Content Creatorin Anna Strigl teilt ihre persönliche Investmentreise: von Kellnerjobs mit 5 Euro die Stunde bis zu ETF-Sparplänen und dem bewussten Umgang mit unregelmäßigen Einnahmen als Selbstständige. Sie zeigt, wie sie alte Glaubenssätze über Finanzen überwunden hat und warum Disziplin, Langfristigkeit und finanzielle Unabhängigkeit besonders für Frauen entscheidend sind.
Anna Strigl ist österreichische Content Creatorin, die offen über ihren langen Weg zu finanzieller Eigenverantwortung spricht. Aufgewachsen mit dem Glaubenssatz „Investieren ist wie Casino gehen", hat sie sich ihr Finanzwissen hart erarbeitet – durch ein Wirtschaftsstudium, Bücher, Gespräche mit Freunden und ChatGPT. Sie erklärt, warum Disziplin, Durchhaltevermögen und das Leben unter den eigenen Verhältnissen die wichtigsten Zutaten für langfristigen Aufbau von Vermögen sind – und warum Frauen ganz besonders davon profitieren, ihr Geld selbst in die Hand zu nehmen.
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Kapitelmarken:
[00:00] Intro & Begrüßung
[00:37] Gast Anna Strigl – Vorstellung & Thema der Folge
[01:20] Aufgewachsen mit wenig Geld: Familienprägung & erste Erfahrungen
[03:27] Wirtschaftsstudium als Wendepunkt – was sie wirklich gelernt hat
[05:25] Erste echte Investments: Fake-Depot mit 16, echtes Geld mit 23
[06:31] Wirtschaftsstudium & Investieren – eine Lücke im Lehrplan?
[07:07] Finanzen & Social-Media-Dynamik: Kurzfristig vs. langfristig denken
[09:27] Anlagestrategie: ETF-Sparplan, ChatGPT & Bücher als Wissensquellen
[12:37] „Die Psychologie des Geldes" – Lieblingsbuch & wichtigste Erkenntnisse
[13:00] Selbstständigkeit & Umgang mit unregelmäßigen Einnahmen
[18:32] Fehler beim Investieren: Bankberater, Einzelaktien & teure Lektionen
[22:06] Offen über Geld sprechen als Influencerin – warum & warum nicht
[26:10] Harter Weg zum Erfolg: Durchhaltevermögen & Verzicht
[31:09] Lebensstandard bewusst halten & finanzielles Auffangnetz aufbauen
[33:45] Investmenterkenntnisse: Langfristigkeit, Sparplan & kühler Kopf
[38:17] Ratschläge für junge Frauen: Informieren, entlernen, selbst entscheiden
[42:30] Was bedeutet „safe sein"? – Freiheit, Selbstliebe & Sicherheit
[29:30] Nachbesprechung: Anna-Lisa & Alex über Disziplin, Kosten & Zinseszins
[41:03] Buffett-Zitat, Kostenvergleich & der Wiederveranlagungseffekt
[43:36] Abschluss & Links
00:00:01 - 00:00:04 Anna-Lisa Bier
Willkommen bei Safe! Storys übers Investieren.
00:00:06 - 00:00:11 Alexander Wastl
Das ist der Podcast der Wiener Börse für alle, die sich beim Thema Geldanlage noch nicht ganz sicher fühlen.
00:00:11 - 00:00:17 Anna-Lisa Bier
Deshalb holen wir Menschen vors Mikro, die offen über ihre Erfahrungen sprechen. Über ihre ersten Investments.
00:00:17 - 00:00:21 Alexander Wastl
Über Fehler, Aha-Momente und darüber, was sie heute anders machen würden.
00:00:21 - 00:00:23 Anna-Lisa Bier
Wir sind Anna-Lisa Bier.
00:00:23 - 00:00:29 Alexander Wastl
Und Alexander Wastl. Wir finden: Über Geld sollten wir viel öfter und viel offener sprechen.
00:00:29 - 00:00:32 Anna-Lisa Bier
Ich würde sagen, das machen wir jetzt direkt. Und jetzt geht's los.
00:00:36 - 00:00:47 Anna-Lisa Bier
Hallo und herzlich willkommen zu SAFE: Storys übers Investieren. Schön, dass ihr auch wieder mit dabei seid. Und auch wieder neben mir oder eigentlich gegenüber von mir ist der Alex, hi.
00:00:47 - 00:00:49 Alexander Wastl
Hallo Anna-Lisa. Wer ist denn heute bei dir zu Gast?
00:00:49 - 00:01:08 Anna-Lisa Bier
Ja, heute darf ich mit Anna Striegel reden. Sie ist eine österreichische Content Creatorin, und ich möchte eigentlich heute mit ihr über ihren Job als Content Creatorin reden und aber auch darauf eingehen, warum Disziplin und Durchhaltevermögen gerade bei ihr in ihrem Leben generell, aber auch bei ihren Investments so eine große Rolle spielt.
00:01:08 - 00:01:14 Alexander Wastl
Das klingt sehr interessant. Ich freue mich schon sehr auf unsere Nachbesprechung und dementsprechend unbedingt dranbleiben.
00:01:19 - 00:01:20 Anna-Lisa Bier
Hi Anna.
00:01:20 - 00:01:21 Anna Striegel
Hi.
00:01:21 - 00:01:22 Anna-Lisa Bier
Schön, dass du da bist.
00:01:22 - 00:01:23 Anna Striegel
Freue mich.
00:01:23 - 00:01:43 Anna-Lisa Bier
Du bist ja Content Creatorin und filmst auch sehr oft mit deiner Familie, beziehungsweise ist deine Omi eigentlich so ein Side-Guest immer wieder, würde ich sagen. Und eines meiner Lieblingsvideos von dir zeigt, wie deine Oma dir versucht, Geld zuzustecken. Wie ist das mit dir in deiner Familie gewesen? Also, wie wird da mit Geld umgegangen?
00:01:44 - 00:02:16 Anna Striegel
Puh, das ist tatsächlich ein spannendes Thema. Also, ich muss zugeben, meine ersten Erfahrungen mit Geld waren eigentlich schon oft so: Boah, es gibt nicht so viel. Man muss gut haushalten. Beide meine Eltern haben gearbeitet. Und ja, es war halt einfach viel zu tun. Man hat geschaut, dass man sich trotzdem einfach ein schönes Leben machen kann. Wir sind auch auf Urlaub und so. Also, es war gut, aber es war dann schon auch manchmal beim Einkaufen so: Ja, das können wir jetzt nicht kaufen, weil es gerade ein bisschen knapp gegen Ende des Monats.
00:02:16 - 00:02:22 Anna-Lisa Bier
Okay, und das heißt, hast du dann von deinen Eltern und Familie eigentlich eher in Richtung Sparen dann immer das Thema so ein bisschen mitbekommen?
00:02:23 - 00:03:06 Anna Striegel
Ja, also es war schon viel das Thema Sparen. Es war jetzt aber eben nie das Thema Investieren. Ich weiß, dass ich wirklich lange Zeit überzeugt war, Investieren ist so wie Casino gehen. Also, das ist so total Gambling und gefährlich. Ich muss auch sagen, meine Eltern waren sehr gegen die Selbstständigkeit. Die haben mir immer gesagt, das ist total unsicher und du wirst arbeitslos sein. Und ich wollte ja immer Schauspielerin werden, und das war auch so der No-Go-Beruf schlechthin. Und ja, deswegen meine Erfahrung: Ich musste da tatsächlich schon aktiv sehr dran arbeiten, dass ich mir da selbst die Informationen zusammensuche, dass ich mich da so ein bisschen entlerne wieder und sage so: Ich informiere mich.
00:03:06 - 00:03:31 Anna Striegel
Ich habe dann eben auch beschlossen, Wirtschaft zu studieren, obwohl Mathe mein schlechtestes Fach war. Und habe dann einfach gedacht: Hey, ich werde das machen, obwohl so dann auch viel mit Rechnen war, mit Buchhaltung und keine Ahnung. Aber ich dachte mir, ich will mir das irgendwie selber abbeweisen, dass ich das kann. Und nur weil ich in der Schule schlecht war, heißt nicht, dass ich zu blöd dafür bin. Dann habe ich da halt extra viel gelernt in diesen Fächern und habe das dann auch geschafft.
00:03:31 - 00:04:10 Anna Striegel
Und das hat mir halt auch vermittelt, dass Wirtschaft tatsächlich sich hauptsächlich damit schützt, dass simple Dinge sehr kompliziert heißen. Und das war die wichtigste Erkenntnis von diesem ganzen Studium, muss ich sagen, dass ich realisiert habe: Ich bin nicht so dumm, wie ich das früher dachte. Ich war immer so: Ich bin zu dumm für so Finanzen und also diese Komplexität der wirtschaftlichen Abläufe. Da dachte ich mir immer: Ah, das kann ich nicht. Ich bin ja so schlecht in Mathe gewesen. Das liegt mir nicht. Und dann habe ich einfach realisiert während dem Studium: Ja, okay, das meiste ist jetzt nicht so kompliziert. Das klingt nur fancy.
00:04:11 - 00:04:29 Anna-Lisa Bier
Ja, die ganzen Fachbegriffe insofern sind dann immer Zusatzverstrickung und alles drum und dran. Aber das heißt, dass eigentlich dann damals dein Unwissen, möchte ich jetzt, ich nenne es jetzt einfach so, dazu geführt hat, dass du gecheckt hast: Okay, ich muss mich mit meinen eigenen Finanzen noch mal weiter fortbilden, bevor ich da selber was aufbauen kann. Habe ich das richtig verstanden?
00:04:29 - 00:05:02 Anna Striegel
Ja, ich glaube, eine der Fähigkeiten, die ich mit am wichtigsten finde und worauf ich sehr, sehr stolz bin, obwohl ich mich auch frage: Wie sehr ist das dann einfach so, weil ich so geboren wurde? Aber ich habe mich immer sehr viel damit beschäftigt, wie ich ticke, was meine Schwächen auch sind. Ich habe einfach sehr viel probiert, mich selber kennenzulernen und habe einfach dann analysiert, was sozusagen meine Shortcomings sind, also wo ich halt einfach aufgrund von der Umgebung, Kultur, Erziehung gewisse Lücken habe.
00:05:02 - 00:05:24 Anna Striegel
Und da habe ich dann einfach feststellen müssen: Ja, Finanzen und wirtschaftliches Verständnis und Umgang mit Geld fallen in diese Schwächen rein. Und dann wollte ich halt was ändern, weil ich mir dachte: Ja, also langfristig ist das schon eine wichtige Fähigkeit, weil Geld regiert irgendwo natürlich die Welt. Und wenn man sich da nicht auskennt, dann ist man automatisch immer, zieht man den Kürzeren so.
00:05:24 - 00:05:40 Anna-Lisa Bier
Also, ich glaube, die Finanzbildung ist ja mit ein Grund wahrscheinlich, warum es auch diesen Podcast hier gibt, eben damit junge Leute sich ein bisschen fortbilden können zu den unterschiedlichsten Aktivitäten oder Aktionen, die man tätigen kann, eben im Bereich der Finanzen. Wann hast du dann das erste Mal investiert? Wie alt warst du?
00:05:41 - 00:06:27 Anna Striegel
Boah, also das allererste Mal so Schein-investiert habe ich tatsächlich mit 16 im Geografieunterricht. Da hatten wir echt einen recht coolen Lehrer, der hat dann mit uns so ein Fake-Konto erstellt, und dort durften wir dann traden und durften dann schauen, ob das was wird. Und ich weiß noch, ich war da sehr gut darin. Es war halt, glaube ich, einfach Glück, aber ich fand es supercool. Ich habe dann immer mein Depot gecheckt und war so: Oh, schaut es mal, ich habe schon 20 % Gewinn gemacht und so. Also, das ist mir hängengeblieben schon damals, und ich fand es spannend, aber das war halt wirklich so nur oberflächlich alles. Und mit echtem Geld investiert habe ich dann erst mit 23, vor fünf Jahren so.
00:06:28 - 00:06:30 Anna-Lisa Bier
Okay, also war das dann nach deinem Studium?
00:06:30 - 00:06:50 Anna Striegel
Ja, das war voll immer noch nach meinem Studium. Man muss auch zugeben, über Investieren lerne ich auch nicht wirklich in einem Wirtschaftsstudium. Das ist eigentlich ein bisschen traurig. Das habe ich mir danach öfter gedacht. Also, ich schätze Dinge an dem Studium, das man jetzt nicht erwarten würde. Die meisten würden denken: Boah, ja cool, du hast so viel gelernt und keine Ahnung was.
00:06:50 - 00:07:05 Anna Striegel
Im Endeffekt habe ich halt gelernt, durchzuziehen. Dann habe ich gelernt, dass die Dinge nicht so kompliziert sind. Und wenn ich was wissen will, dann habe ich schon die Kapazität, das zu verstehen. Und dann habe ich halt auch realisiert, ich brauche dafür nicht unbedingt die Uni, weil ich kann das auch selber jetzt mit dem Internet. Natürlich, heutzutage kann ich alles auserfinden.
00:07:06 - 00:07:23 Anna Striegel
Also, es war eher Durchhaltevermögen, was ich trainiert bekommen habe, so dass dann doch mehr geht, als man denkt. Manchmal, wenn man drei Prüfungen in die Woche hat, war man so: No way, ich sterbe, ich kann nicht mehr, und ich werde das alles nicht bestehen. Und dann geht es irgendwie doch, und dann bist du so: Oh, wow, es steckt mehr in mir, als ich denke.
00:07:23 - 00:07:35 Anna Striegel
Und das sind tatsächlich die wichtigen Life-Lessons für mich aus diesem Studium gewesen. Aber nicht, weil ich jetzt sagen kann: Boah, ja, ich habe voll gelernt, was ein guter ETF ist oder so. Also, ich wusste noch nicht einmal, was ein ETF ist, bis vor so einem Jahr.
00:07:37 - 00:07:50 Anna-Lisa Bier
Okay, okay, das heißt, weil eine Frage von mir wäre auch gewesen, ob du dann eben dich durch das Studium besser quasi vorbereitet gefühlt hast. Aber das hast du eh gerade gesagt. Also, du hast natürlich dann andere Sachen gelernt, vielleicht vom Inhaltlichen dann. Hast du dich trotzdem noch mal anders fortbilden müssen dann eigentlich, oder?
00:07:50 - 00:08:11 Anna Striegel
Ja, wirklich. Das Wichtigste war, dass ich mental diesen Glaubenssatz ein bisschen gelockert habe, dass es zu kompliziert für mich ist. Und irgendwie, vor allem Frauen, es gibt schon super wenig Frauen, die da offen auch so ein bisschen das zeigen, dass sie da einen Plan haben und da stolz sind und du mit denen darüber redest.
00:08:11 - 00:08:30 Anna Striegel
Generell wird ja in der Gesellschaft wenig über Geld geredet, und mit den meisten Frauen, da geht es dann halt, sage ich ganz ehrlich, um Shoppen und was man sich jetzt wieder kauft und so. Und da ist wenig dann so: Ja, ich tue 20 % meines Gehalts immer anlegen. Das ist halt, habe ich noch nie geführt, das Gespräch. Und ich habe teilweise schon Freundinnen, die da an sich eigentlich ja auch Wirtschaft studiert haben.
00:08:31 - 00:08:53 Anna-Lisa Bier
Du bist ja Content Creatorin. Bei Social Media ist es ja auch so, dass es sehr viel davon lebt, von Algorithmus, von Trends, von diesen kurzfristigen Hypes. Beeinflusst dich diese Dynamik dann auch, wenn du an deine Finanzen denkst? Also, auch beim Investieren bist du eher so diejenige, die da bewusst langfristig dann trotzdem mit ihren Entscheidungen ist, oder bist du da oftmals, dass du sagst: Kurzfristig, ja, passt, ich mache jetzt das oder das?
00:08:54 - 00:09:20 Anna Striegel
An sich schon sehr bewusst, sehr langfristig, sehr langweilig. Ich habe auch einige einfach Bücher gelesen, und man kennt ja diesen Spruch: "Time in the market beats timing in the market." Und das bedeutet immer, wenn Menschen denken, sie wissen was oder sie können was besser, meistens geht es schief, weil unsere menschliche Psyche mit unserem Dopaminhaushalt und so, wir sind da einfach zu irrational.
00:09:20 - 00:09:42 Anna Striegel
Es ist einfach so, wir machen es dann halt, weil es unseren Kick gibt, und ich versuche, da so viel Emotion wie möglich rauszulassen. Ist es leicht? Nein. Jetzt hat der Mark hat jetzt auch ein bisschen einen Dip gemacht wegen dieser ganzen Street of Home Moves und Kriegsthematik. Und da dann einfach zu sagen: Ja, egal, ich sitze da und mache absolut nichts, ist nicht so easy, aber das ist halt das einzig Kluge.
00:09:43 - 00:10:04 Anna Striegel
Und da versuche ich mich jetzt nicht so von Trends beeinflussen zu lassen. Ich glaube, vor allem, weil ich so sensibilisiert bin durch Social Media und dass Trends ständig kommen und gehen und das passiert und das passiert und das passiert, und dann wird ein TikTok-Ban angekündigt und dann passiert der natürlich doch nicht. Und da wird man irgendwann ein bisschen abgestumpft, weil man denkt sich: Ja, das Leben ist voller Veränderung.
00:10:04 - 00:10:18 Anna Striegel
Was wirklich passiert, weiß man nicht. Aber natürlich, wenn man die Vergangenheit anschaut, die krassesten Drops haben dann auch wieder zu Stabilisierung geführt. Und das heißt, man muss einfach einen kühlen Kopf bewahren, selbst in einer hitzigen Situation. Und das probiere ich.
00:10:18 - 00:10:44 Anna Striegel
Bin ich perfekt? Nein. Habe ich manchmal irgendwie was spontan gekauft, weil es geheißen hat: Uh, das ist jetzt eine gute Möglichkeit? Ja, aber immer mit so 2 % meines Kapitals und nicht mit krassem Risiko. Das ist auch der Vorteil, eine Frau zu sein. Wenn man die Statistik anschaut, ist es ja auch so, dass Frauen tatsächlich höhere Renditen erzielen. Und das liegt einfach daran, dass sie nicht so schnell, spontan, impulsiv irgendwas machen.
00:10:45 - 00:11:01 Anna-Lisa Bier
Ja, da hast du absolut recht. Und das ist auch wieder dieses Durchhaltevermögen, was du vorher erwähnt hast, was du durchs Studium gelernt hast. Ich glaube, phasenweise muss man das auch einfach aussitzen und eben abwarten, wie du gesagt hast. Aber um jetzt noch mal um die konkreten Investments zu kommen: Wie legst du es dann an, mit Fonds oder wie?
00:11:01 - 00:11:18 Anna Striegel
Ja, genau. Es sind Fonds, die eigentlich den ganzen Weltmarkt abdecken, sehr so langweilig sind, würde ich mal behaupten. Passiert jetzt nicht unfassbar viel. Also, es ist halt so: Ja, man sieht jetzt gerade so 6 %, und das wächst dann halt so vor sich hin.
00:11:18 - 00:11:33 Anna Striegel
Ich habe so einen Sparplan am Monatlichen, wo das automatisch immer abgezogen wird und da reininvestiert wird. Und ja, ich schaue da einfach da immer wieder mal so rein, um einfach nur so den Itch zu befriedigen, zu wissen, was passiert denn gerade so.
00:11:33 - 00:11:52 Anna Striegel
Und dann manchmal optimiere ich das auch so. Also, ich habe da tatsächlich so ein Projekt bei ChatGPT angelegt und lasse mich da dann manchmal also so beraten. Ich mache dann Screenshots von meinem Portfolio und sage so: So schaut das gerade aus. Ist das sinnvoll? Was kann ich verbessern? Und dann lese ich mir das durch und überdenke das, ob das ein guter Tipp ist.
00:11:54 - 00:12:13 Anna Striegel
Aber ja, an sich ist das heutzutage ja wirklich so ein Luxus mit diesem ganzen KI-Schnitt, dass die immer recht haben. Aber ich versuche das dann breitflächig so mit Freunden, die sich auskennen, reden und dann Bücher lesen und dann ChatGPT konkret noch befragen. Und das ist eigentlich bisher ganz, ganz gescheit.
00:12:14 - 00:12:23 Anna-Lisa Bier
Ja, also hast du dann eigentlich dein Wissen eh schon sehr unterschiedlichst eigentlich dann geschaut, dass du dich da einliest, eigentlich von Büchern klassisch bis zu Freunden und ChatGPT muss man dann eigentlich eh...
00:12:23 - 00:12:37 Anna Striegel
Eine Quelle ist natürlich immer fehleranfälliger wie mehrere. Und deswegen habe ich da jetzt erst einmal die Grundbasis geschaffen mit so Büchern, vor allem mein Lieblingsbuch "Die Psychologie des Geldes". Das ist so ein super Buch.
00:12:37 - 00:12:38 Anna-Lisa Bier
Das habe ich auch gelesen.
00:12:38 - 00:12:56 Anna Striegel
Das war mein allererstes Buch, und das ist super gewesen, weil das hat so diese Basis gelegt, hat halt aufgeklärt, was so die psychischen Fallen sind, in die man reintappt. Und das kann ich wirklich jedem empfehlen. Das ist, finde ich, das Allerwichtigste, obwohl es jetzt nicht konkret irgendwelche Anlagetipps gibt.
00:12:56 - 00:13:11 Anna-Lisa Bier
Okay, ja, das ist einfach auch das Gefühl, das man eigentlich immer kriegt, weil auch bei euch mit Content Creatorn ist ja auch diese Unsicherheit, sage ich jetzt mal, oder eigentlich unregelmäßige Einnahmen, die hängen ja auch sehr oft mit den Kooperationen ab. Wie gehst du da eigentlich mit dieser Unsicherheit um?
00:13:11 - 00:13:55 Anna Striegel
Also, ich gehe halt so damit um, dass ich eigentlich meinen Lebensstandard nicht wirklich erhöhe, passend zu meinem Gehalt. Also, wenn ich mal mehr verdiene, cool, kann ich mehr zurückschlegen. Wenn ich mal weniger verdiene, cool, kann ich weniger zurückschlegen. Aber mein Lebensstandard ist, dass ich immer noch in derselben Wohnung wohne und keine Ahnung, ich bin nicht so die Shopping Queen. Mich stresst es, viele Sachen zu besitzen. Ich bin eher so die Ausmist Queen. So Leute, die zu mir in die Wohnung kommen, sagen: "Ich lebe wie so ein Junggeselle." Es schaut irgendwie alles ein bisschen bare aus, jetzt nicht so maximal viele Pflanzen, aber es ist jetzt einfach nicht so, wie man es sich erwarten würde. Ich glaube, einige Leute würden sich meine Wohnung anders vorstellen.
00:13:55 - 00:14:38 Anna Striegel
Und das heißt nicht, dass ich da immer perfekt war. Ich habe einmal, glaube ich, 30.000 € für Innenausstattung ausgegeben. Also wirklich absolut dumm, weil ja, das war wirklich viel von meinem Ersparten, weil ich dann dachte, ich fühle mich wohler in der alten Wohnung, in der ich gewohnt habe. Habe ich dann eben Innenausstatterin angestellt. Das ist dann auch viel teurer geworden, als ich gedacht habe. Die hat sich auch gedacht: "Ja, ja, da kann ich jetzt einen Haufen Kohle rausholen, so ein bisschen." Ja, und dann habe ich eh die Hälfte der Sache wieder auf Willhaben verkauft, und das war einfach biggest regret. Aber dadurch lernt man. Man zahlt halt auch sehr teuer für die Lessons im Leben, die einen dann endgültig weiterbringen. Und deshalb bin ich dafür jetzt deutlich selektiver und lasse mir irgendwie schnell was andrehen.
00:14:39 - 00:14:47 Anna-Lisa Bier
Sehr gut. Aber apropos Fehler, gab es auch beim Investieren irgendetwas, was du jetzt im Nachhinein sagst: "Okay, das bereue ich absolut"?
00:14:48 - 00:15:11 Anna Striegel
Ja, ich habe viel so kleine Satellitenpositionen gehabt. Das hat auch dann am Anfang ChatGPT sehr ge-judged, weil am Anfang habe ich das alles einfach so selber gemacht. Dacht man: "Boah, ja, die Firma finde ich ganz cool und die Firma will ich unterstützen", was ja jetzt auch nicht der schlechteste Ansatz ist, weil wenn du voll überzeugt bist von etwas, dann hältst du es auch länger, weil du glaubst dann an die Vision der Firma. Und das ist ja an sich auch psychologisch nicht schlecht, aber es war einfach unnötig.
00:15:11 - 00:15:28 Anna Striegel
Ich habe so viel kleines Zeugs gehabt, und dann habe ich da immer geschaut, und dann war halt eine mal rot, und ich war so: "Warum ist das jetzt rot? Was geht denn da ab?" Und das war halt so ineffizient, weil die haben ja nicht viel mehr Reward gebracht, wenn man das ganze Portfolio so sich angeschaut hat. Das war jetzt nicht so die super Idee.
00:15:29 - 00:15:46 Anna Striegel
Dann muss ich halt sagen, das passiert halt, wenn man sich nicht selber informiert. Ich bin halt am Anfang einfach zu einer Bank gegangen und habe mich da vom Bankberater belabern lassen und habe dann da Geld investiert. Und dann rückblickend war ich so: "Oh mein Gott, davon habe ich aber nicht viel profitiert, sondern die Bank hauptsächlich."
00:15:48 - 00:16:07 Anna Striegel
Also, das muss man dann halt auch lernen, weil man vergisst das. Das sind Verkaufsprofis. Die sind darauf geschult, das ultra kompetent wirken zu lassen, und wer nichts weiß, muss alles glauben. Und ich wusste halt nicht viel, und deshalb war ich dann immer nur so: "Ah ja, macht es denn? Ja, machen wir es so. Hier, nimm mein Geld." Und ja, deswegen.
00:16:08 - 00:16:23 Anna-Lisa Bier
Okay, okay, aber du bist schlauer rausgekommen aus dem Ganzen. Und also, wie gesagt, alleine der Abschluss in Betriebswirtschaft und so ist ja dann schon einmal, zeigt ja schon einmal, dass du dich auch konkret damit auseinandergesetzt hast. Ich glaube, das ist oft der Anfang, finde ich persönlich, dass man sich überhaupt einmal damit auseinandersetzt, eben.
00:16:24 - 00:16:30 Anna Striegel
Ja, und dass man halt checkt, was man nicht weiß, und dass man sich dann versucht, irgendwie zu informieren.
00:16:31 - 00:16:49 Anna-Lisa Bier
Bei dir als öffentliche Person, hast du da oft das Gefühl oder hast du die Verantwortung, dass du offen über Geld und Finanzen reden musst, oder ist das dann eher so, dass du sagst: "Okay, man redet generell nicht drüber"? Ich meine, du sitzt jetzt hier bei mir im Podcast, also das ist eigentlich eh schon meine Antwort. Aber hast du oft das Gefühl, dass du auch auf Social Media darüber reden musst?
00:16:50 - 00:17:40 Anna Striegel
Nein, also müssen nicht. Tue ich auch nicht so viel, to be fair, vor allem, weil ich natürlich mit vielen Stereotypen konfrontiert bin, so dass Influencer eh viel zu viel verdienen. Zum Teil stimme ich da eh zu. Ich habe halt früher auch beschissene Jobs gearbeitet. So mit 14 habe ich einfach nur Klos geputzt auf einer Almhütte und Abwasch gemacht, so den ganzen Sommer in den Ferien immer. Und da habe ich 5 € die Stunde verdient und hatte dann am Ende von den Sommerferien irgendwie 450 € vorzuweisen. Das heißt, ich weiß, wie viele Leute wirklich harte Jobs haben und habe dann einfach aber dadurch auch den Drive gehabt, so da wirklich krass reinzuhustlen. Und ich habe die ersten Jahre krass zurückgecheckt, wo ich wusste, viele wären nicht bereit, diese Opfer zu bringen, die ich gebracht habe, um jetzt da zu sein, wo ich bin.
00:17:41 - 00:18:37 Anna Striegel
Und ja, ich hatte wirklich keine Freunde. Ich habe wirklich nichts gemacht, außer studieren und nebenbei Videos zu machen und volle Konsequenz. Ob ich krank war, ob es gescheitert, ob es geregnet hat, ob irgendwas passiert ist, ob ich durch eine Trennung gegangen bin, ich habe das einfach durchgezogen. Und ja, irgendwo habe ich halt auch Glück gehabt. Es war ein großer Anteil Glück, dass ich dann jetzt da stehe, wo ich stehe. Aber jetzt über das Geld zu reden, für viele, die jetzt von außen nur sehen: "Oh mein Gott, die macht da so ein paar Videos jeden Tag", die sehen ja nicht den ganzen Weg. Die sehen nicht, dass sie mit 13 schon diesen Traum hatte, dass ich dann in der Schule gemobbt wurde, die alle meine Videos abgespielt haben, laut so das ganze Leiden, was ich durchmachen musste, weil ich einfach gespürt habe, ich hätte so Lust, da Videos im Internet zu teilen und dass man dann halt jetzt so sieht: "Ja, und jetzt verdient die das so." Das würden natürlich ganz viele sehr verurteilen oder denken immer: "Das muss ich mir jetzt nicht antun."
00:18:37 - 00:18:59 Anna Striegel
Deswegen spreche ich über die Themen, wo ich halt das Gefühl habe, das hat einen Impact, wo ich sage: "Hey, Frauen vor allem, wir sollten da uns mehr darum kümmern und die Verantwortung nicht einfach abgeben und uns denken: 'Ja, ja, wird schon der Staat regeln oder sonst irgendwer kommt, um mich zu retten.'" Das kann ich jeder Frau empfehlen, sich da generell mehr zu informieren und sich auch nicht von irgendwem abhängig zu machen.
00:19:00 - 00:19:15 Anna-Lisa Bier
Wie du gerade schon gesagt hast, ist sehr, sehr viel harte Arbeit hinter deinem Content. Du stellst dich ja nicht zum Beispiel einfach auf irgendeine Brücke und lässt dich runterhängen. Da hängen ja, das hängt ja zusammen mit Technik, mit Mitarbeitern und so weiter. Wie gehst du davor, auch mit budgetären Fragen?
00:19:15 - 00:19:31 Anna Striegel
Ja, gute Frage. Ich informiere mich meistens bei meiner Buchhaltung und quatsche mit denen das durch, wie es da aussieht, wie das dann mit dem Abschreiben funktioniert. Überlege halt einfach, wie sich das rechnet, wie viel mehr ich dann dadurch reinholen kann.
00:19:31 - 00:19:48 Anna Striegel
Das ist natürlich auch immer schwer einzuschätzen, weil die meiste Zeit mache ich ja einfach keine Kooperationen, sondern einfach so Videos, die mir taugen. Und dann stelle ich mir einfach die Frage: Kosten-Nutzen, wie hoch ist da Return on Investment? Macht es Sinn?
00:19:48 - 00:20:07 Anna Striegel
Und dann auch so die Frage, was ich realisiert habe. Ich hatte früher zwei Angestellte. Mittlerweile habe ich niemanden mehr, außer meinen kleinen Bruder, aber das zählt nicht so richtig, ehrlich gesagt. Den unterstütze ich einfach während seinem Studium so ein bisschen nebenbei, und er macht Snapchat für mich, weil damit bin ich überfordert. Ich fühle mich zu alt für Snapchat.
00:20:08 - 00:20:10 Anna-Lisa Bier
Aber auch eine Plattform, die man verdienen muss.
00:20:10 - 00:20:45 Anna Striegel
Ja, und jetzt managt er das halt für mich. Und ja, aber ich habe dann auch gemerkt, man muss der Typ dafür sein, viele Menschen managen zu wollen, weil eigentlich ist meine Expertise und meine Freude an der Arbeit im kreativen Prozess, im Videos machen. Und ich hatte weniger Spaß, dann zu sagen, was wer machen soll. Man wird halt mehr zum Manager, und das war dann nicht mehr so etwas, was mir taugt hat, wo ich gemerkt habe, die Hälfte meiner Energie geht eigentlich darum, meine Angestellten zu managen und weniger um das Kreative, weshalb ich da jetzt gerade derzeit Abstand genommen habe von so Angestellten. Aber das kann sich ja mal wieder ändern.
00:20:46 - 00:20:49 Anna-Lisa Bier
Aber Wahnsinn, und das ist ja eine One-Woman-Show eigentlich aktuell, oder?
00:20:49 - 00:21:16 Anna Striegel
Ja, ja, ich mache das alles allein. Boah, das war vor kurzem so ein Moment, da war ein kleinerer Kanal, der dann meinte, und der macht nicht mehr Videos als ich oder so, wenn man denken würde. Und ja, manche Videos sind professioneller gefilmt, so mit Stativ und einer großen Kamera, aber ich weiß halt aus Erfahrung, die Leute juckt jetzt nicht die drei Pixel mehr, die man sehen kann, sondern die juckt der Inhalt. Es muss eine gute Story sein, es muss irgendwie was triggern.
00:21:16 - 00:21:58 Anna Striegel
Und er hat halt gemeint, er hat ein ganzes Team von acht Leuten, acht Mitarbeiter, die konstant an seinem Kanal arbeiten. Ich denke mir so: "Hä, was haben die denn? Was gibst du denen zu tun? Was machen die denn alles so?" Also klar, ich könnte da jetzt auch noch viele Sachen finden, wo es fein wäre, wenn mal jemand hilft, aber ich muss dann halt irgendwo, glaube ich, bin ich so, dass ich dann zurückdenke an diese Kellnerjobs, wo ich einfach wirklich so Bettenlager gemacht habe und so Kondompackungen dann gefunden habe unter diesen Matratzen und Rückenweh hatte. Und dann denke ich mir immer so: "Ja, werde ich jetzt nicht rumheulen, dass ich da halt ein bisschen länger dann noch am Abend sitze und Sachen abarbeite." Und ja, ja.
00:21:58 - 00:22:03 Anna-Lisa Bier
Aber ich glaube, gerade durch diese Jobs hast du ja dann eigentlich den Wert von Geld auch richtig kennengelernt.
00:22:04 - 00:22:25 Anna Striegel
Ja, definitiv. Und vor allem auch, wie wichtig es ist, aus psychischer Sicht unter seinen Mienen zu leben, weil das ist das beste Gefühl, wenn du weißt, es kann jetzt mal spontan irgendeine Rechnung kommen. Es kann heißen, der Trockner wird hin, die Waschmaschine wird hin, und du musst spontan 400, 500 € zahlen.
00:22:25 - 00:23:01 Anna Striegel
Du brauchst so ein Auffangnetz finanziell. Da muss irgendein Backup sein, weil das ist so wichtig, dieses Gefühl zu haben: "Hey, egal, was kommt, ich habe was, was mich über Wasser hält in Notsituationen, im Notfall." Und das ist wirklich das Allerwichtigste, warum ich jetzt vielleicht sogar ein Level over the top so dieses Backup-Dingsel habe, weil ich einfach will, dass ich dieses Freiheitsgefühl habe von: "Hey, es kann passieren, was will. Ich bin versorgt." Und ja, genau.
00:23:01 - 00:23:06 Anna-Lisa Bier
Ja, vor allem, dass es wieder mit dem Alter dann auch nicht besser, sagen wir es so, oder viel mehr wird. Eben weiß man
00:23:06 - 00:23:13 Anna Striegel
auch nie, was die Zukunft bringt. Wir alle wissen das nicht. Hey, du kannst so den sichersten Job haben, whatever. Das Leben ist lebig.
00:23:13 - 00:23:28 Anna Striegel
Das macht dann mal einen random Turn, und natürlich denkt da niemand gern dran oder man wünscht sich logischerweise nicht, aber manchmal funktionieren Dinge nicht so. Und es ist einfach naiv zu glauben, es könnte einen nicht treffen. Es ist nun mal so.
00:23:28 - 00:23:38 Anna Striegel
Krankheit, Unfälle, you never know. Und wenn du dann dastehst und nicht vorgesorgt hast, besonders als Selbstständige, vielleicht noch mal ein Tickchen mehr, ist es blöd.
00:23:40 - 00:23:48 Anna-Lisa Bier
Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Das heißt auch, was sind denn dann beim Investieren deine wichtigsten Erkenntnisse bisher?
00:23:48 - 00:24:18 Anna Striegel
Das habe ich davor eh schon angesprochen, dass man nicht selber viel spekuliert, wirklich recht sicher langfristig denkt. Es ist ja auch so, dass der Warren Buffett irgendwie fast 90 % seines Vermögens erst ab 60 gemacht hat, weil dann dieser kumulative Effekt so groß war. Und das bedeutet, man muss in it sein for the long game. Man macht es nicht, um jetzt schnell Gewinne zu erzielen, kann man mit ein bisschen Spielgeld so.
00:24:18 - 00:24:50 Anna Striegel
Man soll sich da jetzt ja auch nicht so voll wie ein Monk sein. Das ist, glaube ich, auch unrealistisch. Ein bisschen Spaß kann ja sein, aber halt eben in einem kleinen Rahmen, dass man gerade diesen kleinen Kick kriegt, dass man den Rest des Geldes wirklich in Ruhe lässt, langfristig, dass man so mental gesund da bleibt und nicht irgendwie anfängt, dann zu spekulieren, sondern ja, dass man halt langfristig denkt, sich nicht wirklich beeinflussen lässt von der politischen Lage und dass man da immer einen gewissen Prozentteil, den man natürlich gerade übrig hat.
00:24:51 - 00:25:29 Anna Striegel
Es gibt ja auch genügend Leute, die sagen: "Ich habe gerade nicht irgendwie Geld übrig zum Investieren." So ja, natürlich, da muss man dann erst mal reden, wie man sein Einkommen irgendwie erhöhen kann, dass für sowas, was da bleibt, und da ist das dann nicht die oberste Priorität, zu wissen, wie man was investiert. Da würde ich erst mal schauen, dass man einfach ein Sparkonto macht, das immer zum Abheben verfügbar ist, wo man nicht irgendwas verkaufen muss, sondern es ist einfach da, kriegt vielleicht 1, 2 % Zinsen, und dann hat man das als Backup erst einmal. Und wenn man diesen Backup-Polster hat und das Gefühl hat, man kann da ein bisschen durchatmen, dann finde ich, kann man über Investieren so richtig nachdenken.
00:25:29 - 00:25:38 Anna-Lisa Bier
Was? Also bei dir ist ja auch eine große Zielgruppe junge Frauen. Was würdest du denen in dieser Hinsicht verraten oder eigentlich eher raten?
00:25:38 - 00:26:17 Anna Striegel
Ich würde denen raten, erst mal sich natürlich zu informieren, auch schon mal zu wissen, dass sie sehr gute Karten haben, dass, wenn sie sich informieren, das erstens nicht ganz so kompliziert ist, wie man denkt. Ja, am Anfang bin ich überfordert gewesen, bin ich schlafen gegangen, habe am nächsten Tag mich wieder ein bisschen weiter informiert, und dann mit der Zeit ist es nicht mehr ganz so kompliziert. Und verwendet es die KI wirklich manchmal, dann kriege ich so Fragen, und ich denke mir immer so: "Ja, ich beantworte euch das gern, aber bitte sagt es doch auch einfach ChatGPT. Ich habe überhaupt keine Ahnung. Erklär mir mal die Basics auf dummer Sprache." So, und es wird zu 90 % das richtige Zeugs da rauskommen, was der sagt.
00:26:18 - 00:26:55 Anna Striegel
Dann hört sich ein paar Hörbücher rein, und das ist ja auch so cool, wenn du so diese Eigeninitiative hast und dann einfach auch dir nicht irgendein Finance-Bro irgendwas erklären kann und du einfach nur so dasitzt und schon so nicken musst, weil du dir denkst: "Keine Ahnung." Und man ist ja dadurch immer viel beeindruckter, finde ich, wenn dann jemand einem so Sachen erklärt, und es klingt alles so krass, und du denkst dann automatisch: "Oh, der ist aber kompetent." Und wenn du dann aber auch einen Plan hast, ist es automatisch so even playing field. Du bist nicht so beeindruckt, du kannst auf Augenhöhe dich unterhalten, und das finde ich einfach generell so ein cooles Ziel im Leben, dass man halt die Dinge, wo man sich nicht so auskennt, und Geld ist halt so unfassbar wichtig, dass man sich auskennt.
00:26:55 - 00:27:30 Anna Striegel
Das sollte ja nicht so ein Tabuthema sein, vor allem bei uns Frauen, vor allem, weil wir durch Kinder kriegen, durch die Care-Arbeit. Wir sind nun mal einem höheren Risiko ausgesetzt, karrieretechnisch benachteiligt zu werden, und wir wollen ja auch für unsere Kinder da sein können, wenn wir uns entscheiden, welche zu haben. Das heißt, wir müssen da clever sein, wir müssen vorsorgen. Wir können auch nicht einfach nur sagen: "Ja, der Mann geht weiter Karriere machen, und ich kriege da keine Kohle in der Zeit oder investiere das Ganze da in meine Kinder und habe dann am Ende weniger Pension und halt nicht gut vorgesorgt."
00:27:31 - 00:27:35 Anna-Lisa Bier
Also eigentlich, wenn ich das so zusammenfassen darf, ist ja dann Wissen eigentlich auch eine Art Investment.
00:27:36 - 00:27:49 Anna Striegel
In sich selber investieren ist das Allerklügste, was man machen kann, und das sage ich jetzt als eine harte Sache. Investiert dann nicht in Designerhandtaschen, weil für viele ist dann das: "Ich kenne auch viele Influencerinnen, und ja, silently judge ich die dann immer ein bisschen."
00:27:50 - 00:28:15 Anna Striegel
Weil es ist also mittlerweile, es ist wirklich schon so ein fettes Aushängeschild, dass ich weiß, wenn jemand mit gewissen Taschen rumläuft, die ist wahrscheinlich Influencerin. Das ist so auf Events von Influencern, wirklich, da zählst du nur Designertaschen, und ich denke mir jedes Mal so: "Hey, das sind 3.000 €, die könnten jetzt auf einem ETF-Sparplan chillen schon seit zwei Jahren und hätten euch, keine Ahnung, schon 6, 7, 8 % Rendite gebracht."
00:28:15 - 00:28:36 Anna Striegel
Und ja, und die haben dann aber nicht nur eine, die haben dann so zehn von denen. Dann denke ich mir so: "Es sollte mehr heißen, dass das uncool ist." Gönnt euch eine Designertasche, wenn ihr ewig schon mal, wenn es ewig schon mal jemand wollte, go for it. Ich habe selber auch eine. Ich sehe sie mittlerweile aber eher so als eine Bestrafung für ein dummes Investment, weil ich Taschen auch nicht wirklich mag.
00:28:37 - 00:28:56 Anna Striegel
Aber ich finde, es sollte mehr so ein Ding sein von: "Boah, ja, soll ich mir die wirklich kaufen oder sollte ich es eher investieren?" Das wäre doch ein viel geileres Gespräch unter Frauen, finde ich, und das würde uns auch sehr viel mehr Verhandlungsfreiheit und eine gewisse Machtposition geben, selbst in Beziehungen, wenn du merkst: "Okay, es funktioniert nicht so gut mit meinem Partner."
00:28:56 - 00:29:13 Anna Striegel
Du willst nicht irgendwie abhängig sein und dir denken, du musst aber bei dem bleiben, weil du kein Auffangnetz hast, aber dafür zehn Designertaschen. Und ja, du kannst die auch verkaufen, aber das ist halt immer ein Wertverlust. Das ist halt kein guter Deal dann oft, also je nachdem, außer du hast irgendwie eine Birkin, die ist ja dann auch eine Anlage. Aber anderes Thema.
00:29:13 - 00:29:31 Anna-Lisa Bier
Ja, genau. Aber das ist eigentlich auch ein guter Punkt, der mich jetzt eh eigentlich schon zur letzten Frage heute bringt. Du hast es vorher schon gesagt mit Auffangnetz, aber Anna, was ist für dich eigentlich safe, oder was bedeutet für dich, safe zu sein? Einerseits generell, aber auch beim Investieren mit Geld.
00:29:32 - 00:30:35 Anna Striegel
Also generell bedeutet für mich, dass ich ein sicheres physisches, soziales und emotionales Umfeld habe. Das können Menschen sein, bei denen ich weiß: "Okay, die haben wirklich mein Wohlbefinden an oberster Stelle, die sind vertrauenswürdig. Ich lebe an einem Ort, wo ich mich wohl und sicher fühle." Ja, und ich weiß einfach, ich habe so dieses Fundament und Menschen, auf die ich mich da verlassen kann. Es ist schon viel dieses Soziale eigentlich, was einem diese Sicherheit liefert, finde ich. So Leute, wo du weißt, egal wie dreckig es mir geht, die sind da, die kann ich voll heulen, und die kommen da zu mir, und natürlich genauso umgekehrt bin ich für sie da. Und so mit Geld, das ist eh schon, was ich am Anfang angesprochen habe, dass man immer weiß, das ist auch, finde ich, das ultimative Zeichen von Selbstliebe, dass man sich selber der Wert ist, zu sagen: "Ich gebe so viel Geld zur Seite, dass ich mich selbst immer auffangen kann, dass ich frei bin, die Entscheidung zu machen, die für mich die gesündeste ist, nachhaltig."
00:30:36 - 00:31:09 Anna Striegel
Und wenn irgendwas ist, so: "I got my bag." Und das kann einem Geld halt ermöglichen, dieses Gefühl, weshalb ich es sehr wichtig finde, dass man das so sich hinter die Ohren schreibt. Das musste ich ja auch lernen, weil früher habe ich auch das Geld, was ich gekriegt habe, sehr schnell ausgeben, weil mir das auch eher immer so vorgelebt wurde zu Hause. Und ja, das ist aber, es ist mir wenig physisches Zeug so viel wert wie dieses Gefühl von Freiheit, das ich habe mit: "Hey, ich habe was auf der Seite und bin gut versorgt."
00:31:09 - 00:31:20 Anna-Lisa Bier
Mit diesem Gefühl möchte ich auch jetzt eigentlich gar nichts mehr ergänzen. Ich finde, das ist jetzt so der perfekte Schlusspunkt. Ich danke dir sehr, sehr herzlich, liebe Anna, für deine Einblicke und auch für deine Zeit.
00:31:20 - 00:31:22 Anna Striegel
Danke euch. Hat mich gefreut.
00:31:29 - 00:31:31 Alexander Wastl
Hallo Analisa, willkommen zurück.
00:31:31 - 00:31:32 Anna-Lisa Bier
Ja, hi Alex.
00:31:32 - 00:32:04 Alexander Wastl
Es war ein sehr tiefgehendes und persönliches Investmentgespräch, eine Investmentstory sozusagen, wo ich mich auch ziemlich relatable, sagen wir mal, ich kann mich sehr relaten. Ich finde, bei ihr schwingt da, also sie hat wirklich ihre Investmentreise von vorn bis hinten eigentlich so durchbesprochen, und ich finde, so der Überbegriff, der da so mitschwingt, ist Disziplin, und das ist, finde ich, eine der wichtigsten Eigenschaften für Anlegerinnen und Anleger.
00:32:05 - 00:32:33 Alexander Wastl
Es hat bei ihr angefangen mit Disziplin in ihren ersten Jobs, Knochenjobs, die sicherlich nicht sehr viel Spaß gemacht haben, aber sie hat es gemacht, um einfach Geld zu verdienen. Disziplin als Investierende dann in schwierigen Marktphasen, wenn nicht alles grün ist auf der Anzeige, dass man durchhält und keine Panik oder Frustrationsverkäufe tätigt, weil das sind meistens die kostspieligsten, und dann auch die Disziplin als Selbstständige und auch als Investorin auf die Kosten zu achten.
00:32:33 - 00:32:57 Alexander Wastl
Sie hat da angesprochen den Vergleich mit anderen Influencerinnen, die da so ein großes Team dann haben, und sie sagt einfach: "Brauche ich das für meinen Content? Nein, kann ich mir sparen." Und auch als Investorin dann, wo sie gesagt hat: "Bei der Bank, was verrechnen wir dir eigentlich für die Produkte, die ich da beziehe?" Also ich, das hat sich so durchgezogen wie ein roter Faden, die Disziplin, die wo eisern ist bei ihr.
00:32:57 - 00:33:12 Anna-Lisa Bier
Ja, also sie ist einerseits diszipliniert, aber dann auch irgendwie bescheiden, auch mit ihrem Lebensstandard, und ich glaube, dass sie auch gemeint hat, dass die größte Hürde am Anfang war, diesen Glaubenssatz loszuwerden, dass quasi das Investieren oder generell so Wirtschaftsthemen für sie zu kompliziert sind.
00:33:12 - 00:33:22 Anna-Lisa Bier
Und ich muss sagen, einfach nur, dass es mir eigentlich genauso gegangen ist. Also sie hat ja gesagt, sie war immer schlecht in Mathe, das war nie ihr Fach. Kann ich nur sagen, ja, bei mir genau das Gleiche.
00:33:22 - 00:33:35 Anna-Lisa Bier
Mathe war noch nie meine Stärke, und gerade bei so Finanzthemen, wo sich einfach alles um Zahlen dreht, ist das natürlich dann, glaube ich, einmal am Anfang vielleicht eine große Skepsis oder einfach so diese Unsicherheit.
00:33:35 - 00:33:51 Anna-Lisa Bier
Und ich meine, sie hat ja dann durchs Studium gelernt, dass es dann doch nicht so schwierig ist oder so kompliziert wie anfangs angenommen, und ich fand es trotzdem spannend, dass sie gesagt hat, dass sie durch ihr Studium eigentlich dann gar nicht so viel Konkretes übers Investieren gelernt hat.
00:33:52 - 00:34:09 Alexander Wastl
Genau, ja, also man braucht nicht unbedingt ein Studium welcher Art, um mit dem Investieren beginnen zu können. Das hat jetzt überhaupt nichts mit der Qualität des Studiums. Ich glaube, sie war an der Wirtschaftsuni, oder? Aber das ist auch einfach, vielleicht ist nicht die Aufgabe der Uni, dir beizubringen, wie du dein Geld anlegst.
00:34:10 - 00:34:33 Alexander Wastl
Da gibt es eine andere Perspektive, aber da kann ich gut überleiten, weil sie hat auch über Warren Buffett gesprochen und über den Spruch: "Time in the market beats timing the market." Also es ist immer besser, länger im Markt zu bleiben, als versuchen, den richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt zu finden und vielleicht auch immer wieder einzusteigen, auszusteigen, einzusteigen. Das wird teuer.
00:34:34 - 00:35:04 Alexander Wastl
Und sie hat eben beim Warren Buffett gemeint, also ein Star-Investor, US-amerikanischer, dass der ja das meiste Vermögen dann in seinem späteren Alter gemacht hat, wo dann einfach dieser Zinseszinseffekt, was nicht ganz richtig ist, weil es ist ein Wiederveranlagungseffekt. Du erhältst jetzt, wenn du Aktien hast, keine Zinsen, sondern Gewinne der Unternehmen, und wenn du die immer wieder veranlagst und nicht ausgibst oder aufs Girokonto oder was auch immer legst, dann wird das einfach gerade hinten raus so unglaublich mehr.
00:35:04 - 00:35:40 Alexander Wastl
Und das fand ich einfach eine gute Überleitung, weil der Warren Buffett hat auch einmal in einem Brief an seine Shareholder, 1993 war das schon geschrieben, bei Periodically Investing in an Index Fund: "The Know-Nothing Investor Can Actually Outperform Most Investment Professionals." Also was so viel wie heißt, einfach regelmäßig investieren in einen Fonds, langfristig drinbleiben, das im oder immer wieder die Gewinne wiederveranlagen, und du wirst die Profis in den meisten Fällen sogar schlagen.
00:35:40 - 00:35:53 Alexander Wastl
Also du brauchst jetzt nicht dieses, also dieses Profi-Setup, dieses Profi-Know-how, also für die Privatinvestoren, ist Privatinvestorinnen geht es auch viel einfacher.
00:35:53 - 00:36:05 Anna-Lisa Bier
Und genau das, was du jetzt eigentlich gesagt hast mit diesem Langfristigen, ist ja, glaube ich, bei ihr auch ein wichtiger Punkt, eben weil sie auch gesagt hat, sie wohnt vielleicht jetzt in einer Wohnung, die vielleicht kleiner ist, als sie sich jetzt sogar aktuell leisten könnte und so weiter.
00:36:05 - 00:36:18 Anna-Lisa Bier
Wir haben ja auch über das Buch "Die Psychologie des Geldes" gesprochen, und das habe ich lustigerweise auch gelesen, und da ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt in dem Buch, dass unsere Ansprüche meistens schneller wachsen als unser Reichtum.
00:36:18 - 00:36:36 Anna-Lisa Bier
Also gerade wenn man langfristig investiert, sollte man sich dann trotzdem nicht zurücklehnen und jetzt denken: "Okay, man hat dann die und die Ansprüche." Und ich glaube, gerade bei ihrem Gespräch ist das auch echt herausgekommen, dass man einfach unter seinem Lebensstandard am besten leben sollte, sofern es natürlich möglich ist für jeden, um auch einfach diesen Puffer zu haben.
00:36:36 - 00:36:38 Anna-Lisa Bier
Also der ist ja auch extrem wichtig.
00:36:38 - 00:37:43 Alexander Wastl
Ja, ich finde, das schwingt wieder die Disziplin oder auch die Geduld mit. Also auch jetzt nicht, wenn man mal die ersten Gewinne erzielt hat, dann greedy werden. Und sie hat auch eben dieses Konsumthema angesprochen, gehört dazu, also die Designertaschen. Es ist ja nicht verbönt und ist auch Teil der Wirtschaft, aber es geht vielleicht um die Priorisierung. Ich muss wieder Buffett zitieren, der hat gesagt: "Do not save what is left after spending, but spend what is left after saving." Also zuerst vielleicht das zur Seite legen und dann schaut man, was bleibt für einen Konsum über und nicht umgekehrt. Also nicht zuerst einkaufen und dann: "Okay, den Monat habe ich 50 € über, jetzt habe ich 25, nächsten Monat, ui, heute, heuer den Monat geht sich gar nichts aus." Das ist sehr inkonsistent und kann ja nicht zufriedenstellend auf Sicht, und das lässt sich halt heutzutage mit diesen Sparplänen noch super umsetzen, einfach gleich am Monatsanfang oder immer, wenn das Gehalt kommt, da den Sparplan, also die, sei es jetzt ETFs oder was auch immer, abbuchen lassen, und das ist einfach ein geblocktes Geld, und das greift man nicht mehr an. Also so diszipliniere ich mich auch selber sozusagen.
00:37:43 - 00:38:03 Anna-Lisa Bier
Ich glaube, sie hat ja auch durch ihre ganzen Jobs, die sie wirklich als Jugendliche quasi weg anhatte, vom Putzen von Toiletten und so weiter, ich glaube, da schwingt auch eben diese Disziplin mit, dass sie auch quasi zusammenbeißen kann und arbeiten kann, aber auch dadurch gelernt hat, was es heißt, sein eigenes Geld zu verdienen.
00:38:03 - 00:38:19 Anna-Lisa Bier
Ich glaube, das ist bei ihr auch so eine ganz wichtige Sache, dass sie eben schon lernen hat müssen, für ihr Geld zu arbeiten, auch wenn diese Arbeit vielleicht nicht immer so schön ist, und dass sie halt eben jetzt umso bewusster dann sagen kann: "Okay, ich schaffe mir selber diese Sicherheit, dass eben zum Beispiel, wie sie sagt, einmal eine Waschmaschine kaputtgehen kann und so."
00:38:20 - 00:38:48 Anna-Lisa Bier
Und sie hat auch dieses Zitat, oder das möchte ich eigentlich als Lieblingszitat aufgreifen. Sie hat gesagt: "Es ist das ultimative Zeichen der Selbstliebe, sich selbst auffangen zu können." Ich habe das so schön gefunden, weil genau das ist es ja eigentlich auch auf langfristige Sicht, dass man trotzdem immer weiß: "Okay, ich kann eigentlich Tag ein, Tag aus leben und weiß aber, selbst wenn jetzt irgendwas daherkommt und wir wissen es nun mal nicht, was passiert, dass ich trotzdem mir immer diese Sicherheit geben kann und safe bin, wortwörtlich."
00:38:49 - 00:39:37 Alexander Wastl
Ja, also bin ich voll bei dir, und ich finde eben, diese Disziplin, es ist ja auch dann belohnend, wenn man lang auf lang, also mit jedem Drop beim Portfolio, wenn es mal eine kurze Zeit nach unten geht, den man übersteht und drinbleibt und man sieht, es geht wieder raus oder einfach die langfristige Entwicklung, das ist ja auch sehr belohnend einfach für sich selbst, wenn man sagt: "Ich habe wieder durchgehalten." Und ich glaube eben, je länger, der Anfang ist vielleicht schwieriger, die ersten Phasen, aber je länger man dann drinnen ist und sieht, es geht immer wieder bergauf, es wird immer mehr, ich glaube, desto belohnender ist das und desto leichter fällt es dann auch, dem zu widerstehen, da irgendwie kurz, also Schnellschüsse zu tätigen beim Aktienhandel oder beim ETF-Kauf.
00:39:37 - 00:40:24 Alexander Wastl
Ah ja, und was ich auch spannend fand, weil sie über das Buch "Psychologie des Geldes" gesprochen hat, und Psychologie spielt halt einfach eine große Rolle bei der Veranlagung, und wir sind leider nicht immer rational, weil sie über die Kosten gesprochen hat bei der Bank und auch als Unternehmerin oder Selbstständige. Man darf einfach nicht unterschätzen, was so geringe, vermeintlich geringe Kosten im Prozentpunktbereich 1 % eben auf lange Sicht machen, und es gibt leider bei den Wertpapieren oder wenn man jetzt ein Anlageprodukt bezieht, gibt es sauviele verschiedene Kosten, Spesen für Kauf und Verkauf, also diese Ordergebühren, Depotgebühren, Ausgabeaufschlag, ich will es nicht alle aufziehen etc.
00:40:24 - 00:41:34 Alexander Wastl
Und auch wenn man dann liest, so in den Beschreibungen, okay, 1 % jährlich, wenn man halt lange veranlagt über, wie man es idealerweise tun sollte, nehmen wir jetzt als Beispiel 20 Jahre, und ich veranlage 200 € monatlich bei 8 % Rendite, was so marktüblich ist und was auch unser ATX inklusive Dennon so seit Berechnungsbeginn jährlich macht, dann hätte ich eine Bruttorendite von 115.000 € nach 20 Jahren, also das, was ohne Kosten, Steuern etc. 115.000 €. Wenn ich jetzt, wenn jetzt mein Depot 1 % im Jahr kostet oder 1,5 %, Entschuldigung, dann hätte ich nach 20 Jahren nur mehr 96.000 €, also 1 % Kosten im Jahr, und ich verliere mehrere 1.000 € auf diesen Veranlagungszeitraum von 20 Jahren. Also das ist für mich auch so was, wo ich mich selber auch erwischt habe. Man denkt sich dann oder man redet so 1 % oder 0,5 % vielleicht klein, aber auf lange Sicht kann das viel ausmachen. Deswegen da auch der Hinweis, immer genau schauen, Produkte vergleichen, Anbieter vergleichen, weil da kann ein kleiner Unterschied sehr viel ausmachen auf lange Zeit.
00:41:34 - 00:41:46 Anna-Lisa Bier
Ja, also ich glaube, da sollte man sich einfach bestenfalls einfach so gut wie möglich informieren, nicht nur von diesen einzelnen Gebühren, die anfallen können, auch eben so generelle Lektionen, auch wie es ist, mit Geld umzugehen und so.
00:41:46 - 00:42:01 Anna-Lisa Bier
Ich glaube, das ist bei ihr auch sehr stark hervorgegangen, was es eigentlich heißt, sein eigenes Geld zu verwenden oder auch, dass man, jetzt bin ich wieder bei diesem Auffangnetz oder so, das geht ja dann gar nicht darum, dass du dann im Endeffekt vielleicht dir in 30 Jahren ein Haus leisten kannst oder was auch immer.
00:42:02 - 00:42:18 Anna-Lisa Bier
Es kann auch heißen, dass du dir jetzt zum Beispiel selbst einfach die Möglichkeit gibst, in Zukunft Dinge anders zu machen oder noch einen Jobwechsel oder so zu machen. Also es fängt ja nicht nur mit dem Geld quasi an, sondern es geht ja dann noch viel weiter. Es geht ja dann in die eigene Freiheit, wie man es auch nennen will.
00:42:18 - 00:42:20 Alexander Wastl
Genau, Spielraum schaffen einfach.
00:42:20 - 00:42:30 Anna-Lisa Bier
Ja, genau. Also alles in einem fand ich ihre Disziplin sehr beachtenswert, und ich bin froh, dass wir auch jetzt noch mal darüber geredet haben.
00:42:30 - 00:42:55 Anna-Lisa Bier
Also ich kann nur sagen, informiert euch einfach bestenfalls über generellen Umgang mit Geld, und wenn dieses Gespräch mit Anna eure Gedanken genauso angeregt hat wie bei uns, dann könnt ihr gerne in die Shownotes schauen. Wir haben euch da einerseits die Initiative "Beteilig dich!" von der Wiener Börse verlinkt, und ihr könnt uns natürlich auch auf Spotify oder auch sonst per Mail eine Rückmeldung dalassen. Uns würde natürlich auch sehr interessieren, wie euch die Gespräche gefallen und was ihr mit den Inhalten anfängt.
00:42:56 - 00:43:01 Anna-Lisa Bier
Und ja, ansonsten wäre es von meiner Seite eigentlich alles, Alex, oder? Hast du noch irgendetwas hinzuzufügen?
00:43:01 - 00:43:05 Alexander Wastl
Nichts anzumerken, beeindruckende Story, großer Respekt vor ihr.
00:43:06 - 00:43:15 Anna-Lisa Bier
Perfekt. Ja, dann können wir eigentlich genau so mit dieser Folge schließen. Danke, Alex, dass du wieder da warst, und ich sage auch danke an euch alle fürs Zuhören, und ich freue mich, wenn wir uns das nächste Mal wieder bei Safe! hören.
00:43:15 - 00:43:16 Alexander Wastl
Ciao.
00:43:28 - 00:43:31 Alexander Wastl
Das war Safe! Stories übers Investieren.
00:43:31 - 00:43:43 Anna-Lisa Bier
Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar. Wer weiß, wie man mit Chancen und Risiken umgeht, kann seine finanzielle Zukunft bewusst selbst gestalten.
00:43:43 - 00:43:49 Alexander Wastl
Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann bewerte sie gerne in deiner Podcast-App und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden.
00:43:49 - 00:44:02 Anna-Lisa Bier
Dieser Podcast ist Teil der Initiative "Beteilig dich!" der Wiener Börse. Mehr Infos dazu findest du online unter wienerborse.at/beteilig-dich sowie auf Instagram, TikTok und YouTube im Profil der Wiener Börse.
00:44:03 - 00:44:04 Alexander Wastl
Danke fürs Zuhören.
00:44:04 - 00:44:05 Anna-Lisa Bier
Bis zum nächsten Mal.