NFL-Tight-End Bernhard Seikovits erzählt, wie er als Österreicher in der härtesten American-Football-Liga der Welt seinen finanziellen Game Plan entwickelt hat. Er vergleicht die offene Geldkultur in Amerika mit der europäischen Sparmentalität und teilt seine Strategie: ETFs, Tagesgeldkonto und ein NFL-Pensionsfonds als sicheres Fundament. Ein ehrliches Gespräch über Chancen, Fehler und das Investieren in sich selbst.
Bernhard Seikovits ist einer der wenigen Österreicher, die es in die NFL geschafft haben – als Tight End bei den Arizona Cardinals. Im Podcast erzählt er, wie er als Zehnjähriger über einen Freund zum Flag Football kam und nie damit rechnete, damit Geld zu verdienen. Er schildert, wie offen in der NFL über Finanzen gesprochen wird, welche Rolle der Club Owner bei seinem ersten Investment gespielt hat und warum er trotz NFL-Gehalt kein großer Ausgabenfreund war. Außerdem zieht er einen spannenden Vergleich zwischen der europäischen Spar- und der amerikanischen Investmentmentalität – und erklärt, worauf er für seine finanzielle Zukunft setzt. Ein Gespräch darüber, was Österreich von der amerikanischen Anlegerkultur lernen kann – und was es besser macht.
Links:
Wiener Börse: www.wienerborse.at
Initiative „Beteilig dich": wienerborse.at/beteilig-dich
Porträt (c) Svenja Sabatini
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro
[00:38] Begrüßung & Vorstellung der Episode
[01:36] Gast-Vorstellung: Bernhard Seikovits & sein Weg in die NFL
[01:52] Wie ein österreichischer Bub zum American Football kam
[04:10] Vom Hobby zum Profi – wann wurde Football zur Karriere?
[09:20] Der Positionswechsel: Von Quarterback zu Tight End
[10:55] Geldkultur im Vergleich: Österreich vs. Amerika
[14:22] Finanzielle Bildung in der NFL – Coaches, Berater & Budgets
[17:27] Erste Investments & der Rat des Club Owners
[20:15] Bernhards Investment-Strategie: ETFs, Tagesgeld & 401k
[22:35] Gameplan im Sport vs. Gameplan beim Investieren
[24:58] Zurück in Wien: Gedanken an die finanzielle Zukunft
[25:52] Finanzielle Fehler & was er daraus gelernt hat
[26:23] Ratschläge für junge Spieler: Budget, sparen, früh anfangen
[29:33] Was bedeutet finanziell „safe" sein?
[30:53] Dankeschön & Abschluss des Interviews
[31:03] Nachgespräch: Anna-Lisa & Alex über Anlegerkultur
[38:44] Fazit & Verabschiedung
[40:44] Disclaimer & Hinweise zur Initiative "Beteilig dich"
Anna-Lisa: [00:00:00] Willkommen bei Safe! Stories übers Investieren.
Alex: Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
Anna-Lisa: Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
Alex: Über Fehler, Aha-Momente [00:00:20] und darüber, was sie heute anders machen würden.
Anna-Lisa: Wir sind Anna Lisa Bier.
Alex: Und Alexander Wastl. Wir finden, über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
Anna-Lisa: Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt und jetzt geht's los.
Anna-Lisa: Hallo und herzlich willkommen zu Safe— [00:00:40] Stories übers Investieren. Schön, dass ihr wieder eingeschalten habt. Ich bin Anna-Lisa Bier und gegenüber von mir sitzt Alexander Wastl. Hi Alex.
Alex: Hallo Anna-Lisa. Ich hab die Vermutung, du machst heute einige Yards beim Thema Investieren. Habe ich recht damit?
Anna-Lisa: Ja, du hast es schon richtig angeteasert.
Anna-Lisa: Für diese Folge darf ich nämlich mit Bernhard Seikowitz sprechen. [00:01:00] Er ist professioneller American Footballspieler und ist 2021 über das International Player Pathway Program in der NFL zu den Arizona Cardinals gewechselt. In unserem Gespräch schildert er mir, inwiefern sich Österreich und Amerika in Geldfragen unterscheiden und er erzählt mir außerdem, warum er in der NFL nicht nur Inputs fürs [00:01:20] Footballspielen, sondern auch für seinen finanziellen Game Plan bekommen hat.
Alex: Ja, sehr spannend. Dann schauen wir, dass wir die Investments positiv über die Linie bringen, hätte ich gesagt und ich freue mich schon auf unser Gespräch im Anschluss.
Anna-Lisa: Ich mich ebenso, der Ball liegt jetzt bei mir. Hallo Bernhard, schön, dass du da bist.
Bernhard Seikovits: Hallo, ja danke für die
Alex: Einladung.
Anna-Lisa: Ich möchte zu [00:01:40] Beginn gleich mal über deinen Zugang zum American Football sprechen.
Anna-Lisa: Wie bist du denn als Österreicher zu dem Sport gekommen? Kannst du das am Anfang vielleicht mal gleich skizzieren?
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Also es stimmt, Football kennt man jetzt nicht so wirklich hier in Österreich und es ist eigentlich immer die Nummer eins Frage: Wie kommt man überhaupt zu dem Sport? Aber bei mir ist das eigentlich ganz, äh, [00:02:00] natürlich passiert.
Bernhard Seikovits: Mein, äh, bester Freund, auch damals schon in der Kindheit, dem sein Vater, der ist wegen seinem Vater in ganz vielen verschiedenen Orten auf der Welt aufgewachsen und einer davon war halt eben Amerika. Und deshalb hat der Baseball, Football, all diese Sportarten einfach extrem geliebt und hat seinen Sohn quasi zum Flag Football [00:02:20] gebracht.
Bernhard Seikovits: Ähm, das ist quasi so die Vorstufe vom American Football ohne Körperkontakt und so und, ähm, ich hab zu dem Zeitpunkt noch keinen Sport gehabt und meine Mama hat gesagt: „Ja, komm mal mit." Und, ähm, dann hat mir das so Spaß gemacht, dass ich im Jahr darauf dann gleich zu den Vikings gegangen bin, weil ich halt das wirkliche Football probieren wollte.
Bernhard Seikovits: Und da bin ich dann irgendwie hängen geblieben.
Anna-Lisa: Also ich [00:02:40] glaub, du warst zehn, oder?
Bernhard Seikovits: Ja, zehn Flag Football genau. Und dann mit elf. Also seitdem ich elf Jahre bin, spiele ich eigentlich Football, ja.
Anna-Lisa: Aber das war damals nur Hobby eigentlich dann, oder dass du einen Sport hast quasi.
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Also dieser, dieser Wechsel ins Professionelle, der ging bei mir, ähm, nicht schleichend, aber war nie erwartet eigentlich.
Bernhard Seikovits: Also wenn man hier in [00:03:00] Österreich Football spielt, jetzt die Zeiten ändern sich bisschen. Also es gibt jetzt eine professionelle Liga auf Europaebene und so, wo ich jetzt eben eh auch spiel. Ähm, aber damals war für mich zumindest persönlich nie das Ziel, okay, ich will damit mal Geld verdienen und ich hab mir, um ehrlich zu sein, auch generell recht wenig Gedanken darüber gemacht, okay, wird sich das mal auszahlen oder so.
Bernhard Seikovits: Man hat's einfach gerne gemacht, aber ich [00:03:20] fand das irgendwie vor allem auch jetzt, wo ich die andere Seite in Amerika kennengelernt hab, irgendwie das Schöne hier in Österreich, dass halt, oder Europa, ähm, dass die Leute das einfach gerne machen und aus der Liebe zum Sport und man geht dahin, weil man seine Kollegen sieht und einfach, ähm, Spaß am Sport hat.
Bernhard Seikovits: Und ja, das war das Schöne und das hat mich irgendwie da dabei behalten. [00:03:40] Natürlich auch der Sport selber, so was Football halt mit sich bringt, eben diese Körperbetontheit und, ähm, ja, das findet man in wenigen anderen Sportarten. Ähm, aber ja, einfach dieser Zusammenhalt und diese Liebe zum Sport, das ist irgendwie was Cooles und da, das hat mich irgendwie dabei behalten.
Bernhard Seikovits: Aber geplant war nie, dass ich damit Geld verdien, ja.
Anna-Lisa: Gab's dann bei dir so [00:04:00] einen Moment, wo du gedacht hast: „Okay, ich könnte davon leben", oder es könnte schon so zu meiner Karriere dann werden?
Bernhard Seikovits: Ja, ähm, sehr spät. Also ich bin eben über dieses International Pathway Program, ähm, quasi nach Amerika gekommen.
Bernhard Seikovits: Das war der erste Moment, wo ich wirklich dachte: „Okay, ähm, jetzt ist die Chance [00:04:20] halt wirklich real", weil da, wenn du's in dieses Programm reinschaffst, dann sind das nur noch zehn, zwölf Leute. Dann das meiste Scouting und, äh, Auswahlverfahren ist quasi schon passiert. Ähm, und dann ist wirklich nur noch dieser letzte Sprung zum Team und wenn man mal im Team ist, dann liegt's halt an einem, dass man eben länger dort bleibt.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber [00:04:40] ja, davor natürlich hab ich überlegt, College. Also als ich in der Pubertät war, so 16, 17, ähm, da wusste ich natürlich, okay, mein Körper, damit könnte ich eigentlich was erreichen in dem Sport und ich, ich stell mich eigentlich auch ganz gut an. Ähm, aber dieser Sprung aufs College, der war dann irgendwie immer sehr schwer, weil die Position, die ich damals noch gespielt hab, war Quarterback und das ist [00:05:00] so die, ähm, ja, also da braucht man am meisten Skill halt einfach und das ist auch sehr schwer für die Amerikaner zu sagen: „Okay, ich nehm einen Europäer, äh, der für mich jetzt Quarterback am College spielen wird."
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb ja, aber ich hab dann Positionsgewe, Position gewechselt und dann, ähm, hat das eben funktioniert. Aber ja, ich war 21 oder so, als ich da zu dem IPP gegangen [00:05:20] bin, also wirklich sehr, sehr spät. Also ich hab jetzt nicht wirklich, äh, drauf gewettet, dass ich damit jemals Geld verdienen werd. Ähm, aber ja, als die Chance dann da war, hab ich's nutzen können, Gott sei Dank für mich.
Anna-Lisa: Grade bei College Football, das ist ja eigentlich so die Haupt, äh, der Hauptfaktor, wie man eigentlich wieder, wie man in die NFL kommt.
Bernhard Seikovits: Mhm.
Anna-Lisa: Ähm, das [00:05:40] heißt, du hast schon gewusst, okay, das könnte sich für dich jetzt gar nicht so mehr ausgehen, weil du einfach vom Alter her dann auch schon drüber warst. Ähm, hattest du einen Plan B?
Anna-Lisa: Also ich mein, das war ja eigentlich ein Plan A eigentlich, oder? Aber hattest du einen anderen Plan, was du gesagt hättest: „Okay, das mach ich, äh, beruflich?“
Bernhard Seikovits: Ähm, ja, also ich, mein Leben lang bin ich schon einfach sehr sport, ähm, affin und, [00:06:00] ähm, ich hab Sportwissenschaften studiert auf der Schmelz. Ähm, hab das zwar nie fertig gemacht, weil das dann eben dazwischen gekommen ist, sagen wir mal.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber ja, so wirklich so einen Plan B hatte ich nie. Ähm, ich wusst nur, dass ich irgendwas im Sport machen will und, ähm, witzigerweise hat sich das bis jetzt nicht wirklich verändert, weil natürlich das ganze Leben hier in [00:06:20] Österreich so 'n bisschen passiert war, während ich drüben war. Und, ähm, ja, deshalb ist jetzt wieder derselbe Mindset irgendwie.
Bernhard Seikovits: Also ich, ich weiß, dass ich Sport sehr gerne mach und auch wenn man mit älteren Leuten irgendwie immer redet, dann sagen die einem ja immer: „Mach das, was du gerne machst.“ Und, ähm, auch in Amerika sagen sie: „Wenn du das machst, was du liebst, dann arbeitest du nie.“ Und deshalb denk ich mir: Ja, ich, [00:06:40] ich, ich mach einfach das, was ich gerne mach, wo ich gut drin bin.
Bernhard Seikovits: Und, ähm, ja, ich hab aber auch keine Angst vor Veränderung. Also mal schauen, wo's mich dann hinzieht die nächsten Jahre, aber jetzt in der Situation, wo ich jetzt grad bin, fühl ich mich wohl. Ich spiel jetzt noch und, äh, schau quasi, was auf mich zukommt.
Anna-Lisa: Hat sich dann diese Zeit, ich mein, das waren ja trotzdem vier Jahre NFL, das ist eine der toughest [00:07:00] Profiligen, die's weltweit gibt.
Anna-Lisa: Du hast gesagt: „Okay, es sollte sich nicht, wenn du etwas tust, was du liebst, das fühlt sich nicht an wie Arbeit.“ Es hat sich, muss sich aber dann trotzdem angefühlt haben wie Arbeit, oder? Also alleine mit dem Druck, oder?
Bernhard Seikovits: Ja, ja voll. Also immer wenn dann, äh, wenn's auf so ein professionelles Level geht, dann weiß man natürlich, okay, vor allem ich in meiner Situation, ich war kein höchstbezahlter Spieler, ich war [00:07:20] kein Spieler, der irgendwelche, ähm, Versicherungen hatte, quasi vom, vom Vertrag her.
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb weiß man, man könnt übermorgen nach Hause geschickt werden, man könnt in einer Woche nach Hause geschickt werden, wenn man mal nicht so 'n gutes Training hat. Und, ähm- Keiner weiß, ob das wirklich so der Fall war oder ist, aber das ist natürlich immer im Hinterkopf und sobald [00:07:40] das der Fall ist, fühlt sich's natürlich an wie eine Arbeit.
Bernhard Seikovits: Ähm, ebenso wie du gesagt hast, wegen dem Druck, den man sich wahrscheinlich auch selber macht. Ähm, aber ja, es, es war auf jeden Fall eine, eine coole Zeit und ich mein, das ist ja das, was man als Sportler, glaub ich, immer, ähm, erfahren will. Man will wissen, wie weit kann man gehen, wie weit kann man kommen und, ähm, ich, ich glaub, das hab ich [00:08:00] zumindest zu 'nem Teil erreicht.
Bernhard Seikovits: In, in meinem Kopf, glaub ich, hätt ich immer noch bisschen mehr erreichen können, aber, ähm, ich glaub, das ist auch irgendwo das Schöne am Sport. Man kann der beste Fußballspieler, American-Football-Spieler, was auch immer sein, aber es gibt immer neue Ziele, die man erreichen kann und die man sich setzen kann.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber unterm Strich bin ich trotzdem zufrieden, so wie's gelaufen ist.
Anna-Lisa: [00:08:20] Das ist das eine mit dem Sport. Da kommt man ja dann, wenn man nach Amerika kommt und sich das ansieht, da ist ja der Business-Aspekt also ein ganz ein anderer. Ich mein, wenn wir über NFL und so reden, alleine den Super Bowl und so weiter.
Anna-Lisa: Ähm, wie schnell hast du das gemerkt dann dort vor Ort, dass da das Ganze, glaub ich, noch mal 'n bisschen größer ist als bei uns? Oder das heißt ein bissl viel größer. [00:08:40]
Bernhard Seikovits: Ja. Ja, also ich mein, abgesehen davon, dass die, ähm, durchschnittliche Bevölkerung einfach sehr, sehr viel mehr interessiert darin ist. Also allein wenn man schon groß ist und man geht in den Supermarkt einkaufen, dann kommen immer wieder die Fragen: „Oh, was machst du für 'n Sport?"
Bernhard Seikovits: Und wenn, wenn man dann ins Gespräch kommt, ähm, dann ist da, merkt man natürlich, dass das einen [00:09:00] extrem hohen Standard dort einfach hat und es werden einem vielen Tü-- viele Türen geöffnet und so. Ähm- Aber ja, sonst, also wenn man ins, in die Facility reinkommt, in das, in das Building, wenn man dort ist, dann ist einfach, man hat 40 Scouts oder so, ähm, die da den ganzen Tag stehen und dich evaluieren und so.
Bernhard Seikovits: Man hat 20, [00:09:20] 25 Trainer, ähm, die dasselbe machen und, ähm, ja, einfach dieser Standard, der jeden Tag eingefordert wird, der ist natürlich ein anderer und, ähm, das ist wie so ein konstanter Spiegel quasi vor einem selber, wo man weiß, okay, ähm, das ist die NFL am Ende des Tages und ich bin nicht nur zum Spaß hier, sondern, ähm, die wollen natürlich Leistung sehen.
Anna-Lisa: Das ist ja eigentlich wie [00:09:40] ein, ich mein, auf die finanziellen Investments von dir kommen wir sowieso noch zu sprechen, aber das ist ja von denen selbst ja auch schon wie eine Art Investment, weil sie ja nicht wissen können, okay, wie entwickelt sich der jeweilige Spieler? Geht das auf? Geht das nicht auf?
Anna-Lisa: Ähm, wie hat sich das dann angefühlt, wenn du von Österreich dorthin kommst? Wie war das dann mit dem ganzen Druck und dass du eigentlich, die setzen ja komplett auf dich und zwölf andere. [00:10:00] Ähm, wie hat sich das im Laufe der Jahre dann entwickelt bei dir?
Bernhard Seikovits: Ja, also, ähm, das ist ein guter Punkt, weil auch das, was ich vorhin angesprochen hab mit der Sicherheit quasi im Vertrag, also dass, ähm, diese Politik, über die immer geredet wird im Profisport, das wird einem dann natürlich sehr präsent, ähm, weil wenn jemand, ähm, zum Beispiel ein, ein [00:10:20] Kollege von mir auf derselben Position, der wurde in der zweiten Runde im NFL Draft gedraftet und wenn du so hoch gedraftet wirst, dann kriegst du einen ziemlich, äh, großen Signing Bonus.
Bernhard Seikovits: Das heißt, der Vertrag ist wahrscheinlich derselbe, den ich unterschrieben hab, aber der Signing Bonus sind halt 15 Millionen oder so. Und das ist eben ein Investment, was das, was das Team in den getätigt hat. Und das [00:10:40] verändert dann natürlich auch seine Situation im Team. Der wird mehr Reps bekommen, der wird mehr Chancen bekommen, all diese Sachen.
Bernhard Seikovits: Ähm, und ja, also ich würd sagen, so, so merkt man das am meisten, ähm, die, die Unterschiede zwischen den Verträgen. Und natürlich ist das auch etwas, was man sich erarbeiten kann. Aber dieser, diese Startposition, die man in der NFL bekommt, wenn man das [00:11:00] erste Jahr dort reinkommt, die ist natürlich sehr wichtig.
Anna-Lisa: Mhm. Ähm, auch gerade jetzt generell in Sachen Geld. Hast du da irgendwelche, die Unterschiede gemerkt zwischen Österreich und Amerika?
Bernhard Seikovits: Ja, ähm, ich find schon. Ich, ich find, das ist mitunter einer der größten Unterschiede, ähm, zwischen auch der Mentalität, die die Bevölkerung dort einfach hat. Ähm, ich mein, auf der einen Seite [00:11:20] kommt's natürlich von einem Ort, ähm, wir leben hier in einem Sozialstaat und wir wissen, dass natürlich, ähm, haben wir auch Obd-Obdachlose und, äh, Leute, die jetzt, ähm, ja, s-strugglen, also nicht so ein leichtes Leben haben.
Bernhard Seikovits: Aber es gibt auf jeden Fall ein Auffangnetz und es gibt, äh, Orte, wo man hingehen kann und sich Hilfe suchen kann und, [00:11:40] äh, man kann mit professionellen Leuten drüber reden, ohne dafür Geld zahlen zu müssen. Ähm, und das ist drüben halt eben nicht so. Deshalb ist es drüben einfach viel mehr fast schon mit in die Wiege gelegt, dass es wichtig ist, dass man viel Geld verdient und dass auch das Thema Investment, also ich weiß nicht, wie oft ich mit Kollegen dort über Investments geredet hab und mit [00:12:00] Coaches drüber geredet hab und so.
Bernhard Seikovits: Also das ist einfach, ähm, was viel Natürlicheres für die. Es ist auch viel offener, wie über Geld geredet wird, wie viel Geld hast du und wie viel Geld verdienst du und solche Sache. Ähm, und ich, ich weiß auch nicht ganz, ob das nur eben im, im, in dem Locker Room von uns quasi so war, weil das halt natürlich ein, ein wichtiges Thema für jeden ist dort, das [00:12:20] Geld.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber ich glaub, generell auch in der normalen Bevölkerung wird darüber einfach viel offener geredet. Und, ähm, ja, auf der einen Seite find ich's hier auch sehr viel schöner, weil's das Geld am Ende des Tages macht einen Menschen nicht aus. Ähm, drüben in Amerika aber schon. Also wenn man da eben ein schönes Haus hat und ein schönes Auto fährt oder zwei, [00:12:40] drei Autos fährt, ähm, dann genießt man Ähm, ja, ein anderes Ansehen.
Bernhard Seikovits: Ähm, und ich denk, das ist hier nicht so. Hier wird viel mehr Wert drauf gelegt, ob man gesund ist und, ähm, ja, weiß ich nicht, hat man Zeit, Fahrrad zu fahren oder was auch immer seine Hobbys sind. Ähm, und das ist drüben eben nicht so.
Anna-Lisa: Das find ich aber eigentlich schön, dass du [00:13:00] das sagst, weil's eben drüben wirken ja dann auch Sportler wirklich wie riesige Marken und bauen sich da von Anfang an etwas auf und ich find das eigentlich schön, dass du dann sagst, dass es dann bei uns vielleicht wieder auf die grundsätzlichen Sachen eigentlich zurückgeht.
Bernhard Seikovits: Ja.
Anna-Lisa: Ähm, ich möcht noch auf deinen Positionswechsel, ähm, zu sprechen kommen, weil du warst eben zuerst Quarterback Receiver quasi und musstest dann [00:13:20] oder bist dann gewechselt auf die Tight End Position.
Bernhard Seikovits: Genau.
Anna-Lisa: Ähm, das ist ja dann schon mal generell da die Herausforderung. Ich glaub, du musstest ja einiges dann auch zunehmen und so weiter.
Anna-Lisa: Hast du dir da auch Gedanken gemacht, dass das ja dann auch für die Karriere später komplette Auswirkungen haben könnte? Weil wenn das auf einmal mit der Position dann vielleicht anders verläuft, ist natürlich auch karriereweise [00:13:40] wieder was anderes, oder?
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Also eben der erste Positionswechsel, der war in Österreich schon von Quarterback eben auf Receiver, das heißt von Werfer zu Fänger.
Bernhard Seikovits: Ähm, und dann der zweite Wechsel war so halb gezwungen. Mhm. Eben, also ich hab dieses Tryout quasi für dieses IPP gemacht und, ähm, [00:14:00] ich hab eigentlich nicht damit gerechnet, dass die mich nehmen, weil ich grade eben diesen Positionswechsel in Österreich durchgangen bin. Ähm, aber die haben dann eben das Feedback gesagt: „Okay, wir würden dich gerne einladen, aber nur wenn du Tight End spielst."
Bernhard Seikovits: Ähm- Deshalb war dann für mich nicht wirklich eine Frage, ob das irgendwelche Auswirkungen für mich später in der Karriere hätte oder so, ähm, [00:14:20] weil ich wusste, dass das die einzige Chance ist, dass die mich halt mitnehmen und, ähm, dann hab ich halt angefangen, ganz viel zu essen und trainieren.
Anna-Lisa: Okay, gezwungenermaßen dann eigentlich in dem Sinn, aber es ist ja dann aufgegangen, also.
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Und ich mein, ist ja nix dran verloren. Ich mein, wenn's dann nicht funktioniert hätte, dann hätt ich auch einfach wieder abnehmen können. Ja,
Anna-Lisa: okay, okay. Ja, spannend. Ähm, ich möcht jetzt eigentlich eh auch schon auf das [00:14:40] Thema Finanzen zu sprechen kommen. Wann hast du dich denn das erste Mal mit deinen eigenen Finanzen auseinandergesetzt?
Bernhard Seikovits: Ähm, na ja, kommt drauf an, auf welchem Level. Also man kriegt natürlich immer Taschengeld und so, äh, wenn man kleiner ist. Und da kann ich mich erinnern, da hab ich in der Volksschule schon angefangen zu handeln mit der Mama, dass das viel zu wenig ist. Ähm, [00:15:00] aber ja, also so, so ernsthaft, wo ich mir dachte, okay, ich kann nicht einfach das ganze Geld auf der Bank liegen lassen, war natürlich, als ich rübergekommen bin und, ähm, das erste Mal in meinem Leben wirklich Geld verdient hab.
Bernhard Seikovits: Ähm, und da war mir dann auch bewusst eben, also wenn man anfängt eben, sich da r-rüber zu interessieren und sich einzulesen und solche Sachen, dann, [00:15:20] ähm, weiß man natürlich, wenn man das Geld einfach nur liegen lässt, ähm, dann wird's früher oder später immer weniger und man kann sich weniger davon kaufen.
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb, ja, ist das so 'n bisschen auf der Hand gelegen und, ähm, man muss aber auch dazu sagen, da hat unser, unser Owner drüben in, bei den Cardinals einen guten Job gemacht. Äh, Leute sagen, äh, verschiedene Sachen über ihn, aber [00:15:40] das fand ich auf jeden Fall sehr positiv. Eines der ersten Sachen, äh, wo wir ihn kennengelernt haben, hat er gesagt, dass wir uns quasi ein, ein, ein Konto machen sollen, äh, zwar bei, ähm, Schwab drüben.
Bernhard Seikovits: Das, das hat für mich nicht funktioniert, weil ich noch keinen Führerschein hatte und diese ganzen Sachen. Aber, ähm, er hat gesagt: „Macht's euch das, legt da so und so viel Geld drauf oder Prozent von eurem, ähm, [00:16:00] Einkommen. Lasst das liegen, das ist so sell it and forget it, so Index-Fund-mäßig. Ähm- Aber das war auf jeden Fall so der erste Anstoß.
Bernhard Seikovits: Okay, ja, stimmt eigentlich, man sollte was machen. Und, äh, man muss aber auch dazu sagen, dass die NFL da schon sehr viel, äh, auch in der Hinsicht professioneller geworden ist, weil man hört immer diese Geschichten von den Profispielern, die so und so viel Geld verdient haben und dann am Ende gar nichts mehr [00:16:20] haben.
Bernhard Seikovits: Ähm, das heißt auch in unserem ersten und zweiten Jahr, da haben die immer so, ähm, Finanzberater eingeladen, wo wir dann so One-on-one-Gespräche mit denen hatten und ein Budget aufgestellt haben und, äh, quasi auch über unsere Ziele und was wollen wir überhaupt, warum investieren wir, was wollen wir denn in der Zukunft haben und so, was ist unser Lebensstandard?
Bernhard Seikovits: Ähm, all [00:16:40] diese Fragen, diese grundsätzlichen, die man sich natürlich überlegen sollte, dass man weiß, wie man überhaupt investieren will. Ähm, und das hat mir, glaube ich, sehr viel geholfen, weil ich eigentlich null Bezug dazu hatte. Ähm, da sind wir wieder zum, beim Unterschied zwischen Europa und Amerika.
Bernhard Seikovits: Also ich in meiner Familie, wir haben da eigentlich nie drüber geredet, wo man jetzt vielleicht das Geld [00:17:00] investieren sollte oder, ähm, so. Also ich hab, ich hab einen Bausparer von meinem Opa bekommen und die Mama hat mir ein Sparbuch angelegt. Ähm, das war so das Meiste, was ich erfahren hab hier, aber eben drüben.
Bernhard Seikovits: Ähm, da, genau, da war, hat man auf jeden Fall viel, äh, Wissen mitbekommen quasi und das war so quasi der Start, wo ich
Anna-Lisa: auch
Bernhard Seikovits: drüber nachgedacht hab, [00:17:20]
Anna-Lisa: ja. Aber das finde ich echt eigentlich bewundernswert, dass das dort eben erstens so offen angesprochen wird. Das ist eben ganz anders als bei uns. Und dass dann du direkt, weil es geht ja dann von null auf hundert eigentlich.
Anna-Lisa: Wenn du zuerst eben gar keinen Bezug hattest, dann bist du auf einmal in dieser Liga, äh, kriegst trotzdem, äh, Geld ausgezahlt, wo du dann vielleicht am Anfang gar nicht weißt, was du jetzt damit anfangen sollst. Das finde ich echt beachtlich, dass sie das, [00:17:40] dass sie da euch eigentlich so unterstützen. Also-
Bernhard Seikovits: Ja, nee, die verstehen ja auch, also ich mein, jetzt kann man im College Football schon Geld verdienen, aber früher war das nie so.
Bernhard Seikovits: Ähm, das heißt, es war eigentlich jeder in derselben Situation wie ich. Ähm, du kommst in die NFL und auf einmal kriegst du viel mehr Geld, als du davor hattest. Und das ist natürlich genau die [00:18:00] Situation, wo man dann sagen kann: „Okay, äh, keine Ahnung, ich steck mein ganzes Geld in Bitcoin oder ich steck mein ganzes Geld in Autos“, was auch immer, irgendwelche Collectibles oder so.
Bernhard Seikovits: Ähm, und deshalb finde ich, macht das auf jeden Fall sehr viel Sinn, vor allem wenn man an die Zukunft denkt und weiß nicht, dann ist der irgendwann mal fünfzig und, ähm, vielleicht will man dann wieder was von dem oder so und dann ist natürlich [00:18:20] gut, wenn der sein Geld noch beisammen hat.
Anna-Lisa: Aber das heißt, du warst dann nie so, dass du gedacht hast: „So, ich kaufe mir jetzt meinen ersten Gehaltsscheck- Das oder das.
Anna-Lisa: Oder hast du dir irgendwann einmal so irgendwas gegönnt, gleich mal am
Bernhard Seikovits: Anfang? Ja, nein, i-ich glaub, das hat sehr viel damit zu tun, wie man, wie man aufwächst und wie man erzogen wird. Und, ähm, wie gesagt, bei mir in meiner [00:18:40] Familie hat Geld nie so einen hohen Stellenwert gehabt. Das war zwar immer so eine Sache, ähm, dass man sparsam sein muss und so, so typisch europäisch halt irgendwie so: „Spar dein Geld und, äh, sei vorsichtig."
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb, ja, war auch nie irgendwie, ähm, der, der Wille von mir: „Oh, ich muss mein Geld jetzt rausschmeißen", oder ich muss mir jetzt irgendwas Cooles, [00:19:00] eine Uhr oder so kaufen. Ähm, der, das Erste, was ich mir wirklich gekauft hab, war ein Auto halt einfach, weil man's halt einfach braucht in Amerika, aber auch da hab ich versucht, eher auf der billigen Seite zu sein.
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb, ja, nein, bis-- Ei-eigentlich alle vier, fünf Jahre, die ich drüben war, hatt ich nie irgendwie, ähm, [00:19:20] Probleme damit. Natürlich, wenn man auf längere Zeit mehr Geld verdient, dann, ähm, geht man öfter essen oder solche Sachen. Also da diese schleichenden Ausgaben, die sind natürlich dann reingekommen, aber, ähm, ja, ich hab mir keine Rolex gekauft oder irgend solche
Anna-Lisa: Sachen.
Anna-Lisa: Okay, ich seh keine. Okay. Ähm, und wie legst du's dann an jetzt [00:19:40] generell?
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Ähm, also auch, auch da wieder die NFL zum, zum Beispiel, da, ähm, gibt's so 'nen Retirement Fund. Ähm, das ist eine Sache, die ich hab. Eben, die, die spornen einen dazu an. Also 401k ist es in Amerika. Da ist begrenzt, wie viel man da im Jahr einzahlen kann.
Bernhard Seikovits: Das ist bisschen, ähm, äh, [00:20:00] steuerbegünstigt. Ähm, deshalb den hab ich jedes Jahr ausgemaxt, sobald sie mich gelassen haben. Im ersten Jahr haben sie noch gesagt: „Das geht nicht, weil du eigentlich nicht von hier bist." Aber, ähm, dann ab dem zweiten Jahr hat das funktioniert und das ist quasi so mein, ähm, ja, der wird nie angegriffen.
Bernhard Seikovits: Ähm, erstens, weil's in Amerika ist und ich bis 59 ein halbes Jahre [00:20:20] warten muss, ähm, dass ich's anfassen kann, ohne irgendwelche Penalties zu zahlen. Ähm, aber ja, also das ist, das ist so das Ding, das fasse ich nicht an. Das wird von wem anderen gemanagt, ähm, also eben von der, wie auch immer, Finanzberatung von NFL, weiß ich nicht genau.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber ja, das ist dort, das bleibt dort. Das ist so das safeste Ding, was ich hab, bis auf das, was bei der Bank liegt. [00:20:40] Ähm, aber ja, und dann generell bin ich eigentlich ein Typ, ähm, der gerne viel, ähm, oder einen hohen Prozentsatz von dem, was ich hab, ähm, einfach nur auf der Bank liegen hab lassen auf so 'nem, ähm, High-Yield-Account.
Bernhard Seikovits: Ich weiß nicht genau-
Anna-Lisa: Tagesgeldkonto oder
Bernhard Seikovits: wie. Tagesgeldkonto, genau, wo man eben drei, vier Prozent bekommt, [00:21:00] ähm, auf das Geld. Ähm, ich glaub, das ist so das zweitsafeste, was man haben kann, oder das, das Sicherste. Ähm, und ja, dann Den, den Rest, den ich quasi investiere, das ist, ähm, ähm, einfach in ETFs und, ähm, dann bisschen in Krypto hab ich auch, äh, mich ausprobiert und so.
Bernhard Seikovits: Aber, [00:21:20] ähm, ja, ich bin also generell sehr, sehr risikoarm und, ähm, hauptsächlich geht's eigentlich nur darum, dass ich mich damit, äh, beschäftige und, ähm, dass natürlich nicht einfach mal alles herumliegt und, äh, ich quasi alles dem Zufall überlasse.
Anna-Lisa: Mhm. Glaubst du, dass dir die Strategie oder auch den Gameplan, den's phasenweise beim Football gibt, [00:21:40] dieses Denken, dass dir das bei den Investments auch hilft?
Bernhard Seikovits: Hm. Ähm, ich glaub, was mir auf jeden Fall hilft, ist, ich weiß nicht, ob das durch den Football so passiert ist oder ob ich generell so bin, aber ich bin jetzt nicht der emotionalste Mensch, ähm, und ich glaub, das ist auf jeden Fall wichtig beim Investieren. Ähm, ich weiß nicht, also [00:22:00] wie gesagt, ich investier jetzt noch nicht so lang und ich hab noch keine Wirtschaftskrise durchlebt oder solche Sache.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber e-es gibt, passiert immer wieder mal, dass es dann auf einmal 10 % unten ist und, äh, wenn da bisschen mehr oben liegt, dann sind das halt keine 500 Euro, sondern dann sind das 10.000 Euro oder so, die auf einmal weniger sind. Ähm, und, ähm, da ist halt, [00:22:20] wär halt blöd, wenn man dann verkauft. Deshalb ich glaub, das ist auf jeden Fall etwas, was mir hilft.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber sonst, also ich, ich, ich beschäftige mich natürlich auch nicht den ganzen Tag damit und, äh, versuch da die besten Stocks rauszufinden oder so. Also von so was halt ich die Finger generell, ähm, fern, dass ich irgend so Stock Picking oder so, da, äh, vertrau ich mir zu wenig dafür. [00:22:40] Ähm, deshalb, ja, ich bin, ich bin mehr auf der Seite von ETFs und Indexfonds und, ähm, das sind die Sachen, die über die Jahre funktioniert haben und, ähm, ich hoff mal, dass es noch 30 Jahre oder so länger funktioniert.
Anna-Lisa: Aber es ist auf jeden Fall alles langfristig, also you're in it for the long run eigentlich
Bernhard Seikovits: damit gesehen. Ja, voll. Ja, ich, ich, ich würd sagen, ich hab so fünf oder 10 %, eher 5 %, [00:23:00] ähm, wo ich quasi sag: „Okay, damit kann ich auch mal was probieren", oder so. Und das ist nicht schlimm, wenn das dann einfach, äh, nicht so gut läuft.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber ja, der, der Großteil auf jeden Fall, ähm, in die Zukunft gedacht.
Anna-Lisa: Apropos Zukunft: Du bist jetzt wieder zurück in Wien, bist mit einem Einjahresvertrag bei den, äh, Vienna Vikings. [00:23:20] Wie viel beschäftigt dich dann der Gedanke an die Zukunft, jetzt auch, äh, finanziell gesehen?
Bernhard Seikovits: Ja, schon. Also ich glaub, das ist auch so ein Phänomen, umso älter man wird und umso, umso näher die Kinder kommen und solche Sachen und wo werden wir leben mit der Familie und, ähm, so, so Erwachsenenleben-, äh, fragen halt irgendwie.
Bernhard Seikovits: Ähm, [00:23:40] umso wichtiger wird's natürlich für mich. Ich mein, man will natürlich für seine Familie sorgen können und man, man will nicht, dass irgendwelche Probleme entstehen und, ähm, dass man irgendwann mal eben, eben kein Geld hat oder sagen muss: „Nein, das, das funktioniert leider nicht." Ähm, wobei ich großer Believer auch drin bin, dass es nicht schlimm ist, wenn man nicht immer alles [00:24:00] hat, ähm, aber so essenzielle Sachen würd ich dann doch gerne immer bieten können.
Bernhard Seikovits: Ähm, deshalb, ja, also das, das, das Hauptding für mich eigentlich, dass wenn wirklich was gebraucht wird, dass immer was da ist und, ähm, dass man dafür sorgen kann. Aber, ähm- Ja, voll. Also mal schauen, aber i-ich glaube eben, umso älter man wird, umso [00:24:20] wichtiger wird das für mich persönlich.
Anna-Lisa: Also ich würde jetzt mal sagen, du hast dir eh schon einige Gedanken generell gemacht.
Anna-Lisa: Äh, das heißt, das wird wahrscheinlich eh so sich so durchziehen weiterhin, würde ich jetzt mal sagen.
Bernhard Seikovits: Reale Chance,
Anna-Lisa: ja. Aber gut. Ähm, hattest du irgendwann auch mal so eine finanzielle Fehlentscheidung oder irgendwas? Äh, auch zum Beispiel in Amerika, wo du gesagt hast, okay, das würdest du jetzt im Nachhinein vielleicht nicht mehr so machen?
Bernhard Seikovits: Ähm, [00:24:40] ja, äh, ja, ähm, das, das erste Auto, wovon ich geredet hab, dass ich's, äh, billig, äh, kaufen wollte, das, da hätt ich lieber fünftausend Euro mehr oder so zahlen sollen, weil da dann die, die Gangschaltung hat aufgegeben und dann hab ich sowieso noch ein neues Auto kaufen müssen. Ähm, deshalb ja, also das hab ich schon gelernt, [00:25:00] dass es Sachen gibt im Leben, wo's besser ist, wenn man nicht spart und sich lieber gleich bisschen was Besseres kauft oder was Normales eben, ähm, als wie dass man das Allerbilligste nimmt.
Bernhard Seikovits: Ähm, also das war eher immer so mein Problem. Beim Investieren selber natürlich ist auch passiert, ähm, dass ich dann was um fünftausend [00:25:20] Euro oder so gekauft hab und, ähm, paar Monate später waren's dann halt nicht mehr fünftausend Euro. Ähm, deshalb ja, aber das sind so Sachen, wo man hoffentlich daraus lernt und, ähm, ich glaub, umso länger oder umso länger ich jetzt persönlich mich mit, mit dem Investieren beschäftige, umso mehr wird mir einfach bewusst, dass diese [00:25:40] sicheren Sachen, wenn man Zeit hat, vor allem wenn man noch jung ist, dann hat man Zeit und, ähm, dann sind diese sicheren Sachen immer besser, weil die vier Prozent oder fünf Prozent, was auch immer, über zwanzig, dreißig Jahre, das reicht dann auch.
Bernhard Seikovits: Und, ähm, ja, ist zwar nicht sexy und ist zwar nicht so cool oder spannend, ähm, aber das hab ich auf jeden Fall gelernt, [00:26:00] dass, ähm, wenn man nicht weiß, was tun, dann immer dieses Sichere.
Anna-Lisa: Ich würd sagen, das Risiko hast du eh im Sport schon alleine bei dir oder also vielleicht reicht das auf der Seite schon komplett.
Anna-Lisa: Ähm, was würdest du jetzt zusammenfassend sagen, was die, die, die wichtigste Lektion über Geld war, die du aus Amerika mitgenommen hast?
Bernhard Seikovits: Ich glaub, das Wichtigste ist vor allem, wenn man über [00:26:20] Investieren redet, dass man natürlich in erster Linie mal Geld verdient. Ähm, natürlich kann man sparen und es, es, überall kann man anfangen.
Bernhard Seikovits: Wenn man hundert Euro im Monat auf die Seite legt, ist auch gut. Ähm, natürlich besser als wie man legt keine hundert Euro auf die Seite, aber, ähm, umso mehr man [00:26:40] verdienen kann, umso besser funktioniert dieses Investieren natürlich. Ähm- Vielleicht kommt daher auch dieses Wort "The rich get richer" und, ähm, die haben einfach viel mehr, um zu investieren und diese vier Prozent sind dann was anderes, als wie wenn ich hundert Euro liegen hab.
Bernhard Seikovits: Ähm, also ja, ich glaub, darauf sollte man sich einfach fokussieren. Nicht so sehr auf das [00:27:00] Investieren fokussieren, sondern was auch immer man tut in seinem Leben, dass man versucht, eben der Beste darin zu sein, ähm, weil ich große, gro-groß überzeugt davon bin, ähm, dass wenn man, egal was man macht, wenn man gut darin ist, ähm, dann wird man auch entlohnt.
Bernhard Seikovits: Und, ähm, ja, deshalb ich glaub, ist immer das Beste, wenn man eben [00:27:20] in sich selber investiert, wenn man schaut, dass man das, was man gerne tut oder das, was man eben tut, ähm, besser darin wird und gut darin wird und dann kommt das Geld auch und dann kann man sich Sorgen über das Investieren machen.
Anna-Lisa: Das ist das eine.
Anna-Lisa: Du bist jetzt auch wieder eben wie gesagt zurück in Wien. Es sehen jetzt sehr viele, glaub ich, auch bei den Vienna Vikings, sehr viele junge Spieler, ähm, zu [00:27:40] dir auf. Was würdest du denen raten, wenn sie jetzt vielleicht gleich mal die ersten Berührungspunkte mit Geld haben?
Bernhard Seikovits: Ja, voll. Also, ähm, ich, ich glaub eben vor allem, wenn man eben noch sehr jung ist, sagen wir sechzehn oder so fünfzehn, man fängt sich an, daran zu interessieren, vor allem heutzutage mit, mit YouTube und Instagram und so.
Bernhard Seikovits: Da kann natürlich jeder, [00:28:00] ähm, kann man sich alles anschauen und so. Man muss natürlich auch bisschen vorsichtig sein manchmal, äh, dass man eben keine Ratschläge, okay, der sagt, ich soll das Geld dort, dann mach ich das. Ähm, aber man kann sich das Wissen rausziehen und man kann interessiert sein darin. Ähm, ich glaub, ich würd denen einfach raten, eben mal diese Sache Budget, ähm, versuchen [00:28:20] einzuhalten, egal wie viel man jetzt pro Monat bekommt, Taschengeld oder vielleicht hat man ja schon so 'n Minijob im, in den Sommerferien oder so.
Bernhard Seikovits: Ähm, aber diese, diese Budgetsache verstehen, äh, dass man versteht, dass das Geld nicht einfach nur aus den Taschen von den Eltern kommt und ist eh immer da, sondern dass das etwas Persönliches für den wird, ähm, oder für die. [00:28:40] Und, ähm, ja, wenn man das im Griff hat und wenn man dann versteht, okay, ich schaff's, dass ich jeden Monat fünfzig Euro liegen hab lassen oder so, ähm, dass man eben spart Geld, dann würd ich sagen, okay, dann kann man, äh, versuchen, äh, natürlich, wenn man noch so jung ist, mit den Eltern gemeinsam wahrscheinlich, aber, ähm, dann kann man versuchen, eben zu investieren und, [00:29:00] ähm, wenn man sich sicher damit fühlt, weil umso früher damit anfangt man anfängt, umso sicherer wird man sich fühlen, wenn man dann tatsächlich eben einen Job hat und wenn wirklich Geld reinkommt.
Bernhard Seikovits: Und, ähm, ich glaub, es ist auf jeden Fall besser, wenn man sich damit schon auskennt. Nicht so wie ich. Ich komm rüber und das Geld ist auf einmal da und dann probier ich mit dem Geld herum und versuch mich zurechtzufinden. Ähm, [00:29:20] ähm, genau, dann, dann hat man das alles schon erledigt davor und, und weiß, okay, jetzt statt die fünfzig Euro im Monat liegen halt fünfhundert, ähm, bleiben über und dann weiß ich genau, was ich damit machen will.
Anna-Lisa: Abschlussfrage: Was bedeutet es für dich, ähm, finanziell safe zu sein?
Bernhard Seikovits: Ja, hab ich [00:29:40] schon einmal die Frage bekommen. Ich glaub, das ultimative finanziell safe sein oder frei sein, ist, egal was passiert, ähm, man könnte heute in ein anderes Land gehen oder man könnte heute seine ganze Familie zusammenpacken und sagen: „Okay, das passt hier nicht mehr, äh, wir gehen dorthin."
Bernhard Seikovits: Ich [00:30:00] glaub, das ist das Ultimative. Ähm, ich glaub, eher so auf kürzere Sicht gesehen, ähm, dass man einfach ein Dach über dem Kopf hat, wo man sich wohlfühlt, was jetzt nicht ein Zelt ist oder so, ähm, aber wo man sich eben wohlfühlt, wo man sich sicher fühlt, ähm, dass man seinen Hobbys nachgehen kann, dass man ab und zu was essen gehen kann.
Bernhard Seikovits: Also [00:30:20] einfach ein, ein, ein, ein Lebensstandard quasi hat, den man natürlich für sich selber, ähm, definieren muss, aber für mich wär, wär das das eben, dass man seinen Hobbys nachgehen kann, dass man ein Dach über, überm Kopf hat und, ähm, dass falls was passiert in der Familie oder auch eben, ähm, bei sich selber, dass man dafür aufkommen kann.
Bernhard Seikovits: Und, ähm, ja, [00:30:40] ich glaub, das, das wär ein guter Startpunkt eben, wo man sagen kann, ähm: „Da fühl ich mich sicher." Ähm, aber das Ultimative ist, dass man natürlich sagen kann: „Okay, irgendwie passt mir das jetzt nicht mehr und ich, ich geh dorthin oder dahin."
Anna-Lisa: Dann sag ich danke vielmals für das Gespräch und für deine Einblicke.
Bernhard Seikovits: Vielen Dank.[00:31:00]
Alex: Ja, hallo Annalisa. Da hat jetzt nur mehr die, die opulente Halftime Show gefehlt vom Super Bowl, hätte ich gesagt, aber sonst ein sehr spannender Auftritt.
Anna-Lisa: Ja, es war richtig cool. Also ich muss echt sagen, da, ich war, da war dem Bernhard sehr dankbar, dass er diesen, ja, wie soll man sagen, diesen aus, einerseits [00:31:20] aus Österreich berichten konnte oder aus Europa und auf der anderen Seite dann auch über Amerika, weil er ja in der NFL, das ist eine der toughesten Profiligen überhaupt und es gibt nicht viele Menschen, die aus Österreich dorthin kommen.
Anna-Lisa: Deshalb, ähm, ja, alle seine Eindrücke alleine da drüber waren sehr, sehr cool.
Alex: Mhm. Ich glaube, er hat's eh angesprochen. Also d-du musst da auch, um [00:31:40] dieser, ja, auf diesem Niveau bestehen zu können, äh, ist einfach viel Mindset und Mentalität und er münzt das ja auch dann auf die Risikobereitschaft oder, oder die Unterschiede, die da zwischen Amerika und, und, äh, Europa liegen beim Investieren um.
Alex: Ähm, das hört man eh immer wieder, ja. Also wir hatten's [00:32:00] auch, ähm, ja bei der Elisabeth zum Beispiel im, im Podcast. Ähm, ich bin niemand von der Fraktion, der jetzt sagt: „Ja, in Amerika ist alles besser", oder das, also, und ich will das auch gar nicht werten, ja, aber es ist halt einfach Tatsache, ähm, dass dort eine An-- andere Anlegerinnen- und Anlegerkultur herrscht als bei uns.
Alex: Man muss sich halt [00:32:20] fragen Ähm, woher kommt das, find ich, und wie können wir's im besten Fall ändern? Weil wir haben in, in Europa viele Dinge, die glaub ich auch besser funktionieren als in, in Amerika. Wir haben auch genauso, äh, tolle Köpfe, Innovatorinnen, Innovatoren, Unternehmerinnen, Unternehmer und aber beim Thema Anlegen, glaub ich, da, da können wir uns noch ein bisschen mehr Mut [00:32:40] zutun.
Alex: Und ich, ich denk da auch immer so, äh, dran Gespräche meiner Kindheit oder wenn, wenn man mit den Großeltern geredet hat, so, so Ratschläge, so: „Ja, spare mit der Zeit, dann hast du in der Not." Und das klingt auch schon so kümmerlich und ich find, das ist bei uns so dieses: „Ja, leg dir was zur Seite, damit nichts passiert."
Alex: Aber es ist [00:33:00] nicht so dieses: „Hey, du kannst mit deinem Geld auch, leg's an und dann wird da mehr draus und du hast Wohlstand und, und verbesserst deine Lebenssituation." Also ein bissl einfach ein positiveres Framing von dem Ganzen.
Anna-Lisa: Das stimmt. Also ich glaube, dass bei uns sehr viel einfach gesagt wird: „Ja, schau, dass du dich absicherst", aber dass man das Geld auch für sich arbeiten lassen kann, ähm, wird bei uns, glaub ich, eher nicht so [00:33:20] thematisiert.
Anna-Lisa: Und ich-- er hat ja auch gemeint, dass generell in Amerika einfach viel mehr darüber gesprochen wird. Und was ich aber auch wieder schön fand, war, dass er dann gesagt hat, er war eigentlich dann wieder froh, wieder, wieder da zu sein, weil du halt in Österreich zum Beispiel viele grundsätzlichere Dinge wieder machen kannst.
Anna-Lisa: Also du kannst einfach mit dem Fahrrad irgendwo hinfahren und so weiter. Das hab ich dann eigentlich echt, ähm, wirklich schön gefunden, [00:33:40] weil er nach vier Jahren jetzt wieder da ist und sich aber eigentlich auf diese Sachen dann wieder voll freut und so weiter. Das wissen wir ja phasenweise gar nicht zu schätzen.
Alex: Ja, welchen Stellenwert das Thema Geld auch einnimmt, das kann ein, das versteh ich ja, aber vielleicht kommt das auch daher, wo-- da merkt man ja auch, wo kommt er her? Find, das ist für ihn vielleicht schon ein bissl befremdlich, wie viel da über, [00:34:00] äh, Geld, äh, Materialismus, St-Status gesprochen wird. Ähm, und jetzt auf das zurückzukommen, ja, das ist halt e-eine kulturelle Sache, ja.
Alex: Also das, das hat sich irgendwo entwickelt und ich glaub, einer der Punkte liegt halt, äh, da drin Ähm, was jetzt, äh, [00:34:20] bei, bei ihnen ist dieses, dieses Investieren einfach tief in der Gesellschaft verankert, ob's wollen oder nicht. Also allein bei, bei dem Vorsorgesystem in Amerika, was ihr auch anspricht mit den 401k, ähm, sehr sperriger Name, aber prinzipiell a gar nicht so blöde G'schicht, ja, wo einfach, ähm, ein, ein Teil, [00:34:40] also wie so, wie soll ich sagen, es ist die, die Kapitaldeckung, der Kapitalmarkt, das Investieren am Kapitalmarkt ist automatisch vom Staat organisiert in deiner, in deiner persönlichen Vorsorge drinnen und somit musst du dich zwangsläufig, ähm, so wie bei uns der Sozialversicherungsbeitrag, den du abführst, äh, wenn du erwerbstätig bist, [00:35:00] ist das zwangsläufig mit drin.
Alex: Du musst dich damit beschäftigen, okay, in welches Geld fließt mein Gehalt, ja, in welche Investmentfonds. Und ja, er hat da eh auch angesprochen, er hat da so einen Individual Retirement Account, glaub ich. Da kam irgendwann mal wer auf ihn zu oder er hat sich das eingerichtet. Ich weiß jetzt gar nicht mehr genau.
Anna-Lisa: Da sind sie, glaub ich, automatisch auf ihn zugekommen. Das war gleich mal am Anfang, hat er gesagt, äh, [00:35:20] so gang und gäbe, dass sie gesagt haben: „So, ihr kriegt jetzt euer erstes Gehalt und ihr müsst das-- Wir empfehlen euch, dass ihr das jetzt macht." So.
Alex: Ja. Ja, also das ist ja auch schon so ein Zeichen. Er hat da von diesem, äh, Club Owner gesprochen, der ihm da, äh, viele positive Anlagegrundsätze, ähm, mitgegeben hat.
Alex: Also dieses: „Fangt's an, ähm, Start ist wichtiger, Startkapital, regelmäßig [00:35:40] investieren, ähm, breit streuen in Indexfonds, langfristig denken." Also der hat ihm da sehr viel Wichtiges mit, äh, gegeben und er hat sich da auch, also war sehr dankbar dafür. Ähm, ich weiß nicht, wie's bei uns ist, ja, ob da im Sport, ähm, da gleich mal wer auf dich zukommt und, und dann, äh, mit dir über das Thema Investieren spricht.
Alex: Ich fürchte, glaube eher nicht. Ich glaub, da
Anna-Lisa: [00:36:00] müsste man vielleicht mal mit einem Fußballer
Alex: reden. Alle
Anna-Lisa: anderen
Alex: Sportler- Muss man halt auch dazu sagen, die sind natürlich nicht ganz uneigennützig, ja, weil, ähm, grad in der NFL, die, diese Menschen verdienen sehr viel Geld in kurzer Zeit. Ähm, und der Fondsmanager, äh, freut sich natürlich, wenn das dann, äh, in dementsprechende Produkte veranlagt wird, aber ist ja schön, [00:36:20] wenn dann beide Seiten was davon haben.
Alex: Ähm, aber das ist eben so ein Kulturthema, ja, und, und ich glaub eben Äh, wir in Österreich machen da auch Fortschritte und es investiert ja schon mehr als ein Drittel oder fast ein Drittel in, in Wertpapiere. Da muss man aber sagen: Okay, welche Volumina, also wie viel Gehalt haben diese Investitionen? [00:36:40] Also wie groß sind sie, ja.
Alex: Ähm, aber ich glaub, der große Kultur Change kann halt nur kommen, wenn das politisch vorgegeben wird, implementiert wird, ja. Also es wird zumindest sehr beschleunigen, ja. Weil, äh, ja, die Politik muss da irgendwie den, den Weg vorgeben. Es passieren da eh Dinge. [00:37:00] Ähm, also es, es gibt ja da jetzt bei uns auch was in der betrieblichen Altersvorsorge, dass da, dass da mehr Leute davon profitieren, aber wir haben da schon noch immer, ähm, viel Aufholbedarf.
Anna-Lisa: Ich find, bei ihm war auch echt spannend zu hören, dass er gesagt hat, es gibt halt junge Kollegen von ihm, die a-schon im College Football [00:37:20] quasi mitten schon Fuß gefasst haben. Ich mein, da ist das Bildungssystem wieder ganz was anderes mit den Unis alleine, mit den ganzen Gebühren, die man zahlen muss oder Stipendien, die man bekommt als Sportler.
Anna-Lisa: Aber die verdienen teilweise im College Football, wo sie 19 bis 23 Jahre alt sind, schon mehr, als sie später vielleicht in der NFL als Einstiegsgehalt verdienen. Und ich glaube, das ist bei uns [00:37:40] in Österreich natürlich auch absolut nicht so, dass du mit 19 vielleicht schon Millionen, äh, einheimst. Also ich glaube, das alleine ist schon von der Kultur und mit Sport noch dazu.
Anna-Lisa: Also ich glaube, dass bei uns, äh, junge Menschen gar nicht Sport so wirklich als Karriere, äh, irgendwie so im Auge haben.
Alex: Ja. Na, stimm-stimme ich-- Also so in der, in [00:38:00] der Größenordnung gibt's das sicher nicht. Ja, da ist Amerika speziell generell beim Sport. Also das ist ja dort auch viel mehr mit Entertainment als jetzt nur mit, äh, Leistung bringen verknüpft.
Alex: Das beherrschen schon recht gut die Amerikaner, würd ich sagen. Aber ich würd trotzdem behaupten, ähm, dass wir grad in Österreich zum Glück ein, ein, [00:38:20] ich sag jetzt im Schnitt, ja. Also es gibt natürlich, ähm, gibt's jetzt auch Menschen, die, die nicht die Mittel haben, ja. Aber wir haben in Summe schon ein sehr hohes Wohlstandsniveau.
Alex: Also auch wir haben, wenn auch jetzt nicht so wie der NFL-Spieler, ähm, im besten Fall Mittel, die wir zur Seite legen können. Ja und, und da wär [00:38:40] eben Der Zugang nicht nur vielleicht aufs, aufs Sparbuch oder aufs Sparkonto legen, sondern arbeiten lassen, damit New Money zu Old Money wird. Also das, was du jetzt erwirtschaftest in deiner, deinem Erwerbsleben, das vermehrt sich dann in deinem, bis zum, bis ins hohe Alter, erhöht deinen [00:39:00] Wohlstand und im Idealfall schaffst du damit generationenübergreifend einfach auch einen Mehrwert.
Anna-Lisa: Alles in allem oder resümierend kann ich eigentlich sagen, dass sein Gameplan auch im finanziellen Sinne eigentlich so ein Best of Both Worlds ist. Also er hat einerseits dieses Österreichische, wie du's vorhin schon angesprochen hast, diese, ja, bissl ich muss sparen und [00:39:20] mit der Zeit und so weiter und dann war er aber auch in Amerika und hat eben da wichtige Tipps und Inputs da mitbekommen.
Anna-Lisa: Also in dem Fall war's für ihn ja eigentlich echt super so als Symbiose, dass er beide Welten irgendwie mitbekommen hat. Ähm, und ich glaube, dass wir daraus extrem viel lernen können.
Alex: Ja, unterschreibe ich zu 100 %. Das ist genau das, was ich vorher gemeint hab mit: Wir haben, wir brauchen uns in Europa überhaupt nicht [00:39:40] verstecken.
Alex: Ja, es, es, es irgendwie, wenn man sich so die Debatten anschaut, man, ähm, es wird dann so polarisierend und das würden wir alles schlecht machen und wir sind nur im Hintertreffen. Das ist, das stimmt so auch nicht, ja. Und wir haben viele Vorzüge, auf denen wir aufbauen können, aber grade in dem Bereich investieren.
Alex: Es gibt ja auch in Europa genug Beispiele, [00:40:00] äh, wo das ja auch, äh, schon so ist. Wenn man nach Schweden schaut oder Dänemark, ja, wo der, der, der Aktienmarkt oder die Aktienmarktrenditen viel stärker in, in die Daseinsvorsorge integriert sind als wie bei uns, ja. Also es gibt's ja auch auf europäischem Boden, aber eben, es gibt eben [00:40:20] auch, äh, Scheiben, die man sich, äh, von den Amerikanern, Amerikanerinnen abschneiden können, ja.
Anna-Lisa: In diesem Sinne möchte ich das eigentlich so stehen lassen. Ich sage wieder danke, Alex, dass du mit mir diese Folge nachbesprochen hast und vielen Dank an euch alle fürs Zuhören und wir hören uns dann das nächste Mal bei Safe! Stories übers Investieren.
Alex: Yes, bis zum nächsten Mal. Ich freu mich auch.
Anna-Lisa: Tschüss.[00:40:40]
Alex: Das war Save Stories übers Investieren.
Anna-Lisa: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. [00:41:00] Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
Alex: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
Anna-Lisa: Dieser Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter [00:41:20] wienerboerse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
Alex: Danke fürs Zuhören.
Anna-Lisa: Bis zum nächsten Mal.