist das, was ich individuell in der Hand habe. Und da komme ich zurück zu den Themen. Dass wir da ein Problem haben, ist augenscheinlich, also dass Frauen überproportional betroffen sind. Und jetzt kann man sich die Frage stellen, also ich sage ich jetzt als Mann, das ist, ich will nicht übergriffig sein. Nein, ich meine nur, was habe ich individuell in der Hand?

Kann ich individuell darauf warten, vertrauen, dass die Politik in die Gänge kommt, dass sich die Gesellschaft ändert, schnell ändert? Schwierig. Was ich in der Hand habe, ist meine individuelle Anlage. Ich kann sofort beginnen, wenn das Einkommen oder wenn ich zumindest die Möglichkeit habe, auch geringere Beträge, habe ich die Möglichkeit, sofort zu starten. Ich brauche mich nicht darauf verlassen, tut die Politik was, wird sich gesellschaftlich was ändern, etc., etc. Und das hat sie erkannt oder hat ihre Schwester erkannt und hat daraus meiner Meinung nach die vollkommen richtigen Schlüsse gezogen.

Das war, glaube ich, einer meiner Lieblingspunkte in dem Gespräch, nämlich dass sie erzählt hat, dass sie am Anfang gleich gesagt hat: "Ja, okay, sie nimmt jetzt einfach 25 Euro in die Hand und investiert das einfach in irgendeine Aktie." Und da hat sie erwähnt, dass sie in Oatly investiert hat. Da habe ich schmunzeln müssen während der Aufnahme. Vielleicht ging es ein paar anderen von den Hörerinnen und Hörerinnen auch so, weil sie einfach in irgendetwas investiert hat, woran sie glaubt und was sie kennt. Und ich glaube, dass man da eigentlich einen guten Anfang so wählen kann, weil du eben sagst, wie du es gerade angesprochen hast, man muss irgendwann vielleicht auch mal selber anfangen.

Absolut. Und das ist halt die empirische Beobachtung, die man hat. Man sagt: "Hey, das Unternehmen, da greife ich selber auf die Leistungen zu, was dieses Unternehmen anbietet. Das gefällt mir, damit kann ich mich identifizieren. Das vertritt vielleicht doch im Idealfall meine Werte oder was auch immer."

Also, ohne jetzt Werbung für Oatly zu machen, ich habe auch keine Ahnung, wie dieses Unternehmen so bewertet ist aktuell, aber und man sollte sich dann natürlich nicht nur auf ein Unternehmen konzentrieren.

Ja, sie macht es ja auch anders. Sie hat ja noch andere Zugänge.

Genau. Im Idealfall hat man halt vielleicht 15, 20 Unternehmen, wenn man diesen Einzelaktienkurs fährt. Idealerweise sind die über gewisse Regionen der Welt, über gewisse Branchen verteilt, also jetzt nicht nur Hafermilchhersteller, weil dann hat man wieder ein Klumpenrisiko, nennt man das bei der Veranlagung.

Aber so kann man sich auch sein. Also, das ist das Schöne eben an der individuellen Anlage. Ich entscheide komplett, in welche Unternehmen investiere ich. Und idealerweise kann man sich halt so auch einen kleinen Aktienkorb zusammenstellen und ist natürlich dann aufwendiger, wie wenn man sich jetzt einen Fonds nimmt oder einen ETF, aber ist auch ein Zugang.

Wobei ja bei ihr der Hauptfaktor bei ihren Investments trotzdem Immobilien sind.

Ja, also um einmal Zahlen zu liefern, Immobilien, es gibt da so Statistiken über 100 oder 120 Jahre. Was hat so eine Aktienanlage global gestreut gebracht an Rendite jährlich? Was hat eine Wohnimmobilienanlage gebracht? Da liegen die Aktien im Vergleich mit allen anderen Anlageklassen eigentlich voran. Also, auch wenn man jetzt Gold oder Rohstoffe, Staatsanleihen, Anleihen hernimmt, die Aktien liegen da bei 5,3 % über 120 Jahre pro Jahr inflationsbereinigt, die Wohnimmobilien global bei 2,4 %. So, das ist aber, also was fängt man jetzt als Individuum damit an? Nur, ich wollte es nur als Vergleich liefern.

So, das heißt aber jetzt nicht, dass die Wohnimmobilie per se die schlechtere Anlage ist. Und man sieht ja auch, der Zugang bei der Bianca war ein, der war da so voraussichtig, weil die hat die Wohnung sogar schon barrierefrei ausgesucht, falls sie Eigenbedarf hätte im Alter, dass sie sie selbst verwenden kann. Also, die ist ebenerdig und also das ist unglaubliche Weitsicht einmal zunächst. Es kam dann noch eine Fremdfinanzierung noch dazu, also sprich ein Kredit, wofür man eine gewisse Bonität vorweisen muss. Man braucht größeres Startkapital, man braucht Mieter oder Mieterinnen, das ist schon ein großer Fakt.

Also, so viel kann man sagen, wenn man die Immobilie nur kauft und stehen lässt, auch wenn es an einem potenziell guten Standard ist, dann machst du damit wenig oder gar nichts Rendite. Du brauchst Mieterinnen, hast du wieder einen Faktor mehr. Trotzdem, das heißt jetzt nicht, dass die Immobilienanlage per se unattraktiv ist, und sie hat ja eben, also wie die Bianca auch erzählt hat, sie kann ja auch einen persönlichen Nutzen haben, wo man dann einzieht.

Ich glaube, dass bei ihr da ein großer Punkt auch war, den ich mitgenommen habe aus dem Gespräch, dass sie diesen inneren Frieden braucht. Und ich glaube, also das, was du jetzt aufgezählt hast, von mir aus ist die Rendite geringer als jetzt bei Aktien, aber ich glaube, dass für sie auch dieser innere Frieden mit Wohnungen und dass sie weiß, sie hat einfach auch Räumlichkeiten, die sie vielleicht auch in Zukunft im Alter nutzen kann, die barrierefrei sind und so weiter, die geben ihr, glaube ich, so einen inneren Frieden, dass sie vielleicht da bereit ist, ein bisschen Abstriche zu machen. So hätte ich das jetzt verstanden und kann ich auch gut nachvollziehen, ehrlich gesagt.

Verstehe ich auch komplett. Also, die Wohnung oder das Haus, das hat man vor Augen, das kann man sich besser vorstellen als diesen ETF, der zwar einen Wert abbildet, wo ich auch sekündlich kann dauernd schauen, wie sich der entwickelt, und ich kann ihn mir auch relativ unkompliziert auszahlen lassen, wenn ich ihn brauche. Aber es ist, ich verstehe das komplett.

Es ist dieses besagte oder vielzitierte Dach über dem Kopf. Das ist so die letzte Instanz, wenn alles oder wenn nichts mehr funktioniert, ich habe ein Dach über dem Kopf, verstehe ich. Aber das ist auch irgendwie eben so in unseren Köpfen, glaube ich. Wir schreiben oder wir schreiben der Aktienanlage ungerechterweise vielleicht so ein bisschen so, das ist trotzdem noch unsicherer als die Immobilie.

Aber was ich sagen wollte, nochmal, um darauf zurückzukommen, für jemanden, der jetzt sofort starten will, ohne diese großen Hürden, ist halt die Veranlagung, wenn man sagt, man macht ein Konto auf bei einem Broker oder bei der Bank, was auch immer, die sind mittlerweile fürs Individuum und vor allem, was das eben das Kapital zu Beginn, ich kann mit Minibeträgen beginnen und das läuft monatlich, kann ich da einzahlen, ist es einfach, um zurückzukommen, barrierefreier, würde ich sagen.

Also, ich nehme daraus mit aus dem Gespräch auch und auch vielleicht das Learning. Es ist an sich egal, wie jetzt jeder von uns oder jede es anlegt. Ich glaube, das Wichtigste daraus ist, dass man sich den Vor- und Nachteilen bewusst ist. Und ich glaube, was ich für mich mitnehme, ist, dass man einfach ruhig schlafen können sollte. Ich glaube, das ist das Wichtigste, weil wenn du dann eine gewisse Aktie hast, die jeden Tag einbricht und so weiter, dann schläfst du auch nicht gut, dann hast du auch nichts davon. Das wäre mein Learning aus dem Ganzen.

Ja, nein, bin ich bei dir. Und ruhig schlafen setzt immer voraus, man weiß, was man tut, man hat einen Überblick darüber, was man tut. Und da gibt es auch so drei gute Fragen, die man sich selbst stellen kann, wenn man egal was beurteilt, welche Anlage, was kostet es mich, was bringt es mir, also welche Rendite kann ich mir erwarten, wenn ich mir Statistiken anschaue und welches Risiko gehe ich ein? Und wenn man irgendeinen Teil davon nicht sicher beantworten kann, sollte man vielleicht nochmal überdenken, ob das das Richtige ist oder ob ich es mir nochmal genauer anschauen sollte.

Dann sollte man nochmal eine Nacht drüber schlafen, quasi. Ich würde sagen, wir machen dafür heute einen Schlusspunkt drunter. Also, vielen Dank an alle fürs Zuhören und auch danke an dich, Alex, für das Gespräch und für all deine Inputs.

Vielen Dank. Ciao.

Bis zum nächsten Mal. Danke vielmals. Ciao.

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